Zusammenfassung Wissenschaftliches Arbeiten im Design

Foragers Projekt von Dunne und Raby

  • Nutzt evolutionäre Prozesse und molekulare Technologien.
  • Ziel: Lösung von Ernährungsproblemen in Städten.
  • Methoden:
    • 3D-Visualisierungen und Videos.
    • Ermöglicht es Menschen, die Kontrolle über Ressourcenknappheit zu übernehmen.
    • Entwicklung von Lösungen von unten nach oben.
    • Kombination aus synthetischer Biologie und neuen Verdauungsvorrichtungen.
    • Erforschung neuer Nahrungsquellen in urbaner Umgebung.
  • Baut auf bestehenden urbanen Lösungen und Kulturen auf:
    • Urban Farming.
    • Guerilla Gardening.
    • Aquaponik.

Kontrafaktische Gedankenexperimente

  • Methode im spekulativen Design.
  • Veränderung einer historischen Tatsache.
  • Ziel: Analyse des Einflusses auf den Geschichtsverlauf.
  • Verständnis der Bedeutung von Schlüsselereignissen.
  • Anregung der Debatte über soziale, ethische und technologische Fragen.

Reductio ad Absurdum

  • Logisches Argument.
  • Annahme einer Behauptung und Ableitung eines absurden Ergebnisses.
  • Übertreibung, Perspektivenwechsel und Humor.
  • Fazit: Die ursprüngliche Behauptung ist falsch.

The Toaster Project 2009 von Thomas Thwaites

  • Nachbau eines einfachen, billigen Toasters.
  • Schwierigkeiten bei der Herstellung von Rohstoffen (Kupfer, Eisen, Nickel, Kunststoff).
  • Zeigt die Abhängigkeit des Menschen von komplexen Technologien und Herstellungsprozessen.

Zusammenfassung für Designer

  • Fähigkeit zur fundierten Planung des wissenschaftlichen Arbeitsprozesses und der Designlösungen.
  • Design als Handlungsweise erfordert intensives, kontinuierliches, lebenslanges Lernen.
  • Entwicklung eines Gespürs, wann was zu tun ist.

Wissenschaftstheoretische Konzepte im Design

  • Ontologie und Epistemologie als Frage nach Designansatz und -prozess.
  • Methodologie: Wahl der Methode passend zum Gestaltungsziel.
  • Gestaltungsansätze:
    • Benutzerzentriertes Design.
    • Partizipatives Design.
    • Nachhaltiges Design.
    • Spekulatives Design.
  • Der Gestaltungsansatz bestimmt den Forschungsprozess und die Methodenwahl.
  • Benutzerzentriertes Design: Etablierte wissenschaftliche Erhebungsmethoden für Nutzerforschung und -evaluation.
  • Partizipatives Design: Beteiligung unterschiedlicher Interessenvertreter am Designprozess.
  • Nachhaltiges Design: Systemische Sichtweise auf komplexe Nachhaltigkeitsprobleme.
  • Spekulatives Design: Orientierung an künstlerischen Methoden und Ausdrucksformen.

Lektion 5: Forschung für Design: Wissenschaftliche Recherche

  • Lernziele:
    • Durchführung wissenschaftlicher Literaturrecherchen.
    • Nutzung verschiedener Bibliotheken und Datenbanken.
    • Auswertung wissenschaftlicher Quellen.
    • Verwaltung von Literatur in wissenschaftlicher Arbeit.

Einführung in die wissenschaftliche Recherche

  • Niklas Luhmanns Zettelkasten:
    • 90.000 handschriftliche Zettel in 27 Buchenholzkästen.
    • Dokumentation der Theorieentwicklung.
    • Intellektuelle Autobiographie.
  • Zettelkästen in Bibliotheken und Archiven als analoges Medium zur Erschließung von Beständen.
  • Strukturierung in Titel-, Personen- und Schlagwortkataloge.
  • Digitale Nutzeroberflächen der Bibliothekskataloge bilden die Systematik ab.
  • Die erweiterte Suchfunktion der Deutschen Nationalbibliothek ermöglicht die Recherche nach Büchern oder Zeitschriften.
  • Prinzip: Strukturierung und Organisation von Wissen, um es mit wenigen Zugriffsoptionen vollständig zu erschließen.
  • Recherche als Ausgangspunkt aller wissenschaftlichen Tätigkeit.

Fragen zur wissenschaftlichen Recherche

  • Welche Datenbanken und Archive gibt es?
  • Wie wird bei einer Suche vorgegangen?
  • Welche Zugriffs- und Suchstrategien gibt es?
  • Wie sind Quellen zu bewerten?
  • Wie verwalte ich meine Quellen?

Literatur- und Datenbankrecherche

  • Systematische Literatursuche.
  • Unterschiedliche Zugangsbedingungen und Vorgehensweisen je nach Ressource.
  • Qualität der gefundenen Treffer variiert.
  • Ressourcen der hochschuleigenen Bibliothek nutzen.
  • Discovery-Systeme ermöglichen die gleichzeitige Suche in verschiedenen Angeboten.
  • Nutzung von Datenbanken und Bibliothekskatalogen kann eingeschränkt oder kostenpflichtig sein.
  • Bildungs- und Forschungseinrichtungen lizenzieren relevante Datenbanken.
  • Kostenpflichtige und freie Suchmaschinen/Datenbanken.
  • Open-Access-Dokumente.

Schlagworte und Stichworte

  • Schlagwort: Begriff, der die Quelle inhaltlich beschreibt (nicht wortwörtlich im Text).
  • Stichwort: Begriff, der im Text, im Titel oder in der Beschreibung der Quelle vorkommt.
  • Bibliothekskataloge verzeichnen Monografien, Sammelwerke und Zeitschriften.
  • Datenbanken: Recherchen in Zeitschriftenartikeln, Presseinhalten, E-Books, Statistiken, Firmen- und Personeninformationen.
  • Thematischer Schwerpunkt der Datenbanken.

Suchtechnik

  • Zielgerichtete und genaue Eingabe der Suchbegriffe.
  • Einfache Suche (Basic Search).
  • Erweiterte Suche (Advanced Search): Kombination von Suchbegriffen und Suche in speziellen Suchfeldern.

Operatoren

  • Boolesche Suchoperatoren: AND, OR, NOT.
  • AND: Schnittmenge der Suchbegriffe. Beispiel: Europa AND GermanyEuropa \text{ AND } Germany
  • OR: Gesamtmenge der Suchbegriffe. Beispiel: Behavior OR BehaviourBehavior \text{ OR } Behaviour
  • NOT: Ausschließende Suche. Beispiel: Europe NOT GermanyEurope \text{ NOT } Germany

Weitere Instrumente für die Recherche

  • Sternchen-Symbol (): Suche nach Wortbestandteilen (Trunkierung). Beispiel: europ</em>europ</em>, findet Europa, Europe, european.
  • Fragezeichen (?): Ersetzt ein Zeichen innerhalb eines Suchbegriffs (Maskierung). Beispiel: Ma?erMa?er, findet Maier und Mayer.
  • Anführungszeichen (""): Aktivierung der Phrasensuche. Beispiel: Suche nach konkreten Titeln oder Zitaten.
  • Filter- oder Facettierungsmöglichkeiten zur Optimierung der Trefferlisten: Inhaltliche (Thema) oder formale Kriterien (Erscheinungsjahr, Medientyp u. a.).