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Diese Flashcards behandeln die historischen Grundlagen der slavischen Sprachwissenschaft, einschließlich der Periodisierung, der Urheimat und der zentralen Lautwandelprozesse des Urslavischen.
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Frühurslavisch
Zeitraum von ca. 1500 v.Chr. bis ca. 100 n.Chr., gekennzeichnet durch die Ausgliederung des Slavischen und spezifische Lautwandel.
Späturslavisch
Zeitraum von ca. 100 n.Chr. bis ca. 5. Jh. n.Chr., in dem gemeinsame Lautwandel stattfanden, die auch im Altkirchenslavischen (AKS) dokumentiert sind.
Gemeinslavisch
Zeitraum von ca. 500 bis ca. 1000 n.Chr., in dem weitere Lautwandel den gesamten Sprachraum mit teils unterschiedlichen Ergebnissen erfassten.
Einzeldialekte
Entwicklungsstadium am Ende der gemeinsamen Verständlichkeit der slavischen Sprachgemeinschaft.
Urheimat (Siedlungsgebiet)
Das ursprüngliche Gebiet der Slaven, begrenzt durch die Pripjet-Sümpfe (N), den mittleren Dnjepr (O), die Karpaten (S) und die Weichsel (W).
RUKI-Regel
Spezifischer slavischer Lautwandel, bei dem indoeuropäisches ∗s nach ∗r, ∗u, ∗k und ∗i zu urslavisch ∗x wurde.
Jers (Halbvokale)
Reduzierte Vokale im Urslavischen, entstanden aus den kurzen indoeuropäischen Vokalen ∗u˘>ъ und ∗ı˘>ь.
Entlabialisierung
Der Prozess des Wegfalls der Lippenrundung bei indoeuropäischen langen Vokalen, z. B. ∗uˉ>y und ∗oˉ>aˉ.
Gesetz der offenen Silben
Prinzip, nach dem alle Silben auf einen Vokal oder silbischen Liquid enden müssen, was einen steigenden Sonoritätsverlauf innerhalb der Silbe bewirkt.
Monophthongierung
Wandel von silbenschließenden Diphthongen (ei,ai,oi,eu,ou) zu einfachen Vokalen (i,eˇ,u) vor Konsonanten oder am Wortende.
Prothese
Einschub von Konsonanten (v vor nicht-vorderen Vokalen, j vor vorderen Vokalen) zur Vermeidung von Vokalkombinationen am Wortanfang.
Liquidametathese
Umstellung von Vokal und Liquida im Wortinneren (z. B. ∗galva>hlava/glava), um die Silbe zu öffnen.
Polnoglasie (Vollvokalismus)
Einfügung eines zusätzlichen Vokals bei Liquidverbindungen im Ostslavischen (z. B. ∗galva>голова), wodurch eine geschlossene Silbe in zwei offene Silben umgewandelt wird.
Nasalvokale
Die Vokale ǫ und ę, die aus der Verbindung von Vokal und Nasalkonsonant (n,m) vor einem Konsonanten oder im Auslaut entstanden sind.
Harmonische Silben
Streben nach einer einheitlichen Artikulation innerhalb einer Silbe, bei der sich Konsonanten an die folgenden Vokale anpassen (z. B. Palatalisierungen).
Erste Velarpalatalisierung
Regressiver Wandel der Velare k,g,x zu cˇ,zˇ,sh vor den ursprünglichen Vordervokalen eˉ,ıˉ und vor j.
Zweite Velarpalatalisierung
Regressiver Wandel der Velare k,g,x zu c,dz,sˊ (bzw. sˇ) vor jüngeren Vordervokalen (eˇ,i), die aus Diphthongen entstanden sind.
Dritte Velarpalatalisierung
Progressiver Wandel der Velare k,g,x zu c,dz,sˊ (bzw. sˇ) nach den Vokalen i,ь,eˇ.