Marketing und Verkauf im Bäckerhandwerk

Marketing und Verkauf: Verkaufsstrategien und Warenkunde Vollkornprodukte

Lernsituation: Umsatzsteigerung für Vollkornprodukte

In der Bäckerei besteht das Ziel, den Umsatz für Vollkornprodukte gezielt zu steigern. Hierzu müssen sowohl werbetechnische Maßnahmen ergriffen als auch fachlich fundierte Verkaufsargumente gegenüber dem Kunden kommuniziert werden.

Werbemöglichkeiten in der Bäckerei

Zur Steigerung der Aufmerksamkeit und Verkaufszahlen stehen folgende Instrumente zur Verfügung:

  • Schaufenstergestaltung: Originelle und aktuelle Gestaltung des Schaufensters zur Kundenansprache.
  • Werbeplakate: Einsatz von Plakaten als visueller Blickfang.
  • Verpackungsmaterial: Beschriftetes Material wie Papiertüten oder Stofftaschen.
  • Printmedien: Artikel oder Inserate in Lokalzeitungen.
  • Direktmarketing: Handzettel (Flyer) und Nutzung des Internets.
  • Einkaufstaschen: Taschen mit Firmenaufdruck zur Markenbildung.
  • Informationsmaterial: Speisekarten oder Broschüren, die mit kleinen Anekdoten angereichert sind.
Verkaufsfördernde Argumente für Vollkornprodukte

Um Kunden vom Kauf zu überzeugen, sollten folgende Vorteile hervorgehoben werden:

1. Frischhaltung und Aufbewahrung:

  • Vollkornprodukte enthalten einen hohen Anteil an quellfähigen Schalenanteilen.
  • Dies führt dazu, dass die Produkte Feuchtigkeit besser binden und somit länger frisch bleiben.

2. Besondere Eignung der Produkte:

  • Vollkornprodukte sind ein zentraler Bestandteil einer gesunden Ernährung.
  • Sie unterstützen die Gewichtsmanagement-Ziele der Kunden und helfen dabei, Übergewicht zu vermeiden.

3. Inhaltsstoffe und physiologische Wirkung:

  • Inhaltsstoffe: Reichtum an Ballaststoffen, Mineralstoffen und Vitaminen.
  • Ballaststoffe: Diese fördern aktiv die Verdauung und sorgen für ein schnelles sowie lang anhaltendes Sättigungsgefühl.
  • Mineralstoffe und Vitamine: Diese Stoffe fungieren als Reglerstoffe und sind essentiell für die allgemeine Gesundheit des menschlichen Körpers.

Ballaststoffe: Unverdauliche Nahrungsbestandteile

Im Rahmen der Verkaufsaktion ‐Gesund und fit in den Frühling" rücken ballaststoffreiche Brote in den Fokus.

Definition und chemische Einordnung

Unter Ballaststoffen versteht man Bestandteile pflanzlicher Lebensmittel, die vom menschlichen Körper nicht verdaut werden können. Sie zählen fast ausschließlich zur Gruppe der Kohlenhydrate.

Wichtige Arten von Ballaststoffen
  • Zellulose: Befindet sich vorwiegend in den Schalen der Getreidekörner.
  • Pentosane: Hierbei handelt es sich um quellfähige, ‐wassergierige" Schleimstoffe, die besonders im Roggengetreide bzw. Roggenmehl vorkommen.
  • Pektine: Diese finden sich verstärkt in Obstsorten wie Äpfeln oder Quitten.
Quellen für Ballaststoffe
  • Getreideerzeugnisse: Insbesondere Vollkornprodukte. Da die Schalen des Getreidekorns hauptsächlich aus Ballaststoffen bestehen, sind Vollkornmehl, Vollkornschrot und Mehl mit einer hohen Typenzahl besonders ballaststoffreich.
  • Weitere Produkte: Haferflocken, Knäckebrot, verschiedene Obst- und Gemüsesorten.
Aufgaben und Wirkungsweise im Körper
  1. Verdauungsförderung: Ballaststoffe regen die Darmtätigkeit an.
  2. Prävention: Sie beugen Verstopfungen vor.
  3. Sättigung: Im Magen quellen Ballaststoffe auf und füllen diesen, was zu einem lang anhaltenden Sättigungsgefühl führt.
  4. Gewichtskontrolle: Ballaststoffreiche Lebensmittel beugen Übergewicht vor und sind ideal zur Unterstützung bei Gewichtsabnahmen geeignet.

Vitamine: Essentielle Schutz- und Reglerstoffe

Der Begriff Vitamin leitet sich vom lateinischen Wort ‐Vita" ab, was ‐Leben" bedeutet.

Bedeutung und Eigenschaften
  • Vitamine sind essentielle (lebensnotwendige) Stoffe.
  • Der Körper benötigt sie in nur sehr geringen Mengen, oft im Bereich von Milligramm (mgmg).
  • Sie sind entscheidend für das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit.
  • Ein dauerhafter Vitaminmangel führt unweigerlich zu Krankheiten.
Einteilung der Vitamine

Man unterscheidet Vitamine nach ihrer Löslichkeit:

  1. Fettlösliche Vitamine:     * Vitamin A     * Vitamin D     * Vitamin E     * Vitamin K     * Merkspruch: EDEKA
  2. Wasserlösliche Vitamine:     * Vitamin B-Gruppe (B1B_{1}, B2B_{2}, B6B_{6}, B12B_{12})     * Vitamin C (Ascorbinsäure)     * Folsäure     * Niacin     * Biotin     * Pantothensäure
Vitaminbedarf und Einflussfaktoren

Der Bedarf ist individuell verschieden. Personenkreise mit erhöhtem Bedarf sind:

  • Kinder und Jugendliche in der Wachstumsphase.
  • Ältere Menschen.
  • Schwangere und stillende Mütter.
  • Kranke Menschen.

Zudem gibt es sogenannte ‐Vitaminräuber", welche den Bedarf durch äußere Umstände erhöhen:

  • Stress
  • Rauchen
  • Hoher Alkoholkonsum
  • Hoher Zuckerverzehr
  • Langfristige Einnahme von Medikamenten
Mangelerscheinungen und Empfindlichkeit

Anzeichen für einen Vitaminmangel können ständige Müdigkeit, erhöhte Nervosität, Konzentrationsschwäche, häufige Erkrankungen sowie unreine Haut sein.

Vitamine sind sehr empfindlich und können durch folgende Faktoren zerstört werden:

  • Hitze: Besonders durch langfristiges Warmhalten von Speisen.
  • Licht: Insbesondere direktes Sonnenlicht.
  • Sauerstoff: Kontakt mit der Luft führt zur Oxidation.

Detaillierte Übersicht der Vitamine und Funktionen

Fettlösliche Vitamine
  • Vitamin A:     * Aufgaben: Sehvermögen, Aufbau von Haut und Schleimhäuten.     * Vorkommen: Leber, Butter, Margarine, Eigelb, Vorstufe Carotin (in Möhren, Paprika).     * Mangelerscheinung: Nachtblindheit, Lichtempfindlichkeit, Hautschäden, Infektionsanfälligkeit.
  • Vitamin D:     * Aufgaben: Knochenbildung, Calcium- und Phosphatstoffwechsel.     * Vorkommen: Hering, Makrele, Eigelb, Milchprodukte. Bildung in der Haut durch Sonnenlicht.     * Mangelerscheinung: Entkalkung der Knochen, Rachitis bei Kindern.
  • Vitamin E:     * Aufgaben: Zellschutz.     * Vorkommen: Keimöle (Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl), Leber, Vollkornprodukte, Fisch.     * Mangelerscheinung: Äußerst selten.
  • Vitamin K:     * Aufgaben: Schutz der Körperzellen, Knochenbildung.
Wasserlösliche Vitamine
  • Vitamin C:     * Aufgaben: Aufbau von Bindegewebe, Haut, Knorpel, Knochen und Zähnen; Immunsystem.     * Vorkommen: Schwarze Johannisbeeren, Kiwi, Zitrusfrüchte, Paprika, Kartoffeln, Leber.     * Mangelerscheinung: Schwäche, Müdigkeit, Infektionsanfälligkeit, gestörte Wundheilung, Skorbut.
  • Vitamin B1B_{1}:     * Aufgaben: Kohlenhydrat-Stoffwechsel, Nerventätigkeit.     * Vorkommen: Vollkornprodukte, mageres Schweinefleisch, Hülsenfrüchte, Kartoffeln.     * Mangelerscheinung: Störungen des Nervensystems, Herzbeschwerden, Konzentrationsschwäche.
  • Vitamin B6B_{6}:     * Aufgaben: Verarbeitung von Eiweiß, Blutbildung.     * Vorkommen: Vollkornprodukte, Fleisch, Fisch, Kartoffeln, Gemüse, Bananen.     * Mangelerscheinung: Infektionsanfälligkeit, selten Hautveränderungen oder Krämpfe.
  • Vitamin B12B_{12}:     * Aufgaben: Blutbildung.     * Vorkommen: Fleisch, Fisch, Eier, Milch.     * Mangelerscheinung: Blutarmut, Nervenschäden.
  • Niacin:     * Aufgaben: Stoffwechsel (Nährstoffabbau).     * Vorkommen: Fleisch, Innereien, Getreide, Gemüse.     * Mangelerscheinung: Hautveränderungen, Nervenstörungen.
  • Folsäure:     * Aufgaben: Eiweißstoffwechsel, Zellneubildung, Blutbildung.     * Vorkommen: Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse, Vollkornprodukte.     * Mangelerscheinung: Blutarmut, Immunschwäche, Schwangerschaftskomplikationen.