Kognitive Fähigkeiten
Definition:
Zimbardo:
Lernen kann man als einen Prozess definieren, der zu relativ stabilen Veränderungen im Verhalten oder im Verhaltenspotantial führt und auf Erfahrung aufbaut.
Schilling:
Lernen ist das Aufnehmen, Verarbeiten und Umsetzen von Informationen. Lernen ist ein lebensalanger Prozess.
Das Gedächtnis → was ist das?
Das Gedächtnis erlaubt uns, Informationen zu speichern, zu behalten und bei Bedarf abzurufen.
Das Gedächtnis kann man mit einem Netz vergleichen: Knoten (Gehirnzellen) und jeweilige Verknüpfungen; wenn wir etwas lernen, schaffen wir die Verknüpfung zwischen Knoten.
Je mehr das Gehirn einem Training ausgesetzt ist, desto mehr Vernetzungen entstehen.
Phasen der Informationsverarbeitung
Information → Wahrnehmung → Enkodierung (1. Phase) → Organisation/Speicherung (2. Phase) → Abruf (3. Phase) → Beurteilung → Reaktion
Aufbau des Gedächtnis:
Hauptaufgabe: Reduktion von komplexen Informationen, die gleichsam auf uns einstürzen
Sinnesorgane werden mit 10 Millionen Einheiten pro Sekunde konfrontiert. Diese Informationsflut kommt zum Gehirn und dieses hat die Aufgabe, die Informationsflut anhand von drei Speichersystemen zu filtern.
Die Speichersysteme:
Ultrakurzzeitgedächtnis: nimmt Infomrationen auf (sensorisches Gedächtnis) psychische Präsenz (Zeit, an der wir uns gerade noch an Sachen erinnern können
großes Fassungsvermögen, kurze Behaltzeit
Ca. 50 Einheiten/Sekunde
Wurden Reize aufgenommen, werden sie entweder gleich gelöscht oder in das Arbeitsgedächtnis weitergeleitet
Auswahl der Infomrationen erfolgt nach Interesse
Eidetik
Kurzzeitgedächtnis: enkodiert Informationen und leitet sie zur Organisation und Speicherung ans Langzeitgedächtnis weiter (Arbeitsgedächtnis)
Informationen aus dem UKZG werden verarbeitet
Ca. 7 Informationseinheiten bleiben für ca. 20 Sekunden „im Kopf“
Speicherung der Information durch Rehearsal, Chunking
Langzeitgedächtnis: Abrufen der Infomrationen jederzeit möglich (Wissensgedächtnis)
nahezu unbegrenzte AUfnahmefähiger Speicher des Gedächtnisses
Bedinung: Wiederholung/Verarbeiten der Inhalte
Abrufen von Infos aus dem LZG=rekonstruktiver Prozess (Erinnerungen werden mithilfe kognitiver Prozesse wiederhergestellt)
Theorie mehrebenenverarbeitung (intensiv analysieren und mit anderen Infos verbinnenden führt zur Wissensicherung
Explizit: bewusstes Abrufen (bsp.: Fakten (semantisches Gedächtnis), persönliche Erlebnisse (episodeisches Gedächtnis)
Implizit: ohne bewusstes Abrufen (bsp.: Verinnerlichte Fähigkeiten wie Fahrradfahren (prozeduales Gedächtnis), Muster/Regelerkennung (perzeptuelles Gedächtnis)
Henry Molaison:
Wichtig für die Gehirnwissenschaft
Man entfernte seinen Hippocampus was dazu führte, dass sein explizites Gedächtnis nicht mehr funktionierte, aber sein Implizites schon.
Erinnerungen aus seiner Kindheit und vor der OP blieben aber bestehen
Er zeigte das Speichersystem im Gehirn
Gründe für Fehlleistungen des Gedächtnisses im Alltag
Vergänglichkeit: nicht gebrauchte Gedächtnisinhalte verblassen
Geistesabwesenheit: mangelnde Aufmerksamkeit
Blockierung: Vorhanden, aber momentan nicht abrufbar
Wichtige Erkenntnis:
Unser Gedächtnis arbeitet nicht fehlerfrei. Viele Erinnerungen sind nicht wahrheitsgetreu, sondern eingefärbt von Stimmungen und späteren Erinnerungen. Die Ursache der Fehlleistungen liegen im Bemühen des Gehirns, sich nur das Wesentliche zu merken.
Lernstrategien:
Arbeittechniken, die man zum Einprägen von neuen Inromationen anwendet
Wiederholung
Elaboration (tiefgehende Verarbeitung, z.B. neue Informationen mit eigenen Worten erklären)
Organisation (Schlüsselwörter unterstreichen)
Kodierung (d. H. Umwandlung in sinnvolle Einheiten, bsp.: Mnemotechniken)
Recourssenorientierte Lernstrategien
Interne (z.B. Anstrenugung, Aufmerksamkeit, Zeitmanagement)
Externe (Lernumgebung, Lernpartner/in, Literatur)
Individuelle Lernstrategien
Visuell, auditiv, haptisch, kommunikativ
Gedächtnishemmungen und Gedächtnistäuschungen:
Unterscheidung positiven/negativen Transfer
Postiver Transfer: Vorwissen wirkt sich positiv auf neue Aufgabe aus (Bsp.: romanische Sprachen)
Negativer Transfer: äßert sich durch Gedächtnishämmungen; es handelt sich um ein Übertragunsproblem, bei dem Inhalte es nicht vom KZG ins LZG schaffen (bsp.: negative Gefühle)
Gedächtnishemmungen von Hubert Rohracher
affektive Hemmung → starke Gefühle können Lernen blockieren
Assoziative Hemmung → es fällt schwer, einen Gedächtnisinhalt der bereit mit einem Verknüpft ist, neu zu verbinden
Ähnlichkeitshemmung
Retroaktive Hemmung (rückwirkende) → 2 Inhalte werden gelernt, der zweite verdrängt den ersten
Proaktive Hemmung (vorwirkende) → 2 Inhalte werden gelernt, der erste verdrängt den zweiten
Ekphorische Hemmung → kurz vor Wiedergabe des Gelernten werfolgt ein neuer Imput
Mnemotechniken:
Schlüsselwort - Methode:
Man verbindet zb ein Fremdwort mit einem Wort das man schon kennt und stellt sich dazu ein absurdes Bild vor.
Bsp.: französisch: poubelle → klingt wir Puppe → man stellt sich eine Puppe im Mülleimer vor
Loci Methode:
man verbindet einen Bekannten Weg mit einer Liste
Bsp.: Einkaufsliste + Schulweg → Bushaltesstelle unterer Stadtplatz hat einen Baum (Apfel) → Bahnhof hat ein gelbes Schild (Bananen) usw.
Beim Abrufen geht man den Weg durch und erinnert sich an die Liste
Assoziationstechnik:
Mann merkt sich etwas mithilfe von Symbolen/Eselsbrücke
Bsp.: man will sich ein Gesicht merken: eine Frau hat Haare wie ein Vogelnest
Synaptische Plastizität
LTP:
long term potential → Bildung dauerhaft funktioneller Synaptischen Verknüpfungen → Häufiger Austtausch von neuro-Transmittern an Synapsen
LTD
long term depression
Lang nicht wiederholt
Viel vergessen → Abbau der synaptischen Verküpfungen
Veringerung der neurotransmittern
Lernstrategien:
Ressourcen → Rahmenbedingungen
Kognitive → Techniken
Metakognitive → Organisation und Planung
Gedächtnistäuschungen:
False Memory Syndrom → Beschreibt eine Täuschung, bei der Inhalte fehlerhaft oder fälschlich erinnert werden
Fehlinformationseffekt
Es werden falsche Informationen in unserer Erinnerung eingebaut
Hermann Ebbinghaus:
Vergessneskurve: Grad des Vergessens inerhalb einer bestimmten Zeit
Ersparnismethode: weniger WH bei bereits gelerntem Stoff
Gesetz von Ebbinghaus: schnelles Vergessen von Sinnfreien Silben
2 Lernregeln:
alles in kleinen Stücken lernen
Alles nach 1h, 1 Tag, 1 Woche und 1 Monat wiederholen
Mentale Faktoren für Erfolgreiches Lernen:
Visualisierung: ein Bild ohne Reize aus der realen Welt wahrnehmen.
Logik: die Logik hinter dem zu lernenden Thema finden (Verstehen)
Emotion: Ereignisse bleiben besser hängen, wenn sie emotionaler waren