Funktionelle Neuroanatomie: Das Nervensystem und Verhalten

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Umfassende Vokabel-Lernkarten zur Vorlesung funktionelle Neuroanatomie, Zelltypen, Glia, zentrales/peripheres Nervensystem, Orientierung, Kortexaufbau und bildgebende Verfahren.

45 Terms

1
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Neuronendoktrin

Das neurobiologische Konzept, dass das Nervensystem aus eigenständigen, unabhängigen Zellen (Neuronen) besteht, welche Informationen über Synapsen weiterleiten (im Gegensatz zur historischen Netztheorie von Camillo Golgi).

2
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Dendriten

Verzweigte Fortsätze eines Neurons, die den Inputbereich bilden und Signale von anderen Neuronen oder Synapsen empfangen.

3
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Axon

Ein einzelner, meist gleichförmig dicker Zellausläufer (Konduktionsbereich), der Aktionspotenziale und neuronale Informationen über Distanzen vom Zellkörper weg leitet.

4
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Axonterminus

Das Ende eines Axons (Outputbereich bzw. präsynaptisches Endknöpfchen), an dem Neurotransmitter ausgeschüttet werden, um Signale an nachfolgende Zellen zu übermitteln.

5
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<p>Golgi-Färbung (Golgi stain)</p>

Golgi-Färbung (Golgi stain)

Histologische Methode, bei der Silbersalze nur einen geringen Prozentsatz von Neuronen anfärben, diese dafür jedoch in ihrer gesamten Zelle und Struktur vollständig sichtbar machen.

6
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Nissl-Färbung (Nissl stain)

Färbetechnik, bei der basische Farbstoffe an RNA binden, wodurch selektiv alle Zellkörper und Zellkerne eines Gewebeschnitts dargestellt werden.

7
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<p>Immunozytochemie (Immunocytochemistry)</p>

Immunozytochemie (Immunocytochemistry)

Laborverfahren, bei dem spezifische Antikörper genutzt werden, um Zielproteine in Gehirnzellen mittels chemischer Markierung (Labeling) sichtbar zu machen.

8
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In-situ-Hybridisierung

Methode zum Nachweis spezifischer RNA-Segmente in intakten Zellen, um festzustellen, welche Gene aktuell im Gewebe exprimiert werden (z. B. Enkephalin).

9
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<p>c-fos</p>

c-fos

Ein 'immediate early gene', das unmittelbar nach zellulärer Erregung exprimiert wird und als molekularer Marker dient, um aktive Zellen im ZNS zu einem bestimmten Zeitpunkt zu identifizieren.

10
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<p>Retrogrades Labeling</p>

Retrogrades Labeling

Methode zur Nachverfolgung neuronaler Bahnen, bei der ein Tracer (z. B. Meerrettichperoxidase, HRP) an den Axonterminalen aufgenommen und rückwärts zum Zellkörper transportiert wird.

11
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Multipolares Neuron

Häufigster Neuronentyp im Nervensystem, charakterisiert durch viele Dendriten und ein einziges Axon.

12
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Bipolares Neuron

Neuron mit zwei Fortsätzen am Zellkörper: einem Dendriten und einem Axon.

13
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Unipolares Neuron

Nervenzelle, bei der Dendrit und Axon den Zellkörper an einer gemeinsamen Stelle verlassen (z. B. somatosensorische Neurone von der Haut zum Rückenmark).

14
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<p>Synaptischer Spalt</p>

Synaptischer Spalt

Der extrazelluläre Zwischenraum zwischen der präsynaptischen und postsynaptischen Membran, den Neurotransmitter durch Diffusion überqueren.

15
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Astrozyten

Sternförmige Gliazellen im ZNS, die synaptische Aktivität überwachen, Rezeptoren für Noradrenalin tragen und eine wichtige Rolle bei Langzeitgedächtnis und Angstkonditionierung spielen.

16
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<p>Mikroglia</p>

Mikroglia

Kleine Gliazellen, die als Fress- und Immunzellen des ZNS Abfallstoffe beseitigen und unter anderem an der Schmerzwahrnehmung beteiligt sind.

17
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<p>Oligodendrozyten</p>

Oligodendrozyten

Gliazellen, die im zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) die Myelinscheiden um axonale Abschnitte bilden.

18
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Schwannsche Zellen

Gliazellen, welche die Myelinisierung von Nervenfasern außerhalb des ZNS im peripheren Nervensystem (PNS) übernehmen.

19
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<p>Hirnnerven</p>

Hirnnerven

12 paarig angelegte Nerven des peripheren Nervensystems, die direkt dem Gehirn entspringen (unterteilt in 3 rein sensorische, 5 rein motorische und 4 gemischte Nerven).

20
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Dorsalwurzel (Dorsal root)

Hinterer Ast eines Spinalnervs, der sensorische Afferenzen vom Körper in das Rückenmark (ZNS) leitet.

21
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Ventralwurzel (Ventral root)

Vorderer Ast eines Spinalnervs, der motorische Efferenzen vom ZNS zu den Muskeln leitet.

22
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<p>Spinalmarksegmente</p>

Spinalmarksegmente

Die anatomischen Abschnitte des Rückenmarks: Zervikalmark (C1–C8C1\text{--}C8), Thorakalmark (Th1–Th12Th1\text{--}Th12), Lumbalmark (L1–L5L1\text{--}L5) und Sakralmark (S1–S5S1\text{--}S5).

23
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Sympathisches Nervensystem (SNS)

Teil des autonomen Nervensystems, der präganglionär Acetylcholin (ACh) und postganglionär Noradrenalin (NA) als Neurotransmitter verwendet.

24
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Parasympathisches Nervensystem (PNS)

Teil des autonomen Nervensystems, der sowohl an präganglionären als auch an postganglionären Synapsen Acetylcholin (ACh) freisetzt.

25
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Gyrus praecentralis

Vor dem Sulcus centralis gelegene Hirnwindung des Frontallappens, die das primäre motorische Rindenfeld zur Bewegungssteuerung beherbergt.

26
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Gyrus postcentralis

Hinter dem Sulcus centralis gelegene Hirnwindung des Parietallappens, zuständig für die somatosensorische Berührungswahrnehmung.

27
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Sulcus lateralis (Sylvische Fissur)

Tiefe Furche an der lateralen Oberfläche des Großhirns, welche den Temporallappen nach oben hin abgrenzt.

28
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Weiße Substanz

Gewebeanteil des ZNS, der hauptsächlich aus myelinisierten Nervenfasern (Axonen) besteht.

29
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Graue Substanz

Gewebeanteil des ZNS, der überwiegend Ansammlungen von neuronalen Zellkörpern (Somata) und Dendriten enthält.

30
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<p>Kortikale Schnittebenen</p>

Kortikale Schnittebenen

Die drei anatomischen Schnittebenen zur Orientierung im Gehirn: Horizontalebene (axial), Sagittalebene (längs) und Koronalebene (frontal).

31
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Pyramidenzellen

Häufigster Neuronentyp im Neocortex mit Zellkörpern in Schicht III oder V, einem apikalen Dendriten zur Oberfläche und basalen Dendriten in horizontaler Richtung.

32
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<p>Kortikale Säulen</p>

Kortikale Säulen

Senkrecht angeordnete funktionelle Organisationseinheiten der Großhirnrinde, über die Neurone vertikal und horizontal zusammenarbeiten.

33
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Kommissurenfasern

Axonbündel der weißen Substanz, die korrespondierende Regionen der beiden Hirnhemisphären miteinander verbinden (z. B. das Corpus callosum).

34
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Projektionsfasern

Axonbahnen, die von der Großhirnrinde zu subkortikalen Arealen, dem Hirnstamm oder dem Rückenmark verlaufen.

35
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Assoziationsfasern

Nervenfaserverbindungen, die verschiedene kortikale Bereiche innerhalb derselben Gehirnhälfte (Hemisphäre) verknüpfen.

36
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<p>Basalganglien</p>

Basalganglien

Verbund subkortikaler Kerne (bestehend aus Nucleus caudatus, Putamen, Globus pallidus und Substantia nigra), der eine Schlüsselrolle bei der motorischen Steuerung einnimmt.

37
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Limbisches System

Strukturnetzwerk (u. a. Amygdala, Hippocampus, Gyrus cinguli, Bulbus olfactorius, Thalamus, Hypothalamus), das für Emotionen, Lernen, Gedächtnis und Aufmerksamkeit verantwortlich ist.

38
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<p>Meningen (Hirnhäute)</p>

Meningen (Hirnhäute)

Die drei schützenden Bindegewebsschichten um Gehirn und Rückenmark: Dura mater (äußerste feste Schicht), Arachnoidea (mittlere Schicht) und Pia mater (innere weiche Schicht).

39
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Plexus choroideus

Kapillargeflecht innerhalb der Hirnventrikel, das kontinuierlich Liquor cerebrospinalis (CSF / Zerebrospinalflüssigkeit) produziert.

40
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Zirkumventrikuläre Organe

Spezialisierte Regionen an den Wänden des dritten und vierten Ventrikels, die keine dichte Blut-Hirn-Schranke besitzen und so den Übertritt bestimmter Substanzen ermöglichen.

41
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Circulus arteriosus cerebri (Circle of Willis)

Arterieller Gefäßring an der Hirnbasis, der vordere und hintere Gehirnkreisläufe verbindet und so eine redundante Blutversorgung sicherstellt.

42
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BOLD-Effekt (Blood Oxygen Level Dependent)

fMRT-Messprinzip basierend auf unterschiedlichen magnetischen Eigenschaften von sauerstoffreichem und sauerstoffarmem Blut zur Erfassung lokaler neuronaler Aktivitätsänderungen.

43
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<p>Positronenemissionstomographie (PET)</p>

Positronenemissionstomographie (PET)

Bildgebendes nuklearmedizinisches Verfahren zur Erfassung von Stoffwechselprozessen im Gehirn mithilfe radioaktiv markierter Substanzen (z. B. Glucose).

44
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Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI)

MRT-Technik, welche die Richtungsabhängigkeit der Wasserstoffdiffusion misst und so den genauen Verlauf weißer Faserbahnen im Gehirn rekonstruiert.

45
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<p>Elektroenzephalographie (EEG)</p>

Elektroenzephalographie (EEG)

Messverfahren zur Ableitung elektrischer Spannungsschwankungen über Oberflächenelektroden auf der Kopfhaut, gekennzeichnet durch extrem hohe zeitliche, aber geringe räumliche Auflösung.