2. Kognitive Fähigkeiten
Gründe für Fehlleistungen im Gehirn:
Vergänglichkeit: nicht gebrauchte Gedächtnisinhalte verblassen.
Geistesabwesenheit: mangelnde Aufmerksamkeit
Blockierung: Vorhanden aber momentan nicht abrufbar
Verdrängung: Informationen werden unbewusst aus dem Gedächtnis ausgeschlossen, um emotionale Belastungen zu vermeiden.
Wichtige Erkenntnis:
Unser Gedächtnis arbeitet nicht fehlerfrei. Viele Erinnerungen sind nicht wahrheitsgtreu, sondern eingefärbt von Stimmungen und späteren Erfahrungen. Die Ursachen der Fehlleistungen liegen im Bemühen des Gehirns, sich nur das Wesentliche zu merken.
Gedächtnishämmungen und Gedächtnistäuschungen:
positiver Transfer: Das Phänomen, bei dem das Lernen einer neuen Fähigkeit durch bereits erworbene Kenntnisse erleichtert wird, führt zu einer verbesserten Leistung in verwandten Bereichen.
negativer Transfer: Das Phänomen, bei dem das Lernen einer neuen Fähigkeit durch bereits erworbene Kenntnisse erschwert wird, was zu einer schlechteren Leistung in verwandten Bereichen führen kann.
Gedächtnishemmungen von Hubert Rohracher:
Affektive Hemmung → starke Gefühle können lernen blockieren
Assoziative Hemmung → es fällt schwer einen Gedächtnisinhalt der bereits mit einem verknüpft ist mit einem neuen zu verbinden
Ähnlichkeitshemmung → sie tritt auf, wenn eine Vielzahl ähnlicher Informationen die Abrufbarkeit eines spezifischen Gedächtnisinhalts verringert und dadurch das Lernen erschwert.
Retroaktive Hemmung → 2 Inhalte werden gelernt, 1. verdrängt den 2.
Proaktive Hemmung → 2 Inhalte werden gelernt, 1 verdrängt den 2.
Ekphorische Hemmung → kurz vor Wiedergabe des Gelernten erfolgt neuer Imput
False-Memory-Syndrom:
Beschreibt eine Täuschung, bei der Inhalte fehlerhaft oder fälschlich erinnert werden.
Bsp.: Angler-nach 10 mal Erzählen, wird der Fisch immer größer!
Fehlinformationseffekt
Es werden falsche Informationen in unserer Erinnerung eingebaut (Begriff wurde geprägt von Elizabeth Loftus)
Lost in the Mall Experiment:
In diesem Experiment wurde Probanden eine gefälschte, aber plausible Geschichte über einen verlorenen Tag im Einkaufszentrum erzählt, was bei vielen von ihnen zu den lebhaften Erinnerungen an ein nie tatsächlich stattgefundenes Ereignis führte. Dieses Experiment verdeutlicht, wie leicht Erinnerungen manipuliert werden können und dass selbst Personen, die überzeugt sind, derartige Ereignisse erlebt zu haben, in Wirklichkeit Opfer von Fehlinformationen sind.
Demenz
Demenz bei Alzheimer - Krankheit 60-80%
Die Alzheimer Krankheit ist eine primär degenerative (rückbildende) zebrale Krankheit mit unbekannter Ursache und charakteristischen neuropathologischen und neurochemischen Merkmalen. Sie beginnt mest schleichend und entwickelt sich langsam aber stetig über einen Zeitraum von mehreren Jahren (7/8 Jahre)
In Zellen werden Proteine gebildet und bei Alzheimer wird übermäßig Eiweiß ablagert, was zur Bildung von Plaques aus Beta-Amyloid führt, die die Kommunikation zwischen Nervenzellen beeinträchtigen und deren Absterben fördern.
Fibrillen aus Tau die ebenfalls übermäßig abgelagert werden, destabilisieren das Zytoskelett der Nervenzellen und tragen zur neuronalen Degeneration bei.
Vaskuläre Demenz 15-20%
Durchblutungsstörung Mikroinfarkte im Bereich der Hirnrinde. Ähnliches Krankheitsbild wie die Alzheimer-Demenz
Frontotemporale Demenz
überwiegend Verhaltensauffälligkeiten, oftmals gepaart mit enthemmten Verhalten (Präfrontaler Korex)
Verlust von sozialer Emphatie, Teilnahmslosigkeit Reizbarkeit und Tatlosigkeit
Diagnostische zu Beginn oft schwierig weil Verwechslung mit psychischen Störungen wie Depression, Burn-out Syndrom, Schizophrenie oder Manie.
Gedächtnisstörung erst im späteren Verlauf, Erstmanifestation meist zw. 50 und 60 Jahren
Demenz bei Parkinson und Lowy Body Demenz
Demenz bei Parkinson
Meist ca. 1 Jahrzehnt nach der Diagnose erste demntielle Symptome (30-40 %)
Aufmerksamkeitsstörung oder Kognitive Verlangsamung. Häufig als “Mild cognitive impairment” bzw. leichte kognitive Störung bezeichnet.
Begleitend psychische Symptome wie z.B. Halluzinationen
Lewy-Body Demenz
spezielle Eiweißablagerung, sogenannte Lewy- Körperchen
begleitend, psychische Symptome wie z.B. Halluzinationen oder Wahnvorstellungen bei der Lewy-Körperchen-Demenz häufiger als bei Parkinson Demenz