Enzyme und Transportmechanismen: Umfassende Zusammenfassung
Eigenschaften und Wirkungsweise von Enzymen
Nomenklatur:
- Enzymname = Substratbezeichnung + Endung "-ase".
- Gruppenbezeichnungen (Subklassen) sind üblich, z.B. Lipasen für Enzyme, die Lipidverdauung katalysieren.
Enzymklassen (Abb. 1):
- Oxidoreduktasen: Katalysieren Redoxreaktionen.
- Transferasen: Übertragen funktionelle Gruppen von einem Substrat auf ein anderes.
- Hydrolasen: Spalten Bindungen unter Einsatz von Wasser.
- Lyasen: Katalysieren Hydrolyse oder Synthese komplexerer Produkte aus einfachen Substraten ohne ATP-Spaltung.
- Isomerasen: Beschleunigen die Umwandlung von chemischen Molekülen.
- Ligasen: Katalysieren die Verknüpfung zweier Moleküle unter ATP-Verbrauch.
**Beispiele enzymkatalysierter Reaktionen (Abb. 2):
** Enzym A: Reagiert mit ATP, welches in ADP+P gespalten wird.
Enzym B: Wirkt mit einer Transferase.
Enzym C: Benötigt H2O.Enzyme in Reinigern (Abb. 3):
- Fleckentfernung: Protease
- Teppichreinigung: Protease, Lipase, Amylase, ggf. Cellulase; als Paste auftragen, Einwirkzeit beachten; Pulver wird später mit Staubsauger entfernt, nicht als Lösung geeignet.
- Großküchenreinigung: Protease, Lipase; Pulver wird in Wasser gelöst aufgetragen, später konventionelle Reinigung; Lösung nicht haltbar.
- Geruchsneutralisation: Ligasen; Abwaschen von Oberflächen mit frisch angesetzter Lösung, Lösung nicht haltbar.
Transportmechanismen
Zellmembran: Grenzt Zelle von Umgebung ab.
Transportmechanismen: Ermöglichen Transport von Nährstoffmolekülen (Glucose, Aminosäuren, Fette) und Ionen durch die Zellmembran.
Haupttypen der Membrantransportproteine (Abb. 1a-c):
- Uniporter
- Symporter
- Antiporter
Funktion der Membrantransportproteine (Abb. 1d-f):
- ATP-abhängige Pumpe:
- Ionenkanal:
- Transporter:
Glucosetransport-Protein (Abb. 2):
- In Epithelzellen des Darms, transportiert Zucker vom Darm ins Blut.
- Glucose-Bindungsstellen (äußere und innere).
- Glucose-Gradient.
Ca2+-ATPase (Abb. 3):
- In der Membran des Sarkoplasmatischen Retikulums (SR) des Muskels.
- SR speichert Calciumionen.
Transportprotein aus den Epithelzellen der Nierentubuli (Abb. 4):
- Ermöglicht die Rückgewinnung der Glucose aus dem sich bildenden Urin.
- Na+ / Glucose Symport.
Steuerung von enzymkatalysierten Reaktionen
Rolle von Enzymen:
- Katalysieren, kontrollieren und steuern biochemische Reaktionen in Zellen.
- Aufrechterhaltung oder Veränderung von Stoffkonzentrationen.
- Verhinderung von energieaufwendiger Überproduktion von Enzymen oder Produkten.
Beeinflussung der Reaktionsgeschwindigkeit:
- Verschiedene Mechanismen.
Enzymhemmung (Abb. 1):
- Kompetitive Hemmung:
- Inhibitormolekül ähnelt dem Substrat.
- Bindet am aktiven Zentrum des Enzyms.
- Erhöhung der Substratkonzentration reduziert die Hemmung.
- Reaktion reversibel.
- Allosterische Hemmung:
- Inhibitormolekül hat keine Ähnlichkeit zum Substrat.
- Bindet am allosterischen Zentrum.
- Substratkonzentration hat keinen Einfluss auf Aktivität des Hemmstoffs.
- Reaktion reversibel.
- Irreversible Hemmung:
- z.B. durch Schwermetalle.
- Substratkonzentration hat keinen Einfluss.
- Reaktion irreversibel.
- Kompetitive Hemmung:
Glossar
- Enzyme: Biokatalysatoren, die chemische Reaktionen beschleunigen und spezifisch wirken.
- Beispiele für Enzyme und ihre Funktionen:
- Hydrolasen: spalten Moleküle unter Wasserverbrauch (z.B. Proteasen).
- Transferasen: übertragen funktionelle Gruppen.
- Ligasen: verknüpfen Moleküle unter ATP-Verbrauch.
- Enzym-Substrat-Bindung: Substrat bindet im aktiven Zentrum des Enzyms (Schlüssel-Schloss-Prinzip).
- Vmax: Maximale Reaktionsgeschwindigkeit eines Enzyms.
- Km: (Michaelis-Menten-Konstante) Substratkonzentration, bei der die halbe maximale Geschwindigkeit erreicht wird.
- Hemmungsarten:
- Kompetitive Hemmung: Inhibitor blockiert aktives Zentrum.
- Allosterische Hemmung: Inhibitor verändert das Enzym über ein anderes Zentrum.
- Irreversible Hemmung: Enzym wird dauerhaft deaktiviert (z.B. durch Schwermetalle).
- Einfluss von Temperatur und pH-Wert auf Enzymaktivität:
- Temperatur: Enzymaktivität steigt bis zum Optimum, danach Denaturierung.
- pH-Wert: Jedes Enzym hat ein pH-Optimum, außerhalb dessen es Struktur und Aktivität verliert.