Personenzentrierte Theorie nach Carl Rogers (=humanistisch)
Grundannahmen
Mensch strebt nach Entwicklung und Entfaltung
Jedes Leben trägt Wachstumspotential in sich
Wachstumspotential = Antriebskraft
Selbstbestimmung und Autonomie elementar
Kernbegriffe
Selbstkonzept
Aktualisierungstendenz
(Selbst-)Aktualisierungstendenz
Angeborene Antriebskraft für menschliches Handeln: sich entwickeln, Autonomie erreichen und Selbstbestimmung erlangen
Organismus soll erhalten/gefördert werden
Selbstaktualisierungstendenz: Streben danach, das Selbst zu sein, welches man in Wahrheit ist
Voraussetzung für AT + SAT: Offenheit für neue Erfahrungen
Selbstkonzept
Sichtweise von sich selbst bzw. individuelle Wahrnehmungsart:
von sich selbst/seinen Eigenschaften
von sich selbst in Beziehungen
von sich selbst in verschiedenen Lebensaspekten
Erfahrungen => Entstehung + Veränderung vom SK
Flexibles SK
Hohe Selbstachtung + Kongruenz, also …
Offen für neuen, nicht ins bisherige SK passenden Erfahrungen
Starres SK
Niedrige Selbstachtung + Inkongruenz, also …
Mensch ist unsicher und entwickelt Ängste vor nicht ins SK passenden Erfahrungen
Selbst-Ideal = Teil vom SK
Selbst, was man gerne wäre
Erfahrungen durch Erziehung - Wichtige Begriffe
Erfahrungen => Entstehung + Veränderung vom SK
bewusste Augenblicke
hängen mit aktiven Erinnerungen, Gefühlen, persönlichen Bedeutungen zusammen
Bedingungslose positive Beachtung
Bedürfnis jedes Menschen
Positive Beachtung von Person, unabhängig von Verhalten, Gefühlen, Meinungen der Person
Innerer Bezugsrahmen
subjektive Welt des Individuums, welches nur Individuum selbst vollkommend kennt
Positive Beachtung => reine (eigene) Existenz ist genug für positive Zuwendung von anderen
Bedürfnis jedes Menschen
Haltung der …
… Wärme
… Liebe
… Respekt
… Sympathie
… Anerkennung
Positive Selbstbeachtung => hohe Selbstachtung
Erfahrungen mit sich selbst ist sehr befriedigend unabhängig von Austauschprozess mit anderen
Selbstachtung
Sich selbst gegenüber empfundene Wertschätzung
Erfahrung durch Erziehung - Prozess
Erziehung mit bedingungsloser positiver Beachtung ist gekennzeichnet durch empathisches Verstehen des inneren Bezugsrahmen
Empathie(-isches Verstehen) = Sich-hinein-versetzen in inneren Bezugsrahmen einer anderen Person =/= Identifikation
Bedingungslose positive Beachtung =>
optimale Entwicklung des Kindes
Ermöglicht, neue Erfahrungen nach tatsächlichen Wert für AT einzuschätzen
Positive Beachtung an Bedingungen verknüpft =>
Integration der Bedingungen in SK
neue Erfahrungen gemäß Bewertungsbedingungen beurteilt
Positive Selbstbeurteilung nur durch Einhaltung der Bewertungsbedingungen möglich
Umgang mit Erfahrungen
Organismischer Bewertungsprozess
Bewertung neuer Erfahrungen hinsichtlich Nutzen für Aktualisierungstendenz
Für eigene Entwicklung + Selbstbestimmung förderlich wahrgenommene Erfahrungen = positiv + weitere Anstrebung
Für eigene Entwicklung + Selbstbestimmung hinderlich wahrgenommene Erfahrungen = negativ + Vermeidung
Kongruenz
Neue Erfahrungen werden exakt wahrgenommen und in dieser exakten Form in eigenes SK integriert
Kennzeichen des flexiblen SK
=> Offenheit für neue Erfahrungen
d.h.: Erfahrungen =/= Bedrohung + psychischer Ausgleich
Inkongruenz
Widerspruch zwischen SK und vom Organismus bewerteten, neuen Erfahrungen
Widerspruch = Bedrohung
=> Abwehrverhalten (ggü. der Erfahrung, weil s.o.: Aufrechterhaltung/Förderung des Organismus) = Psychische Fehlanpassung
Verzerrung der Erfahrung = Wahrnehmung so verändert/interpretiert, dass es mit SK wieder übereinstimmt
Verleugnung der Erfahrung = Wahrnehmungsverweigerung