C-Problem & Schock – Kurznotizen (copy)
ABCDE – Erstuntersuch
Airway: Sprechen möglich? Inspir. Stridor? Mund-Rachen-Inspektion
Breathing: , Atemfrequenz, Inspektion, Palpation, Auskultation
Circulation: Äußere / innere bedrohliche Blutung, Rekap-Zeit, Puls, Haut, Blutdruck, EKG
Disability: BZ, , Pupillen
Herz & Kreislauf – Anatomie (Kurz)
Herz: 4 Kammern, Gewicht , HF Ruhe , Schlagvol.
Klappen: Mitral, Trikuspidal, Aorten-, Pulmonal – „Ventilfunktion“
Reizleitung: Sinus → AV → His → Tawara → Purkinje; EKG zeigt nur elektrische Aktivität
Kreislauf: Körper- & Lungenkreislauf, arter. vs. venöses Blut
Gefäße: Arterien (dick, Muskulatur), Venen (Klappen, Volumen), Kapillaren (Stoffaustausch)
Vor- / Nachlast:
• Vorlast = enddiast. Faserdehnung (abh. Volumen)
• Nachlast = periph. Widerstand (Auswurfwiderstand)
Blutdruck – Essenzielles
Definition: Kraft des Blutes auf Gefäßwände; bestimmt durch , periph. Widerstand, Volumen
Messarten: palpatorisch, auskultatorisch, invasiv
Normalwerte (Erw.): Systole , Diastole
→ Ziel
Ursachen eines C-Problems (Auswahl)
Internistisch: ACS, Rhythmusstörung, Herzinsuff., Lungenembolie, Schock, Intox.
Trauma: absoluter Volumenmangel, Spannungspneumothorax
Akutes Koronarsyndrom (ACS)
Missverhältnis O₂-Angebot/Verbrauch durch Koronarverschluss
Leitsymptom: Brustschmerz; STEMI/NSTEMI/inst. AP (Troponin)
O₂ nur bei oder Dyspnoe (Ziel )
Bluthochdruck
HT-Krise: > ohne Organschaden
HT-Notfall: BD-Anstieg + Organschaden (ACS, Stroke, Lungenödem …)
Aortenaneurysma/-dissektion
Plötzlich stechender Thorax-/Rückenschmerz; Gefahr Volumenmangelschock
Herzinsuffizienz
Links: Dyspnoe, Rasseln, Zyanose → möglich Lungenödem
Rechts: Halsvenenstau, Ödeme, Aszites
Venöse / arterielle Notfälle
TVT: Virchow-Trias; Gefahr LE
Arterieller Verschluss: 6P (Pain, Pallor, Pulselessness, Paresthesia, Paralysis, Prostration)
Schock – Basis
Definition: unzureichende Gewebedurchblutung → O₂-Mangel
Hauptformen:
• Hypovolämisch (hämorrhagisch/nicht hämorrh.)
• Distributiv (anaphylaktisch, neurogen, septisch)
• Obstruktiv (Pneu, Tamponade, LE, V.-cava-Komp.)
• Kardiogen
Stadien: kompensiert → dekompensiert → irreversibel
Frühe Zeichen: Tachykardie, Tachypnoe, Unruhe
Therapie – Allgemein
Ziel: Übergang zur Dekompensation verhindern
Maßnahmen: Ursache stoppen, O₂, Lagerung (je nach Form), Volumen (außer kardiog.), Wärmeerhalt, Monitoring, NA
Schockformen – Kerndaten
Hypovolämisch: Blut-/Plasmaverlust; Schocklage, Volumen Jonosteril
Anaphylaktisch: Histamin → Vasodilat., Airway; Adrenalin (Pen), O₂, Volumen
Neurogen: Bradykardie + Hypotonie, warme Haut; großzügig Volumen, Immobilisation
Septisch: früh warme Haut + Fieber; O₂, Volumen, zügig Klinik
Obstruktiv:
• Spannungspneu: einseitig fehlendes Geräusch, Hypersonor → sofort Dekompression
• Tamponade: gest. Halsvenen, dumpfe Töne, Hypotonie → Punktion (NA)
• V.-cava-Komp.: Schwangere → Linksseitenlagerung
Kardiogen: nach STEMI, Lungenödem, HF↑; Oberkörper hoch, KEINE Schocklage, O₂
Blutstillung & Spezialmaterial
Tourniquet: lebensbedrohliche Extremitätsblutung; max. min, Anlagezeit dok.
Hämostyptika (Celox), Woundpacking: tiefe Blutungen, immer Druck
Beckenschlinge: Trochanterenhöhe bei instabiler Beckenfraktur (KISS-Schema)
Untersuchung / Lagerung (C)
Pulse zentral/peripher, Rekap, Abdomen/Becken palp., Lagerung wahlweise:
• Hypovolämie → Schocklage
• Herz/Lunge → Oberkörper hoch
• Neurogen/Synkope → flach/Schocklage
Reanimation (BLS / ACLS) – Kernpunkte
Diagnose: Bewusstlos, keine normale Atmung, Pulskontrolle s
HDM: Frequenz 100-120\/min, Tiefe , komplette Entlastung, Unterbr.
Verhältnis bis Atemweg gesichert, dann HDM kontinuierlich + Beatmung 10\/min
Defibrillation: so früh wie möglich; Kammerflimmern erstes Ziel
Medikamente:
• Adrenalin i.v. alle min (PEA/Asystolie sofort; VF nach 2. Schock)
• Amiodaron i.v. nach 3. Schock, nach 5.
Kapnografie: → gute Prognose; nach min ungünstig
Hypothermie: nur 1 Schock, Medikamente verzögert; „warm & tot“
Schwangere: 15° Linksneigung / manuelle Uterusverlagerung ab SSW
RTW-Medikamente (Auszug)
Adrenalin: Sympathomimetikum; Notfallmedikament bei Reanimation (Asystolie, PEA, VF/pVT, Dosierung: i.v. alle 3-5 min), Anaphylaxie (Dosierung: i.m. bei Erwachsenen), schwerer Bradykardie. Wirkt vasokonstriktiv und bronchodilatatorisch.
Atropin: Parasympatholytikum; eingesetzt bei symptomatischer Bradykardie (z.B. AV-Blockierungen) zur Steigerung der Herzfrequenz (Dosierung: initial i.v., wiederholbar alle 3-5 min bis max. ).
Nitroglycerin: Vasodilatator; wird bei akuter Angina Pectoris, Myokardinfarkt und Lungenödem eingesetzt zur Gefäßerweiterung und Entlastung des Herzens (Dosierung: sublingual, ggf. wiederholbar; bei Lungenödem ggf. auch i.v. im Perfusor nach Protokoll).
Heparin: Antikoagulans; verhindert die Blutgerinnung, wichtig bei Akutem Koronarsyndrom (ACS), Lungenembolie oder zur Prophylaxe (Dosierung: bei ACS z.B. initial IE i.v. unfraktioniertes Heparin oder LMWH nach Schema, je nach Indikation).
ASS (Acetylsalicylsäure): Thrombozytenaggregationshemmer; hemmt die Verklumpung von Blutplättchen, standardmäßig bei Verdacht auf ACS (Dosierung: initial p.o. einmalig).
Urapidil: Alpha-1-Rezeptorblocker; zur schnellen Blutdrucksenkung bei hypertensiven Notfällen (Dosierung: initial i.v. Bolus, dann ggf. Perfusor zur Fortsetzung der Therapie).
Amiodaron: Antiarrhythmikum der Klasse III; wird bei ventrikulären Tachykardien (pVT/VF) in der Reanimation (Dosierung: i.v. nach 3. Schock, weitere nach 5. Schock) und bei anderen tachykarden Rhythmusstörungen eingesetzt.
Merksätze
„So viel O₂ wie nötig, so wenig wie möglich“
Keine Schocklage bei kardiogenem Schock mit Bewusstsein
Dokumentiere Tourniquet-Zeit!
Bei ACS: Frühzeitig (Morphin-O₂-Nitro-ASS) – O₂ nur bei Bedarf
Schock: lieber früh Volumen (außer kard.) als zu spät