Kr_ling_et_al_2020_Diversit_tssensibler_Fremdsprachenunterricht

Diversitätssensibler Spanischunterricht

  • Eine inklusive Schule erfordert einen diversitätssensiblen Unterricht.

  • Umgang mit Vielfalt bewusst wahrnehmen und gestalten.

  • Der Beitrag behandelt Inklusion und Diversität im Spanischunterricht.

Inklusion und Diversität

  • Eine Schule wird als inklusiv begriffen, wenn sie gesellschaftliche Vielfalt abbildet und fördert.

  • Der Begriff Diversität wird als weit gefasster Inklusionsbegriff verwendet (im Gegensatz zu Heterogenität).

  • Diversität fordert Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit.

  • Aspekte sind Gender, Herkunft, Ethnizität, Mehrsprachigkeit und sozioökonomischer Status.

Relevanz im Spanischunterricht

  • Nicht alle Diversitätsdimensionen haben die gleiche Relevanz für den Spanischunterricht.

  • Wichtige Fragestellungen:

    • Welche sonderpädagogischen Förderbedarfe sind relevant?

    • Welche Jugendlichen ohne Förderstatus benötigen besondere Unterstützung?

Entwicklung der inklusiven Schule

  • Recht auf Bildung für Menschen mit Behinderungen: UN-BRK Art. 24.

  • Integration vs. Inklusion:

    • Integration: Minderheit in Mehrheitsgruppe einschließen.

    • Inklusion: Vielfalt als zentraler Aspekt der Gesellschaft wahrnehmen.

  • Inklusion ist ein gesellschaftlicher Anspruch, der Diskriminierungen abbaut und chancengerechte Entwicklungen ermöglicht.

Herausforderungen der Inklusion

  • Inklusion ist oft noch nicht vollständig realisiert (insbesondere an Gymnasien).

  • Inklusion wird oft mit Integration verwechselt; es bedarf einer Umstellung des gesamten Schulsystems zur Umsetzung der inklusiven Bildung.

  • Die Aufnahmekriterien des Gymnasiums stellen Herausforderungen dar.

Inklusion als Prozess

  • Inklusion ist kein festes Ziel, sondern ein fortlaufender Prozess.

  • Alle Gesellschaftsmitglieder sind aufgerufen, Diversität zu schätzen und aktiv am Prozess teilzunehmen.

Grundlagen für den diversitätssensiblen Spanischunterricht

  • Differenzierung ist das Grundprinzip für den Fremdsprachenunterricht.

  • Offene Aufgaben und Aufgabenorientierung bieten Potenzial für gemeinsames Lernen.

  • Individuelle Förderung bedeutet nicht immer Einzelbehandlung, sondern das Zusammenspiel in der Lerngruppe.

Fachspezifische Perspektive

  • Spanischunterricht sollte Ansätze aus dem Englischunterricht übernehmen, berücksichtigt jedoch andere Lernvoraussetzungen.

  • Viele Lernende mit sonderpädagogischem Förderbedarf lernen keine zweite Fremdsprache.

Sonderpädagogische Förderbedarfe im Spanischunterricht

  • Anzahl der Schüler*innen mit Diagnosen in Spanisch ist bisher gering.

  • Ein Anstieg der Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf ist zu erwarten.

Autismus-Spektrum-Störungen

  • Zunehmende Anerkennung der Schüler*innen mit Asperger-Syndrom im Spanischunterricht.

  • Implementierung spezieller Fördermaßnahmen notwendig.

Körperlich-motorische Entwicklung, Sehen oder Hören

  • Barrierefreiheit und technische Unterstützung im Unterricht sind wichtig.

  • Unterschiedliche Bedürfnisse erfordern individuelle Fördermaßnahmen.

Weitere Diversitätsdimensionen

  • Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS): Gezielte Unterstützung auch im Spanischunterricht.

  • ADHS und ADS erleben oft Stigmatisierung, spezifische Methoden des Classroom-Managements sind erforderlich.

  • Mehrsprachigkeit der Schüler*innen sollte in den Unterricht einbezogen werden.

Schlussüberlegungen

  • Gestalten eines diversitätssensiblen Spanischunterrichts ist herausfordernd, jedoch wichtig.

  • Ziel: Akzeptanz und Wertschätzung von Diversität als Basis für Unterrichtsgestaltung.