Fetalentwicklung und Plazenta-Funktion
Entwicklung während der Fetalzeit
- Fetalzeit: Die Entwicklung von der 9. Entwicklungswoche bis zur Geburt.
- Fetus (Fötus): Bezeichnet das sich entwickelnde Kind während der Fetalzeit.
- Wachstum und Reifung: In der Fetalzeit wächst der Fetus und seine Organe reifen heran. Die Organe werden funktionsfähig, sodass das Kind nach der Abnabelung von der Mutter überlebensfähig ist.
- Entwicklung der Sinne: Ab der 9. Entwicklungswoche entwickeln sich die Sinne des Fetus. Er reagiert auf verschiedene Reize wie Geräusche, Licht und Berührung und beginnt, sich zu bewegen.
- Lungenfunktion: Die Lunge nimmt etwa gegen Ende des sechsten Monats ihre Funktion auf. Daher ist ein Fetus im Falle einer Frühgeburt erst ab diesem Alter überlebensfähig.
- Schutz: Der Fetus ist durch die Fruchtblase geschützt, die mit Fruchtwasser gefüllt ist.
- Gewichtszunahme: Das Kind nimmt monatlich rasch an Gewicht zu und erreicht bis zum Ende der Schwangerschaft ein durchschnittliches Geburtsgewicht von ca. 3200-3300 g.
Versorgung des Ungeborenen
- Plazenta: Ab der 4. Entwicklungswoche ist die Plazenta vollständig entwickelt.
- Bestandteile der Plazenta:
- Fetaler Anteil: Zottenhaut.
- Mütterlicher Anteil: Gebärmutterschleimhaut.
- Nabelschnur: Verbindet die Plazenta mit dem Fetus.
- Zottenbäume: Die stark verästelten Zotten des fetalen Teils werden als Zottenbäume bezeichnet. Sie vergrößern die Oberfläche für den Stoffaustausch.
- Plazentaschranke: Während der gesamten Schwangerschaft sind der fetale und der mütterliche Blutkreislauf durch eine dünne Schicht aus Zellen getrennt. Diese Plazentaschranke ist eine Filtermembran, welche gelöste Stoffe durchlässt, jedoch den Übertritt von bestimmten Bestandteilen wie z. B. von Zellen verhindert.
- Stoffaustausch: Das mütterliche Blutgefäßsystem bildet einen großen Blutraum rund um die kindlichen Blutgefäße aus. Dadurch werden die Zotten von mütterlichem Blut umspült. Der Fetus kann Nährstoffe, Sauerstoff und Antikörper aus dem mütterlichen Blut aufnehmen und Stoffwechselendprodukte abgeben.
- Hormonproduktion der Plazenta:
- Humanes Choriongonadotropin (HCG): Zu Beginn der Schwangerschaft produziert die Plazenta HCG. Dieses sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut mitsamt der befruchteten Eizelle nicht abgestoßen wird.
- Progesteron: Im weiteren Verlauf produziert die Plazenta auch das Hormon Progesteron, welches unter anderem das Wachstum der Brustdrüse und der Gebärmutter fördert.
- Stammzellen: Stammzellen werden auf Wunsch der Eltern von Stammzellbanken aus der Plazenta und der Nabelschnur des Ungeborenen gewonnen und jahrelang eingefroren. Bei Bedarf können sie dem Kind später wieder eingepflanzt werden, um beispielsweise verschiedene Erkrankungen, wie etwa Leukämie, zu behandeln.
Gegenstromprinzip
- In der Plazenta der Säugetiere bewirkt ein Gegenstrom in getrennten Blutbahnen die Versorgung des Embryos.
- Stoffe, die dabei zwischen mütterlichem und fetalem Blut ausgetauscht werden: Nährstoffe, Sauerstoff, Antikörper, Stoffwechselendprodukte, usw.