1/52
Vokabel-Lernkarten zum Vorlesungskapitel 6 'Experimentelle Designs' von Prof. Andreas Voß.
Name | Mastery | Learn | Test | Matching | Spaced | Call with Kai | Chat |
|---|
No analytics yet
Send a link to your students to track their progress
Eigenschaften „echter“ Experimente
Experimentelle Manipulation
Bedingungszuweisung
Weitreichende Standardisierung des Ablaufs.
Gruppendesign (between-subject-design)
Gruppe 1: Bedingung A,
Gruppe 2: Bedingung B
Messwiederholungsdesign (within-subject-design)
Ein experimentelles Design, bei dem dieselben Versuchspersonen nacheinander mehrere bzw. alle experimentellen Bedingungen durchlaufen
Bedingung A → Bedingung B
Gemischtes Design (mixed design)
Kombi Gruppenfaktoren (between-subjects) + Messwiederholungsfaktoren (within-subjects)
Gruppe 1: Bed. 1 → Bed. 2
Gruppe 2: Bed. 1 → Bed. 2
Experimentelle Manipulation allgemein
Manipulation der UV → zwei / mehr Ausprägungen der M.
sicherstellen, dass Gruppenunterschiede bezüglich der (AV) kausal durch die UV verursacht wurden
→ hohe interne Validität
Konfundierungen vermeiden (Merkmal kovariiert mit UV und AV)
M. mit „Manipulation Check“ prüfen
Konfundierung Definition
Drittvariable (konfundierende Variable) kovariiert mit UV und AV
→ kausale Schlüsse auf UV unmöglich
→ Bedrohung interne Validität
Arten der Konfundierung
Personenbezogene Konfundierung
Situative Konfundierung
Personenbezogene Konfundierung
stabile Merkmale der VPN variieren zw. Bedingungen (Alter, Geschlecht, Persönlichkeit)
Lösung: Randomisierung
→ bei ausreichender Stichprobengröße mitteln sich diese Konfundierungen über Bedingung aus
Situative Konfundierung
Aspekte der Untersuchungssituation variieren mit UV (Tageszeit, Raum, Versuchsleiter)
Können unabsichtlich durch Manipulation erzeugt werden
xx Randomisierung
Lösung: Standardisierung
→ Ablauf + Setting zw. Bedingungen konstant
Manipulation Check
empirische Überprüfung der Veränderung einer UV (z. B. durch Stimmungsfragebögen)
(ob die gezielte Veränderung einer (latenten) unabhängigen Variable erfolgreich war)
Randomisierte Bedingungszuweisung
echt zufällige Zuweisung von Vpn zu experimentellen Bedingungen oder Sequenzen, sodass alle Personen die gleiche Zuordnungswahrscheinlichkeit zu allen Gruppen haben
Warum randomisierte Bedingungszuweisung
bei Selbstselektion / willkürlichen Zuordnung der Vpn durch Versuchsleiter → systematische Unterschiede zw. Vpn Gruppen
Problem Randomisierung
Führt zu ungleichen Gruppengrößen
Quasiexperimentelles Design
Untersuchungsdesign ohne echte zufällige Bedingungszuweisung, z.B. bei Vergleichen bestehender Gruppen (Geschlecht, Alter) oder wenn Probanden ihre Intervention selbst aussuchen.
Block-Randomisierung
immer eine zufällige Reihenfolge für nächsten k Vpn festgelegt
Bsp: 𝑘 = 3 Gruppen (C1, C2, C3)
- Block 1 (Vpn 1-3): C1, C3, C2
- Block 2 (Vpn 4-6): C1, C3, C2
- Block 3 (Vpn 7-9): C3, C1, C2
Vorteile Block-Randomisierung
alle Gruppen gleich groß
Keinen langen Sequenzen, in denen nur eine Bedingung realisiert wird
Zufällige Konfundierungen mit Tageszeit, Wetter, Versuchsleiter… minimiert
Wodurch kann eine Block-Randomisierung erweitert werden?
Matching-Prozedur
Matching-Prozedur
Erweitert Block-Randomisierung
Identifikation Persönlichkeitsvariablen, die AV beeinflussen könnten (Geschlecht, ALter)
Bildung von Personenpaaren oder -tripeln mit maximaler Ähnlichkeit innerhalb Paare
randomisierter Bedingungszuweisung innerhalb jedes Paares
Auswertung mit Verfahren für Messwdh
Vorteile
Minimierung personenbezogener Konfundierung
Höhere Power durch Messwdh
Vorteile Matching Prozedur
Minimierung personenbezogene Konfundierung
Höhere Power durch Messwdh
Standardisierung
Konstanthalten Ablauf + Setting (außer UV) über alle Bedingungen hinweg
Kleine systematische Konfundierung der UV mit Setting (Tageszeit, Versuchsleiterverhalten)
Schriftliche Instruktionen erleichtern Standardisierung
Ziele:
Minimierung situative Konfundierung
Reduktion (Fehler-)Varianz der AV → höhere Power
Pretests in Gruppendesign
auch bei Randomisierung bei kleinen Gruppen substantielle Unterschiede möglich
Untersucht mit Pretest
Messung AV vor M.
Messung AV nach M.
Als neue AV kann individuelle Veränderung der AV verwendet werden
Nachteil: Pretest-Effekte
Kann es bei kleinen Gruppen trotz Randomisierung zu Unterschieden zwischen Gruppen kommen?
Ja
Pretest-Effekte
Unerwünschte Einflüsse einer Prä-Messung auf die nachfolgende Post-Messung (z. B. Lerneffekte, Ermüdungseffekte oder Antwortendenzen).
Überprüfung mit Solomon-4-Gruppen-Plan
Wie kann man überprüfen, ob es einen Pretest-Effket gab
Mit Solomon-4-Gruppen-Plan
Solomon 4-Gruppen-Plan
Ein Versuchsexperiment von Solomon (1949) mit vier Gruppen (zwei mit Pretest, zwei ohne), mit dem überprüft werden kann, ob der Effekt der experimentellen Bedingungen durch die Durchführung eines Pretests beeinflusst wird.

Mehrfaktorielle Designs
mehrere UVs gleichzeitig manipuliert, 2×2, 2×3, 2×2×2 Design (Alkoholmenge + Stimmung)
Welche Vorteile hat ein Mehrfaktorielles Design ggü mehreren Einzelstudien ?
Untersuchung Interaktionen
Bessere externe Validität:
Effekt der UV wir über verschiedene Bedingungen der anderen UVs geprüft
Effizientere Datenerhebung
Welche zwei Arten von Effekten gibt es bei Mehrfaktoriellen Designs
Haupteffekt einer UV
Interaktion
Haupteffekt einer UV
Effekt gemittelt über alle Stufen der anderen UVs
Interaktion
Eine Wechselwirkung zwischen Faktoren
Effekt einer UV hängt von Ausprägung einer anderen UV ab
Interaktionsplot
AV auf y-Achse
UV1 auf x-Achse
UV2 als getrennte Linien
parallele Linien → keine Interaktion
Nicht-parallele Linien → Interaktion
Welche zwei Typen von Interaktion gibt es ?
ordinale Interaktion
Disordinale Interaktion
Ordinale Interaktion
Effekt geht in beiden Bedingungen in dieselbe Richtung

Disordinale Interaktion (Cross-over)
Effekt kehrt sich um (Linien kreuzen sich)
Konsequenzen für Interpretation von Interaktionen
bei signifikanter Interaktion sind Haupteffekte nur eingeschränkt interpretierbar
Folgeanalyse: einfache Haupteffekte (simple effects)
Effekt einer UV separat in jeder Stufe der anderen UV prüfen
Einfache Haupteffekte (simple effects)
Statistische Folgeanalysen bei signifikanter Interaktion, bei denen der Effekt einer unabhängigen Variable separat für jede einzelne Stufe der anderen unabhängigen Variable geprüft wird.
Vorteil Messwiederholung
Hohe Power
Nachteil Messwiederholung
Sequenzeffekte
Sequenzeffekte
Störeinflüsse in Messwiederholungsdesigns
z. B. Übungs-, Ermüdungs-Effekte)
Lösung: Ausbalacierung der Reihenfolge
Sequenz AB vs BA ist dann zusätzlicher Faktor UV
Lateinisches Quadrat
Reihenfolge von Bedingungen ausbalancieren
Nicht alle möglichen Reihenfolgen realisiert → weniger Gruppen
Anzahl Gruppen = Anzahl ex. Bedingungen
Jede Bedingung (A,B,C) wird in genau einer Gruppe als 1,2,3 Aufgabe durchgeführt
Konfundierungen von Bedingung + Sequenzposition wird vermieden

Varianten der Messwiederholung
sequenzielle Messwdh
Parallele / verschaltete Bedingungen
Vergleich verschiedener AV an derselben Person
Sequenzielle Messwiederholung
verschiedene experimentelle Bedingungen nacheinander präsentiert
Problem: Sequenzeffekte
Lösung: Ausbalancierung (z.B. lateinisches Quadrat)
Parallele / verschachtelte Bedingungen (Messwdh)
Bedingungen trial-weise randomisiert (z. B. Stroop -, Flanker-, semantisches Priming)
Vorteil: Sequenzeffekte auf Trial-Ebene durch Randomisierung minimiert
Restproblem: Carry-Over auf Trial-Ebene (z.B. Priming des Vor-Trials)
Vergleich verschiedener AVs an derselben Person (Messwdh)
sinnvoll, wenn AVs auf vergleichbaren Skala liegen (z.B. Einstellung zu Produkt A / B)
Problematisch, wenn unterschiedliche Konstrukte verglichen (Extraversion vs. Offenheit)
Differenz ist nicht interpretierbar
Sozialpsychologie des psychologischen Laborexperiments
Experimente = soziales Setting
Gefährdung interne Validität durch
Placebo-Effekte
Versuchsleiter-Effekte
Demand-Effekte
Placeboeffekt
Wirkung eines Treatments, weil Vp an Treatment glauben (z.B. Auswirkungen Alkohol auf Risikobereitschaft)
Lösung: zusätzliche Placebogruppe „Scheintreatment“
Placebogruppe
Eine Versuchsbedingung mit einem Scheintreatment (z. B. alkoholfreies Bier), mit deren Hilfe Erwartungseffekte von der tatsächlichen physiologischen Treatmentwirkung getrennt werden können.
Versuchsleitereffekte
Verhalten Versuchsleiter beeinflusst Verhalten Vp
Bsp.:
Kluger-Hans-Effekt
Rosenthal-Effekt: Erwartung eines Lehrers über unterschiedliche Leistungsfähigkeit von Schülern führt zu unterschiedlichem Verhalten (→ Self-Fullfilling Prophecy)
Versuchsleiter machen systematische Fehler bei Datenaufzeichnung, die ihre Hypothese stützen → motivated Reasoning (p-hacking)
Gegenmaßnahmen:
Doppelblind-Studien: beide wissen nicht, welche Bedingung durchgeführt
Beachtung Objektivität bei Operationalisierung der Variablen
Was sind Gegenmaßnahmen für den versuchsleitereffekt
Doppelblind-Studien
Beachtung Objektivität bei Operationalisierung der Variablen
Rosenthal-Effekt
Erwartung eines Lehrers über unterschiedliche Leistungsfähigkeit von Schülern führt zu unterschiedlichem Verhalten → Self fullfilling prophecy
Kluger Hans-Effekt
Ein Phänomen unbewusster Versuchsleiter-Signale (1895–1916), bei dem das Verhalten des Probanden fälschlicherweise einer höheren kognitiven Leistung zugeschrieben wird, obwohl er nur auf minimale Verhaltenshinweise der Versuchsleitung reagiert.
Lösung Demand-Effekte
Cover Story
Nachbefragung von Vp → Reanalyse der Daten ohne Vp, die H. Erraten haben
Demand-Effekte (Aufforderungscharakter)
viele Vp wollen helfen, dass Experiment gelingt
Ex. Situation erlaubt oft Rückschlüsse auf Hypothese
Probanden verhalten sich so, wie sie glauben, dass es von ihnen erwartet wird
Lösung:
gute Cover-Story (Ethik!)
Nachbefragung von Vp → Re-Analyse der Daten ohne Vp, die dei Hypothese erraten haben