Zusammenfassung F2 2.Semester

Bedeutung psychischer Erkrankungen

  • Psychische Erkrankungen können Menschen verändern und neue Gewohnheiten hervorrufen.
  • Sie existieren in verschiedenen Formen und Stadien.
  • Definition (WHO): Psychische Gesundheit ermöglicht es, Fähigkeiten auszuschöpfen, Lebensbelastungen zu bewältigen, produktiv zu arbeiten und zur Gemeinschaft beizutragen.
  • Behandlung erfolgt oft professionell, z.B. in Psychiatrien.
  • 10 Schritte zur psychischen Gesundheit:
    • Neues lernen
    • Aktiv bleiben
    • Zeit mit Freunden verbringen
    • Um Hilfe bitten
    • Sich selbst annehmen
    • Kreativ sein
    • Sich entspannen
    • Darüber reden
    • Sich nicht aufgeben
    • Sich beteiligen

Grundsätze der psychiatrischen Pflege und Betreuung

  • Pflegerische und medizinische Beobachtung ist wichtig, um psychische Auffälligkeiten zu erkennen.
  • Beobachtung hilft, den Zustand der Betroffenen einzuschätzen und angemessen zu reagieren.
  • Wichtig für medizinische Diagnostik, Medikamente, Krisenerkennung und Verlaufskontrolle.
  • Leitsymptome psychiatrischer Störungen:
    • Affektivität
    • Antrieb, Psychosomatik
    • Sprache, Mimik, Gestik
    • Bewusstsein, Orientierung, Denken
    • Kognitive Fähigkeiten, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Konzentration
    • Sozialverhalten
    • Körperpflege, Ordnung, Hygiene
    • Absprachefähigkeit
    • Krankheitseinsicht
    • Suizidgefährdung
    • Selbstverletzung/Fremdverletzung

Lebenssituation und Biografie

  • Die Lebenssituation und Biografie des Menschen sind entscheidend, da oft der Ursprung psychischer Erkrankungen dort liegt.
  • Äussere Lebensgeschichte: Schwangerschaft, Geburt, Staatsangehörigkeit, Eltern, Geschwister, Aufwachsen, Kindergarten, Schule, Beruf, Ausbildung, Konfession.
  • Innere Lebenssituation:
    • Elternhaus, Ehe, Erziehungsstil, vermittelte Werte, Familienverhältnisse, finanzielle Situation der Ursprungsfamilie.
    • Situation in Kindergarten, Schule, Ausbildung und Beruf, Erfolge/Misserfolge, Ängste, Begabungen, Motivation, Verhalten gegenüber anderen.
  • Aktuelle Lebenssituation:
    • Wohn- und Beziehungsstatus, Berufstätigkeit, finanzielle Situation, Wertvorstellungen, soziale Kontakte, Hobbys.

Psychopathologischer Befund

  • Zusammenfassende Darstellung der psychischen Auffälligkeiten eines Klienten.
  • Unterscheidung zwischen normalen Verhaltensweisen und Auffälligkeiten.
  • Beurteilung der psychischen Grundfunktionen durch Beobachtung und Gespräche.
  • Psychische Grundfunktionen und ihre Abweichungen:
    • Bewusstsein:
      • Normal: Umfasst alle psychischen Vorgänge (Gedanken, Gefühle, Wahrnehmung, Wissen um das eigene Ich).
      • Abweichungen: Quantitative (veränderte Wachheit) und qualitative (veränderte Bewusstseinsinhalte) Bewusstseinsstörungen.
    • Orientierung:
      • Normal: Wissen um die gegenwärtige Situation.
      • Abweichungen: Örtliche (Ort nicht wissen), zeitliche (Tag, Datum, Jahreszeit nicht wissen), persönliche (Namen, Geburtsdatum, Lebensereignisse nicht wissen) und situative (aktuelle Situation oder Person nicht wissen) Desorientierung.
    • Gedächtnis:
      • Normal: Fähigkeit zur Informationsaufnahme/Speicherung und Wiedergabe.
      • Abweichungen: Beeinträchtigung der Fähigkeit, sich Wahrnehmungen und Empfindungen zu merken und sich später daran zu erinnern.
    • Denken:
      • Normal: Mit dem Verstand arbeiten; Vorstellungen, Erinnerungen und Begriffe werden zu einer Erkenntnis.
      • Abweichungen: Störungen des Denkens mit Störungen des Gedankengangs oder mit krankhaften Gedankeninhalten.
    • Wahrnehmung:
      • Normal: Prozess, bei dem über die Sinnesorgane Reize ans Gehirn weitergeleitet und dort registriert werden.
      • Abweichungen: Trugwahrnehmungen (Halluzinationen), d.h. Sinneseindrücke ohne entsprechenden Aussenreiz.
    • Affektivität:
      • Normal: Gesamtheit der Gefühlsregungen, Stimmungen und Selbstwertgefühle eines Menschen.
      • Abweichungen: Veränderte Grundstimmung, veränderte Schwankungsbreite der Gefühle oder einer Situation nicht angemessene Gefühle.
    • Antrieb:
      • Normal: Aktivität, Initiative eines Menschen.
      • Abweichungen: Minderung oder Steigerung der inneren Kraft zur zielgerichteten Aktivität.
    • Aufmerksamkeit und Konzentration:
      • Normal: Eine bestimmte Zeit lang sich mit einer bestimmten Tätigkeit/Aufgabe beschäftigen.
      • Abweichungen: Leicht ablenkbar und bleiben nicht lange bei der Sache.
    • Ich-Erleben:
      • Normal: Sich der eigenen Person und der Grenzen zu anderen Personen und der Umwelt bewusst sein.
      • Abweichungen: Gestörtes Erleben der eigenen Persönlichkeit mit Störungen der Abgrenzung zwischen eigener Person und der Umwelt.

Diagnose psychischer Störungen

  • Die Diagnose wird anhand des psychopathologischen Befundes gestellt, welcher über eine längere Zeit und im interdisziplinären Team erfasst wird.
  • Neuropsychologische Tests objektivieren den psychopathologischen Befund.
  • Ausschluss neurologischer Erkrankungen durch Labor- und apparative Untersuchungen.

Definitionen

  • Psyche: Entspricht der "Seele"; Gesamtheit der geistigen Erscheinungen der menschlichen Person.
  • Psychologie: Lehre vom (normalen) Erleben und Verhalten des Menschen.
  • Psychiatrie: Fachgebiet der Medizin, das sich mit Prophylaxe, Diagnose und Therapie psychischer Erkrankungen einschliesslich der Rehabilitation des psychisch Kranken befasst.
  • Psychopathologie: Lehre von den krankhaften Veränderungen des Seelenlebens, die sich mit den Symptomen und Formen eines krankhaft veränderten Gefühls- und Seelenlebens beschäftigt.
  • Psychische Störungen: Erlebnis- und Verhaltensweisen einer Person, die erheblich und über einen längeren Zeitraum von der Norm abweichen (fehlangepasstes Verhalten), mit einem Leidensdruck (Belastung) verbunden sind und eine Beeinträchtigung für den Betroffenen und/oder seine Umgebung zur Folge haben.
  • Psychische Gesundheit: Fähigkeit, seelische «Verletzungen» zu bewältigen; Resilienz = psychische Widerstandskraft.

Therapieangebote in der Psychiatrie

  • Leichtere Fälle: Ambulante Behandlung (z.B. Spitex, Therapeuten).
  • Schwere Fälle: Stationäre Aufnahme in Psychiatrie.

Psychotherapien

  • Definition: Behandlung psychischer Störungen mit „seelischen Mitteln“, mit aus der Psychologie entwickelten speziellen Verfahren.
    • Tiefenpsychologische Therapien:
      • Aufdeckend, unbewusste Wünsche und Konflikte, die zu belastenden Symptomen führen, werden ins Bewusstsein geholt und bearbeitet.
      • Erfordert verbale Ausdrucksfähigkeit und Belastbarkeit, da Aufdeckung von Konflikten schmerzhaft sein kann.
    • Verhaltenstherapien:
      • Problemorientiert und störungsspezifisch.
      • Fehlangepasstes Verhalten und Erleben wird als erlernt betrachtet und kann wieder „verlernt“ und durch günstigere Verhaltensweisen ersetzt werden.
    • Systemische Therapien:
      • Verhalten eines psychisch kranken Menschen wirkt sich auf die ganze Familie aus.
      • Familie wird als Mitbetroffene angesehen und kann miterklärend für die Entstehung psychischer Erkrankungen sein.

Systemische Therapie Grundannahme

  • Lebende Systeme (Kranke, Familie) können nicht von aussen gesteuert werden, sondern lediglich „verstört“, was Veränderungen bewirken kann.
  • Ob eine Verhaltensänderung erfolgt und wie diese aussieht, kann nicht vorhergesagt werden.

Psychopharmaka

  • Oft in multimodalen Therapien eingesetzt.
  • Dienen nicht der Ruhestellung, sondern ergänzen und ermöglichen gewisse Massnahmen.
  • Definition: Medikamente, die im Gehirn wirken und dort vor allem über Veränderungen im Neurotransmitterhaushalt (Botenstoffwechsel) die Gefühle und das Denken eines Menschen beeinflussen.
    • Beispiele: Antidepressiva, Stimmungsstabilisatoren, Neuroleptika, Anxiolytika.
    • Antidepressiva:
      • Greifen in Noradrenalin- und Serotoninhaushalt ein.
      • Hellen depressive Stimmung auf (nicht aber normale Stimmung eines Gesunden) und lindern depressive Symptome.
      • Einige wirken antriebsmindernd (beruhigend) oder antriebssteigernd (aktivierend).
      • Stimmungsaufhellende Wirkung setzt später ein als Nebenwirkungen und Antriebssteigerung! -> Phase erhöhter Suizidgefährdung, daher genaue Beobachtung.
    • Stimmungsstabilisatoren:
      • Reduzieren langfristig die Häufigkeit depressiver und manischer Phasen.
    • Neuroleptika:
      • Greifen vor allem in den Dopaminhaushalt ein.
      • Wirken antipsychotisch (gegen Wahn oder Halluzinationen) und erregungsdämpfend (beruhigend).
      • Je nach Substanz steht die eine oder andere Wirkung im Vordergrund (auch Antipsychotika genannt).
      • Regelmässige ärztliche Kontrollen (auch mit Blutuntersuchungen) erforderlich.
    • Anxiolytika:
      • Wirken angstlösend (meist Benzodiazepine).
      • Wirken beruhigend, schlaffördernd, antiepileptisch und muskelentspannend.
      • Geringe akute Toxizität, aber erhebliches Abhängigkeitsrisiko.
      • Sollten nur kurzzeitig eingesetzt werden (z.B. bei schweren Angststörungen oder vor Operationen).

Pflegerische Aspekte bei Psychopharmaka

  • Kein Alkohol.
  • Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen.
  • Kein Zwang zur Einnahme.
  • Ernstnehmen von Fragen und Sorgen.
  • Ggf. Einnahmekontrolle.
  • Gute Beobachtung der Betroffenen.
  • Beachtung und Anpassung der Dosierung.

Besonderheiten bei alten Menschen und Benzodiazepinen

  • Paradoxe Reaktion möglich (Erregung statt Beruhigung).
  • Erhöhtes Sturzrisiko, das durch Benzodiazepine verstärkt wird (auch am Tag nach der Einnahme).

Psychosoziale Therapien

  • (Die 3. Therapiesäule, neben Psychopharmaka und Psychotherapie).
  • Definition: Behandlungsformen, die die soziale Situation einer psychisch erkrankten Person verbessern wollen, also sie wieder in ihr gewohntes Umfeld zurückbringen und ihnen sozusagen einen Rückzugsort zu beschaffen.
    • Psychoedukation:
      • Informationen zum Krankheitsbild und zu Behandlungsmassnahmen.
      • Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen zur Entlastung und Entstigmatisierung.
    • Sozialpädagogische Beratung:
      • Analyse der sozialen Situation, Erkennen von Gefährdungen und Unterstützung bei der Lösungssuche (z.B. Behördengänge).
    • Training sozialer Fähigkeiten:
      • Verbesserung alltagspraktischer Kompetenzen für ein unabhängiges Leben (z.B. Haushaltsführung, Einkäufe, Umgang mit Geld, Freizeitgestaltung).
    • Ergotherapie:
      • Stärkung kreativ-handwerklicher, kognitiver und kommunikativer Fähigkeiten, Antrieb, Konzentration und Ausdauer.
    • Arbeitstherapie:
      • Training von Pünktlichkeit, Sorgfalt, Ausdauer und Durchhaltevermögen für die (Wieder-)Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit.
    • Künstlerische Therapien:
      • Musik-, Mal-, Tanz- und Bewegungstherapie zur Förderung gesunder Persönlichkeitsanteile, Stärkung des Selbstvertrauens und Entgegenwirken von Isolation.
    • Sport- und Bewegungstherapie:
      • Verbesserung der körperlichen Befindlichkeit und psychischen Symptome durch Abbau von Stresshormonen und Ausschüttung anderer Neurotransmitter.
      • Verbesserung von Selbstbestätigung, Motivation und sozialer Kompetenz durch gemeinsame körperliche Bewegung.
    • Home Treatment:
      • Behandlung langfristig und chronisch Kranker (z.B. mit Schizophrenie) in der häuslichen Umgebung durch spezialisierte Teams.
      • Verkürzung oder Verhinderung stationärer Aufenthalte.
    • Betreutes Wohnen:
      • Ermöglicht Menschen mit dauerhaftem Unterstützungsbedarf ein Leben ausserhalb einer stationären Einrichtung (Einzelwohnungen, Wohngruppen, Wohngemeinschaften, Familienpflege).
    • Beziehungsgestaltung
    • Sicherheit
    • Ordnung und Hygiene
    • Tagesstruktur und Freizeitgestaltung

Spezielle pflegerische Betreuung von Menschen mit psychischen Störungen

  • Herstellung einer Alltagsstruktur, gute Kommunikation und Zeit für die Betroffenen.
  • Gute Beziehung zu den Betroffenen mit dem richtigen Mass von Nähe und Distanz, Empathie.
  • Vorsicht und Vertrauensaufbau.
  • Beziehungsaufbau schwieriger bei unfreiwilliger Behandlung.
  • Prävention von Fremd- oder Selbstverletzung durch Überprüfung und Aussortierung von Gegenständen.
  • Regelmässige Kontrollen der Patienten und ihrer Gegenstände.
  • Gefährliche Gegenstände auf Stationen werden regelmässig gezählt und geprüft.
  • Regelmässige Überwachung der Klienten, ggf. 1:1-Betreuung.
  • Zwangsmassnahmen (Isolation, Fixierung, Zwangsmedikation) als letztes Mittel auf ärztliche Anordnung.
  • Motivation zur Körperpflege und zum Aufräumen, ggf. Hilfestellung unter Berücksichtigung der Bedürfnisse.
  • Feste Termine für Schlaf, Aufstehen und Essen.
  • Vermeidung von Über- und Unterforderung, daher individuelle Tagesplanung mit den Klienten.
  • Freizeitgestaltung nach Interessen.
  • Unterstützung bei der richtigen Nutzung der Freizeit.
  • Lebenspraktisches Training zur Rückführung in den Alltag (Haushalt, Umgang mit Menschen).
  • Komplette Unterstützung oder Vor- und Nachbesprechung durch Pflegende.
  • Individuelle Planung nach Erkrankung und Alltagswünschen.

Einbezug von Angehörigen

  • Beantwortung von Fragen und Vorschläge für Hilfeorganisationen.
  • Informationsquelle über die Vergangenheit der Betroffenen (Datenschutz beachten).
  • Therapie gemeinsam mit Angehörigen bei Dementen, Kindern und Jugendlichen oft sehr gut.

Umgang mit der Krankheit

  • Sowohl Ärzte als auch Pfleger.
  • Pflegende haben eine engere Bindung zu den Betroffenen.
  • Belastungserprobungen vor der Entlassung (Wochenende zu Hause mit Medikamenten), um den Umgang damit zu prüfen.

Krankheitsbilder und Pflegemassnahmen

Affektive Störungen (Depression, Manie, Bipolare Störungen)

  • Definition: Psychische Störung, bei der eine krankhafte Veränderung der Stimmung im Vordergrund steht.
  • Unterteilung in Depression, Manie und bipolare affektive Störungen.
Depression
  • Symptome:
    • Anhaltend gedrückte Stimmung, Gefühl von Leere
    • Interessenverlust, Antriebslosigkeit
    • Schuldgefühle, geringes Selbstwertgefühl
    • Schlafstörungen, Morgentief
    • Körperliche Beschwerden (z. B. Schmerzen)
    • Bei Kindern: Spielunlust, Rückzug, Entwicklungsverzögerung
  • Therapie:
    • Psychotherapie (z. B. kognitive Verhaltenstherapie, IPT)
    • Psychopharmaka (bei mittel- bis schweren Depressionen; Antidepressiva, ggf. Neuroleptika bei Wahn)
    • Somatische Therapie: Lichttherapie bei saisonaler Depression
    • Rezidivprophylaxe: Fortführung von Therapie und Medikation nach der Akutphase
  • Pflege und Betreuung:
    • Beziehungsgestaltung: Geduldig, einfühlsam, motivierend, kurze und häufige Kontakte
    • Sicherheit: Kontrolle von Vitalzeichen, Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme, Suizidprävention
    • Hygiene: Motivation zur Körperpflege, Sensibilität bei Geruch / Schwitzen
    • Tagesstruktur: Aktivierung ohne Überforderung, feste Strukturen, Schlafhygiene
    • Lebenspraktisches Training: Unterstützung im Alltag (z. B. Kochen, Einkaufen)
    • Beratung: Vorbereitung auf Entlassung, Aufklärung über Krankheit, Angehörigenarbeit, Selbsthilfegruppen
Manie
  • Definition: Krankhaft gehobene Stimmung.
  • Symptome:
    • Euphorie, Selbstüberschätzung (Größenwahn)
    • Gesteigerter Antrieb, Ideenflucht
    • Rededrang, Schlaflosigkeit
    • Geringe Kritikfähigkeit, Impulsivität, Gereiztheit
    • Soziales und finanzielles Fehlverhalten, sexuelle Enthemmung
  • Therapie:
    • Psychopharmaka: Neuroleptika, Stimmungsstabilisatoren
    • Psychotherapie: Nach Akutphase
    • Rezidivprophylaxe: Langfristige Weiterbehandlung
  • Pflege und Betreuung:
    • Beziehungsgestaltung: Grenzen setzen, Nähe-Distanz wahren, klare Kommunikation
    • Sicherheit: Schutz anderer Klient*innen, Reizabschirmung, evtl. Geldeinteilung
    • Struktur: Reizarme Umgebung, angepasste Aktivitäten, Schlafrituale
    • Beratung: Aufklärung, Umgang mit Schuld/Scham, rechtliche Beratung bei Überschuldung oder Straftaten
Bipolare affektive Störung
  • Definition: Wechsel zwischen depressiven und manischen Phasen, auch Mischformen möglich.
  • Symptome:
    • Abwechselnd Symptome beider Störungsbilder
    • Selten gleichzeitig (gemischte Episode)
  • Therapie:
    • Kombination aus Antidepressiva, Neuroleptika und Stimmungsstabilisatoren
    • Rezidivprophylaxe: Langfristige medikamentöse und psychotherapeutische Begleitung
  • Pflege und Betreuungsmassnahmen:
    • Allgemein
      • Vertrauen aufbauen
      • Regelmäßige Beobachtung (Stimmung, Schlaf, Verhalten)
      • Medikamente kontrollieren und verabreichen
      • Tagesstruktur geben (fester Ablauf)
    • In der depressiven Phase
      • Geduldig sein, zuhören
      • Bei Aktivitäten sanft motivieren
      • Hilfe bei Körperpflege und Essen
      • Auf Suizidgedanken achten
    • In der manischen Phase
      • Ruhe ausstrahlen, klar sprechen
      • Grenzen freundlich setzen
      • Reize reduzieren (wenig Lärm, wenig Besuch)
      • Auf ausreichenden Schlaf achten
      • Impulsives Verhalten beobachten