Epochen der deutschen Literatur

Epochen

  • Barock (1600-1720)
  • Junges Deutschland/Vormärz (1815-1848)
  • Biedermeier (1815-1848)
  • Romantik (1795-1835)
  • Weimarer Klassik (1786-1831)
  • Sturm & Drang (1765-1790)
  • Empfindsamkeit (1740-1790)
  • Aufklärung (1720-1800)
  • Realismus (1848-1890)
  • Gegenwartsliteratur (ab 1990)
  • Postmoderne (ca. 1989-2011)
  • Nachkriegsliteratur (1945-1990)
  • Trümmerliteratur (1945-1960)
  • Exilliteratur (1933-1945)
  • Neue Sachlichkeit (1918-1933)
  • Expressionismus (1905-1925)
  • Symbolismus (1890-1920)
  • Impressionismus (1890-1920)
  • Moderne (1890-1920)
  • Naturalismus (1880-1900)

Aufklärung (ca. 1720-1800)

  • Historischer Hintergrund:
    • Bürgertum gewann an Bildung und Wohlstand, fühlte sich durch Ständegrenzen eingeengt.
    • Bürgertum gegen vorherrschende Machtverhältnisse → Emanzipation.
    • "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen." - Kant
    • Französische Revolution: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.
    • Starkes Bevölkerungswachstum, Verstädterung, technischer Fortschritt.
  • Welt- und Menschenbild:
    • Individuum steht stärker im Fokus; Verstand & kritisches Denken.
    • Bildungsmöglichkeiten & Menschenrechte für alle wurden gefordert.
    • Lernen und Bildung, Anleitung zum selbstständigen Denken.
    • Toleranzgedanke (aus Vernunft abgeleitet) → Akzeptanz anderer Religionen (Lessing).
  • Lyrik:
    • Schriftsteller wollen breite Öffentlichkeit erreichen und durch Lektüre erziehen (Dramatik am beliebtesten).
    • Nützliche & aufklärende Texte.
    • Lehrgedichte, Gedankenlyrik.
    • Licht als Metapher für Aufklärung, Erkenntnis.
  • Themen:
    • Zentrales Thema: Streben nach Freiheit und Vernunft.
  • Autoren:
    • Immanuel Kant: "Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit" (Loslösung von Autoritäten).
    • René Descartes: "Ich denke, also bin ich."
    • Christian Fürchtegott Gellert.
    • Dramatik: G. E. Lessing, "Nathan der Weise".

Sturm und Drang (ca. 1765-1790) und Empfindsamkeit (ca. 1740-1790)

  • Historischer Hintergrund:
    • Anknüpfend an das Gedankengut der Aufklärung.
    • Literarische Strömungen (innerhalb der Epoche der Aufklärung).
    • Bürgertum Einfluss auf Politik → nationales Bewusstsein.
    • Jugendprotestbewegung.
  • Welt- und Menschenbild:
    • Gegengewicht zur Vernunftbetonung der Aufklärung: Fokussierung auf die Seele des Menschen & seine Gefühlskultur.
    • Erleben von Natur & Liebe, Sensibilität, Gefühlsintensität.
    • Von Normen der Gesellschaft befreien, dem eigenen Willen folgen!
  • Lyrik:
    • Authentische Sprache, spontan, emotional, gefühlsintensiv (elliptische Sätze, rhetorische Fragen, Emphasen).
    • Umgangssprachlich → Nachahmung des Alltags.
    • Sakrale Begriffe als Hyperbeln (ewig, himmlisch, göttlich).
    • Lied und Balladen, Erlebnislyrik (unmittelbares, subjektives, kurzes Erlebnis steht im Mittelpunkt, z.B. „Erlkönig“).
    • Kein festes Reimschema & Versmaß, freier Rhythmus (keine Rücksicht auf formelle Regeln & lit. Traditionen).
    • Zentrale Begriffe: Herz, Seele.
  • Themen:
    • Rebellion, Auflehnung, Freiheitsdrang.
    • Gesellschaftskritisch.
    • Naturdarstellung als Widerspiegelung der Seele (Natur - frei von menschlichem Einwirken).
    • Bürgerliche Werte: Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Authentizität, Tugendhaftigkeit, Leistung.
    • Gefühlsbetont und Wunsch nach Selbstbestimmung → persönliches Erleben und Empfinden.
  • Autoren:
    • Schiller: „Vater Tochter - Konflikt, Kabale und Liebe“.
    • Schiller: „Vater - Sohn - Konflikt. Die Räuber“.

Aufklärung, Sturm und Drang, Empfindsamkeit (Zusammenfassung)

  • Aufklärung (1720-1800):
    • Verstand.
    • Ideale: Vernunft & Moral.
    • Normen- und Regelgläubigkeit.
    • Klare Regeln für Literatur → vorgegebenes Schema, der Aufklärung dienend.
  • Sturm und Drang (1765-1790):
    • Gegenbewegung zur Aufklärung.
    • Kritik am Rationalismus.
    • Feiern das Gegenteil: Emotionalität & Fantasie.
  • Empfindsamkeit (1740-1790):
    • Versöhnung von Verstand & Gefühl.
    • Spontanität, Selbsterfahrung.
    • Ergänzung zur Aufklärung: Gefühle gleichwertig zum Verstand.
    • Realitätsflucht vor Unterdrückung durch starke Gefühle: Sentimentalität & Enthusiasmus.
    • Themen: Lebensgenuss, Freundschaft, Trauer, Nächsten- und Geschwisterliebe.
    • Glauben & Beziehung zu Gott.
    • Oden, Hymnen, Elegien.

Weimarer Klassik (ca. 1786-1832)

  • Literatur entsteht größtenteils in Weimar (Goethe, Schiller, Wieland, Herder).
  • Historischer Hintergrund:
    • Zahlreiche politische Umbrüche.
    • Goethe 1786: Italienreise → Betrachtung antiker Kunst → Beginn der Epoche.
    • 1789: Französische Revolution (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit).
    • 1792: Französische Republik, Herrschaft Napoleon.
    • 1799: Napoleon führt europaweite Kriege →politische Aufstände.
    • 1814: Wiener Kongress → neue Grenzziehung.
    • Vertreter der Klassik politisch inaktiv → enttäuschte Hoffnung auf Freiheit & Selbstbestimmung.
  • Welt- und Menschenbild:
    • Humanitätsideal: die reine Menschlichkeit, Einklang von Natur und Mensch = Streben nach Perfektion.
    • Menschlichkeit, Toleranz, Harmonie zwischen Vernunft & Sinnlichkeit = wahre Schönheit.
    • Spiegel des klassischen Menschen = Einfachheit, Schönheit, Harmonie der griechischen Kunstwerke.
    • Ziel der Klassik: Humanität (man ging davon aus, Mensch zum „Guten