Cytosol and Cytoskeleton
Zytosol
Definition und Bestandteile:
Das Zytosol ist der flüssige Bestandteil des Zytoplasmas (die Grundsubstanz der Zelle).
Es besteht zu bis zu aus Wasser.
Weitere Inhaltsstoffe sind Proteine, Lipide, Ribonukleinsäuren (RNA), Kohlenhydrate sowie Ionen.
Metabolische Prozesse:
Im Zytosol findet unter anderem die Glykolyse statt (der erste Teil des Glucosestoffwechsels).
Zudem ist es der Ort der Proteinbiosynthese.
Ionenkonzentration und Osmoregulation:
Die Ionenkonzentration im Zytosol unterscheidet sich deutlich vom Extrazellularraum.
Es weist eine höhere Menge an Kalium-Ionen auf.
Gleichzeitig zeigt es geringere Konzentrationen an Natrium-, Calcium- und Chlorid-Ionen.
Diese spezifische Ionenverteilung ist die grundlegende Voraussetzung für die Osmoregulation (den Ausgleich des osmotischen Drucks) der Zelle.
Strukturelle Einbettung:
Das Zytosol wird vollständig vom Zytoskelett durchzogen.
Zytoskelett
Allgemeine Funktionen:
Durch das Zytoskelett können eukaryotische Zellen ihre Form sowie die Position der Zellorganellen verändern.
Es ermöglicht den Zellen häufig, aktive Bewegungen auszuführen.
Es verleiht der Zelle Stabilität.
Es ist essenziell für die Zellteilung, da es den Spindelapparat ausbildet.
Hauptkomponenten des Zytoskeletts:
Mikrotubuli ( Durchmesser)
Intermediärfilamente ( Durchmesser)
Mikrofilamente / Aktinfilamente ( Durchmesser)
Mikrotubuli
Struktureller Aufbau:
Mikrotubuli weisen einen Durchmesser von ca. auf.
Die Grundbausteine sind Tubuline. Hierbei handelt es sich um kugelige/globuläre Proteine.
Tubuline liegen als Dimere vor (ein Zweierverbund aus unterschiedlichen Ladungen).
Diese Dimere lagern sich zu längs gerichteten, kettenförmigen Protofilamenten zusammen.
Genau Protofilamente bilden gemeinsam einen hohlen Mikrotubulus.
Dynamische Instabilität:
Mikrotubuli unterliegen einer dynamischen Instabilität: Tubuline werden an den Enden ständig auf- und abgebaut.
Intrazellulärer Transport:
Sie ermöglichen intrazelluläre Transportvorgänge und bilden ein Schienensystem für Vesikel.
Diese "Schienen" besitzen eine polare Ausrichtung.
Auf den Mikrotubuli "fahren" unter Verbrauch von ATP die Motorproteine Kinesin und Dynein, welche sich in entgegengesetzte Richtungen bewegen.
Zellfortsätze und Bewegung:
Mikrotubuli sind ein wichtiger Bestandteil von Kinozilien (Flimmerhärchen), Geißeln (Flagellen) und Teilungsspindeln.
Kinozilien zählen zu den "wellenschlagenden Füßchen", sind aktiv bewegbar und stellen besondere Zellfortsätze dar, die Zellbewegungen ermöglichen.
-Muster der Kinozilien: In der Mitte befinden sich zwei einzelne Tubuline (Zentral-Mikrotubuli), die kreisförmig von Doppeltubulinen (Mikrotubuli-Doppelstrang) umgeben sind.
Das Motorprotein Dynein (Dynein-Brücken) ist auch hier für die Verbiegung und Bewegung verantwortlich; weitere Strukturen sind Nexin-Brücken und Radialspeichen.
Am Fußpunkt sind diese Strukturen im Basalkörper verankert, der aus Dreier-Gruppen (Triplets) besteht.

Intermediärfilamente
Eigenschaften und Funktion:
Besitzen einen Durchmesser von ca. .
Dienen hauptsächlich der Stützfunktion und verleihen mechanische Stabilität.
Gewebespezifität:
Keratine sind faserbildende Strukturproteine und speziell auf Epithelzellen beschränkt.
Keratine verbinden Desmosomen miteinander und sorgen so beispielsweise für die Festigkeit der Haut.
Hierarchischer Entstehungsprozess:
Ausgangspunkt sind polare Monomere mit einer zentralen -Helix.
Monomere lagern sich zu Dimeren zusammen.
Immer zwei Dimere verbinden sich versetzt zueinander und bilden Tetramere.
Tetramere lagern sich über Zwischenstufen (Oktamere) zu Protofilamenten zusammen.
Die Protofilamente bilden schlussendlich lange, spiralförmige Fasern = Intermediärfilamente.

Mikrofilamente (Aktinfilamente)
Struktureller Aufbau:
Besitzen einen Durchmesser von ca. .
Der Grundbaustein ist G-Aktin (globuläre, kugelförmige Proteine).
G-Aktin-Monomere verbinden sich zu langen Ketten, den Fibrillen (F-Aktin).
Zwei F-Aktine winden sich als Doppelhelix zusammen und bilden das finale Aktinfilament.
Funktion und Vorkommen:
Dienen zur Stabilisierung von Zellen und deren Oberflächenstrukturen.
Essenziell für den Aufbau von Mikrovilli (fingerförmige, meist unverzweigte Ausstülpungen der Zellmembran).
Mikrovilli befinden sich beispielsweise in den Nierentubuli oder im Darmepithel.
Im Darmepithel bilden Mikrovilli den sogenannten Bürstensaum, der zur Oberflächenvergrößerung dient und somit die Nährstoffresorption steigert.
Zellkontakte – Verschlusskontakte und Haftkontakte
Allgemeines zu Zellkontakten:
Spezielle Zellkontakte sind notwendig, damit sich Einzelzellen zu Geweben zusammenlagern können.
Sie ermöglichen zudem die interzelluläre Kommunikation.
Unterteilung in verschließende, haftende und kommunizierende Verbindungen.
Verschlusskontakte (Zonula occludens / "Tight Junction"):
Bringt benachbarte Zellen so eng zusammen, dass kein Stoffdurchtritt durch den Interzellularraum möglich ist (undurchlässige Verbindung).
Wichtig für die Abdichtung bei Epithelgeweben (Grenzgewebe), wie z. B. im Darmepithel oder bei den Zellen der Blut-Hirn-Schranke.
Aufbau: Gürtelförmige Struktur, die aus Membranproteinen der Familie der Claudine sowie aus Occludin besteht.
Verleiht den Epithelzellen eine Polarität (Ausbildung unterschiedlicher Zelleigenschaften an verschiedenen Stellen der Zelle).
Haftkontakte:
Zonula adhaerens ("Gürteldesmosom" / Desmosom im weiteren Sinn):
Läuft gürtelförmig um Epithelzellen herum, ist jedoch lockerer gefügt als eine Tight Junction.
Stellt über Haftung (Adhäsion) eine Verknüpfung zweier Zellen her.
Haftung erfolgt durch das Glykoprotein Cadherin an den Aktinfilamenten (lineare Proteinpolymere des Zytoskeletts).
Dient der mechanischen Stabilität im Zellverband.
Macula adhaerens ("Desmosom" im engeren Sinn):
Bildet in Epithelzellen der Darmwand druckknopfartige Plaques.
Sind punktförmige Strukturen.
Setzt ebenfalls über Cadherine am Zellskelett an, verankert sich dort jedoch an den Intermediärfilamenten.
Hemidesmosom:
Stellt einen Zell-Matrix-Kontakt dar.
Verbindet eine Zelle mit dem Raum außerhalb der Zelle (Extrazellulärmatrix).
Nutzt hierfür Integrine (Eiweißmoleküle), die als Transmembranproteine dauerhaft in der Zellmembran verankert sind.

Kommunikationskontakte und Systematischer Überblick
Kommunikationskontakte (Gap Junctions):
Dienen der direkten Kommunikation zwischen den Zellen.
Bestehen aus Connexinen (Transmembranproteinen), die in der Membran einen Hohlzylinder bilden.
Aufbau: Connexine bilden Connexon; ein funktioneller Gap-Junction-Kanal besteht aus zusammengesetzten Connexonen gegenüberliegender Membranen (Kanal kann geschlossen oder geöffnet sein).
Bei Nervenzellen bilden sie elektrische Synapsen.
Im Herzen sind sie für die elektrische Erregungsleitung zuständig.
Systematischer Überblick der Zellkontakte:
Undurchlässige Verbindungen (Verschlusskontakte):
Zell-Zell-Kontakt: Tight junctions (Zonula occludens)
Haftverbindungen (Haftkontakte):
Zell-Zell-Kontakt: Desmosomen (Macula adhaerens), Gürtel-Desmosomen (Zonula adhaerens)
Zell-Matrix-Kontakt: Hemidesmosomen, Fokalkontakte
Kommunizierende Verbindungen (Kommunikationskontakte):
Zell-Zell-Kontakt: Gap junctions
