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Vokabel-Flashcards zu den Vorlesungsinhalten von Dr. Lukas Reinisch über neurologische, pulmonale und pädiatrische Krankheitsbilder.
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Intrakranielle Drucksteigerung
Erhöhter Druck auf das Hirngewebe, der zu neurologischen Störungen, Nekrosen und dauerhaften Schäden führen kann. Zu den Ursachen gehören intrazerebrale Blutungen, Schädel-Hirn-Trauma, Entzündungen, Vergiftungen und Hydrocephalus.
Schädel-Hirn-Trauma (SHT)
Verletzung von Hirngewebe durch Gewalteinwirkung. Unterschieden werden geschlossenes SHT (stumpfe Gewalt) und offenes SHT (spitze Gewalt mit Kontakt des Gehirns zur Umwelt). Leitsymptome sind Amnesie und Bewusstseinsstörung.
Primäre Hirnschäden
Direkte Schädigung des Gehirns, die unmittelbar durch die mechanische Gewalteinwirkung entsteht.
Sekundäre Hirnschäden
Indirekte Hirnschädigung, die sich erst in Folge eines Traumas entwickelt (z. B. durch einen epileptischen Anfall oder Sauerstoffmangel).
Glasgow Coma Scale (GCS)
Ein klinisches Punkte-Schema zur Beurteilung von Bewusstseinsstörungen anhand dreier Prüfkriterien: Augenöffnen (1–4 Punkte), motorische Reaktion / Bewegung (1–6 Punkte) und verbale Reaktion / Sprache (1–5 Punkte).
SHT-Stadien nach GCS
Einteilung des SHT nach GCS: Stadium I (Leichtes SHT / Commotio cerebri, GCS 13–15), Stadium II (Mittleres SHT / Contusio cerebri, GCS 9–12) und Stadium III (Schweres SHT / Compressio cerebri, GCS <9).
AVPU / WASB Schema
Einfaches Schema zur Einteilung des Bewusstseinszustands: A (Alert / Wach, GCS 15), V (Voice responsive / Ansprache, GCS 12), P (Pain responsive / Schmerzreiz, GCS 8) und U (Unresponsive / Bewusstlos, GCS 3).
Epiduralblutung
Intrakranielle Blutung, die praktisch immer durch ein Trauma (vor allem Sturz auf den Schädel) verursacht wird. Charakteristisch ist ein mögliches freies Intervall von bis zu 24Stunden, in dem Beschwerden vorübergehend nachlassen.
Subduralblutung
Intrakranielle Blutung unter der Dura mater, die bereits bei Bagatelltraumata (besonders bei älteren Personen unter Antikoagulation) entstehen kann und auch erst nach Wochen symptomatisch werden kann.
Die Hirnhäute (Anatomie)
Die schützenden Bindegewebsschichten des Gehirns. Sie umfassen von außen nach innen die Dura mater (bestehend aus periostaler und meningealer Schicht), die Arachnoidea mater und die Pia mater mit den dazwischenliegenden Räumen Subduralraum und Subarachnoidalraum.
Medulloblastom
Maligner Hirntumor, der vor allem bei Kindern auftritt und der häufigste Gehirntumor im Kindesalter ist.
Meningeom
Ein in der Regel gutartiger (benigner) Hirntumor, der von den Hirnhäuten ausgeht.
Ischämischer Schlaganfall („Weisser Insult“)
Gefäßverschluss und Gewebsnekrose im Gehirn infolge einer Ischämie durch Arteriosklerose oder Thrombembolie (macht ca. 90% aller Insulte aus).
Hämorrhagischer Schlaganfall („Roter Insult“)
Schlaganfall infolge einer spontanen intrakraniellen Hirnblutung (ca. 10% aller Fälle), häufig verursacht durch eine arterielle Hypertonie.
FAST-Schema
Anwendungsregel zur raschen Erkennung von Schlaganfallsymptomen: Face (Gesichtslähmung/Facialisparese), Arm (Arm-/Beinschwäche), Speech (Sprachstörung) und Time (sofort Notruf wählen).
Transitorische ischämische Attacke (TIA)
Vorübergehende neurologische Funktionsstörung, deren Symptome sich innerhalb von <24Stunden vollständig zurückbilden. Gilt als wichtiger Vorbote eines Insults.
Hemineglect
Vernachlässigung der betroffenen Körperhälfte und der Umwelt auf dieser Seite nach einer Hirnschädigung, wenn die erkrankte Seite nicht ausreichend stimuliert wird.
Multiple Sklerose (Encephalitis disseminata)
Autoimmunerkrankung des ZNS mit verstreuten Entzündungsherden und Demyelinisierung (Zerstörung der Myelinscheiden), die häufig im Alter zwischen 20 und 40Jahren beginnt.
Morbus Parkinson
Degenerative Hirnerkrankung durch Abbau dopaminerger Neurone in der Substantia nigra. Die drei Kardinalsymptome sind Rigor (Muskelstarre), Tremor (Ruhezittern) und Akinese/Hypokinese (Bewegungsarmut).
Mikroskribie
Symptom bei Morbus Parkinson, bei dem die Handschrift des Patienten im Verlauf des Schreibens immer kleiner und unleserlicher wird.
Akinetische Krise
Lebensbedrohlicher Notfall bei Morbus Parkinson mit extremer Akinese, völliger Versteifung, hohem Fieber und Bewusstseinsstörungen.
Meningitis
Entzündung der Hirnhäute (Pia mater und Arachnoidea mater), meist bakteriell oder viral verursacht. Klassische Trias: Fieber, Nackensteifigkeit und Kopfschmerzen.
Petechien
Punktförmige Haut- und Schleimhauteinblutungen, die bei einer bakteriellen Meningitis (z. B. durch Meningokokken) auftreten können.
Enzephalitis
Entzündung des Gehirngewebes (Großhirns), meist durch virale Infektionen (z. B. Herpes, FSME, Masern) hervorgerufen.
Periphere Polyneuropathie (PNP)
Schädigung mehrerer peripherer Nervenfasern, die sich oft strumpf- oder handschuhförmig mit Parästhesien („Ameisenlaufen“), Schmerzen und Paresen äußert (z. B. bei Diabetes mellitus oder Alkoholismus).
Status epilepticus
Medizinischer Notfall, bei dem ein epileptischer Anfall länger als 5Minuten dauert oder zwei oder mehr Anfälle hintereinander ohne vollständige Erholung auftreten.
Uhrentest
Ein neuropsychologischer Screening-Test bei Verdacht auf Demenz zur Überprüfung räumlich-visueller und kognitiver Fähigkeiten, bei dem der Patient ein Zifferblatt zeichnet.
Antidementiva
Medikamente zur symptomatischen Behandlung der Demenz, darunter Acetylcholinesterase-Inhibitoren (Donepezil, Rivastigmin) und NMDA-Rezeptoragonisten (Memantin).
Pneumonie
Entzündung der Lungenbläschen (Alveolen) und des umliegenden Gewebes, meist durch Bakterien (z. B. Pneumokokken) oder Viren verursacht. Symptome: Husten, Dyspnoe, Fieber.
Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
Chronische Erkrankung der Atemwege mit fortschreitender und nicht vollständig reversibler Atemwegsobstruktion, meist verursacht durch Rauchen.
Pink Puffer
Klinischer Phänotyp der COPD, charakterisiert durch ausgeprägtes Lungenemphysem, Kachexie (schwerer Gewichtsverlust), Atemnot und rosige Hautfarbe.
Blue Bloater
Klinischer Phänotyp der COPD, charakterisiert durch chronische Bronchitis, Übergewicht, Zyanose (blaue Hautfarbe) und frühzeitige respiratorische Insuffizienz.
Cor pulmonale
Hypertrophie oder Dilatation des rechten Ventrikels (Rechtsherzbelastung) als Folge einer Erhöhung des Widerstands im Lungenkreislauf bei chronischen Lungenerkrankungen.
Asthma bronchiale
Chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege mit bronchialer Hyperreagibilität und anfallsartiger, reversibler Atemwegsobstruktion.
Larynxkarzinom
Bösartiger Tumor des Kehlkopfs (meist Plattenepithelkarzinom). Leitsymptom ist eine ohne erkennbare Ursache länger als 2–3Wochen anhaltende Heiserkeit.
HME (Heat and Moisture Exchanger)
Sogenannte „künstliche Nase“; ein Feuchtigkeits- und Wärme-Filter für Tracheostoma-Patienten nach Laryngektomie zur Befeuchtung und Erwärmung der Atemluft.
B-Symptomatik
Trias aus Fieber, Nachtschweiß und ungewolltem Gewichtsverlust, die häufig bei malignen Erkrankungen wie dem Bronchialkarzinom auftritt.
Hämoptyse
Das Aushusten von blutigem Sputum oder reinem Blut, z. B. als Symptom eines Bronchialkarzinoms oder einer Pulmonalarterienembolie.
Pulmonalarterienembolie (PAE)
Akuter Verschluss einer Lungenarterie, meist durch eine aus den tiefen Beinvenen eingeschwemmte Thrombose. Diagnostiziert u. a. mittels D-Dimer und PAE-CT.
Spannungspneumothorax
Lebensbedrohliche Sonderform des Pneumothorax mit Ventilmechanismus, bei der der Druck im Pleuraspalt kontinuierlich steigt und Mediastinum sowie Herz verdrängt werden.
Adult Respiratory Distress Syndrome (ARDS)
Akutes Atemnotsyndrom des Erwachsenen mit diffusem Lungenödem und schwerer Hypoxämie infolge einer Schädigung der alveolokapillären Membran aus nicht-kardialer Ursache.
Mukoviszidose (Cystische Fibrose, CF)
Autosomal-rezessiv vererbbare Stoffwechselerkrankung (Mutation auf Chromosom 7), bei der exokrine Drüsen einen extrem zähflüssigen Schleim produzieren.
Autogene Drainage
Spezielle Atemtechnik bei Mukoviszidose und chronischen Lungenerkrankungen zur selbstständigen Lockerung und Reinigung der Atemwege von zähem Sekret.
Pseudokrupp (akute stenosierende Laryngotracheitis)
Virale Entzündung des Kehlkopfs und der Luftröhre unterhalb der Stimmritze bei Kleinkindern mit bellendem Husten, Heiserkeit und inspiratorischem Stridor.
Reliever und Controller
Medikamentenkategorien in der Asthmatherapie: Reliever dienen als Bedarfsmedikation zur raschen Bronchodilation im Akutfall, Controller als dauerhafte Entzündungshemmer.