Persönlichkeitspsychologie I: Grundlagen, Theorien und Methoden
Biologische Paradigmen der Persönlichkeitspsychologie
Allgemeine Grundannahmen
Persönlichkeitsunterschiede basieren auf biologischen Merkmalen
Erklärung, nicht Beschreibung von Persönlichkeit
Kausale Erklärungen durch genetische und neuronale Aktivität
Universelle Persönlichkeitsmerkmale über Geschlecht, Kultur, Alter
Neurowissenschaftliches Paradigma
Informationen im Nervensystem als Grundlage für Erlebens- und Verhaltenstendenzen
Zentrale Rolle von Gehirnregionen, Neurotransmittern, Hormonen
Komplexe Interaktionen zwischen verschiedenen biologischen Systemen
Frühe Forschung fokussiert auf Hirnareale und deren Assoziation mit Persönlichkeit
Plastizität neuronaler Funktionen, z.B. nach Verletzungen
Korrelative Studien zeigen geringe Zusammenhänge zwischen Persönlichkeitseigenschaften und physiologischen Maßen
Evolutionstheoretisches Paradigma
Erleben und Verhalten durch genetische Anpassung an Umweltbedingungen erklärt
Stabile Unterschiede zwischen Personen basieren auf evolutionären Mechanismen
Unterscheidung zwischen „ultimate“ (evolutionär) und „proximate“ (sozial) Erklärungen
Zwei Prinzipien: Frequenzabhängige Selektion und Konditionale Entwicklung
Frequenzabhängige Selektion
Fitness eines Allels beeinflusst durch seine Häufigkeit in der Population
Stabilisiert genetische Unterschiede durch Interaktion zwischen Genen und Umwelt
Konditionale Entwicklung
Genetisch determinierte Reaktionen auf Umweltbedingungen
Beispiel: Unsichere Umgebung führt zu Risikobereitschaft, stabile Umgebung zu Vertrauen
Zusammenfassung
Beides: Neurowissenschaft und Evolutionstheorie bieten Erklärungen, jedoch empirisch schwer zu überprüfen.