Übung Hund Katze 1 doz_WS2223

Übung Hund/Katze 1

  • Institut für Tierernährung, Freie Universität Berlin


Ziele der Übung

  • Überblick über Möglichkeiten und Probleme der Rationsgestaltung bei Hunden und Katzen

  • Beurteilung von Futtermitteln für Hunde und Katzen

  • Berechnung des Energiegehalts im Futter und der täglichen Futtermenge


Aufgabe 1: Möglichkeiten der Rationsgestaltung

  • Vergleich zwischen Fütterungsmethoden: "Alleinfutter" vs. "Eigenmischung"

    • Alleinfutter: Ein Mischfuttermittel, das aufgrund seiner Zusammensetzung für eine tägliche Ration ausreicht.

      • Vorteile:

        • Schnell und einfach einsetzbar (gute Lagerfähigkeit)

        • Bedarfsdeckend (bei richtiger Fütterungsmenge)

        • Hygienisch relativ sicher

        • Möglicherweise preisliche Vorteile

      • Nachteile:

        • Akzeptanzprobleme bei einigen Hunden

        • Häufig viele Komponenten (Problem bei Allergikern)

    • Eigenration:

      • Vorteile:

        • Oft sehr schmackhaft

        • Möglicherweise preisliche Vorteile

        • Ration kann auf individuelle Bedürfnisse abgestimmt werden (Allergien, Unverträglichkeiten)

      • Nachteile:

        • Arbeitsaufwändig (Zubereitung, Lagerung)

        • Risiko der Fehlversorgung bei falscher Rationszusammenstellung und Berechnung

        • Hygienerisiko (bei BARF), Zoonosen!


Aufgabe 2: Beurteilung von Futtermitteln

  • Ein Hundebesitzer erhält zwei Futtermittel und benötigt eine Einschätzung.

  • Wichtige Deklarationsangaben:

    1. Zusammensetzung

    2. Nährstoffgehalte (z.B. Rohprotein, Rohfett)

    3. Mineralstoffgehalte (z.B. Calcium, Phosphor)


Richtwerte für die Futterzusammensetzung bei Hunden

  • Trockenalleinfutter

    • Feuchtigkeit (%): < 12

    • Rohasche (%): < 10

    • Rohprotein (%): > 18

    • Rohfett (%): > 5

    • Rohfaser (%): > 1

    • Calcium (%): 0,8

    • Phosphor (%): 0,6

    • Natrium (%): 0,4

    • Vitamin A (IE/100 g): 850

    • Vitamin D (IE/100 g): 85

    • Vitamin E (mg/100 g): 8

  • Feuchtalleinfutter

    • Feuchtigkeit (%): < 80

    • Rohasche (%): < 2

    • Rohprotein (%): > 5,5

    • Rohfett (%): > 1

    • Rohfaser (%): > 0,2

    • Calcium (%): 0,23

    • Phosphor (%): 0,13

    • Natrium (%): 0,12

    • Vitamin A (IE/100 g): 250

    • Vitamin D (IE/100 g): 25

    • Vitamin E (mg/100 g): 2,5


Aufgabe 3: Beurteilung von Katzenfutter

  • Futter A: "Xy Jelly"

    • Ergänzungsfutter aus Thunfisch, schonend dampfgegart, 100 % natürliche Zutaten

    • Nährstoffe:

      • Feuchtigkeit: 75 %, Rohprotein: 13 %, Rohfett: 1,5 %, Rohasche: 1,0 %

  • Futter B: "Xy Fischkreationen"

    • Alleinfutter für Katzen, in Gelee

    • Zutaten: Fleisch, pflanzliche Eiweißextrakte, Fisch

    • Nährstoffe:

      • Feuchtigkeit: 80 %, Protein: 13 %, Fettgehalt: 3 %, Rohasche: 2,2 %


Aufgabe 4: Rohfütterung (BARF)

  • Ein Hundebesitzer möchte seinen Hund roh füttern.

  • Beispiel Futter: "BARF-Menü mit Rind und feinem Gemüse"

    • Menü enthält 40% grünen Pansen, 20% Maulfleisch, 20% Schlundfleisch, 20% blanchiertes Gemüse.

    • Nährstoffe: Rohprotein 11,5 %, Rohfett 14 %, Feuchtigkeit 70,7 %

    • Vorteile der Rohfütterung:

      • Nährstoffe bleiben erhalten

    • Risiken:

      • Nährstoffimbalancen

      • Gastrointestinale Störungen

      • Zoonosegefahr


Aufgabe 5: Vergleich des Rohproteingehalts

  • Berechnung des Rohproteingehalts in zwei Alleinfuttermitteln für Katzen (g/100 g TS)

  • Feuchtfutter: ca. 11 % Rohprotein

  • Trockenfutter: ca. 30 % Rohprotein


Berechnung von Energiegehalten

  • Aufgaben 6-8:

    • N-freie Extraktstoffe (NfE) zur Bestimmung von Stärke und Energiegehalten

    • Umsetzbare Energie (ME) Berechnungen gemäß vorgegebenen Formeln

    • FE-Rechnung: 0,5 MJ ME/kg KM0,75 / Tag für einen Hund mit 35 kg Gewicht

    • Ermittlung der täglichen Futtermenge basierend auf Energiebedarf.