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Flashcards basierend auf dem Vorlesungsskript zu Postkolonialismus, Globalisierung, Weltmusik und der Geschichte südafrikanischer Popmusik.
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Postkolonialismus
Ein Denkansatz, der untersucht, wie die Folgen des Kolonialismus bis heute Gesellschaft, Politik, Kultur und Wissen beeinflussen, wobei der Fokus auf den Langzeiteffekten und fortwährender Dekolonisierung liegt.
Globalisierung
Die weltweite Vernetzung in Wirtschaft, Politik, Kultur, Umwelt und Kommunikation, die im frühen 16. Jahrhundert begann und sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beschleunigte.
Atlantischer Dreieckshandel
Ein vom 16. Jahrhundert bis zum Verbot des Sklavenhandels im britischen Empire 1807 bestehender Handel von Waren, Ideen und Menschen zwischen Europa, Afrika und Amerika.
tracks'n'treks
Ein 2011 von Johannes Ismaiel-Wendt veröffentlichtes Werk, das die erste größere und systematische postkoloniale Analyse von Popmusik darstellt.
Populäre Musik
Gemäß der Kernthese von Johannes Ismaiel-Wendt handelt es sich hierbei grundsätzlich um postkoloniale Musik.
Weltmusik (Marketinglabel)
Ein im Juli 1987 in London geschaffener Begriff, um als einheitliche Kategorie für den Verkauf „unabhängigerer“ Musik fremder Kulturen außerhalb der westlichen Musikindustrie zu dienen.
Othering
Ein unter anderem von Edward Said geprägtes Konzept der Konstruktion von Differenzen, das häufig im Zusammenhang mit der Kritik an Weltmusik genannt wird.
Weltmusik 2.0
Eine Form der Weltmusik, die digitale Möglichkeiten wie Streaming nutzt, aber weiterhin oft durch Eurozentrismus und die Förderung durch europäische Geldgeber geprägt ist.
The Black Atlantic
Eine 1993 von Paul Gilroy veröffentlichte Studie über eine hybride Kultur, die afrikanische, amerikanische, karibische und britische Einflüsse verbindet.
Routes (vs. Roots)
Eine Fokusverschiebung in der Theorie des Black Atlantic, bei der Bewegung, Verlagerung und Migration als Norm statt als Ausnahme betrachtet werden.
Deterritorialität
Ein Charakteristikum des Black Atlantic, das die Trennung des Kulturbegriffs von Ethnizität, Nation und festem Territorium beschreibt.
Marabi
Ein in den 1920er Jahren in südafrikanischen Slums (Townships) entstandener Stil, der traditionelle Musik mit US-amerikanischem Jazz kombinierte.
Native Land Act (1913)
Ein Gesetz in Südafrika, das der schwarzen Bevölkerung den Landbesitz verbot und maßgeblich zur Entstehung von Townships beitrug.
Shebeens
Illegale Bars in Südafrika mit regem Nachtleben, in denen Musikrichtungen wie Marabi gepflegt wurden.
Isicathamiya
Ein hybrider A-cappella-Gesangsstil der Zulu-Wanderarbeiter mit Einflüssen aus Vaudeville, Ragtime und christlichen Hymnen, bekannt durch Gruppen wie Ladysmith Black Mambazo.
Mbube
Ein 1939 von Solomon Linda & The Evening Birds aufgenommener Song, der die Grundlage für über 200 Coverversionen wie „The Lion Sleeps Tonight“ bildete.
Mbaqanga (Township Jazz)
Ein Stil der 1930er Jahre, bei dem schwarze Tanzbands US-Swing und Marabi spielten, wobei in den 1960er Jahren das Saxofon zum zentralen Instrument wurde.
Kwela (Pennywhistle-Jive)
Eine südafrikanische Straßenmusik der 1950er Jahre, die einfache Schnabelflöten (Pennywhistles) britischer Herkunft als zentrales Instrument nutzte.
Apartheid
Ein System staatlich verordneter Rassentrennung in Südafrika, das unter anderem den Group Areas Act (1950) und die Trennung des Radioprogramms nach Ethnien (SABC 1960) umfasste.
Graceland (1986)
Ein Album von Paul Simon, das Vorwürfe des musikalischen Imperialismus und der Unterwanderung des Kulturbeykotts gegen das südafrikanische Apartheid-Regime auslöste.
Bubblegum (Township Pop)
Ein in den 1980er Jahren entstandener, synthesizerbasierter Popstil mit Call-and-Response-Gesang, der sich an junge urbanisierte Südafrikaner richtete.
Kwaito
Ein in den 1990er Jahren in Soweto entstandener Stil, der als langsame Variante der House-Musik (ca. 100bpm) mit Texten in Tsotsitaal (Township-Slang) beschrieben wird.
Gqom
Ein in den 2010er Jahren in Durban entstandener minimaler, roher Techno-Sound der Zulu-Kultur, der ohne das „Four on the Floor“-Pattern auskommt.
Amapiano
Ein Mitte der 2010er Jahre in Johannesburg entstandenes Genre, das hohe Klaviermelodien, Kwaito-Basslines und Log-Drum-Presets kombiniert.