Extrem- und Trendsport

EXTREMSPORT

  • Definition:   - Extremsport bezeichnet die Herausforderungen an die äußersten sportlichen Grenzen.   - Umfasst außergewöhnliche technische, logistische, körperliche oder psychische Herausforderungen.   - Oft mit hohen Risiken verbunden.   - Die Grenze zwischen „normalem“ Sport und Extremsport ist nicht eindeutig.   - Abgrenzung abhängig von:     - Leistung     - Umfeld     - Risiko

  • Unterschied zu Risikosport:   - Extremsport konzentriert sich oft auf hohe Ausdauerleistungen oder extreme Bedingungen (z.B. Ultra-Distanzen unter schwierigen klimatischen Umständen).   - Risikosport bezieht sich auf Sportarten, bei denen Fehler schnell zu schweren oder tödlichen Verletzungen führen können (z.B. große Höhe, hohe Geschwindigkeit, fehlende Absicherung).   - Eckpunkte des Extremsports:     - Nicht nur spektakulär, sondern auch ein Maß an Herausforderung (Grenzerfahrung).     - Oft erhöhte Risiken oder extreme Bedingungen.

TRENDSPORT

  • Definition:   - Trendsport wird oft in der Sportwelt verwendet, jedoch nicht einheitlich definiert.   - In der Fachliteratur:     - Bezieht sich auf neue oder sich verändernde Bewegungsformen.     - Piniel (2013) definiert Trendsport als:       - Innovative, unnormierte und informelle Bewegungspraktiken.       - Abgrenzung vom etablierten Sport.       - Neue Sportverständnis.       - Gewinnen über einen längeren Zeitraum bei breitem Publikum an Beliebtheit.   - Kernaspekte des Trendsports:     - Innovation     - Verbreitung     - (anfänglich) informelle Organisation.

KÖRPERLICHE REAKTIONEN BEI EXTREMEN LEISTUNGEN

  • Reaktion auf extreme Belastung:   - Bewusste Anstrengung an die Belastungsgrenzen des Körpers.   - Körperteile betroffen: Herz, Muskeln, Lunge, Sehnen, Nervensystem.   - Fight-or-Flight-Reaktion:     - Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin.     - Anstieg von Herzfrequenz, Atmung, Blutzuckerspiegel.     - Bereitstellung von schneller Energie.   - Tunnelblick: vollständige Fokussierung auf das Ziel.  

  • Langfristige Belastungen:   - Intensives Training notwendig für extreme Leistungen:     - Muskeln wachsen.     - Herz und Lunge arbeiten effizienter.   - Mögliche Überlastungen:     - Entzündungen, Verschleiß.     - Hormonelle Störungen, Schlafprobleme, mentale Erschöpfung.   - Anpassung des Körpers:     - Verbesserung von Kraft, Ausdauer, Sauerstoffaufnahme.   - Risiko ohne ausreichende Regeneration:     - Verletzungen, Herz-Kreislauf-Probleme, geschwächtes Immunsystem, langfristige Schäden.   - Der Extremsport bleibt nur mit Pausen, Erholung und Respekt vor den eigenen Grenzen eine gesunde Herausforderung.

FLOW-EFFEKT

  • Definition:   - Der Flow-Effekt ist ein Zustand extremer Konzentration und innerer Klarheit.   - Häufig im Extremsport zu beobachten.   - Alltagssorgen treten in den Hintergrund, Fokus auf die aktuelle Bewegung.

  • Einflussfaktoren auf den Flow-Zustand:   - Gleichgewicht zwischen Herausforderung und Fähigkeit:     - Aufgabe sollte weder zu leicht noch zu schwer sein.   - Klare Ziele:     - Kenntnis über das, was erreicht werden soll, ist wichtig.   - Direktes Feedback:     - Sofortige Rückmeldungen über Leistung.   - Innere Motivation:     - Tätigkeit soll Freude bereiten und nicht nur belohnungsgesteuert sein.   - Gefühl von Kontrolle:     - Sicherheit in den eigenen Handlungen.   - Passende Umgebung:     - Unterstützung ohne Ablenkungen.   - Bezug zu eigenen Interessen und Werten:     - Tätigkeit entspricht persönlichen Werten.   - Klare Regeln und Struktur:     - Orientierung durch Regeln und Abläufe.   - Selbstbestimmung:     - Möglichkeit, eigene Entscheidungen zu treffen.

  • Körperliche Reaktionen während des Flow-Zustands:   - Ausschüttung von Neurotransmittern (z.B. Dopamin).   - Erzeugung von Glücksgefühlen.   - Gefahr: Der Körper gewöhnt sich an den Dopaminausstoß, was zu steigenden Reizbedarfen führen kann.   - Gefahr der ständigen Jagd nach höheren Herausforderungen im Extremsport.

FALLBEISPIEL: EVELYNE BINSACK

  • Überblick:   - Evelyne Binsack ist eine bekannte Schweizer Extremsportlerin, Bergführerin, Abenteurerin und Autorin.   - Erreichte bedeutende Höhen in ihrer Karriere:     - Erste Schweizerin auf dem Mount Everest.     - 484-tägige Expedition zum Südpol und später zum Nordpol.   - Eine der wenigen Personen weltweit, die sowohl den Mount Everest als auch die Pole ohne motorisierte Hilfe erreicht hat.

  • Risiken des Extremsports:   - Mit 17 Jahren geriet Binsack in eine extrem gefährliche Situation.   - Aktuelle Unglücke im Bergsport verdeutlichen die Gefahren:     - Tödlicher Sturm auf der Haute Route im Wallis (2024).

  • Nach dem Abenteuer:   - Trotz Rückschlägen hielt sie an ihrem Traum fest.   - Veröffentlichung von Büchern und internationale Vorträge.   - Inspiration für andere im Umgang mit Angst und extremen Herausforderungen.