Schrifspracherwerb Spickzettel-Methode

Voraussetzung für den Schriftspracherwerb

  • Gehirn als aktives Informationssystem

    • Emotionale und motivationale Prozesse bilden die Grundlage für den Schriftspracherwerb.

    • Ziel: Kind emotional und motivational stärken

    • Entwicklung von Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen.

  • Sprachverarbeitung im Zentralen Nervensystem

    • Sprachverarbeitung findet in der gesamten linken und rechten Gehirnhälfte statt.

    • Angebote und Förderungen zur Verknüpfung der beiden Gehirnhälften sollten geboten werden, um das Lernen zu fördern.

  • Aktivierung einzelner Teilleistungen in der Sprache

    • Diese Teilleistungen sollten im Zusammenspiel gefördert werden.

    • Dimensionen: kognitiv, emotional, sozial, sensomotorisch.

    • Beispiele für Fördermethoden:

      • Silben sprechen und klatschen

      • Zählen mit Fingern

      • Bewegungslieder und permanente Wiederholungen.

  • Defizite im System

    • Defizite führen zu Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben.

    • Überprüfung von Defiziten über Seh- und Hörtests notwendig.

Vorerfahrungen der Kinder und Lernprozesse

  • Aneignung von Schrift

    • Heterogene Vorerfahrungen (z.B. nur der Name) sind relevant.

    • Kinder erarbeiten themselves das System der Schrift und deren Regelungen.

    • Frühzeitige Begrung fördert die Festigung von Kompetenzen und Erfahrungen.

  • Erfahrung im Elternhaus

    • Einfluss des Elternhauses auf die Vorstellung von Schrift.

    • Hoher Kontakt mit Schrift: Vorlesen, Sprachspiele.

  • Typische Abläufe beim Schreiben und Lesen lernen

    • Jeder Prozess ist individuell und variiert: Tempo, Ausgang, Motivation usw.

    • Wichtig: Das Kind begleiten, nicht überfordern oder zwingen.

  • Motorische Übungen

    • Beispiele für motorische Übungen:

    • Linien und Wellen zeichnen

    • Schreiben von kleinen und großen Buchstaben und Zahlen.

    • Diese Übungen helfen später beim Schreiben.

  • Rätselbilder

    • Fördern das Erkennen von Unterschieden und Gleichheiten

    • Gleicher kognitiver Vorgang beim Spracherwerb (Hören/Reden).

Phonologische Bewusstheit

  • Essenziell für den Schriftspracherwerb

    • Bezieht sich auf das Erfassen und Gestalten der geschriebenen Sprache.

    • Fokus: nicht nur was ein Wort ist, sondern wie es aussieht.

    • Wichtige Aspekte:

    • Wörter und Sätze in kleinere Einheiten gliedern (z.B. Silben klatschen).

    • Lautliche Übereinstimmungen erkennen: Reime, Quatschwörter (Wörter, die keinen Sinn ergeben).

Stufenmodelle des Schriftspracherwerbs

  • Entwicklungsstufen

    • Vergleichbare Phasen, jedoch individuelle Ausprägung jedes Kindes (Dauer/Ausprägung/etc.).

    • Aufnahme und Verarbeitung der Schriftsprache: rezeptiv und produktiv.

Die 3 Phasen des Schriftspracherwerbs
  1. Logographemische Strategie

    • Kinder lernen Logos/Marken mit graphischen Elementen zu deuten.

    • Sie reproduzieren die Wörter oder Zeichen, ohne sie wirklich zu lesen.

    • Kind erkennt einzelne Zeichen (z.B. „P“), kann diese jedoch nicht als Buchstaben lesen.

    • Schrift als Bild, keine alphabetische Strategie.

  2. Alphabetische Strategie

    • Beim zunehmenden Schreiben lernen Kinder, dass Buchstaben Laute repräsentieren.

    • Ziel: möglichst viele Erfahrungen mit Wörtern und Zeichen aus der Umwelt schaffen.

      • Beispiele: Zahlenfolge an der Treppe, Beschriftung der Kleiderhaken.

  3. Erste Schreiberfahrungen

    • Soziale und emotionale Unterstützung fördern, wenn Kinder schreiben.

    • Kinder schreiben anfangs Buchstaben oft spiegelverkehrt.

    • Fortschritt muss gefördert werden, Fehler nicht negativ bestraft, sondern emotional bestärkt durch Lob.

  • Kita als ein Ort des Bewusstseins für Schriftsprache

    • Schriftsprache wird als sinnvoll wahrgenommen und als produktive Tätigkeit gefördert.

    • Kinder sollten erleben, dass ihre Bedürfnisse erkannt und befriedigt werden.