Cytosol and Cytoskeleton

Zytosol

  • Definition und Bestandteile:

    • Das Zytosol ist der flüssige Bestandteil des Zytoplasmas (die Grundsubstanz der Zelle).

    • Es besteht zu bis zu 70%70\% aus Wasser.

    • Weitere Inhaltsstoffe sind Proteine, Lipide, Ribonukleinsäuren (RNA), Kohlenhydrate sowie Ionen.

  • Metabolische Prozesse:

    • Im Zytosol findet unter anderem die Glykolyse statt (der erste Teil des Glucosestoffwechsels).

    • Zudem ist es der Ort der Proteinbiosynthese.

  • Ionenkonzentration und Osmoregulation:

    • Die Ionenkonzentration im Zytosol unterscheidet sich deutlich vom Extrazellularraum.

    • Es weist eine höhere Menge an Kalium-Ionen auf.

    • Gleichzeitig zeigt es geringere Konzentrationen an Natrium-, Calcium- und Chlorid-Ionen.

    • Diese spezifische Ionenverteilung ist die grundlegende Voraussetzung für die Osmoregulation (den Ausgleich des osmotischen Drucks) der Zelle.

  • Strukturelle Einbettung:

    • Das Zytosol wird vollständig vom Zytoskelett durchzogen.

Zytoskelett

  • Allgemeine Funktionen:

    • Durch das Zytoskelett können eukaryotische Zellen ihre Form sowie die Position der Zellorganellen verändern.

    • Es ermöglicht den Zellen häufig, aktive Bewegungen auszuführen.

    • Es verleiht der Zelle Stabilität.

    • Es ist essenziell für die Zellteilung, da es den Spindelapparat ausbildet.

  • Hauptkomponenten des Zytoskeletts:

    • Mikrotubuli (25 nm25\,\text{nm} Durchmesser)

    • Intermediärfilamente (10 nm10\,\text{nm} Durchmesser)

    • Mikrofilamente / Aktinfilamente (5 nm5\,\text{nm} Durchmesser)

Mikrotubuli

  • Struktureller Aufbau:

    • Mikrotubuli weisen einen Durchmesser von ca. 25 nm25\,\text{nm} auf.

    • Die Grundbausteine sind Tubuline. Hierbei handelt es sich um kugelige/globuläre Proteine.

    • Tubuline liegen als Dimere vor (ein Zweierverbund aus unterschiedlichen Ladungen).

    • Diese Dimere lagern sich zu längs gerichteten, kettenförmigen Protofilamenten zusammen.

    • Genau 1313 Protofilamente bilden gemeinsam einen hohlen Mikrotubulus.

  • Dynamische Instabilität:

    • Mikrotubuli unterliegen einer dynamischen Instabilität: Tubuline werden an den Enden ständig auf- und abgebaut.

  • Intrazellulärer Transport:

    • Sie ermöglichen intrazelluläre Transportvorgänge und bilden ein Schienensystem für Vesikel.

    • Diese "Schienen" besitzen eine polare Ausrichtung.

    • Auf den Mikrotubuli "fahren" unter Verbrauch von ATP die Motorproteine Kinesin und Dynein, welche sich in entgegengesetzte Richtungen bewegen.

  • Zellfortsätze und Bewegung:

    • Mikrotubuli sind ein wichtiger Bestandteil von Kinozilien (Flimmerhärchen), Geißeln (Flagellen) und Teilungsspindeln.

    • Kinozilien zählen zu den "wellenschlagenden Füßchen", sind aktiv bewegbar und stellen besondere Zellfortsätze dar, die Zellbewegungen ermöglichen.

    • 9×2+29 \times 2 + 2-Muster der Kinozilien: In der Mitte befinden sich zwei einzelne Tubuline (Zentral-Mikrotubuli), die kreisförmig von 99 Doppeltubulinen (Mikrotubuli-Doppelstrang) umgeben sind.

    • Das Motorprotein Dynein (Dynein-Brücken) ist auch hier für die Verbiegung und Bewegung verantwortlich; weitere Strukturen sind Nexin-Brücken und Radialspeichen.

    • Am Fußpunkt sind diese Strukturen im Basalkörper verankert, der aus 99 Dreier-Gruppen (Triplets) besteht.


Aufbau von Mikrotubuli, Kinozilien, Geißeln und Basalkörper

Intermediärfilamente

  • Eigenschaften und Funktion:

    • Besitzen einen Durchmesser von ca. 10 nm10\,\text{nm}.

    • Dienen hauptsächlich der Stützfunktion und verleihen mechanische Stabilität.

  • Gewebespezifität:

    • Keratine sind faserbildende Strukturproteine und speziell auf Epithelzellen beschränkt.

    • Keratine verbinden Desmosomen miteinander und sorgen so beispielsweise für die Festigkeit der Haut.

  • Hierarchischer Entstehungsprozess:

    • Ausgangspunkt sind polare Monomere mit einer zentralen α\alpha-Helix.

    • Monomere lagern sich zu Dimeren zusammen.

    • Immer zwei Dimere verbinden sich versetzt zueinander und bilden Tetramere.

    • Tetramere lagern sich über Zwischenstufen (Oktamere) zu Protofilamenten zusammen.

    • Die Protofilamente bilden schlussendlich lange, spiralförmige Fasern = Intermediärfilamente.


Hierarchischer Aufbau der Intermediärfilamente und Struktur von Mikrovilli

Mikrofilamente (Aktinfilamente)

  • Struktureller Aufbau:

    • Besitzen einen Durchmesser von ca. 5 nm5\,\text{nm}.

    • Der Grundbaustein ist G-Aktin (globuläre, kugelförmige Proteine).

    • G-Aktin-Monomere verbinden sich zu langen Ketten, den Fibrillen (F-Aktin).

    • Zwei F-Aktine winden sich als Doppelhelix zusammen und bilden das finale Aktinfilament.

  • Funktion und Vorkommen:

    • Dienen zur Stabilisierung von Zellen und deren Oberflächenstrukturen.

    • Essenziell für den Aufbau von Mikrovilli (fingerförmige, meist unverzweigte Ausstülpungen der Zellmembran).

    • Mikrovilli befinden sich beispielsweise in den Nierentubuli oder im Darmepithel.

    • Im Darmepithel bilden Mikrovilli den sogenannten Bürstensaum, der zur Oberflächenvergrößerung dient und somit die Nährstoffresorption steigert.

Zellkontakte – Verschlusskontakte und Haftkontakte

  • Allgemeines zu Zellkontakten:

    • Spezielle Zellkontakte sind notwendig, damit sich Einzelzellen zu Geweben zusammenlagern können.

    • Sie ermöglichen zudem die interzelluläre Kommunikation.

    • Unterteilung in verschließende, haftende und kommunizierende Verbindungen.

  • Verschlusskontakte (Zonula occludens / "Tight Junction"):

    • Bringt benachbarte Zellen so eng zusammen, dass kein Stoffdurchtritt durch den Interzellularraum möglich ist (undurchlässige Verbindung).

    • Wichtig für die Abdichtung bei Epithelgeweben (Grenzgewebe), wie z. B. im Darmepithel oder bei den Zellen der Blut-Hirn-Schranke.

    • Aufbau: Gürtelförmige Struktur, die aus Membranproteinen der Familie der Claudine sowie aus Occludin besteht.

    • Verleiht den Epithelzellen eine Polarität (Ausbildung unterschiedlicher Zelleigenschaften an verschiedenen Stellen der Zelle).

  • Haftkontakte:

    • Zonula adhaerens ("Gürteldesmosom" / Desmosom im weiteren Sinn):

    • Läuft gürtelförmig um Epithelzellen herum, ist jedoch lockerer gefügt als eine Tight Junction.

    • Stellt über Haftung (Adhäsion) eine Verknüpfung zweier Zellen her.

    • Haftung erfolgt durch das Glykoprotein Cadherin an den Aktinfilamenten (lineare Proteinpolymere des Zytoskeletts).

    • Dient der mechanischen Stabilität im Zellverband.

    • Macula adhaerens ("Desmosom" im engeren Sinn):

    • Bildet in Epithelzellen der Darmwand druckknopfartige Plaques.

    • Sind punktförmige Strukturen.

    • Setzt ebenfalls über Cadherine am Zellskelett an, verankert sich dort jedoch an den Intermediärfilamenten.

    • Hemidesmosom:

    • Stellt einen Zell-Matrix-Kontakt dar.

    • Verbindet eine Zelle mit dem Raum außerhalb der Zelle (Extrazellulärmatrix).

    • Nutzt hierfür Integrine (Eiweißmoleküle), die als Transmembranproteine dauerhaft in der Zellmembran verankert sind.


Schematische Darstellung von Verschluss- und Haftkontakten

Kommunikationskontakte und Systematischer Überblick

  • Kommunikationskontakte (Gap Junctions):

    • Dienen der direkten Kommunikation zwischen den Zellen.

    • Bestehen aus Connexinen (Transmembranproteinen), die in der Membran einen Hohlzylinder bilden.

    • Aufbau: 66 Connexine bilden 11 Connexon; ein funktioneller Gap-Junction-Kanal besteht aus 22 zusammengesetzten Connexonen gegenüberliegender Membranen (Kanal kann geschlossen oder geöffnet sein).

    • Bei Nervenzellen bilden sie elektrische Synapsen.

    • Im Herzen sind sie für die elektrische Erregungsleitung zuständig.

  • Systematischer Überblick der Zellkontakte:

    • Undurchlässige Verbindungen (Verschlusskontakte):

    • Zell-Zell-Kontakt: Tight junctions (Zonula occludens)

    • Haftverbindungen (Haftkontakte):

    • Zell-Zell-Kontakt: Desmosomen (Macula adhaerens), Gürtel-Desmosomen (Zonula adhaerens)

    • Zell-Matrix-Kontakt: Hemidesmosomen, Fokalkontakte

    • Kommunizierende Verbindungen (Kommunikationskontakte):

    • Zell-Zell-Kontakt: Gap junctions


Aufbau von Gap Junctions sowie Übersicht über alle Zellkontakt-Typen