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Umfassende Vokabel-Lernkarten zur Vorlesung funktionelle Neuroanatomie, Zelltypen, Glia, zentrales/peripheres Nervensystem, Orientierung, Kortexaufbau und bildgebende Verfahren.
Neuronendoktrin
Das neurobiologische Konzept, dass das Nervensystem aus eigenständigen, unabhängigen Zellen (Neuronen) besteht, welche Informationen über Synapsen weiterleiten (im Gegensatz zur historischen Netztheorie von Camillo Golgi).
Dendriten
Verzweigte Fortsätze eines Neurons, die den Inputbereich bilden und Signale von anderen Neuronen oder Synapsen empfangen.
Axon
Ein einzelner, meist gleichförmig dicker Zellausläufer (Konduktionsbereich), der Aktionspotenziale und neuronale Informationen über Distanzen vom Zellkörper weg leitet.
Axonterminus
Das Ende eines Axons (Outputbereich bzw. präsynaptisches Endknöpfchen), an dem Neurotransmitter ausgeschüttet werden, um Signale an nachfolgende Zellen zu übermitteln.

Golgi-Färbung (Golgi stain)
Histologische Methode, bei der Silbersalze nur einen geringen Prozentsatz von Neuronen anfärben, diese dafür jedoch in ihrer gesamten Zelle und Struktur vollständig sichtbar machen.
Nissl-Färbung (Nissl stain)
Färbetechnik, bei der basische Farbstoffe an RNA binden, wodurch selektiv alle Zellkörper und Zellkerne eines Gewebeschnitts dargestellt werden.

Immunozytochemie (Immunocytochemistry)
Laborverfahren, bei dem spezifische Antikörper genutzt werden, um Zielproteine in Gehirnzellen mittels chemischer Markierung (Labeling) sichtbar zu machen.
In-situ-Hybridisierung
Methode zum Nachweis spezifischer RNA-Segmente in intakten Zellen, um festzustellen, welche Gene aktuell im Gewebe exprimiert werden (z. B. Enkephalin).

c-fos
Ein 'immediate early gene', das unmittelbar nach zellulärer Erregung exprimiert wird und als molekularer Marker dient, um aktive Zellen im ZNS zu einem bestimmten Zeitpunkt zu identifizieren.

Retrogrades Labeling
Methode zur Nachverfolgung neuronaler Bahnen, bei der ein Tracer (z. B. Meerrettichperoxidase, HRP) an den Axonterminalen aufgenommen und rückwärts zum Zellkörper transportiert wird.
Multipolares Neuron
Häufigster Neuronentyp im Nervensystem, charakterisiert durch viele Dendriten und ein einziges Axon.
Bipolares Neuron
Neuron mit zwei Fortsätzen am Zellkörper: einem Dendriten und einem Axon.
Unipolares Neuron
Nervenzelle, bei der Dendrit und Axon den Zellkörper an einer gemeinsamen Stelle verlassen (z. B. somatosensorische Neurone von der Haut zum Rückenmark).

Synaptischer Spalt
Der extrazelluläre Zwischenraum zwischen der präsynaptischen und postsynaptischen Membran, den Neurotransmitter durch Diffusion überqueren.
Astrozyten
Sternförmige Gliazellen im ZNS, die synaptische Aktivität überwachen, Rezeptoren für Noradrenalin tragen und eine wichtige Rolle bei Langzeitgedächtnis und Angstkonditionierung spielen.

Mikroglia
Kleine Gliazellen, die als Fress- und Immunzellen des ZNS Abfallstoffe beseitigen und unter anderem an der Schmerzwahrnehmung beteiligt sind.

Oligodendrozyten
Gliazellen, die im zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) die Myelinscheiden um axonale Abschnitte bilden.
Schwannsche Zellen
Gliazellen, welche die Myelinisierung von Nervenfasern außerhalb des ZNS im peripheren Nervensystem (PNS) übernehmen.

Hirnnerven
12 paarig angelegte Nerven des peripheren Nervensystems, die direkt dem Gehirn entspringen (unterteilt in 3 rein sensorische, 5 rein motorische und 4 gemischte Nerven).
Dorsalwurzel (Dorsal root)
Hinterer Ast eines Spinalnervs, der sensorische Afferenzen vom Körper in das Rückenmark (ZNS) leitet.
Ventralwurzel (Ventral root)
Vorderer Ast eines Spinalnervs, der motorische Efferenzen vom ZNS zu den Muskeln leitet.

Spinalmarksegmente
Die anatomischen Abschnitte des Rückenmarks: Zervikalmark (C1–C8), Thorakalmark (Th1–Th12), Lumbalmark (L1–L5) und Sakralmark (S1–S5).
Sympathisches Nervensystem (SNS)
Teil des autonomen Nervensystems, der präganglionär Acetylcholin (ACh) und postganglionär Noradrenalin (NA) als Neurotransmitter verwendet.
Parasympathisches Nervensystem (PNS)
Teil des autonomen Nervensystems, der sowohl an präganglionären als auch an postganglionären Synapsen Acetylcholin (ACh) freisetzt.
Gyrus praecentralis
Vor dem Sulcus centralis gelegene Hirnwindung des Frontallappens, die das primäre motorische Rindenfeld zur Bewegungssteuerung beherbergt.
Gyrus postcentralis
Hinter dem Sulcus centralis gelegene Hirnwindung des Parietallappens, zuständig für die somatosensorische Berührungswahrnehmung.
Sulcus lateralis (Sylvische Fissur)
Tiefe Furche an der lateralen Oberfläche des Großhirns, welche den Temporallappen nach oben hin abgrenzt.
Weiße Substanz
Gewebeanteil des ZNS, der hauptsächlich aus myelinisierten Nervenfasern (Axonen) besteht.
Graue Substanz
Gewebeanteil des ZNS, der überwiegend Ansammlungen von neuronalen Zellkörpern (Somata) und Dendriten enthält.

Kortikale Schnittebenen
Die drei anatomischen Schnittebenen zur Orientierung im Gehirn: Horizontalebene (axial), Sagittalebene (längs) und Koronalebene (frontal).
Pyramidenzellen
Häufigster Neuronentyp im Neocortex mit Zellkörpern in Schicht III oder V, einem apikalen Dendriten zur Oberfläche und basalen Dendriten in horizontaler Richtung.

Kortikale Säulen
Senkrecht angeordnete funktionelle Organisationseinheiten der Großhirnrinde, über die Neurone vertikal und horizontal zusammenarbeiten.
Kommissurenfasern
Axonbündel der weißen Substanz, die korrespondierende Regionen der beiden Hirnhemisphären miteinander verbinden (z. B. das Corpus callosum).
Projektionsfasern
Axonbahnen, die von der Großhirnrinde zu subkortikalen Arealen, dem Hirnstamm oder dem Rückenmark verlaufen.
Assoziationsfasern
Nervenfaserverbindungen, die verschiedene kortikale Bereiche innerhalb derselben Gehirnhälfte (Hemisphäre) verknüpfen.

Basalganglien
Verbund subkortikaler Kerne (bestehend aus Nucleus caudatus, Putamen, Globus pallidus und Substantia nigra), der eine Schlüsselrolle bei der motorischen Steuerung einnimmt.
Limbisches System
Strukturnetzwerk (u. a. Amygdala, Hippocampus, Gyrus cinguli, Bulbus olfactorius, Thalamus, Hypothalamus), das für Emotionen, Lernen, Gedächtnis und Aufmerksamkeit verantwortlich ist.

Meningen (Hirnhäute)
Die drei schützenden Bindegewebsschichten um Gehirn und Rückenmark: Dura mater (äußerste feste Schicht), Arachnoidea (mittlere Schicht) und Pia mater (innere weiche Schicht).
Plexus choroideus
Kapillargeflecht innerhalb der Hirnventrikel, das kontinuierlich Liquor cerebrospinalis (CSF / Zerebrospinalflüssigkeit) produziert.
Zirkumventrikuläre Organe
Spezialisierte Regionen an den Wänden des dritten und vierten Ventrikels, die keine dichte Blut-Hirn-Schranke besitzen und so den Übertritt bestimmter Substanzen ermöglichen.
Circulus arteriosus cerebri (Circle of Willis)
Arterieller Gefäßring an der Hirnbasis, der vordere und hintere Gehirnkreisläufe verbindet und so eine redundante Blutversorgung sicherstellt.
BOLD-Effekt (Blood Oxygen Level Dependent)
fMRT-Messprinzip basierend auf unterschiedlichen magnetischen Eigenschaften von sauerstoffreichem und sauerstoffarmem Blut zur Erfassung lokaler neuronaler Aktivitätsänderungen.

Positronenemissionstomographie (PET)
Bildgebendes nuklearmedizinisches Verfahren zur Erfassung von Stoffwechselprozessen im Gehirn mithilfe radioaktiv markierter Substanzen (z. B. Glucose).
Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI)
MRT-Technik, welche die Richtungsabhängigkeit der Wasserstoffdiffusion misst und so den genauen Verlauf weißer Faserbahnen im Gehirn rekonstruiert.

Elektroenzephalographie (EEG)
Messverfahren zur Ableitung elektrischer Spannungsschwankungen über Oberflächenelektroden auf der Kopfhaut, gekennzeichnet durch extrem hohe zeitliche, aber geringe räumliche Auflösung.