FUNDAMENT DES SPORTUNTERRICHTS

Grundlagen des Sportunterrichts / Sportphysiologische und anatomische Basiskenntnisse

1. Muskelkater durch Mikrotraumatisierung

Muskelkater entsteht durch Mikrotraumatisierung, was die kleinsten Verletzungen innerhalb des Muskels beschreibt. Eine Muskelfibrille besteht in ihrer kleinsten Einheit aus Sarkomeren. Diese Sarkomere sind mit Aktin- und Myosinfilamenten ausgestattet, die für die Kontraktion und Relaxation der Muskulatur verantwortlich sind.

Die einzelnen Sarkomere sind durch sogenannte Z-Scheiben voneinander getrennt. Insbesondere bei exzentrischer Muskelarbeit, jedoch auch bei hohen und ungewohnten Belastungen, können die Z-Scheiben verbreitert oder sogar zerrissen werden. Der Schädigungsgrad ist bei schnell zuckenden Fasern (FT-Fasern) höher als bei langsam zuckenden Fasern (ST-Fasern).

Vorbeugung von Muskelkater:
  • Adäquate Steigerung der Belastungsintensität und -umfang: Um Muskelkater zu vermeiden, sollte die Intensität und der Umfang der Belastung angemessen gesteigert werden.
  • Vermeidung koordinativ schwieriger Übungen: Bei Übungsdefiziten oder Ermüdung sollten Übungen die hohe Intensität oder komplexe Bewegungsabläufe erfordern, vermieden werden.
  • Erwärmen und Abwärmen: Ein angemessenes Erwärmen und Abwärmen, das an die Belastung angepasst ist, ist wichtig.
Behandlung von Muskelkater:
  • Schonung oder geringe Belastung: Um Muskeln zu entlasten und die Heilung zu fördern, sollte man auf schonende oder reduzierte Belastungen setzen.
  • Sauna und heiße Bäder: Diese Methoden fördern eine bessere Durchblutung, was den Heilungsprozess unterstützt.
  • Vermeidung starker Massagen: Starke Massagen sollten vermieden werden, da sie den Muskelkater verstärken können.

2. Anatomische Basiskenntnisse

2.1 Der menschliche Bewegungsapparat

Der menschliche Bewegungsapparat unterteilt sich in den aktiven und passiven Bewegungsapparat. Der passive Bewegungsapparat setzt sich aus Knochen und Knorpel zusammen, während der aktive Bewegungsapparat durch Muskulatur, Sehnen, Faszien und Schleimbeutel gebildet wird.

Das menschliche Skelett

Das menschliche Skelett besteht aus über 200 Knochen, die in folgende Gruppen eingeteilt werden:

  • Schädel
  • Wirbelsäule: bestehend aus 7 Halswirbeln, 12 Brustwirbeln, 5 Lendenwirbeln und 3-5 verknöcherten Steißwirbeln.
  • Schulter- und Beckengürtel
  • Obere und untere Extremitäten

Funktionen der Knochen:

  • Stützen des Körpers.
  • Schutz der inneren Organe vor Verletzungen.
  • Ansatzpunkte für Sehnen und Bänder.
  • Speicherung und Abgabe von Mineralsalzen (insbesondere Calcium).
  • Blutbildungsort (im roten Knochenmark).
2.2 Gelenke

Gelenke sind die Verbindungsstellen zwischen Knochen und ermöglichen somit Bewegungen des Körpers. Es wird zwischen echten und unechten Gelenken unterschieden:

  • Unechte Gelenke: Diese besitzen keinen Gelenkspalt und können in bandhafte (z. B. Schädelnähte bei Kindern), knorpelhafte (z. B. Rippen) oder knochenhafte Gelenke (z. B. Steißbein) eingeteilt werden.
  • Echte Gelenke: Diese enthalten in der Regel folgende Bestandteile:
      - Gelenkspalt / Gelenkhöhle
      - Gelenkknorpel
      - Gelenkkapsel mit Gelenkflüssigkeit
      - Gelenkbänder

3. Der aktive Bewegungsapparat - Muskeln

3.1 Arten von Muskelgewebe

Es werden drei verschiedene Arten von Muskelgewebe unterschieden:

  1. Glatte Muskulatur (unwillkürliche Kontraktion):
       - Beispiel: Magenwand, Darmschleimhaut, Gefäßwände, Harnblase.

  2. Quergestreifte Muskulatur (willkürliche Kontraktion):
       - Beispiel: Skelettmuskulatur, Zunge, Harnröhre.

  3. Quergestreifte Herzmuskelzellen (unwillkürliche Kontraktion):
       - Beispiel: Herzmuskulatur.

3.2 Aufbau der Skelettmuskulatur

Die Skelettmuskulatur ist in Muskelfaserbündel unterteilt, die wiederum aus Muskelfasern bestehen. Diese bestehen aus Muskelfibrillen, die sich in Sarkomeren organisieren.

3.3 Muskelfasertypen

Man unterscheidet zwischen zwei Muskelfasertypen:

  • Langsam zuckende Fasern (ST-Fasern):
      - Geringe maximale Kraftentfaltung.
      - Hohe Ausdauerleistungsfähigkeit.

  • Schnell zuckende Fasern (FT-Fasern):
      - Hohe maximale Kraftentfaltung.
      - Geringe Ausdauerleistungsfähigkeit.

3.4 Ursachen von Muskelkater

Der Muskelkater tritt meist nach einer Beanspruchung bestimmter Muskelgruppen in individuell erhöhtem Bewegungsumfang und -intensität auf. Faktoren, die hierzu beitragen:

  • Intensität und Dauer der Belastung: Intensive, kurze Belastungen führen eher zu Muskelkater im Vergleich zu langen, umfangreichen Belastungen.
  • Arbeitsweise der Muskulatur: Exzentrische Muskelarbeit löst eher Muskelkater aus als konzentrische Muskelarbeit.
Entstehungshypothesen
  1. Muskelkater durch Ansammlung von Stoffwechselprodukten:
       - Es wird angenommen, dass eine Anhäufung von Laktat (Milchsäure) im Muskelgewebe zu einer Reizung der Muskelnerven führt, was letztlich zu Entzündungen im Muskel führt.
       - Gegenspruch: Diese Hypothese berücksichtigt jedoch nicht, dass Beschwerden häufig verspätet eintreten (Laktat ist oft schon abgebaut), und dass Muskelkater auch bei Belastungen ohne Laktatanhäufung auftreten kann.