1.1 Definition
Überblick der Psychologie (bezogen auf Abbildung 1.1)
- Fokus: Erleben und Verhalten von Individuen
- Betrachtet ebenso
- Entwicklungsprozesse
- Persönlichkeitseigenschaften
- Einfluss des sozialen Gefüges (z. B. Familie, Peers, Kultur)
- Zentrale Leitfrage: „Welche Prozesse sind am Denken und Handeln eines Menschen beteiligt?“
Leitfragen, die das Fachgebiet illustrieren
- Wahrnehmungs- und Denkprozesse
- Welche Faktoren verändern unsere Wahrnehmung und unser Denken?
- Spracherwerb
- Wie lernen wir sprechen? (Bedeutung für Entwicklungs- & Sprachpsychologie)
- Zwischenmenschliche Beziehungen
- Stellenwert für Wohlbefinden & psychische Gesundheit
- Gedächtnis & Vergessen
- Warum vergessen wir Dinge?
- Wie kann Neues effektiv gelernt und behalten werden? (Lernpsychologie, kognitive Psychologie)
- Neuropsychologische Einflüsse
- Wie verändern Gehirnschädigungen Erleben, Denken und Handeln?
- Persönlichkeit & Diagnostik
- Beschreibung der Persönlichkeit (z. B. Big-Five-Modell)
- Spezifisch: Gewissenhaftigkeit
- Was ist das?
- Wie kann sie erfasst werden? (Tests, Fragebögen)
- Klinische Psychologie
- Entstehung psychischer Störungen
- Behandlungsverfahren (z. B. Psychotherapie, Pharmakotherapie)
- Arbeits- & Organisationspsychologie
- Personalauswahl: Wie findet ein Unternehmen das am besten geeignete Personal?
Zweck & Nutzen des Lernskripts
- Enthält Themen aus den ersten Semestern des Psychologiestudiums
- Soll eine Orientierung bieten:
- „Wohin die Reise gehen könnte“, wenn man sich für Psychologie entscheidet
- Bietet Antworten auf oben genannte Leitfragen
Aufbau des Skripts (Kapitelübersicht)
- Kapitel 1: Überblick + Grundbegriffe
- Kapitel 2: Geschichte der Psychologie
- Wichtige Meilensteine in der Entwicklung als Wissenschaft
- Kapitel 3: Forschungsmethodik
- Planung & Durchführung psychologischer Studien
- Einführung in statistische Methoden
- Danach Gliederung in Grundlagenfächer (siehe Kapitel 1.2):
- Biologische Psychologie (Kap. 4)
- Allgemeine Psychologie (Kap. 5) – Wahrnehmung, Gedächtnis, Lernen …
- Entwicklungspsychologie (Kap. 6)
- Sozialpsychologie (Kap. 7)
- Differentielle & Persönlichkeitspsychologie (Kap. 8)
Definition der Psychologie
- Wortherkunft: Griechisch „psyche“ (= Seele/Gemüt) + „logos“ (= Kunde/Wissenschaft)
- Wörtlich: „Seelenkunde“ (vgl. Kapitel 2.1.1)
- Moderne Definition (Gazzaniga, Heatherton & Halpern, 2017)
- Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen
- Beinhaltet explizit kognitive Prozesse (= Denkprozesse)
Infobox 1.1 – Was ist Kognition?
- Etymologie: Latein „cognoscere“ = (er-)kennen
- Sammelbegriff für mentale Fähigkeiten & Prozesse zur Informationsverarbeitung
- Aufnahme, Verarbeitung & Speicherung von Informationen
- Beinhaltet u. a.:
- Aufmerksamkeit
- Wahrnehmung
- Gedächtnis
- Schlussfolgern
- Denken & Problemlösen
- Bedeutung für das Skript
- Begriff taucht häufig auf
- Gehört zum Standardvokabular der Psychologie
Verbindungen & Implikationen
- Methodische Konsequenz:
- Forschungsmethoden (Kapitel 3) greifen unmittelbar auf kognitive Konzepte zurück (z. B. Gedächtnistests)
- Praktische Relevanz:
- Personalauswahl, Therapieplanung, Unterrichtsgestaltung basieren auf Erkenntnissen zu Erleben, Verhalten & Kognition
- Philosophische Dimension:
- Historische Übersetzung als „Seelenkunde“ zeigt Ursprung im Erkenntnisinteresse an Geist & Bewusstsein
Wichtige Literaturhinweise
- Gazzaniga, Heatherton & Halpern (2017) – Aktuelle Fachdefinition
- Neisser (2014) – Standardreferenz für Kognition
Numerische/Statistische Anmerkung
- Erste statistische Methoden werden in Kapitel 3 eingeführt; noch keine Formeln auf Seite 1, aber Hinweis auf Statistikbedarf.