Einführung in die slavistische Sprachwissenschaft III: Geschichte

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Diese Flashcards behandeln die historischen Grundlagen der slavischen Sprachwissenschaft, einschließlich der Periodisierung, der Urheimat und der zentralen Lautwandelprozesse des Urslavischen.

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18 Terms

1
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Frühurslavisch

Zeitraum von ca. 1500 v.Chr. bis ca. 100 n.Chr., gekennzeichnet durch die Ausgliederung des Slavischen und spezifische Lautwandel.

2
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Späturslavisch

Zeitraum von ca. 100 n.Chr. bis ca. 5. Jh. n.Chr., in dem gemeinsame Lautwandel stattfanden, die auch im Altkirchenslavischen (AKS) dokumentiert sind.

3
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Gemeinslavisch

Zeitraum von ca. 500 bis ca. 1000 n.Chr., in dem weitere Lautwandel den gesamten Sprachraum mit teils unterschiedlichen Ergebnissen erfassten.

4
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Einzeldialekte

Entwicklungsstadium am Ende der gemeinsamen Verständlichkeit der slavischen Sprachgemeinschaft.

5
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Urheimat (Siedlungsgebiet)

Das ursprüngliche Gebiet der Slaven, begrenzt durch die Pripjet-Sümpfe (N), den mittleren Dnjepr (O), die Karpaten (S) und die Weichsel (W).

6
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RUKI-Regel

Spezifischer slavischer Lautwandel, bei dem indoeuropäisches ∗s*s nach ∗r*r, ∗u*u, ∗k*k und ∗i*i zu urslavisch ∗x*x wurde.

7
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Jers (Halbvokale)

Reduzierte Vokale im Urslavischen, entstanden aus den kurzen indoeuropäischen Vokalen ∗u˘>ъ*ŭ > ъ und ∗ı˘>ь*ĭ > ь.

8
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Entlabialisierung

Der Prozess des Wegfalls der Lippenrundung bei indoeuropäischen langen Vokalen, z. B. ∗uˉ>y*ū > y und ∗oˉ>aˉ*ō > ā.

9
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Gesetz der offenen Silben

Prinzip, nach dem alle Silben auf einen Vokal oder silbischen Liquid enden müssen, was einen steigenden Sonoritätsverlauf innerhalb der Silbe bewirkt.

10
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Monophthongierung

Wandel von silbenschließenden Diphthongen (ei,ai,oi,eu,ouei, ai, oi, eu, ou) zu einfachen Vokalen (i,eˇ,ui, ě, u) vor Konsonanten oder am Wortende.

11
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Prothese

Einschub von Konsonanten (vv vor nicht-vorderen Vokalen, jj vor vorderen Vokalen) zur Vermeidung von Vokalkombinationen am Wortanfang.

12
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Liquidametathese

Umstellung von Vokal und Liquida im Wortinneren (z. B. ∗galva>hlava/glava*galva > hlava/glava), um die Silbe zu öffnen.

13
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Polnoglasie (Vollvokalismus)

Einfügung eines zusätzlichen Vokals bei Liquidverbindungen im Ostslavischen (z. B. ∗galva>голова*galva > голова), wodurch eine geschlossene Silbe in zwei offene Silben umgewandelt wird.

14
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Nasalvokale

Die Vokale ǫǫ und ęę, die aus der Verbindung von Vokal und Nasalkonsonant (n,mn, m) vor einem Konsonanten oder im Auslaut entstanden sind.

15
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Harmonische Silben

Streben nach einer einheitlichen Artikulation innerhalb einer Silbe, bei der sich Konsonanten an die folgenden Vokale anpassen (z. B. Palatalisierungen).

16
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Erste Velarpalatalisierung

Regressiver Wandel der Velare k,g,xk, g, x zu cˇ,zˇ,shč, ž, sh vor den ursprünglichen Vordervokalen eˉ,ıˉē, ī und vor jj.

17
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Zweite Velarpalatalisierung

Regressiver Wandel der Velare k,g,xk, g, x zu c,dz,sˊc, dz, ś (bzw. sˇš) vor jüngeren Vordervokalen (eˇ,iě, i), die aus Diphthongen entstanden sind.

18
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Dritte Velarpalatalisierung

Progressiver Wandel der Velare k,g,xk, g, x zu c,dz,sˊc, dz, ś (bzw. sˇš) nach den Vokalen i,ь,eˇi, ь, ě.