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Lernkartei zu den vier zentralen pflegerischen und physiotherapeutischen Prophylaxen: Thrombose-, Pneumonie-, Dekubitus- und Kontrakturprophylaxe sowie Gelenkmechanik.
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Thrombose
Verstopfung eines Blutgefäßes (beispielsweise einer Vene) durch ein Blutgerinnsel, besonders gefährlich in den tiefen Bein- und Beckenvenen wegen des Risikos einer Verschleppung über das Herz in die Lunge.
Anti-Thrombose-Strümpfe
Medizinische Strümpfe zur Thromboseprophylaxe bei bettlägerigen oder frisch operierten Patienten, die den venösen Rückfluss des Blutes aus den Beinen mechanisch unterstützen.
Heparin-Spritze („Thrombose-Spritze“)
Medikamentöse Injektion, die nach Operationen häufig in die Bauchdecke verabreicht wird, um die Blutgerinnung gezielt herabzusetzen und Thrombosen zu verhindern.

Venenkompression
Gleichmäßige Druckausübung von außen auf die Beinvenen (z. B. durch Kompressionsverbände oder Strümpfe), um den Gefäßdurchmesser zu reduzieren und die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes zu steigern.

Fuß- und Zehenübungen (Thromboseprophylaxe)
Aktive physiotherapeutische Bewegungsübungen (Kreisen im Sprunggelenk, Anziehen/Strecken der Füße, Krallen und Spreizen der Zehen) zur Aktivierung der Muskel-Venen-Pumpe in den Beinen.
Pneumonie
Entzündung des Lungengewebes und/oder der Lungenbläschen, die meist durch eine Infektion mit Bakterien oder seltener mit Viren oder Pilzen hervorgerufen wird.
Bindegewebsmassage (BGM)
Spezielle Massagetechnik zur Pneumonieprophylaxe mit Strichen im Bereich der Intercostalräume sowie Griffen wie Hautrollen, Abziehgriffen und Packegriffen zur Lösung von Verspannungen der Faszien und Atemmuskulatur.
Lippenbremse
Atemtechnik zur dosierten Verlängerung der Ausatmung gegen einen Lippenwiderstand unter Zuhilfenahme von Lauten wie „sch-“, „pff-“ oder „sss-“.
Dehnlagerungen
Lagerungsarten zur Steigerung der Thoraxelastizität bei der Pneumonieprophylaxe, bestehend aus Streckdehnung, C-Lagerung und Dreh-Dehn-Lagerung.
Dekubitus
Schlecht und langsam heilende Wunde infolge einer Minderdurchblutung der Haut und/oder des Subkutangewebes, verursacht durch unphysiologisch hohe Druckeinwirkung bei Immobilität.
Kompressiv-ischämische Gewebsläsionen
Durch anhaltenden äußeren Druck hervorgerufene Minderdurchblutungen und Gewebeschäden aller Schichten einschließlich der Blutgefäße, die typischerweise zu Dekubitus-Ulzera führen.

Dekubitus-Prädilektionsstellen
Besonders druckgefährdete Körperstellen über hervorstehenden Knochenpunkten (u. a. Ohren, Schultern, Ellenbogen, Kreuzbein/Trochanter, Knie und Fersen), an denen Dekubitalgeschwüre vorrangig entstehen.
Kontraktur
Dauerhafte, fehlerhafte Gelenkstellung infolge von Inaktivität des Bewegungsapparates (Gelenke, Bänder, Sehnen, Muskeln), die sich weder aktiv noch passiv vollständig ausgleichen lässt.
Beugekontraktur
Gelenksteife in gebeugter Haltung durch Verkürzung der Beugemuskulatur, die eine Streckung der Extremität verhindert; betrifft besonders häufig Knie- und Hüftgelenke.
Streckkontraktur
Gelenksteife in gestreckter Haltung, die auf Dauer eine erneute Beugung des Gelenkes unmöglich macht; typisches Beispiel ist der Spitzfuß.
Rotationskontraktur
Gelenkversteifung, die als Folge einer fehlerhaften Verdrehung des Gelenkes entsteht (z. B. am Ellenbogengelenk).
Funktionsstellung
Gelenkmittelstellung zwischen extremer Beugung und Streckung zur Kontrakturprophylaxe bei Bettlägerigkeit, sofern keine andere ärztliche Lagerungsverordnung vorliegt.

Halbrunde Handlagerung
Fachgerechte Kontrakturprophylaxe der Finger- und Handgelenke, bei der die Finger halbreflexiv um eine zusammengerollte Binde gelagert werden, anstatt flach auf der Unterlage aufzuliegen.

Spitzfuß
Streckkontraktur des Sprunggelenks, die durch das Eigengewicht des Fußes, Inaktivität und den Druck einer schweren Bettdecke begünstigt wird.

Bewegungsradius verschiedener Gelenke
Einteilung der Gelenke nach ihrer Form und Bewegungsfreiheit im Körper: Radgelenk, Scharniergelenk, Sattelgelenk, Kondylengelenk, planes Gelenk und Kugelgelenk.