Entwicklung der Tiere
Gemeinsamer Vorfahr aller Organismen
Es existieren drei Domänen des Lebens: Archaea, Bacteria, und Eukarya.
Archaea und Eukarya haben einen gemeinsamen Vorfahren, jedoch ist Bacteria nicht von diesem abgeleitet.
Es gibt zahlreiche Linien von Protisten; Pflanzen, Pilze und Tiere stammen von unterschiedlichen protistischen Vorfahren ab.
BFT - Entwicklung der Tiere
Frühere Überzeugungen
Die Idee der Urzeugung (Generatio Spontanea oder Abiogenese) besagt, dass Leben aus unbelebter Materie entsteht, z.B. Fliegen aus verwesendem Fleisch und Mäuse aus Lumpen.
Louis Pasteur (1860) bewies, dass Mikroben nicht spontan entstehen, was die Theorie der Urzeugung widerlegte.
Francesco Redi (1668) gilt als der Vater der modernen experimentellen Biologie durch sein kontrolliertes Experiment, das zeigte, dass Fliegen nicht aus verwesendem Fleisch entstehen. Er formulierte „Omne vivum ex vivo“ – alles Leben entsteht aus Leben.
Präformationslehre
Niklaas Hartsoeker (1656–1725) stellte die Hypothese auf, dass bereits ein präformierter menschlicher Säugling (Homunculus) im Spermium existiert, was die Anfänge der Entwicklungsbiologie markiert.
Gameten und deren Entwicklung
Gameten: Spermium und Ovum gemeinsam bilden die Zygote, welche sich durch verschiedene Entwicklungsstadien entwickelt:
Befruchtung → Zygote → Furchung → Morula → Gastrula (Gastrulation / Keimblattbildung) → Blastula → Blastulation → Organogenese → Fötus → Wachstum.
Beim Menschen beginnt die Ontogenese ab der 9. Schwangerschaftswoche.
Chromosomen und Zellzyklus
Chromosomen bestehen aus zwei Chromatiden (Tochterchromosomen), verbunden durch ein Zentromer.
Ein Karyogramm zeigt die Chromosomenanordnung im menschlichen Zellzyklus, der Mitose und Cytokinese umfasst.
Der Zellzyklus ist in einen Kern- und Zellzyklus unterteilt, wobei die Chromosomenanzahl 2c (diploid) zu Beginn und 4c während der Replikation beträgt.
Gametogenese
In den Gonaden (Keimdrüsen) werden die Gameten (Keim- oder Geschlechtszellen) gebildet:
Bedeutung der Meiose:
Grundlage für die Konstanz der artspezifischen Chromosomenzahlen.
Grundlage für die Neukombination des genetischen Materials.
Zufällige Aufteilung der homologen Chromosomen in Tochterzellen: Kombinationsmöglichkeiten).
Meiose besteht aus zwei Phasen:
Meiose I (Reduktionsteilung)
Meiose II (Äquationsteilung), wobei in jeder Phase 4 Ein-Chromatid-Chromosomen gebildet werden.
Meiose im Vergleich zur Mitose
Meiose hat keine Chromosomenpaarung, während Mitose das hat.
Nach Meiose entstehen 4 haploide Kerne; nach Mitose 2 diploide Kerne.
Organsystem: Fortpflanzungssystem
Hauptfunktionen der Geschlechtsorgane:
Reproduktion
Hormondrüsen
Geschlechterspezifische Charakteristika
Organsysteme umfassen:
Ovar (Eierstock) → Ovum (Eizelle): einfacher Chromosomensatz (haploid = 1n).
Testis (Hoden) → Spermien (Samenzellen): einfacher Chromosomensatz (haploid = 1n).
Oogenese und Spermatogenese
Oogenese (Mensch)
Bei der Geburt: ~1 Million primäre Oocyten, bei der Pubertät ~40,000.
Ca. 450 Ovarialzyklen pro Frau (ungefähr 10 im Monat). Nur einer von vielen Follikeln wird zu einem Graafschen Follikel und reift zur Ovulation (~14. Tag des Zyklus).
Menarche bis Menopause: Progesteron- Produktion und Nidation im Uterus.
Spermatogenese (Mensch)
Prozess der Spermienbildung im Hoden, wobei verschiedene Schritte wie Meiose I und II zur Bildung der Spermien führen (Spermatozoen) aus primären Spermatocyten.
Embryogenese und Gastrulation
Entwicklung von Keimblättern
Bildung der drei Keimblätter (Ektoderm, Mesoderm, Entoderm): die Gastrulation ist ein zentraler Prozess, in dem sich der Urdarm einsenkt und das Blastocoel bildet.
Es gibt verschiedene Arten von Furchungen:
Holoblastische (totale) Furchung
Meroblastische (partielle) Furchung
Entstehung kann unterschiedlich sein abhängig vom Dotterinhalt.
Entwicklung bei Metazoa
Beispielhafte Entwicklungsgänge und Phylogenien beinhalten:
Entwicklung von Porifera zu Cnidaria und darüber hinaus zu bilateralen Organismen.
Organogenese und Gewebehierarchie
Organogenese
Organogenese umfasst die Bildung und Entwicklung von Organen und lässt sich nach Gewebearten unterteilen. Alle Organe bestehen aus verschiedenen Geweben, die kooperativ arbeiten.
Gewebetypen und ihre Funktionen
Die vier Hauptgewebetypen der Tiere sind:
Epithelgewebe - Schutz und Absorption, z.B. Haut und Bezüge.
Bindegewebe - Stütze und Verbindung, z.B. Knorpel und Knochen.
Muskelgewebe - Bewegung einschließlich Skelett-, Herz- und glatter Muskulatur.
Nervengewebe - Informationsverarbeitung und Kommunikation.
Fazit zur embryonalen Entwicklung
Entwicklungsprozesse sind evolutionär und wurden im Verlauf der Zeit verfeinert und angepasst. Embryonale Ähnlichkeiten zwischen verschiedenen Arten lassen Rückschlüsse auf gemeinsame Vorfahren und Entwicklungsmuster zu.