CE 3.3 - Interaktion mit Menschen mit kognitiven Einschränkungen gestalten

0.0(0)
Studied by 0 people
call kaiCall Kai
learnLearn
examPractice Test
spaced repetitionSpaced Repetition
heart puzzleMatch
flashcardsFlashcards
GameKnowt Play
Card Sorting

1/37

encourage image

There's no tags or description

Looks like no tags are added yet.

Last updated 5:49 PM on 10/12/26
Name
Mastery
Learn
Test
Matching
Spaced
Call with Kai
Chat

No analytics yet

Send a link to your students to track their progress

38 Terms

1
New cards

Wie hat sich der gesellschaftliche Stellenwert von Menschen mit Behinderung in den letzten 50 Jahren entwickelt?

Entwicklung von einer bloßen Verwahrung in Anstalten über die Förderung in Sonderinstitutionen hin zu einer selbstbestimmten Lebensführung und gleichberechtigten Teilhabe.

2
New cards

Wie entsteht Behinderung nach dem modernen gesellschaftlichen Verständnis?

Behinderung ist keine feste Eigenschaft einer Person, sondern wird durch gesellschaftliche Normen und Barrierenerzeugt („man wird behindert gemacht“)

3
New cards

Welche sprachlichen Begriffe sollen laut Sensibilisierung im Sprachgebrauch ersetzt werden?

  • Mensch mit Behinderung/Beeinträchtigung statt Behinderter

  • Barrierefrei statt behindertengerecht

  • Lebt mit / hat statt leidet an

  • Sitzt im Rollstuhl statt an den Rollstuhl gefesselt


4
New cards

Wie viele Menschen leben weltweit mit einer Behinderung und in wie vielen Ländern gibt es Antidiskriminierungsgesetze?

Weltweit leben ca. 1 Milliarde Menschen mit einer Behinderung. Antidiskriminierungsgesetze gibt es nur in 63 von 194 Ländern.

5
New cards

Wie viele Menschen mit Behinderung leben in Deutschland und wie hoch ist der Anteil der Schwerstbehinderten?

In Deutschland leben ca. 10,2 Millionen Menschen mit Behinderung (~13 % der Bevölkerung). Davon gelten 8,5 % als schwerstbehindert.

6
New cards

Wie definiert § 2 Abs. 1 SGB IX den Begriff Behinderung?

Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate vom alterstypischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist.

7
New cards

Wie definiert § 124 SGB IX eine Behinderung?

Als eine nicht nur vorübergehende erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfreiheit (Fehlen/Funktionsstörung von Gliedmaßen) sowie der Seh-, Hör-, Sprachfähigkeit oder der seelischen/geistigen Kräfte.

8
New cards

Was bedeutet Ressourcenorientierung im SGB IX im Vergleich zum früheren Defizitmodell?

Statt Mängel zu fokussieren, anknüpft die Ressourcenorientierung an verbliebene Kompetenzen, um eine aktive, selbstständige Rolle in Gesellschaft und Beruf zu sichern und Teilhabe (Partizipation) zu ermöglichen.

9
New cards

Was fordert die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) und wie versteht sie Behinderung?

Sie fordert maximale Inklusion und Partizipation. Behinderung wird verstanden als Wechselwirkung zwischen dem Individuum und einstellungs- oder umweltbedingten Barrieren.

10
New cards

Was bedeutet Inklusion im Kontext der UN-BRK?

Dass sich jeder Mensch von Anfang an, unabhängig von individuellen Fähigkeiten, Geschlecht, Alter oder Herkunft, gleichberechtigt an allen gesellschaftlichen Prozessen beteiligen kann

11
New cards

Was bedeutet der Begriff Impairment nach der ICF-Definition?

Die Beeinträchtigung einer anatomischen oder physiologischen Struktur oder Funktion im Sinne einer wesentlichen Abweichung oder eines Verlustes (z. B. Querschnittlähmung, Fehlende Gliedmaßen).

12
New cards

Was bedeutet der Begriff Disability nach der ICF-Definition?

Die aus der Schädigung (Impairment) resultierende Schwierigkeit oder Unmöglichkeit, bestimmte alltägliche Aufgaben oder Tätigkeiten auszuführen (z. B. nicht mehr laufen können).

13
New cards

Was bedeutet der Begriff Handicap nach der ICF-Definition?

Die Beeinträchtigung der Partizipation (Teilhabe) am gesellschaftlichen, öffentlichen oder kulturellen Leben, wodurch die Person soziale Nachteile erfährt (z. B. Ausschluss von Kulturveranstaltungen durch fehlende Rampen)

14
New cards

Welche Rolle spielen Kontextfaktoren (Umweltfaktoren) nach der ICF-Definition?

Sie umfassen physikalische, soziale oder einstellungsbezogene Faktoren der Umwelt, die entweder als Barrierenwirken oder als Förderfaktoren unterstützen.

15
New cards

Wie beeinflussen sich Impairment, Disability und Handicap nach der ICF?

Ein Impairment (Schädigung) führt zu einer Disability (Einschränkung der Aktivität). Wenn Umweltfaktoren nicht angepasst sind, führt dies zu einem Handicap (soziale Benachteiligung/Teilhabeeinschränkung).

16
New cards

Was ist Stigmatisierung?

Ein Prozess, bei dem Menschen aufgrund bestimmter Merkmale negativ bewertet, ausgegrenzt oder diskriminiertwerden, weil sie aufgrund von Vorurteilen als minderwertig oder abweichend angesehen werden.

17
New cards

Welche drei Kategorien von Merkmalen können Auslöser für Stigmatisierung sein?

  1. Körperliche Merkmale (z. B. Entstellungen, Rollstuhlnutzung, chronische Krankheiten)

  2. Psychische Merkmale (z. B. psychische Erkrankungen, Sucht, auffälliges Verhalten)

  3. Soziale Merkmale (z. B. Armut, Obdachlosigkeit, Herkunft, Kriminalisierung)


18
New cards

Welche vier Arten der Stigmatisierung werden unterschieden?

  • Öffentliche Stigmatisierung: Klischees in Medien, Benachteiligung am Wohnungs-/Arbeitsmarkt

  • Interpersonelle Stigmatisierung: Mobbing und Ausgrenzung im direkten Umfeld

  • Strukturelle Diskriminierung: Systematische institutionelle Benachteiligung

  • Selbststigmatisierung: Betroffene verinnerlichen negative Bewertungen und fühlen sich minderwertig


19
New cards

Warum führt Selbststigmatisierung bei Betroffenen oft zu einer Verschlechterung ihrer Lage?

Weil Verinnerlichung von Schuld und Scham zu sozialer Isolation führt und Betroffene professionelle Hilfe verzögert oder gar nicht in Anspruch nehmen.

20
New cards

Welche Handlungsmöglichkeiten haben Pflegekräfte gegen Stigmatisierung im Berufsalltag?

  • Selbstreflexion eigener Vorurteile

  • Vorbildfunktion durch respekten und wertschätzenden Umgang

  • Intervention bei stigmatisierendem Verhalten von Kollegen

  • Austausch und kollegiale Beratung nutzen


21
New cards

Welche Versorgungsdefizite zeigten sich im Fallbeispiel Nina im Akutkrankenhaus?

Antwort: Unsicherheit des Personals, soziale Isolierung im Einzelzimmer, Mangel an passenden Hilfsmitteln(Schutzgitter, Passierstab) sowie Zwangsmaßnahmen (Magensonde) wegen Zeitmangels.

22
New cards

Was sind die wichtigsten Vorteile und Nachteile eines Akutkrankenhauses für Menschen mit Mehrfachbehinderung?

  • Vorteile: Schnelle Aufnahme im Notfall, 24/7 Verfügbarkeit, moderne Technik, interdisziplinäre Eingriffe.

  • Nachteile: Personal nicht geschult, hoher Zeitdruck, fehlende Spezialhilfsmittel, Kommunikationsbarrieren.


23
New cards

Was sind die wichtigsten Vorteile und Nachteile einer Spezialklinik (z. B. Mara)?

  • Vorteile: Speziell geschultes Personal, individueller/ganzheitlicher Ansatz, Angehörige auf Augenhöhe.

  • Nachteile: Geringe Verfügbarkeit, lange Anfahrten, Wartezeiten, Altersgrenzen (oft nur Kinder).


24
New cards

Warum werden pflegende Angehörige im Krankenhaus als „Experten“ bezeichnet?

Weil sie die individuellen Bedürfnisse des Patienten am besten kennen, Sicherheit und Orientierung bieten und als wichtige Vermittler zum Pflegepersonal agieren.

25
New cards

Welche Hauptgründe führen zu Konflikten zwischen Angehörigen und Klinikpersonal?

Das Gefühl der unsachgemäßen Behandlung, mangelnder Respekt/Ernstnahme, Unwissenheit sowie unzureichende Information durch Zeitmangel des Personals.

26
New cards

Wie sollte eine gelungene Zusammenarbeit zwischen Pflegekräften und Angehörigen gestaltet sein?

Durch offene und verständliche Kommunikation, Transparenz bei eigenen Unsicherheiten, aktives Zuhören sowie die gezielte Einbindung oder Anleitung bei Pflegeaufgaben.

27
New cards

Welche pflegerischen Maßnahmen unterstützen Sehbehinderte bei der Aufnahme auf Station?

Gemeinsames Ablaufen der Räume zur Orientierung, schriftliche Unterlagen barrierefrei per E-Mail bereitstellen, sich vor jedem Gespräch namentlich vorstellen und Blickkontakt halten.

28
New cards

Was ist bei der Beleuchtung in der Kommunikation mit hörbehinderten Menschen wichtig?

Was ist bei der Beleuchtung in der Kommunikation mit hörbehinderten Menschen wichtig?

29
New cards

Wie erfolgt die Kommunikation bei Taubblindheit?

Taktil über die Hände, oft unterstützt durch eine 24-Stunden-Assistenzperson und Dolmetscher.

30
New cards

Warum meiden viele Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen medizinische Einrichtungen?

Aufgrund von mangelnder Barrierefreiheit und negativen Vorerfahrungen durch ungeschultes Personal im Gesundheitssystem.

31
New cards

Welches systematische Problem erleben Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen im Gesundheitssystem?

Sie erleben häufig Zwangsbehandlungen oder Zwangsmedikation sowie Fremdbestimmung, bei der Ärzte und Pflegende über ihren Kopf hinweg entscheiden.

32
New cards

Warum wird der Begriff „andere Lernmöglichkeiten“ gegenüber „geistiger Behinderung“ bevorzugt?

Um die Fremdbestimmung und Stigmatisierung älterer Begriffe zu vermeiden und eine ressourcenorientierte Haltung auszudrücken.

33
New cards

Welche zentralen Regeln gelten für die Kommunikation in Leichter Sprache?

  • Kurze Hauptsätze (keine Schachtelsätze)

  • Einfache Wörter (keine Fachsprache)

  • Neuer Satz in neuer Zeile

  • Unterstützung durch Bilder/Zeichnungen

  • Direkte und persönliche Ansprache


34
New cards

Was unterscheidet das Asperger-Syndrom vom frühkindlichen Autismus?

  • Frühkindlicher Autismus: Sprachentwicklung ist stark verzögert/fehlend, meist liegt eine Intelligenzminderung vor.

  • Asperger-Syndrom: Keine Sprach- oder Entwicklungsverzögerung, normale bis überdurchschnittliche Intelligenz.


35
New cards

Welche 6 Grundregeln gelten für die Pflege von Menschen im Autismus-Spektrum?

  • Klare Anweisungen & eindeutige Signale

  • Routinen streng einhalten

  • Zeitliche Abläufe vorab ankündigen

  • Situationen verbal begleiten

  • Abläufe schriftlich fixieren

  • Pflegebedingten Körperkontakt vorher genau erklären


36
New cards

Welche spezifische physische Gefahr besteht für die Patientin Uma aufgrund ihrer Erkrankung?

Wegen fehlender Reflexe besteht bei ihr ständige Erstickungsgefahr (z. B. beim Erbrechen) durch ihre schwere Epilepsie.

37
New cards

Welchen Zielkonflikt erleben Eltern bezüglich der Antiepileptika-Medikation bei Kindern?

Die Medikamente verändern das Kind (z. B. Aggressivität als Nebenwirkung), sind aber zur Anfallsreduktion notwendig. Trotz der Nebenwirkungen ist konsequentes Handeln erforderlich.

38
New cards

Wie wirkt sich die Pflege eines schwerstmehrfachbehinderten Kindes auf die Geschwisterkinder aus?

Die Geschwister erleben oft Traurigkeit und Eifersucht, da ein Großteil der elterlichen Aufmerksamkeit gebunden ist.