Wirtschaftspolitische Grundsatzdebatte: Keynesianismus vs. Monetarismus
Milton Friedman und John Maynard Keynes: Zwei wirtschaftspolitische Gegenpole
Milton Friedman (1912-2006): US-amerikanischer Wirtschaftsnobelpreisträger, einflussreicher Ökonom des 20. Jahrhunderts.
John Maynard Keynes (1883-1946): Britischer Ökonom und Regierungsberater, Begründer der nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik.
Staatliche Eingriffe in die Wirtschaft: Zwei Meinungen
Friedman: Steuersenkungen unter allen Umständen, Kritik an zu grossen Staatsausgaben (ca. 40% des Einkommens ohne Gegenwert).
Keynes: Staat soll langfristig denken und Investitionen zur Stärkung der Wirtschaft organisieren.
Grundsatzdebatte der Wirtschaftspolitik
Zwei dominierende Grundkonzepte:
Keynesianismus (John M. Keynes): Nachfrageorientiert.
Monetarismus (Milton Friedman): Angebotsorientiert.
Unterschiede in:
Wirtschaftspolitischen Grundannahmen.
Lösungsansätzen.
Maßnahmen.
Annahmen über die Wirkung von Wirtschaftspolitik.
Keynesianische Revolution: Mit "Deficit Spending" aus der Wirtschaftskrise
Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre:
Starker Rückgang der wirtschaftlichen Gesamtleistung.
Dominierende ökonomische Theorie (Neoklassik): Flexible Preise und Löhne führen zu Vollbeschäftigung als Marktgleichgewicht.
Empfehlung: Wirtschaftspolitische Zurückhaltung und Einsparungen bei Staatsausgaben.
Folge: Dramatische Verstärkung der Krise.
Massive Arbeitslosigkeit (bis zu 30%), Verarmung, soziales Elend.
Keynes' Kritik der (neo)klassischen Wirtschaftstheorie:
Länger anhaltende Unterbeschäftigung (Arbeitslosigkeit) in reifen Marktwirtschaften möglich.
Gewerkschaften verhindern kurzfristige Senkung der Löhne.
Erwartete Lohnsenkungen reduzieren Konsumnachfrage (Krisenrücklagenbildung).
Investitionen der Unternehmen hängen von Absatz- und Gewinnerwartungen ab.
Negative Zukunftserwartungen führen zu Produktionskürzungen.
Konjunkturelle Abwärtsspirale bis zum Gleichgewicht bei Unterbeschäftigung.
Marktkräfte allein reichen nicht zur Überwindung einer Wirtschaftskrise aus.
Keynesianische Wirtschaftspolitik
Kern: Durch zu geringe gesamtwirtschaftliche Nachfrage ausgelöste Arbeitslosigkeit.
Staatsausgaben zur Ausgleichung der Nachfragelücke:
Staatliche Investitionsprogramme.
Erhöhung der Transferleistungen für Einkommensschwache bzw. Senkung deren Besteuerung.
Umverteilungspolitik:
Erhöhung des verfügbaren Einkommens von Personen mit geringer Sparquote.
Folge: Mehr Konsumausgaben.
Initialzündung:
Höhere Staatsinvestitionen + Anreize zu privatem Konsum.
Sich selbst verstärkender Wirtschaftsaufschwung.
Zusätzliche staatliche Investitionen und privater Konsum schaffen Nachfrage bei Unternehmen.
Neuinvestitionen, neue Arbeitsplätze, steigende Einkommen, wiederum steigender Konsum.
Multiplikatoreffekt:
Bestimmt, wie stark sich eine Erhöhung der autonomen Ausgaben (z.B. Staatsausgaben) auf das Volkseinkommen auswirkt.