Personenzentrierte Theorie nach Carl Rogers (=humanistisch)

  • Grundannahmen

    • Mensch strebt nach Entwicklung und Entfaltung

    • Jedes Leben trägt Wachstumspotential in sich

    • Wachstumspotential = Antriebskraft

    • Selbstbestimmung und Autonomie elementar

  • Kernbegriffe

    • Selbstkonzept

    • Aktualisierungstendenz


  1. (Selbst-)Aktualisierungstendenz

    • Angeborene Antriebskraft für menschliches Handeln: sich entwickeln, Autonomie erreichen und Selbstbestimmung erlangen

    • Organismus soll erhalten/gefördert werden

    • Selbstaktualisierungstendenz: Streben danach, das Selbst zu sein, welches man in Wahrheit ist

    • Voraussetzung für AT + SAT: Offenheit für neue Erfahrungen

  2. Selbstkonzept

    • Sichtweise von sich selbst bzw. individuelle Wahrnehmungsart:

      • von sich selbst/seinen Eigenschaften

      • von sich selbst in Beziehungen

      • von sich selbst in verschiedenen Lebensaspekten

    • Erfahrungen => Entstehung + Veränderung vom SK

      Flexibles SK

      • Hohe Selbstachtung + Kongruenz, also …

      • Offen für neuen, nicht ins bisherige SK passenden Erfahrungen

    • Starres SK

      • Niedrige Selbstachtung + Inkongruenz, also …

      • Mensch ist unsicher und entwickelt Ängste vor nicht ins SK passenden Erfahrungen

    • Selbst-Ideal = Teil vom SK

      • Selbst, was man gerne wäre

  3. Erfahrungen durch Erziehung - Wichtige Begriffe

    • Erfahrungen => Entstehung + Veränderung vom SK

      • bewusste Augenblicke

      • hängen mit aktiven Erinnerungen, Gefühlen, persönlichen Bedeutungen zusammen

    • Bedingungslose positive Beachtung

      • Bedürfnis jedes Menschen

      • Positive Beachtung von Person, unabhängig von Verhalten, Gefühlen, Meinungen der Person

    • Innerer Bezugsrahmen

      • subjektive Welt des Individuums, welches nur Individuum selbst vollkommend kennt

    • Positive Beachtung => reine (eigene) Existenz ist genug für positive Zuwendung von anderen

      • Bedürfnis jedes Menschen

      • Haltung der …

        • … Wärme

        • … Liebe

        • … Respekt

        • … Sympathie

        • … Anerkennung

    • Positive Selbstbeachtung => hohe Selbstachtung

      • Erfahrungen mit sich selbst ist sehr befriedigend unabhängig von Austauschprozess mit anderen

    • Selbstachtung

      • Sich selbst gegenüber empfundene Wertschätzung

  4. Erfahrung durch Erziehung - Prozess

    • Erziehung mit bedingungsloser positiver Beachtung ist gekennzeichnet durch empathisches Verstehen des inneren Bezugsrahmen

      • Empathie(-isches Verstehen) = Sich-hinein-versetzen in inneren Bezugsrahmen einer anderen Person =/= Identifikation

    • Bedingungslose positive Beachtung =>

      • optimale Entwicklung des Kindes

      • Ermöglicht, neue Erfahrungen nach tatsächlichen Wert für AT einzuschätzen

    • Positive Beachtung an Bedingungen verknüpft =>

      • Integration der Bedingungen in SK

      • neue Erfahrungen gemäß Bewertungsbedingungen beurteilt

      • Positive Selbstbeurteilung nur durch Einhaltung der Bewertungsbedingungen möglich

  5. Umgang mit Erfahrungen

    • Organismischer Bewertungsprozess

      • Bewertung neuer Erfahrungen hinsichtlich Nutzen für Aktualisierungstendenz

        • Für eigene Entwicklung + Selbstbestimmung förderlich wahrgenommene Erfahrungen = positiv + weitere Anstrebung

        • Für eigene Entwicklung + Selbstbestimmung hinderlich wahrgenommene Erfahrungen = negativ + Vermeidung

    • Kongruenz

      • Neue Erfahrungen werden exakt wahrgenommen und in dieser exakten Form in eigenes SK integriert

      • Kennzeichen des flexiblen SK

      • => Offenheit für neue Erfahrungen

      • d.h.: Erfahrungen =/= Bedrohung + psychischer Ausgleich

    • Inkongruenz

      • Widerspruch zwischen SK und vom Organismus bewerteten, neuen Erfahrungen

      • Widerspruch = Bedrohung

      • => Abwehrverhalten (ggü. der Erfahrung, weil s.o.: Aufrechterhaltung/Förderung des Organismus) = Psychische Fehlanpassung

        • Verzerrung der Erfahrung = Wahrnehmung so verändert/interpretiert, dass es mit SK wieder übereinstimmt

        • Verleugnung der Erfahrung = Wahrnehmungsverweigerung