Sowi Klausur Nr. 01: Die Europäische Union – Institutionen, Gesetzgebung und Migrationspolitik

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Vokabel-Lernkarten zu den Grundlagen der Europäischen Union, ihren Hauptinstitutionen, dem Ablauf der Gesetzgebung sowie den Spannungsfeldern der europäischen Migrationspolitik.

30 Terms

1
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Schengen-Raum

Gebiet aus europäischen Ländern, zwischen denen Reisen normalerweise ohne Grenzkontrollen an den Binnengrenzen und ohne Vorzeigen des Passes möglich ist.

2
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Dublin-System

Regelung, die festlegt, welcher EU-Mitgliedstaat für die Prüfung eines Asylantrags zuständig ist – in der Regel der Staat der ersten Einreise in die EU.

3
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Außengrenzen (EU)

Grenzen der EU zum Nicht-EU-Ausland, welche für die gemeinsame Migrationspolitik und Grenzsicherung von zentraler Bedeutung sind.

4
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Nationale Souveränität

Das grundlegende Recht eines Staates, selbstständig und unabhängig über die eigenen inneren und äußeren Angelegenheiten zu entscheiden.

5
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Supranationalität

Zusammenarbeitsform, bei der Staaten bestimmte Entscheidungen an eine übergeordnete Institution (wie die EU) abtreten und sich verbindlich an deren gemeinsame Beschlüsse halten müssen.

6
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Migration

Die freiwillige oder erzwungene räumliche Verlagerung des Lebensmittelpunkts eines Menschen.

7
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Asyl

Schutzstatus, der Personen gewährt wird, welche die gesetzlich festgelegten Voraussetzungen für Schutzsuchende erfüllen.

8
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Flüchtling

Person, die ihr Heimatland verlassen muss, weil sie dort beispielsweise wegen Religion, Herkunft oder politischer Gesinnung verfolgt wird oder Lebensgefahr droht.

9
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Die vier Grundfreiheiten der EU

Freier Warenverkehr (grenzüberschreitender Verkauf), freier Personenverkehr (Leben und Arbeiten in anderen EU-Staaten), freier Dienstleistungsverkehr (Umzug/Niederlassung von Unternehmen) und freier Kapitalverkehr (freies Bewegen und Investieren von Geld).

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Europäische Kommission

Supranationales Exekutivorgan der EU aus Kommissaren (normalerweise ein Kommissar pro Mitgliedstaat); schlägt Gesetze vor, überwacht die Einhaltung des EU-Rechts und verwaltet den Haushalt.

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Initiativrecht (EU-Kommission)

Das alleinige Recht der Europäischen Kommission, Vorschläge für neue EU-Gesetze auszuarbeiten und in das Gesetzgebungsverfahren einzubringen.

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Kollegialprinzip

Organisationsprinzip der EU-Kommission, nach dem die Mitglieder gemeinsam als Team beschließen und alle Kommissare die gemeinsame Verantwortung für getroffene Entscheidungen tragen.

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Europäisches Parlament

Direkt gewähltes supranationales Gesetzgebungsorgan der EU mit 720 Abgeordneten (Wahlperiode 2024–2029), das alle fünf Jahre gewählt wird und die Interessen der Unionsbürger vertritt.

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Rat der Europäischen Union (Ministerrat)

Intergouvernemental geprägtes Organ aus Fachministern aller 27 EU-Staaten, das die nationalen Interessen vertritt und gemeinsam mit dem Parlament über Gesetze sowie den Haushalt beschließt.

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Doppelte Mehrheit

Abstimmungsverfahren mit qualifizierter Mehrheit im Rat der EU: Mindestens 55 %55\,\% der Staaten (15 von 27), die mindestens 65 %65\,\% der EU-Bevölkerung repräsentieren, müssen zustimmen.

16
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Vetorecht (im Rat der EU)

Möglichkeit eines einzelnen Mitgliedstaates, bei Themen mit zwingend vorgeschriebener Einstimmigkeit (z. B. Außenpolitik, Steuerpolitik) einen Beschluss durch ein Nein zu verhindern.

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Europäischer Rat

Gremium der 27 Staats- und Regierungschefs sowie des Kommissions- und Ratspräsidenten; legt die politischen Richtlinien, Ziele und Prioritäten fest, besitzt aber keine gesetzgeberische Kompetenz.

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Paketlösung („Pakete schnüren“)

Verhandlungsmethode im Europäischen Rat, bei der verschiedene Streitfragen miteinander gekoppelt werden, um Kompromisse durch gegenseitige Zugeständnisse zu ermöglichen.

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Ordentliches Gesetzgebungsverfahren

Das standardmäßige Gesetzgebungsverfahren der EU, bei dem Europäisches Parlament und der Rat der EU demselben Gesetzesentwurf zustimmen müssen.

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Trilog

Informelle Verhandlungsrunde zwischen Vertretern von Parlament, Rat und Kommission zur raschen Aushandlung eines gemeinsamen Kompromisstextes vor dem formellen Gesetzesbeschluss.

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Vermittlungsausschuss

Gemeinsames Gremium von Rat und Parlament, das einberufen werden kann, wenn nach mehreren Lesungen keine Einigung über einen Gesetzesvorschlag zustande kommt.

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EU-Verordnung

EU-Rechtsnorm, die unmittelbar, verbindlich und ohne nationale Umsetzungsgesetze in allen Mitgliedstaaten gilt (z. B. gemeinsame Datenschutzregeln).

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EU-Richtlinie

EU-Rechtsakt, der ein verbindliches Ziel vorgibt, den Mitgliedstaaten jedoch einen Umsetzungsspielraum und eine Frist zur Umsetzung in nationales Recht einräumt.

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EU-Beschluss

Rechtsnorm, die in allen Teilen ausschließlich für diejenigen Adressaten verbindlich ist, an die sie konkret gerichtet wird (z. B. ein Staat oder ein Einzelunternehmen).

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EU-Empfehlung

Unverbindliche Willensäußerung der EU, die den Mitgliedstaaten oder Bürgern eine Orientierung oder Ratschläge gibt, ohne rechtlich bindend zu sein.

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Intergouvernementalismus

Regierungszusammenarbeit zwischen souveränen Staaten, bei der Beschlüsse weitgehend im Konsens gefasst werden und die nationale Eigenständigkeit gewahrt bleibt.

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Phasen der europäischen Integration

Entwicklungsschritte der EU: Phase 1 (wirtschaftliche Zusammenarbeit über Kohle und Stahl), Phase 2 (Schaffung des Binnenmarktes), Phase 3 (Vertiefung der politischen Zusammenarbeit).

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Gründungsmotive der EU

Leitmotive nach dem Zweiten Weltkrieg: Frieden sichern (besonders zwischen Deutschland und Frankreich), Wirtschaft stärken, Zusammenarbeit fördern und Kriege durch gemeinsame Rohstoffkontrolle (Kohle/Stahl) erschweren.

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Zentrale Meilensteine der EU-Jahreszahlen

1951 (Beginn der engeren Zusammenarbeit), 1957 (stärkere wirtschaftliche Bindung), 1993 (Entstehung der EU), 2002 (Euro als Bargeld) und 2020 (Austritt Großbritanniens).

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Effizienz vs. Legitimität

Zwei Kriterien zur Beurteilung der EU-Gesetzgebung: Handlungsgeschwindigkeit und Problemlösungsfähigkeit (Effizienz) gegenüber demokratischer Rückbindung, Transparenz und Bürgereinfluss (Legitimität).