Bio Kl Nr
Struktur | Beschreibung (Fachlich präzise) | Stabilisierende Wechselwirkungen |
Primärstruktur | Spezifische Abfolge (Sequenz) der Aminosäuren. | Peptidbindungen (kovalent) |
Sekundärstruktur | Lokale räumliche Anordnung der Polypeptidkette ( α α-Helix oder β β-Faltblatt). | Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den Peptidgruppen. |
Tertiärstruktur | Übergeordnete Dreidimensionale Faltung der gesamten Polypeptidkette. | Van-der-Waals-Kräfte, Ionenbindungen, H-Brücken, Disulfidbrücken (Reste-Interaktion). |
Quartärstruktur | Räumlicher Zusammenschluss von zwei oder mehr Polypeptidketten zu einem Proteinkomplex. | Wie Tertiärstruktur (zwischen verschiedenen Ketten). |
Begriff | Fachliche Definition | Beispiel |
Substratspezifität | Ein Enzym kann aufgrund der komplementären Form seines aktiven Zentrums nur ein ganz bestimmtes Substrat binden (Schlüssel-Schloss-Prinzip oder Induced-fit). | Die Urease bindet nur Harnstoff, aber keine anderen Stoffe. |
Wirkungsspezifität | Ein Enzym katalysiert von mehreren theoretisch möglichen Reaktionen eines Substrats nur eine ganz bestimmte Reaktionsart. | Die Glucose-Oxidase oxidiert Glucose immer zu Gluconsäure und macht nichts anderes damit. |
Hemmungstyp | Mechanismus | Ort der Bindung | Auswirkung auf v m a x vmax |
Kompetitive Hemmung | Inhibitor ähnelt dem Substrat und konkurriert um den Platz. | Aktives Zentrum | Wird bei hoher Substratkonzentration erreicht (Hemmstoff wird verdrängt). |
Allosterische Hemmung | Inhibitor verändert durch Bindung die Form des Enzyms. | Allosterisches Zentrum(fernab vom aktiven Z.) | Wird nicht erreicht, da Enzyme deformiert und inaktiv sind. |
Irreversible Hemmung | Hemmstoff bindet dauerhaft (fest) an das Enzym. | Aktives Zentrum oder andere Stellen. | Sinkt dauerhaft, da Enzyme dauerhaft zerstört/blockiert sind. |
Faktor | Kurvenverlauf | Fachliche Begründung des Verlaufs |
Temperatur (Anstieg) | Exponentieller Anstieg | RGT-Regel: Höhere Temperatur führt zu schnellerer Teilchenbewegung (Brownsche Molekularbewegung). Die Treffwahrscheinlichkeit von Enzym und Substrat steigt. |
Temperatur (Abfall) | Steiler Abfall nach dem Optimum | Thermische Denaturierung: Die thermische Eigenbewegung der Proteinmoleküle wird so stark, dass schwache Wechselwirkungen (H-Brücken, Ionenbindungen) brechen. Die Konformation des aktiven Zentrums geht verloren. |
pH-Wert | Glockenförmige Optimumkurve | Jedes Enzym hat ein pH-Optimum (z.B. Pepsin pH 2). Abweichungen verändern die Ladung der Aminosäurereste. Dies stört die Ionenbindungen der Tertiärstruktur -> Denaturierung. |
Substrat-konzentration | Sättigungskurve(Hyperbel) | Zunächst steigt die Rate proportional an. Bei hohen Konzentrationen tritt Sättigung ein, da alle aktiven Zentren der Enzyme permanent besetzt sind (maximale Wechselzahl). |
Schwermetalle(z.B. Blei, Quecksilber) | Totalverlust der Aktivität | Irreversible Hemmung: Schwermetallionen binden fest an die Aminosäurereste (oft Schwefelgruppen) und zerstören die Tertiärstruktur dauerhaft. |
Begriff | Wirkungsweise (Fachsprache) | Ziel/Effekt |
Allosterische Hemmung | Ein Inhibitor bindet an das allosterische Zentrum (nicht das aktive Zentrum). Dies führt zu einer Konformationsänderung des aktiven Zentrums, sodass das Substrat nicht mehr binden kann. | Regulation der Enzymaktivität; v m a x vmax wird nicht erreicht. |
Allosterische Aktivierung | Ein Effektor bindet an das allosterische Zentrum und bringt das aktive Zentrum erst in die passgenaue Form für das Substrat. | "Anschalten" eines Enzyms, wenn es benötigt wird. |
Endprodukthemmung(Feedback-Hemmung) | Das Endprodukt einer langen Reaktionskette hemmt das erste Enzymdieser Kette allosterisch. | Verhindert die Überproduktion von Stoffen und spart Ressourcen der Zelle. |
Kompetitive Hemmung | Ein Hemmstoff konkurriert mit dem Substrat um die Bindung am aktiven Zentrum. | Kann durch Erhöhung der Substratkonzentration aufgehoben werden. |
Modell | Erklärung |
Schlüssel-Schloss-Prinzip | Substrat und aktives Zentrum passen von Anfang an starr zusammen wie ein Schlüssel ins Schloss. |
Induced-fit-Modell | Das aktive Zentrum ist nicht völlig starr. Erst durch die Annäherung des Substrats verändert das Enzym seine Form leicht, um das Substrat optimal zu umschließen (wie ein Handschuh, der sich der Hand anpasst). |
Modell / Experiment | Kerninhalt / Bedeutung |
Gorter & Grendel | Entdeckung der Lipiddoppelschicht: Die Fläche der Lipide einer Zelle ist doppelt so groß wie die Zelloberfläche. |
Davson-Danielli | Sandwich-Modell: Proteine liegen als starre Schichten auf den Lipiden. (Widerlegt durch Fotobleichverfahren!). |
Flüssig-Mosaik-Modell | Aktuelles Modell: Proteine schwimmen beweglich in der zähflüssigen Lipidschicht (Lateraldiffusion). |
Glykokalyx | Kohlenhydratketten an der Außenseite der Membran; dienen der Zellerkennung (Zell-Fingerabdruck). |
Begriff | Fachliche Definition |
Grundbauplan Aminosäure | Zentrales C-Atom, Aminogruppe ( − N H 2 −NH2 ), Carboxylgruppe ( − C O O H −COOH), H-Atom und ein variabler Rest (R). |
Peptidbindung | Kovalente Bindung zwischen der Carboxylgruppe einer Aminosäure und der Aminogruppe der nächsten unter Wasserabspaltung. |
Polypeptid | Kette aus vielen (über 10) Aminosäuren, die durch Peptidbindungen verknüpft sind. |
Konformation | Die spezifische räumliche Drei-Dimensionale-Faltung eines Proteins, die über seine Funktion entscheidet. |
Zustand | Beschreibung des Vorgangs |
Isotonisch | Konzentration außen = innen. Netto-Wasserfluss ist Null. |
Hypertonisch | Konzentration außen höher als innen. Zelle verliert Wasser durch Osmose. |
Hypotonisch | Konzentration außen niedriger als innen. Wasser strömt in die Zelle ein. |
Plasmolyse | In hypertonischer Lösung schrumpft der Protoplast einer Pflanzenzelle und löst sich von der Zellwand. |
Deplasmolyse | Umkehrung der Plasmolyse in hypotonischer Lösung; der Protoplast dehnt sich wieder aus bis zum Turgor. |
Turgor | Der Zellinnendruck, der gegen die Zellwand drückt und der Pflanze Stabilität verleiht. |
Begriff | Definition / Erklärung für Quizlet (J1-Niveau) |
Selektiv permeabel | Eigenschaft der Biomembran, nur bestimmte Stoffe (kleine, ungeladene Moleküle oder Wasser) durchzulassen, während andere zurückgehalten werden. |
Brownsche Molekularbewegung | Eigenbewegung von Teilchen aufgrund von thermischer Energie; die physikalische Ursache für Diffusion. |
Diffusion | Passiver Prozess, bei dem sich Teilchen aufgrund ihrer Eigenbewegung entlang ihres Konzentrationsgradienten vom Ort hoher zum Ort niedriger Konzentration verteilen. |
Osmose | Einseitig gerichtete Diffusion von Wasser durch eine selektiv permeable Membran zum Ort der höheren Teilchenkonzentration (Sogwirkung). |
Osmotischer Druck | Der Druck, den gelöste Teilchen in einer Lösung "ausüben", um den Einstrom von Wasser durch eine Membran zu bewirken. |
Turgor (Turgordruck) | Der Innendruck in Pflanzenzellen, der entsteht, wenn Wasser in die Vakuole einströmt und das Plasma gegen die Zellwand drückt. |
Plasmolyse | Vorgang in Pflanzenzellen in einer hypertonischen Umgebung: Der Protoplast schrumpft und löst sich von der Zellwand aufgrund von Wasserverlust. |
Deplasmolyse | Umkehrung der Plasmolyse: In einer hypotonischen Umgebung strömt Wasser in die Zelle ein, und der Protoplast legt sich wieder an die Zellwand an. |
Isotonisch | Zwei Lösungen besitzen die gleiche Konzentration an gelösten Teilchen; es findet kein Netto-Wasserfluss statt. |
Hypertonisch | Die Lösung mit der höheren Konzentration an gelösten Teilchen (führt bei Zellen zu Wasserverlust). |
Hypotonisch | Die Lösung mit der geringeren Konzentration an gelösten Teilchen (führt bei Zellen zu Wasseraufnahme). |
Erleichterte Diffusion | Passiver Transport entlang des Gradienten durch spezifische Kanal- oder Carrier-Proteine. |
Carrier-Protein | Membranprotein, das durch eine Konformationsänderung spezifische Moleküle (z. B. Glucose oder Fructose) über die Membran transportiert. |
Aquaporine | Spezielle Kanalproteine in der Biomembran, die ausschließlich für den schnellen Transport von Wassermolekülen zuständig sind. |
Fließgleichgewicht | Ein Zustand bei offenen Systemen, bei dem ständig Stoffe aufgenommen und abgegeben werden, die Konzentrationen im Inneren aber konstant bleiben. |
Begriff | Definition / Erklärung für Quizlet (J1-Niveau) |
Aktiver Transport | Transport von Stoffen gegen ihren Konzentrationsgradienten unter Verbrauch von Energie (meist in Form von ATP). |
Primär aktiver Transport | Energie wird direkt aus der Hydrolyse von ATP gewonnen (z. B. Natrium-Kalium-Pumpe), um Ionen/Moleküle zu transportieren. |
Sekundär aktiver Transport | Der Transport erfolgt indirekt: Ein Ionengradient (oft N a + Na+) wird unter ATP-Verbrauch aufgebaut; beim Rückfluss dieser Ionen werden andere Stoffe (z. B. Glucose) mitbewegt. |
Natrium-Kalium-Pumpe | Ein Antiport-System, das unter ATP-Verbrauch 3 N a + Na+ nach außen und 2 K + K+ nach innen pumpt; essenziell für das Ruhepotential. |
Symport | Ein Co-Transport, bei dem zwei verschiedene Stoffe gleichzeitig in die gleiche Richtung transportiert werden (z. B. Glucose-Na+-Symport). |
Antiport | Ein Transportvorgang, bei dem zwei Stoffe gleichzeitig in entgegengesetzte Richtungen bewegt werden. |
Phospholipide | Hauptbestandteil der Biomembran; bestehen aus einem hydrophilen (polaren) Kopf und zwei hydrophoben (unpolaren) Fettsäureresten (amphiphil). |
Gesättigte Fettsäuren | Fettsäuren ohne Doppelbindungen in der Kohlenwasserstoffkette; sie sind gestreckt und führen zu einer geringeren Membranfluidität. |
Ungesättigte Fettsäuren | Besitzen eine oder mehrere Doppelbindungen, die einen Knick im Molekül verursachen; dies lockert die Packung der Lipide auf und erhöht die Fluidität. |
Esterbindung | Die chemische Bindung zwischen den Hydroxygruppen des Glycerins und der Carboxygruppe einer Fettsäure unter Wasserabspaltung (Kondensation). |
Van-der-Waals-Kräfte | Schwache Wechselwirkungen zwischen den unpolaren Kohlenwasserstoffketten der Lipide, die den Zusammenhalt der Membran beeinflussen. |
Membranfluidität | Der Grad der Beweglichkeit der Lipide und Proteine innerhalb der Membran; abhängig von Temperatur und dem Anteil ungesättigter Fettsäuren. |
Triglycerid (Fett) | Ein Molekül aus einem Glycerin-Rest und drei veresterten Fettsäuren; dient primär als Energiespeicher. |
Begriff | Definition / Erklärung für Quizlet (J1-Niveau) |
Endocytose | Aktive Aufnahme von Stoffen in die Zelle durch Einstülpung der Zellmembran und Abschnürung von Vesikeln. |
Pinocytose | "Zelltrinken": Eine Form der Endocytose, bei der flüssige oder gelöste Stoffe aufgenommen werden. |
Phagocytose | "Zellfressen": Aufnahme größerer Feststoffe (z. B. Bakterien durch Makrophagen/Leukozyten). |
Exocytose | Ausschleusen von Stoffen (z. B. Abfallstoffe oder Sekrete) aus der Zelle, wobei die Vesikelmembran mit der Zellmembran verschmilzt. |
Lysosom | Vesikel, das Verdauungsenzyme enthält; verschmilzt mit Phagosomen zum Phagolysosom, um deren Inhalt zu zersetzen. |
Carrier-Sättigung | Zustand, bei dem alle verfügbaren Carrier-Proteine besetzt sind; die Transportgeschwindigkeit erreicht ein Maximum und steigt trotz höherer Substratkonzentration nicht weiter an. |
Sichelzellanämie | Erbkrankheit, die auf einer Punktmutation beruht; eine Veränderung der Primärstruktur(Aminosäuresequenz) führt zu einer Fehlfaltung des Hämoglobins. |
Punktmutation | Genetische Veränderung, bei der nur eine einzige Nukleotidbase in der DNA ausgetauscht wird; kann gravierende Folgen für die Proteinfunktion haben. |
Primärstruktur | Die unterste Ebene der Proteinstruktur: Die exakte Reihenfolge (Sequenz) der Aminosäuren in einer Polypeptidkette. |
Membranfluss | Der ständige Prozess der Membranumschichtung zwischen Zellorganellen (z. B. Golgi-Apparat, ER) und der Zellmembran durch Vesikel. |