Notizen zur Stilgeschichte von Robert Suckale
Begriff Stil:
- Kernbegriff in der Kunstgeschichte, bezeichnet die Merkmale einer Kunstform oder Künstler.
- Entwicklung des Begriffs im Zusammenhang mit der Kunstgeschichte; fluides Verständnis über die Zeit.
Herkunft:
- Lateinischer Ursprung: „stilus“ bedeutet Stift, verbunden mit Ausdrucksformen in Rhetorik.
- Stil als Teil der „genera dicendi“ – verschiedene Arten der Rede.
Stillagen:
- Hoher Stil (stilus altus): majestätisch und reich, z.B. in religiösen Kontexten.
- Mittlerer Stil (stilus medius): neutral, anpassungsfähig.
- Niedriger Stil (stilus humilis): einfach, passend für Chroniken.
Gesellschaftliche Hierarchie:
- Mentalität im vormodernen Europa: Stufen und Ränge durchdringen alle Lebensbereiche, auch in Kunst und Architektur.
Übertragung auf bildende Kunst:
- Schwierigkeiten bei der Adaptation von Rhetorik auf visuelle Kunst.
- Nutzung von Ornamenten und Materialien als Rangbestimmungen.
Stilkritik und Kenner:
- Rolle erfahrener Kenner in Museen und Kunsthandel; wichtige Unterscheidung zwischen Erfahrung und methodischem Wissen.
Persönlicher Stil:
- Begriff erklärt individuelle Merkmale der Kunst eines Künstlers.
- Verknüpfung von Stil und Identität.
Zeitalter-Stil:
- Winckelmanns Konzept von Stilen als historische Kategorien; Vorstellung von Epochen.
- Hegels Idee des „Zeitgeistes“, der sich in kulturellen Erscheinungen manifestiert.
Stil und Qualität:
- Stil als Qualitätskriterium: Engagement für Einheitlichkeit in der Kunst.
Moderne Stile:
- Veränderte Auffassungen über das künstlerische Schaffen; Einzigartigkeit der Künstler wird bedeutend.
- Nationalismus beeinflusst Stilbegriff.
Kritik an Stilbegriffen:
- Notwendigkeit, überholte festgelegte Stile zu hinterfragen; Theorien der Wirksamkeit von Stil müssen immer wieder neu entwickelt werden.