The Ethics of Killing: Problems at the Margins of Life – Glossar und Schlüsselbegriffe

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Flashcards im Karteikartenstil (Vocabulary) zu zentralen philosophischen Begriffen und Thesen aus Jeff McMahans Werk 'The Ethics of Killing: Problems at the Margins of Life'.

38 Terms

1
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Phasen-Sortal (Phase Sortal)

Ein klassifikatorischer Begriff, der eine Art oder Eigenschaft bezeichnet, zu der ein Individuum nur während eines Teils seiner Existenz gehören kann (z. B. „Jugendlicher“), ohne dass es beim Verlust dieser Eigenschaft aufhört zu existieren.

2
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Substanz-Sortal (Substance Sortal)

Ein Begriff, der bezeichnet, was ein Individuum wesensmäßig und grundlegend ist (z. B. „Pflanze“); ein Individuum kann nicht aufhören, unter dieses Sortal zu fallen, ohne gänzlich aufzuhören zu existieren.

3
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Hylomorphismus (Hylomorphism)

Die auf Aristoteles und Thomas von Aquin zurückgehende Lehre, wonach die Seele keine eigenständige immaterielle Substanz ist, sondern die organisierende Form und das strukturelle Prinzip des materiellen Körpers darstellt.

4
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Verzögerte Beseelung (Delayed Hominization)

Die traditionelle theologische Auffassung, dass die rationale menschliche Seele (anima intellectiva) dem Fötus erst einige Zeit nach der Empfängnis eingegossen wird, sobald der Körper die nötige biologische Organisation aufweist.

5
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Cartesische Seele (Cartesian Soul)

Die Auffassung der Seele als einer unteilbaren, nicht-physischen mentalen Substanz, die Trägerin des Bewusstseins ist, kausal mit Gehirn und Körper interagiert und unabhängig von diesen fortexistieren kann.

6
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Hemisphärische Kommissurotomie (Hemispheric Commissurotomy)

Ein chirurgischer Eingriff, bei dem das Corpus callosum durchtrennt wird; Experimente an solchen Patienten zeigen, dass das Gehirn potenziell getrennte Bewusstseinszentren beherbergen kann, was gegen die notwendige Einheit einer cartesischen Seele spricht.

7
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Dicephalus

Ein seltenes Phänomen unvollständiger Zwillingsteilung, bei dem zwei getrennte Köpfe und Geiste auf einem gemeinsamen Rumpf und Organsystem existieren (z. B. Abigail und Brittany Hensel), was zeigt, dass Personen nicht mit Organismen identisch sind.

8
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Psychologische Verbundenheit (Psychological Connectedness)

Das Bestehen direkter psychologischer Verknüpfungen (z. B. zwischen einem Erlebnis und dessen Erinnerung oder einer Absicht und deren Ausführung); diese Relation ist graduell abstufbar und intransitiv.

9
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Psychologische Kontinuität (Psychological Continuity)

Das Vorliegen überlappender Ketten starker psychologischer Verbundenheit über die Zeit; sie ist im Gegensatz zur reinen Verbundenheit eine transitive Relation.

10
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Psychologischer Ansatz (Psychological Account)

Die Theorie personaler Identität, nach der das Fortbestehen einer Person über die Zeit hinweg in nicht-verzweigender psychologischer Kontinuität besteht.

11
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Quasi-Erinnerung (Quasi-Memory)

Eine scheinbare Erinnerung an eine Erfahrung, die tatsächlich stattgefunden hat und auf die richtige kausale Weise von dieser verursacht wurde, ohne vorauszusetzen, dass das sich erinnernde Subjekt mit dem erlebenden Subjekt identisch sein muss.

12
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Egoistische Sorge / Interesse (Egoistic Concern)

Eine besondere Art zukunftsgerichteter Anteilnahme, bei der ein Individuum eigene zukünftige Erfahrungen in antizipierender, selbstbezogener Weise (z. B. durch Vorfreude oder Furcht) vorwegnimmt.

13
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Prudenzielle Einheitsrelationen (Prudential Unity Relations)

Diejenigen Relationen, die eine egoistische Sorge um die Zukunft rational begründen; nach Derek Parfit sind dies psychologische Kontinuität und Verbundenheit, nicht die Identität selbst.

14
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Ansatz des verkörperten Geistes (Embodied Mind Account)

McMahans Theorie, wonach wir wesensmäßig verkörperte Geister sind und unsere personale Identität in der nicht-verzweigenden physischen und minimal funktionalen Kontinuität der bewusstseinserzeugenden Gehirnbereiche besteht.

15
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Konstitutions-Auffassung (Constitution View)

Die Auffassung (z. B. von Sidney Shoemaker), dass eine Person aus derselben Materie wie ihr Organismus besteht und diesen teilt, aber nicht mit dem biologischen Organismus numerisch identisch ist.

16
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Token-Vergleich (Token Comparison)

Die Methode zur Bestimmung des Übels eines Todes, bei der der konkrete Einzelfall des Todes (Token) mit dem Leben verglichen wird, das die Person gehabt hätte, wenn genau dieses Ereignis nicht eingetreten wäre.

17
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Lebensvergleichender Ansatz (Life Comparative Account)

Der Ansatz, der das Übel des Todes an der Differenz zwischen dem Gesamtwert des Lebens mit dem Tod und dem Gesamtwert des hypothetischen Lebens ohne diesen Tod für die betroffene Person misst.

18
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Zeitrelatives Interesse (Time-Relative Interest)

Ein auf einen bestimmten Zeitpunkt bezogenes Interesse; sein Gewicht ergibt sich aus dem Wert zukünftiger Ereignisse, multipliziert mit der Stärke der prudenziellen Einheitsrelationen zwischen dem gegenwärtigen und dem zukünftigen Selbst.

19
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Ansatz der zeitrelativen Interessen (Time-Relative Interest Account of Death)

Die Auffassung, dass das Übel des Todes für das Opfer proportional zur Stärke seines zeitrelativen Interesses am Weiterleben zum Zeitpunkt des Todes ist, wodurch frühe Fötus- oder Säuglingstode als geringeres Übel erklärt werden.

20
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Problem der Überdetermination (Problem of Overdetermination)

Das Bewertungsproblem des Todes, wenn ein Individuum durch ein Ereignis stirbt, kurz darauf aber ohnehin durch eine andere Ursache gestorben wäre (z. B. im Fall des jungen Fußgängers mit unbemerktem Aneurysma).

21
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Erbschaftsstrategie (Inheritance Strategy)

Der Lösungsversuch für Überdeterminationsfälle, wonach der tatsächliche Tod die Schlechtigkeit aller hypothetisch nachfolgenden Tode erbt, die eingetreten wären, wenn die jeweils vorherige Todesursache ausgeblieben wäre.

22
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Speziesnorm-Ansatz (Species Norm Account)

Die Auffassung, dass das lebenslange Schicksal (Fortune) eines Individuums daran gemessen wird, wie sein Wohlbefinden im Verhältnis zum Spektrum der für seine biologische Art typischen und möglichen Leben steht.

23
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Intrinsischer Potenzialansatz (Intrinsic Potential Account)

Die Theorie, dass das Schicksal eines Individuums danach bewertet wird, wie sein Zustand im Verhältnis zu den höchsten Fähigkeiten steht, die es tatsächlich erreicht hat oder die es aus eigener biologischer Anlage (intrinsisch) entwickeln konnte.

24
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Schadensbasierter Ansatz (Harm-Based Account)

Die Theorie, dass das Töten primär deshalb moralisch falsch ist, weil es dem Opfer den Schaden des Lebensverlusts zufügt, wobei das Unrecht des Tötens korrelativ mit dem Ausmaß dieses Schadens variiert.

25
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Konvergente Assimilation (Convergent Assimilation)

Der Ansatz, der die moralischen Schutzansprüche empfindungsfähiger Tiere anhebt und jene von schwerst kongenital kognitiv beeinträchtigten Menschen angleicht, um willkürliche Speziesgrenzen zu überwinden.

26
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These der gleichen Falschheit (Equal Wrongness Thesis)

Das egalitäre moralische Prinzip, dass das unberechtigte Töten einer unschuldigen Person immer im gleichen Maße falsch ist, unabhängig von deren Alter, Intelligenz, Charakter oder verbleibender Lebenserwartung.

27
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Schwelle des Respekts (Threshold of Respect)

Eine normative Grenze psychologischer Fähigkeiten (wie Selbstbewusstsein und Autonomie), ab der Wesen unantastbaren Respekt als Personen genießen und nicht mehr bloß anhand utilitaristischer Interessenabwägungen geopfert werden dürfen.

28
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Zweistufiger Ansatz (Two-Tiered Account)

McMahans Konzeption zur Moral des Tötens: Unterhalb der Respektschwelle (Tiere, Föten) bestimmt der Ansatz der zeitrelativen Interessen die Falschheit des Tötens; oberhalb der Schwelle (Personen) greift das deontologische Gebot des Respekts vor der Würde.

29
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Frühe Abtreibung (Early Abortion)

Ein Schwangerschaftsabbruch vor der Ausprägung der Fähigkeit des Gehirns zu Bewusstheit (vor der 20.20. bis 28.28. Woche); hierbei wird nach dem Ansatz des verkörperten Geistes noch kein existierendes menschliches Subjekt getötet, sondern dessen Entstehung verhindert.

30
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Identitätserhaltendes Potenzial (Identity-Preserving Potential)

Ein Potenzial von Wesen XX, sich zu YY zu entwickeln, wobei XX und YY numerisch ein und dasselbe Individuum bleiben (wie der entwickelte Fötus, der zur Person wird).

31
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Nicht-identitätserhaltendes Potenzial (Nonidentity Potential)

Ein Potenzial, bei dem ein Objekt XX den Stoff oder die Ursache für YY liefert, XX jedoch aufhört zu existieren oder von YY numerisch verschieden ist (wie Spermium und Eizelle bezüglich der Zygote).

32
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Heiligkeit des Lebens (Sanctity of Life)

Die Doktrin (unter anderem von Ronald Dworkin diskutiert), dass jedes menschliche Leben einen unpersönlichen, intrinsischen Wert besitzt, der unabhängig von seinem persönlichen Wert für das Individuum selbst Schutz verlangt.

33
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Ersetzbarkeitsargument (Replaceability Argument)

Peter Singers These, dass nicht-selbstbewusste Wesen (wie Neugeborene) prinzipiell ersetzbar sind und getötet werden dürfen, wenn dadurch ein anderes, gesünderes Wesen mit besseren Aussichten auf ein glückliches Leben geschaffen wird.

34
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Rein extraktive Abtreibung (Merely Extractive Abortion)

Ein Schwangerschaftsabbruch, bei dem der Fötus intakt und lebend aus der Gebärmutter entnommen wird, sodass sein Tod lediglich eine Folge der physiologischen Unfähigkeit ist, alleine zu überleben (Sterbenlassen statt aktives Töten).

35
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Nicht-verantwortliche Bedrohung (Nonresponsible Threat)

Ein Individuum, das ohne jede moralische Handlungsfähigkeit, Absicht oder Schuld eine Lebensgefahr für ein anderes darstellt (wie ein Fötus, dessen Fortbestehen das Leben der Schwangeren bedroht).

36
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Persistierender vegetativer Zustand (Persistent Vegetative State - PVS)

Ein Zustand, bei dem die Großhirnrinde irreversibel zerstört ist und jegliche Erlebnisfähigkeit dauerhaft erlischt, während der Hirnstamm intakt bleibt und vegetative Funktionen aufrechterhält.

37
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Tiefes Koma (Deep Coma)

Ein Bewusstlosigkeitszustand, der primär durch Schäden an der Weckfunktion der Retikularformation bedingt ist, während die bewusstseinsgenerierenden Strukturen des Kortex intakt bleiben, sodass das Subjekt ontologisch fortbesteht.

38
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Kritische vs. Erlebnismäßige Interessen (Critical vs. Experiential Interests)

Dworkins Unterscheidung zwischen Interessen an subjektiv angenehmen Zuständen (erlebnismäßig) und normativen Urteilen darüber, was ein Leben als Ganzes erfolgreich, würdevoll und kohärent macht (kritisch).