Mittelalterliche Musik und Instrumente

Wo und zu welchen Anlässen wurde im Mittelalter musiziert?

  • Kirchen & Klöster

    • Liturgische Anlässe: Messe, Stundengebet.

    • Vor allem einstimmiger Gesang, z.B. Gregorianik.

  • Höfe/Adel

    • Musiziert wurde beim Minnesang, Tanzmusik, Festen, Turnieren und Einzügen.

  • Städte & Märkte

    • Gaukler und „Spielleute“ spielten auf Plätzen, bei Jahrmärkten und Umzügen.

  • Wachtürme & Rathäuser

    • Musikalische Signale (z.B. von Turmbläsern) und Verkündigungen.

  • Wirtshäuser & Badestuben

    • Unterhaltung im Alltag durch Musizieren.

  • Universitäten/Klöster

    • Neben der praktischen Musik gab es auch theoretische Beschäftigungen wie Musiklehre und Akustik.

Die Instrumente des Mittelalters und ihre heutigen Bezeichnungen

  • Trommel

    • Heute Teil des Schlagzeugs.

  • Flöte

    • Entspricht der Blockflöte oder Querflöte.

  • Triangel

    • Bezeichnung unverändert; Triangel.

  • Schalmei

    • Vorläufer von Oboe/Klarinette (Doppelrohrblatt-Klang wie Oboe).

  • Trompete

    • Heutige Trompete, ausgestattet mit Ventilen.

  • Harfe

    • Die Harfe hat sich weiterentwickelt.

  • Laute

    • Nah verwandt mit der Gitarre.

  • Dudelsack

    • Wird heute v. a. in Folk-Szenen gespielt.

  • Psalter (Saitenbrett)

    • Entspricht der Zither bzw. dem Hackbrett.

  • Portativ (kleine Tragorgel)

    • Kleine Pfeifenorgel; entfernt verwandt in der Spielweise mit Akkordeon.

Arbeitsblatt zur Frühen Mehrstimmigkeit _ (Neumenschrift)

  • Neumenschrift von St. Gallen

    • Notationssystem zur Darstellung von Melodien.

  • Notenelemente

    • Quadratnotation, die in die Notenhandschrift eingetragen wurde.

  • Organum

    • Bezeichnet verschiedene mehrstimmige Vokal- oder Instrumentalstücke, die oft mit freiem Organum enden.

Intervalle

  • Definition von Intervallen

    • Intervalle (lat. Intervallum): Bezeichnen Tonabstände, die gleichzeitig oder nacheinander erklingen können.

    • Unterteilung in zwei Gruppen:

    • Konsonanzen:

      • Klingen gut zusammen (Prime, Terz, Quinte, Sexte, Oktave).

    • Dissonanzen:

      • Klingen nicht gut zusammen (Sekunde, Septime).

    • Quarte:

      • Sonderstatus; wird sowohl als dissonant als auch als konsonant betrachtet.

Intervall-Übersicht

  • Stammton-Intervalle

    • Beispiel für Aufwärtsbewegung

    • Beispiel für Abwärtsbewegung

    • Intervallbezeichnungen und Halbtonschritte:

    • Prime (0 HT)

    • kleine Sekunde (1 HT)

    • große Sekunde (2 HT)

    • kleine Terz (3 HT)

    • große Terz (4 HT)

    • Quarte (5 HT)

    • Quinte (7 HT)

    • kleine Sexte (8 HT)

    • große Sexte (9 HT)

    • kleine Septime (10 HT)

    • große Septime (11 HT)

    • Oktave (12 HT)

  • Reine Intervalle:

    • Prime (OHT), übermäßige Prime (HT)

    • Reine Quarte

    • Reine Quinte

    • Reine Oktave

  • Unterteilung der Intervalle:

    • kleine + große Intervalle

    • übermäßige und verminderte Intervalle.

Notre-Dame-Epoche (ca. 1180-1250)

  • Entwicklung der Mehrstimmigkeit

    • Erste Höhepunkte in der zweiten Hälfte des 13

    • Leonin und Perotin → Komponisten

  • Organaler Stil: Über den cantus firmus, der lang gezogene, orgelpunktartige Töne hat, schwingen drei Oberstimmen im dreier Takt.

  • Diskantus Stil (selten): Der cantus firmus in der untersten Stimme, passt sich den Oberstimmen an und bewegt sich schneller voran; z.B. Tonwechsel pro Takt