VL8 Strategisches - und Change Management
Wiederholungsfragen & Brücke zur Vorlesung
Was haben Transaktionskosten mit Informationsasymmetrien zu tun?
Transaktionskosten entstehen u. a. durch .
Informationsasymmetrien (Hidden Information/Action) erhöhen diese Kosten, weil mehr Aufwand für Kontrolle & Absicherung nötig wird.
Verknüpfung: Je höher die Asymmetrie, desto höher die erwarteten Transaktionskosten – ein Kernargument der Neuen Institutionenökonomik.
Performance einer NPO (Non-Profit-Organisation)
Mehrdimensional: Mission-Erfüllung, gesellschaftlicher Impact, Effizienz, Legitimität, Stakeholder-Zufriedenheit.
Messung über Output-/Outcome-Indikatoren, z. B. , Spendervertrauen.
Minimal- vs. Maximalprinzip
Minimal:
Maximal:
Schwierigkeit der Wirkungsmessung in Verwaltungen
Mehrstufige Wirkungszusammenhänge, fehlende Counterfactuals, lange Zeithorizonte, politisch-administrative Zielpluralität.
Faktoren der Arbeitgeberattraktivität
Bezahlung, Sinnstiftung, Flexibilität, Führungskultur, Entwicklungschancen, Standort, Image.
Definitionen
Strategisches Management
Kommunikations- und Verhaltensbeeinflussungs-Prozess, der die langfristige Handlungs- & Leistungsfähigkeit sichert.
Ausrichtung: Ziel-, Wirkungs-, Nachhaltigkeits- und Ganzheitsperspektive.
Change Management
Geplanter organisatorischer Wandel von IST- zu SOLL-Zustand inkl. Planung, Durchsetzung, Kontrolle.
Leitbild „Lernende Organisation“ ⇒ kontinuierlicher, evolutionärer Prozess.
Drei Kernkomponenten jeder Strategie
Ends → Ziele, Vision, Purpose.
Ways → Vorgehensweisen, Programme, Maßnahmen.
Means → Ressourcen, Kompetenzen, Budgets.
Analyserahmen für strategisches Management
Akteure: Politik, Führungskräfte, Beschäftigte.
Prozesse: Analyse → Konzeption → Umsetzung.
Inhalte: Themen, Ziele, Strategien.
Instrumente: SWOT, BSC, Leitbild etc.
Integration: Abstimmung aller Teilaspekte.
Strategischer Wandel & organisationales Lernen: Feedback-Schleifen sichern Adaption.
Strategiezyklus (Mintzberg u. a.)
Analysen
Strategieformulierung
Strategieumsetzung
Strategieüberprüfung (Evaluation, Reporting)
Ergebnis: Schleife schließt sich; emergente Muster ("sich herausbildende Strategie") möglich.
Strategie als Plan UND als Muster
Beabsichtigte Strategie → durch den Plan gesteuert.
Realisierte Strategie = bewusste Teile + emergente Teile – unrealisierte Anteile.
Pragmatiker → beobachten Muster (Patterns) & justieren Pläne iterativ.
Strategieinhalte
Mission: Zweck & Auftrag
Vision: Zukunftsbild (X-Jahres-Horizont)
Ziele: Konkrete, messbare Ergebnisse
Strategie i. e. S.: Weg, um das Obige zu erreichen
Instrumente (Auswahl)
Analyse
SWOT, Stakeholder-Analyse, Portfolio, Benchmarking, Performance-Messung, Evaluation.
KonzeptionLeitbild, Szenarien, Balanced Scorecard, strategische Planung, Ziel-/Kennzahlen-Systeme.
UmsetzungProjekte, Budgetierung, Reorganisation, Leistungsvereinbarungen, Monitoring, Kommunikation.
Mission Statement – Leitfaden & Beispiele
Funktion: Selbstvergewisserung über Existenzberechtigung; Erwartungsmanagement der Stakeholder.
Leitfragen
Vision?
Ziele?
Prinzipien & Werte?
Strategische Stoßrichtung?
Alternativen/Optionen?
6-Schritte-Praxisleitfaden
Zweck klären ➟ nicht nur Tätigkeiten, sondern gesellschaftlicher Nutzen.
Zielgruppen konkretisieren.
Wertversprechen formulieren.
Einzigartigkeit betonen.
Klare, aktive Sprache.
Validieren & verankern („Poster ≠ gelebte Realität“).
Beispiele
BVL: Sicherheit von Lebens-, Futter-, Pflanzenschutz- & Tierarzneimitteln, Krisenmanagement, Nachhaltigkeit.
DRK: Menschlichkeit, Hilfe „allein nach Maß der Not“, weltweite Gemeinschaft.
Kombination von Instrumenten (integrierter Ansatz)
Analyse → Kennzahlen-Review, Stakeholder-Analyse, SWOT.
Konzeption → Leitbild, Zielentwicklung in Handlungsfeldern.
Umsetzung → Maßnahmenplanung, Leistungsvereinbarungen, Globalbudgets.
Führung, Kommunikation & Monitoring als Klammer.
Theoretischer Exkurs: Ressourcenabhängigkeitstheorie (Pfeffer & Salancik 1978)
Organisationen als offene Systeme benötigen externe Inputs (Geld, Wissen, Legitimität).
Abhängigkeit , wenn
Ressource kritisch für das Überleben.
Wenige Alternativen verfügbar.
Macht: Kontrolle über Ressource ⇒ Einfluss auf Organisation.
Strategien
Bridging = Allianzen, Netzwerke, Gremienbesetzung.
Buffering = Puffer, Diversifikation, Vorräte.
Lobbying, Fusionen, vertikale Integration etc.
Im Public-& Nonprofit-Sektor besonders wichtig: Finanzierung durch Politik/Spenden, Legitimität durch Öffentlichkeit.
Beispiele komplexer Strategieprozesse
Nachhaltigkeitsstrategie
Mehrjährige, partizipative Formulierung.
empfehlenswert.
Horizontale & vertikale Integration (Bund ↔ Land ↔ Kommune).
Quick Wins (Energieeffizienz-Projekte, BNE an Schulen) als Bündnis-Booster.
Digitalisierungsstrategie
Top-Level-Support essenziell.
Externes Experten-Know-how & Bürgerbeteiligung.
Eigenständiger Digitalhaushalt als Hebel.
Monitoring‐Defizit: Fehlende KPIs Risiko.
Chancen & Risiken strategischen Managements
Pro
Proaktiv ≠ reaktiv, klare Ziele, Langfrist-Fokus.
Unterstützt Kommunikation, Ressourcenallokation, interdisziplinäre Koordination.
Einbindung von Mitarbeitenden möglich.
ContraRegelmäßige Updates nötig, sonst „window dressing“.
Hohe Umweltkomplexität = Planungsunsicherheit.
Kurzfristige Krisen ⇢ nicht lösbar allein durch Strategie.
Gefahr übermäßiger Formalisierung Kreativitätsverlust.
Change Management: Grundlagen
Daueraufgabe; Anpassung an permanente Umweltveränderung.
Phasenmodelle (Lewin 3-Phasen, Kotter 8-Schritte) als Orientierung.
"Binsenweisheiten"
Betroffene zu Beteiligten machen.
Kommunikation entscheidend.
Führung muss Wandel tragen.
Qualifikation spezifischer Change-Rollen.
Typisches 8-Punkte-Rezept (Fernandez & Rainey 2017)
Dringlichkeit aufzeigen.
Plan/Strategie bereitstellen.
Interne Unterstützung, Widerstände bearbeiten.
Top-Management-Commitment sichern.
Externe Unterstützung (Politik, Stakeholder).
Ressourcen allokieren.
Wandel institutionalisieren.
Ganzheitlicher Ansatz.
"Knackpunkte" (häufige Stolpersteine)
Strategie, Führung, Kommunikation, Ressourcen, Kompetenzen, Routinen, Lernen, Kultur, Anre