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Was ist Kreislaufwirtschaft
Die Kreislaufwirtschaft stellt ein System dar, das die akuten Herausforderungen des Klimas und der Umwelt in Betracht zieht.
Fokus: Wiederverwendung von bereits produzierten Materialien, die der Entstehung neuer Abfallprodukte wie Giftmüll entgegenwirken.
Orientierung: die Kreislaufwirtschaft orientiert sich an den Gegebenheiten der Natur und versucht, verwendete Rohstoffe effizient und im Sinne der Nachhaltigkeit wiederzuverwerten.

Beispiel: Tierhaltung
Durch die massenhafte Tierhaltung entsteht in den Bereichen der Landwirtschaft eine Menge an Gülle, die, ebenso wie Dünger, Monokulturen und Pestizide, die Umwelt nachhaltig belasten.
Beispiel: Kunststoffindustrie und Textilindustrie
Die Produktion von Abfallerzeugnissen zählt auch in der Kunststoffindustrie im Rahmen nachhaltiger Entwicklungen zu einer der größten Herausforderungen.
Seit 1950 wurden bereits fast fünf Milliarden Tonnen Plastik entsorgt, die zum Teil immer noch in den Ozeanen der Erde schwimmen.
Auch in der Textilindustrie werden pro Jahr rund 90 Millionen Tonnen Kleidung weggeworfen, was zu rund zehn Prozent für den Ausstoß von Treibgas verantwortlich ist.
Beispiel: Elekotroschrott
Elektroschrott, der von unterschiedlichsten Unternehmen weltweit anfällt und nur zu rund 20 % recycelt werden kann.
Beispiel Amsterdam
Die Stadt Amsterdam hat sich diese ökologischen und sozialen Probleme zur Aufgabe gemacht, die vielschichtigen Herausforderungen angenommen, und gilt aktuell als Vorreiter in Sachen Entwicklung und Entstehung einer Kreislaufwirtschaft.
Die Anfänge der Umstrukturierung und Neuordnung sind in der Coronakrise zu verorten. In dieser Zeit ebnete die Stadt den Weg in Richtung des sogenannten Doughnut-Modells.
Um das Doughnut-Modell auf eine ganze Stadt zu beziehen, setzte sich die Grünen-Politikerin, stellvertretende Bürgermeisterin und Stadträtin Marieke van Doorninck für räumliche Entwicklung und Nachhaltigkeit für die Umsetzung in Amsterdam ein.
Ziel: ein müllfreies Amsterdam, dass alle Materialien wiederverwendet und 2050 keine Rohstoffe mehr verbraucht.
Gemeinsam mit der Ideengeberin Kate Raworth und DEAL wurden neun planetare Belastungsgrenzen wie z. B. Luftverschmutzung und Artensterben auf dem äußeren Rand des Doughnuts definiert. Auf dem inneren Rand wurden menschliche Bedürfnisse wie beispielsweise soziale Gerechtigkeit und Wohnraum ergänzt.
Ziel des Modells: Fragen aufzubringen, die zur Reflexion anregen. Amsterdam stellt hierbei vor allem die drei Wertschöpfungsketten Lebensmittel und organische Abfälle, den Bausektor und die Konsumgüter in den Fokus. Den Anfang macht der Bausektor mit dem adaptiven Bauen von Wohnkomplexen. Diese können sowohl als Wohnungen als auch als Bürogebäude genutzt werden und sollen aus biobasierten Baustoffen wie beispielsweise Holz und recycelten Materialien bestehen
Doughnut- Modell
Den Grundstein dieses Modells legte die britische Ökonomin Kate Raworth, die in ihrem gleichnamigen Buch über die wirtschaftspolitischen Ziele im 21. Jahrhundert berichtete.
Der Doughnut stellt die ökologischen und sozialen Grenzen des Wirtschaftssystems dar und unterteilt sich dabei in verschiedene Kreise. Der äußere Kreis markiert die ökologischen Grenzen, die nicht übertreten werden dürfen: Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Bodenerosion. Der innere Kreis steht für das soziale Fundament: Zugang zu Nahrung und Wasser, politische Teilhabe, ein Dach über dem Kopf.
Kate Raworth co-gründete auf Basis ihres Doughnut-Modells den Thinktank Doughnut Economics Action Lab (DEAL), der City-Konzepte für die Umsetzung in der Praxis erstellt. Philadelphia, Portland und Brüssel arbeiten bereits an der Veränderung ihres Wirtschaftssystems.

Beispiel: Institut für Energie und Kreislaufwirtschaft
Eine weitere Initiative in der Kreislaufwirtschaft bietet das Institut für Energie und Kreislaufwirtschaft, das fortlaufend aktuelle Probleme und Themenfelder der Nachhaltigkeit behandelt und zukunftsorientierte Lösungen findet.
Zu den aktuellen Projekten zählt unter anderem das sogenannte SmartRecycling, das die Verbindung von hochinnovativer Technologie und deren Anwendung in der Kreislaufwirtschaft untersucht. Intelligente und lernende Sensoren sowie Roboter sollen das Sortieren von großstückigem Abfall übernehmen und somit zum verbesserten Recycling beitragen, was die Ressourceneffizienz und Reduktion von CO2-Emissionen erhöht.