Das Schicksal der Juden in Deutschland(1933 - 1945)

Das Schicksal der Juden in Deutschland (1933-1939)

1. Antisemitische Welle: 1933–1935

  • Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933.
  • April 1933: Boykott jüdischer Geschäfte.
  • 7. April 1933: „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“:
    • Rückgängigmachung der rechtlichen Gleichstellung der Juden.
    • Versperrung des Zugangs zu öffentlichen Ämtern und Berufen.
  • Zunehmende soziale und wirtschaftliche Ausgrenzung.
  • 1935: Nürnberger Gesetze:
    • Definition, wer als „Jude“ galt.
    • Systematische Beschneidung der Rechte der Juden.

2. Antisemitische Welle: 1936–1938

  • Zunehmende Isolation und Entrechtung der Juden.
  • Bedrohung der wirtschaftlichen Existenz.
  • Viele mussten Geschäfte aufgeben.
  • 1936–1937: ca. 108.000 Juden verließen Deutschland.
  • Restriktivere Regelungen:
    • Einschränkung der Emigration und des Transfers von Vermögenswerten ins Ausland.
  • „Reichsvertretung der deutschen Juden“:
    • Versuch, den jüdischen Bürgern zu helfen.
    • Zunehmender Druck auf die Organisation.

3. Antisemitische Welle: 1938–1939

  • Gipfel in den Novemberpogromen von 1938 (Kristallnacht):
    • Dramatische Zunahme der Gewalt gegen die jüdische Bevölkerung.
    • 8./9. November: Zerstörung von Synagogen, Plünderung von Geschäften.
    • Verschleppung jüdischer Männer in Konzentrationslager.
    • Schaden: 49,5 \text{ Millionen Reichsmark}, von der jüdischen Gemeinschaft zu begleichen.
  • Massive Auswanderungswellen:
    • 33.000 bis 40.000 Juden verließen das Land.
    • Eingeschränkte Emigrationsmöglichkeiten durch politische und wirtschaftliche Restriktionen.
    • Bis Kriegsbeginn lebten noch etwa 180.000 Juden in Deutschland.

Materialien

M 7.1 Machtübernahme durch die Nationalsozialisten

  • 1933: Grundlegende Veränderung der Rahmenbedingungen für antisemitische Politik.
  • NSDAP: Radikale antisemitische Bewegung in Regierungsverantwortung.
  • Umsetzung der seit den 1870ern geforderten Beseitigung der rechtlichen Gleichstellung der Juden.
  • Radikaler Antisemitismus als „Judenpolitik“ durch ein diktatorisches Regime.
  • Mitteilkräfte, die nicht an so radikale Ziele wie die „Entfernung“ der Juden dachten gerieten in den Sog dieser Politik.
  • Alltagsantisemitismus verstärkte die Verfolgung.

M 7.2 Ausgrenzung, Entrechtung und Zerstörung der wirtschaftlichen Existenz (1933-1939)

  • NSDAP-Programm von 1920, Punkt 4: Staatsbürger nur, wer Volksgenosse ist.
    • „Volksgenosse kann nur sein, wer deutschen Blutes ist, ohne Rücksichtnahme auf Konfession. Kein Jude kann daher Volksgenosse sein.