5b Steroide und Cardenolide

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Wie heisst das Grundgerüst der Steroide?
Steran = Cyclopentanoperhydrophenanthren; 17 C-Atome.
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Aus welchen Ringen besteht das Steran-Grundgerüst?
Drei Sechsringe A–C und ein Fünfring D.
5
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Warum gehören Steroide biosynthetisch zu den Triterpenoiden?
Sie entstehen aus Squalen (C30). Später können C-Atome entfernt werden.
6
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Wie beginnt die Biosynthese der Sterole?
Squalen → Squalen-2,3-oxid → Cyclisierung zu Lanosterol oder Cycloartenol.
7
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Welche Cyclisierungsprodukte sind für Tiere/Pilze bzw. Pflanzen typisch?
Tiere/Pilze: Lanosterol. Pflanzen: überwiegend Cycloartenol.
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Was unterscheidet Cycloartenol strukturell von Lanosterol?
Cycloartenol besitzt einen 9,19-Cyclopropanring; Lanosterol eine C8=C9-Doppelbindung.
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Können Pflanzen auch Lanosterol bilden?
Ja. Neben Cycloartenol-Synthasen wurden auch Lanosterol-Synthasen in Pflanzen nachgewiesen.
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Welche Methylgruppen werden beim Übergang zum Cholesterol entfernt?
Eine an C14 und zwei an C4.
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Welche Strukturmerkmale besitzt Cholesterol?
C27-Sterol; C8-Seitenkette an C17; Doppelbindung C5=C6.
12
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Wie unterscheidet sich β-Sitosterol von Cholesterol?
C29 statt C27; zusätzliche Ethylgruppe an C24; ebenfalls Doppelbindung C5=C6.
13
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Welche Strukturmerkmale besitzt Ergosterol?
C28-Sterol; Methylgruppe an C24; Doppelbindungen Δ5, Δ7 und Δ22.
14
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Welches Sterol ist typisch für Tiere, Pflanzen und Pilze?
Tiere: Cholesterol; Pflanzen: β-Sitosterol; Pilze: Ergosterol. Die Zuordnung ist nicht exklusiv.
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Welche grundlegenden Funktionen haben Sterole?
Membranbestandteile und Vorstufen weiterer Stoffe, z. B. Steroidhormone und Gallensäuren.
16
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Was ist Diosgenin?
Ein C27-Steroidsapogenin vom Spirostanol-Typ.
17
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Aus welchen Pflanzen wird Diosgenin gewonnen?
Aus Dioscorea-Arten, z. B. Dioscorea mexicana (Dioscoreaceae).
18
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Was unterscheidet ein Sapogenin von einem Saponin?
Sapogenin: zuckerfreies Aglykon. Saponin: Sapogenin mit Zuckeranteil.
19
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Warum eignet sich Diosgenin zur Partialsynthese von Steroidhormonen?
Das Steroidgerüst ist bereits vorhanden; Seitenkette und funktionelle Gruppen werden chemisch verändert.
20
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Welche Wirkstoffgruppen lassen sich aus Diosgenin herstellen?
Beispielsweise Gestagene, Östrogene und Corticosteroide.
21
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Welche Bedeutung hat Norethisteron im Zusammenhang mit Dioscorea?
Synthetisches Gestagen; seine Entwicklung nutzte Steroidvorstufen aus Dioscorea. Synthese 1951 bei Syntex.
22
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Welche biochemische und experimentelle Bedeutung hat Lanosterol?
Sterolvorstufe; ausserdem experimentell gegen Linsenprotein-Aggregation bei Katarakt untersucht. Experimenteller Effekt bedeutet keine etablierte Therapie.
23
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Warum wird β-Sitosterol normalerweise nur wenig systemisch aufgenommen?
Begrenzte Nettoaufnahme im Darm und wirksamer Rücktransport durch ABCG5/ABCG8.
24
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Welche Aufgaben haben ABCG5/ABCG8?
Sterole aus Darmzellen ins Darmlumen zurücktransportieren und aus der Leber in die Galle ausscheiden.
25
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Wie vermindern Phytosterole die Cholesterinaufnahme?
Sie konkurrieren mit Cholesterol um die Einlagerung in gemischte Mizellen.
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Warum braucht die cholesterinsenkende Wirkung der Phytosterole keine hohe Bioverfügbarkeit?
Sie erfolgt überwiegend lokal im Darmlumen.
27
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Was verursacht die Sitosterolämie?
Meist biallelische Defekte in ABCG5 oder ABCG8; autosomal-rezessive Vererbung.
28
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Was geschieht bei Sitosterolämie mit den Phytosterolen?
Erhöhte Aufnahme und verminderte Ausscheidung → Anreicherung in Blut und Geweben.
29
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Welche Folgen kann eine Sitosterolämie haben?
Xanthome und vorzeitige Atherosklerose mit kardiovaskulären Komplikationen.
30
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Warum ist Ezetimib bei Sitosterolämie sinnvoll?
Es hemmt die intestinale Sterolaufnahme über NPC1L1 und senkt dadurch die Phytosterolspiegel.
31
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Warum sind phytosterolangereicherte Lebensmittel bei Sitosterolämie problematisch?
Sie erhöhen die Zufuhr von Sterolen, die nur unzureichend ausgeschieden werden.
32
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Wie unterscheiden sich Steroid- und Triterpensaponine?
Steroidsaponine: meist C27-Aglykon. Triterpensaponine: meist C30-Aglykon. Beide tragen Zucker.
33
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Was unterscheidet Furostanol- und Spirostanol-Saponine?
Furostanol: offene Seitenkette, häufig zwei Zuckeransatzstellen. Spirostanol: geschlossener Spiroketalring, häufig eine.
34
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Was bedeutet mono- bzw. bisdesmosidisch?
Zuckerketten sind an einer bzw. zwei Stellen des Aglykons gebunden.
35
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Was sind Stammpflanze, Familie und Pflanzenteil von Rusci rhizoma?
Ruscus aculeatus (Mäusedorn), Asparagaceae; unterirdische Teile, insbesondere Rhizom mit Wurzeln.
36
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Welche wichtigen Sapogenine enthält Mäusedorn?
Ruscogenin und Neoruscogenin.
37
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Welche Saponine sind für Mäusedorn charakteristisch?
Ruscin, Ruscosid, Deglucoruscin und Deglucoruscosid.
38
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Welche Wirkungen beschreibt das Skript für Mäusedorn?
Erhöhung des Venentonus sowie kapillarabdichtende und entzündungshemmende Effekte.
39
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Wofür werden Mäusedornpräparate eingesetzt?
Unterstützend bei chronischer Veneninsuffizienz und Hämorrhoidalbeschwerden.
40
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Warum sind verschiedene Saponindrogen nicht pauschal austauschbar?
Struktur, Inhaltsstoffgemisch, Extraktion und klinische Evidenz des jeweiligen Präparats unterscheiden sich.
41
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Was ist Sabalis fructus?
Früchte von Serenoa repens, synonym Sabal serrulata; Familie Arecaceae.
42
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Welche wichtigen Inhaltsstoffgruppen enthalten Sägepalmenfrüchte?
Fettsäuren, Fettbestandteile und Phytosterole.
43
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Was ist Urticae radix?
Unterirdische Teile von Urtica dioica / Urtica urens; Familie Urticaceae.
44
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Welche wichtigen Inhaltsstoffgruppen enthält Brennnesselwurzel?
Sterole, Lignane, Polysaccharide und Lectine.
45
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Was ist Cucurbitae semen und welche Inhaltsstoffe sind wichtig?
Samen von Cucurbita pepo (Cucurbitaceae); fettes Öl und besonders Δ7-Sterole.
46
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Wofür werden Sabal, Brennnesselwurzel und Kürbissamen eingesetzt?
Zur Linderung von Beschwerden des unteren Harntrakts bei benigner Prostatahyperplasie (BPH), abhängig vom Präparat.
47
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Warum ist Sabaltee nicht mit einem lipophilen Sabalextrakt gleichzusetzen?
Wasser extrahiert die lipophilen Bestandteile deutlich schlechter; die Zusammensetzung unterscheidet sich.
48
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Darf man die Wirkung eines Pflanzenextrakts allein den Phytosterolen zuschreiben?
Nein. Weitere Inhaltsstoffe und ihr Zusammenwirken können entscheidend sein.
49
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Was unterscheidet Cucurbitacine von Phytosterolen?
Cucurbitacine: stark bittere, toxische Triterpene. Phytosterole: pflanzliche Membransterole.
50
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Welche zwei Komponenten verursachen die Harnabflussbehinderung bei BPH?
Gewebewachstum und erhöhter Tonus der glatten Muskulatur.
51
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Wie wirken α1-Blocker wie Tamsulosin?
Senken den Muskeltonus → rasche Symptomlinderung; keine Prostataverkleinerung.
52
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Wie wirken Finasterid und Dutasterid?
Hemmen die 5α-Reduktase → weniger DHT; langfristig kleinere Prostata und geringeres Progressionsrisiko.
53
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Wie wirkt Tadalafil bei Prostatabeschwerden?
PDE-5-Hemmung verstärkt den NO/cGMP-Signalweg → Symptomlinderung.
54
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Was ist bei der Wirkung von BPH-Phytotherapeutika zu beachten?
Evidenz ist extraktabhängig; eine Prostataverkleinerung oder Progressionshemmung ist nicht gesichert.
55
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Aus welchen Hauptbestandteilen besteht ein Herzglykosid?
Aglykon mit Steroidgerüst und Lactonring plus Zuckeranteil.
56
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Wo sitzen Zucker, typische OH-Gruppe und Lactonring bei klassischen Herzglykosiden?
Zucker an 3β-OH, freie 14β-OH-Gruppe, Lactonring an C17β.
57
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Wie unterscheiden sich Cardenolide und Bufadienolide?
Cardenolide: fünfgliedriger Lactonring mit einer Doppelbindung. Bufadienolide: sechsgliedriger Lactonring mit zwei Doppelbindungen.
58
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Wie viele C-Atome haben die Aglykone von Cardenoliden und Bufadienoliden?
Cardenolide: C23. Bufadienolide: C24.
59
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Nenne je ein Cardenolid und ein Bufadienolid.
Cardenolid: Digoxin. Bufadienolid: Proscillaridin.
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Wie sind die Ringe klassischer Digitalisglykoside verknüpft?
A/B cis – B/C trans – C/D cis.
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Wie unterscheidet sich Uzarigenin von Digitoxigenin?
Uzarigenin: 5α, A/B trans. Digitoxigenin: 5β, A/B cis.
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Warum bedeutet derselbe Lactonring nicht dieselbe Wirkstärke?
Auch Ringgeometrie, OH-Gruppen, Zucker und Bioverfügbarkeit beeinflussen die Wirkung.
63
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Welcher Vorläufer führt laut Skript zur Biosynthese der Herzglykoside?
Cholesterol → C21-Pregnanderivat, z. B. Progesteron → weitere Umbauten und Lactonbildung.
64
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Welche ungewöhnlichen Zucker kommen in Herzglykosiden vor?
Beispielsweise Digitoxose, Cymarose, Digitalose und Rhamnose.
65
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Wie unterscheidet sich Digitoxose von Glucose?
Digitoxose ist eine 2,6-Didesoxyhexose: OH an C2 fehlt; an C6 steht CH3 statt CH2OH.
66
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Wie viele Digitoxoseeinheiten enthalten Digoxin und Digitoxin?
Jeweils drei.
67
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Wo befindet sich Glucose in vielen primären Digitalisglykosiden?
Endständig an der Zuckerkette.
68
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Wie entsteht aus Lanatosid A Digitoxin?
Abspaltung der endständigen Glucose und Entfernung des Acetylrests.
69
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Welche Enzyme bewirken die Umwandlung eines Lanatosids zum Folgeglykosid?
Pflanzeneigene Glucosidase und Acetylhydrolase.
70
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Welche Folgeglykoside entstehen aus Lanatosid C und Purpureaglykosid A?
Lanatosid C → Digoxin; Purpureaglykosid A → Digitoxin.
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Welche Aufgaben hat der Zuckeranteil eines Herzglykosids?
Er beeinflusst Rezeptorbindung, Polarität, metabolische Stabilität und Pharmakokinetik.
72
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Ist das Aglykon eines Herzglykosids allein unwirksam?
Nein. Es ist selbst wirksam; der Zucker verändert jedoch Wirkstärke und Verweildauer.
73
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Warum können seltene Zucker die Wirkung verlängern?
Ihre Bindungen werden oft langsamer gespalten → höhere metabolische Stabilität.
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Welches gemeinsame Angriffsziel haben Herzglykoside?
Die Na+/K+-ATPase; Bindung an deren extrazellulärer Seite.
75
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Wie führt die Na+/K+-ATPase-Hemmung zu stärkerer Kontraktion?
Na+ innen steigt → Ca2+-Ausschleusung über Na+/Ca2+-Austauscher sinkt → Ca2+-Speicherung steigt → Kontraktionskraft steigt.
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Was bedeutet positiv inotrop?
Steigerung der Kontraktionskraft des Herzens.
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Was bedeutet negativ chronotrop?
Senkung der Herzfrequenz.
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Was bedeutet negativ dromotrop?
Verlangsamung der Erregungsleitung, besonders im AV-Knoten.
79
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Welche Herzglykosidwirkung ist direkt, welche wesentlich vagal vermittelt?
Kraftsteigerung: direkt am Myokard. Frequenz- und AV-Leitungssenkung: wesentlich durch verstärkten Vaguseinfluss.
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Was bedeutet geringe therapeutische Breite?
Wirksame und toxische Konzentrationen liegen eng beieinander.
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Warum sind Herzglykoside nicht ausschliesslich herzselektiv?
Die Na+/K+-ATPase kommt in vielen Zelltypen vor; auch andere Organe können betroffen sein.
82
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Welche typischen Vergiftungszeichen können Herzglykoside verursachen?
Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen und Herzrhythmusstörungen.
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Was ist der strukturelle Unterschied zwischen Digoxin und Digitoxin?
Digoxin besitzt eine zusätzliche 12β-OH-Gruppe.
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Welcher Wirkstoff ist polarer: Digoxin oder Digitoxin?
Digoxin, wegen der zusätzlichen OH-Gruppe.
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Wie unterscheiden sich die oralen Bioverfügbarkeiten von Digoxin und Digitoxin laut Skript?
Digoxin: etwa 70–90 %; Digitoxin: ungefähr 100 %. Richtwerte, abhängig von der Zubereitung.
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Wie unterscheiden sich die Eliminationswege von Digoxin und Digitoxin?
Digoxin: überwiegend renal. Digitoxin: überwiegend hepatischer Metabolismus, mit enterohepatischem Kreislauf.
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Warum wirkt Digitoxin länger als Digoxin?
Langsamere Elimination und enterohepatische Rückführung → stärkere Kumulationsneigung.
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Welcher Digitaliswirkstoff ist bei eingeschränkter Nierenfunktion besonders kritisch?
Digoxin: verminderte renale Ausscheidung → Anreicherung.
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In welchen ausgewählten Situationen werden Digitalisglykoside eingesetzt?
Bei ausgewählter Herzinsuffizienz und zur Frequenzkontrolle bei Vorhofflimmern.
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Warum erhöht Hypokaliämie das Herzglykosid-Vergiftungsrisiko?
Weniger K+ begünstigt die Herzglykosidbindung an die Na+/K+-ATPase.
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Welche Faktoren sind für eine sichere Digitalistherapie wichtig?
Nierenfunktion, Kalium, Wechselwirkungen und gegebenenfalls Wirkstoffspiegel.
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Was bedeutet bessere Steuerbarkeit eines Herzglykosids?
Die Wirkung klingt nach Dosisänderung oder Absetzen schneller ab; die geringe therapeutische Breite bleibt bestehen.
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Welche Droge und Glykoside liefert Digitalis lanata?
Blätter des Wolligen Fingerhuts; Lanatoside A–C, Ausgangsstoffe u. a. für Digoxin. Plantaginaceae (früher Scrophulariaceae).
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Welche Droge und Glykoside liefert Digitalis purpurea?
Blätter des Roten Fingerhuts; Purpureaglykoside, u. a. Vorstufen von Digitoxin. Plantaginaceae (früher Scrophulariaceae).
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Welche Droge und welches Glykosid liefert Convallaria majalis?
Maiglöckchenkraut, z. B. Convallatoxin; Asparagaceae (früher Convallariaceae).
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Welche Droge und welches Glykosid liefert Adonis vernalis?
Adoniskraut, z. B. Cymarin; Ranunculaceae.
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Woher stammt Ouabain und warum ist es oral schlecht verfügbar?
Aus Samen von Strophanthus gratus (Apocynaceae); viele OH-Gruppen → hohe Polarität, orale Bioverfügbarkeit laut Skript unter 5 %.
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Woher stammt Proscillaridin und zu welcher Stoffgruppe gehört es?
Meerzwiebel, Drimia maritima (= Urginea maritima); Asparagaceae (früher Hyacinthaceae). Bufadienolid, orale Bioverfügbarkeit laut Skript etwa 30–35 %.
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Woher stammt Uzarin und wofür werden Uzaraextrakte verwendet?
Wurzel von Xysmalobium undulatum (Apocynaceae); Cardenolid. Extrakte gegen akuten Durchfall und Bauchkrämpfe.
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Welche drei Zubereitungstypen unterscheidet die weltweite Übersicht im Skript?
Extrakt: Cardiol C, Polen. Reinstoff: Strophanthin-Injektion, Ukraine. Potenzierte Zubereitung: Scilla comp., Deutschland. Vermarktung beweist keine Wirksamkeit.