5.Kommunikation
Grundlegende Annahmen der sozialen Kommunikation nach Paul Watzlawick
Kommunikation kann nicht unterlassen werden; sie geschieht immer, auch wenn nonverbal.
Fünf Axiome, die die menschliche Kommunikation prägen:
Man kann nicht nicht kommunizieren
Kommunikation ist Verhalten; ein Beispiel ist eine Frau im Wartezimmer, die den Boden anstarrt.
Störungen:
Abweisungen (z. B. "Mit dir will ich nichts zu tun haben").
Wiederwillige Annahme der Kommunikation
Ignorieren der Kommunikation (Nicht-Antworten).
Entwertung der Aussagen des Partners durch Themenwechsel.
Flucht in Symptome (z. B. Müdigkeit) als Kommunikationsvermeidung.
Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt
Der Inhaltsaspekt informiert, der Beziehungsaspekt erklärt die Beziehung zwischen den Partnern.
Beispiel: Eine Kompliment über eine Perlenkette kann unterschiedlich aufgenommen werden und dabei entscheiden Gestik, Mimik und Tonfall zwischen
Bestätigung (Kompliment)
Verwerfung (wird gefallen gelassen, da sie als negativ empfunden wird)
Entwertung (Sprecher und Aussage werden entwertet)
Störungen:
Negative Beziehung wird auf Inhaltsebene ausgetragen.
Uneinigkeit der Meinungen schlägt auf die Beziehungsebene durch.
Missverständnisse aufgrund unklarer Beziehungen.
ungleiche Emotionen
eine Vernachlässigung oder das Ignorieren von Beziehungsaspekten
Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung
Jeder Interaktionspartner beeinflusst die Beziehung.
Auf jeden Reiz folgt eine Reaktion = Verhaltenskette
Reiz ist zugleich Kommunikation
Beispiel: In einer Ehe können Missverständnisse entstehen, wenn Partner unterschiedliche Wahrnehmungen der Beziehung haben.
Metakommunikation ermöglicht, Missverständnisse aufzubrechen und die Sichtweise des anderen zu verstehen.
Menschliche Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten
Digitale Kommunikation: verbal (z. B. gesprochene Worte). → Inhaltsaspekt
Analoge Kommunikation: nonverbal (z. B. Gesten, Mimik). → Beziehungsaspekt der Nachricht
Erfolgreiche Kommunikation: besteht aus der Übereinstimmung analoger und digitaler Modalität.
Störungen:
Unklarheiten zwischen analoger und digitaler Kommunikation können zu Missverständnissen führen. z.B. Tränen können Schmerz oder Freude ausdrücken; Lächeln Sympathie oder Verachtung.
Nichtbewusstsein der eigenen analogen Kommunikation bei einem Kommunikationspartner.
Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär
Symmetrische Kommunikation: Gleichheit zwischen den Partnern. (Streben nach Gleichheit) = gleichstarke Partner
Komplementäre Kommunikation: Unterschiede zwischen den Partnern werden ausgedrückt. Es gibt einen superioren und inferioren Partner. Ergänzen sich in ihrem Verhalten.
Störungen:
Symmetrische Eskalation: Beide Partner versuchen, sich gegenseitig zu übertreffen.
Starre Komplementarität: Starke Autorität- bzw. Machtgefälle führt zu Abhängigkeit.