7. soziale Marktwirtschaft - Freiheit und Wachstum

  1. Marktwirtschaft
    • (mit einigen Abänderungen) das vorherrschende Modell in Westeuropa
    • Deutschland: Soziale Marktwirtschaft (unter der Führung von Ludwig Erhard)

     → Staat verzichtet auf Eingriffe in konkrete Wirtschaftsabläufe

     → Arbeitnehmer und Arbeitgeber können ihre Bedingungen z.B. durch Gewerkschaften selber regeln

     → der Staat federt Härte des freien Wettbewerbs durch Sozialleistungen ab

     → Wettbewerb wird durch Kartell- und Monopolverbot gewährleistet

  1. Ausbau des Sozialstaates

   Deutschland nach 1945: viele Kriegsopfer, z.B. Witten, Invalide, Vertriebene, etc.

   Sozialstaat als Lösung:

  • Lastenausgleich für materielle Verluste im Krieg → Startkapital für viele
  • Dynamische Rente
  • sozialer Wohnungsbau

     Ergebnis: schon in den 1950ern ca. 20% des Volkseinkommens für Sozialausgaben

     → Akzeptanz und Nachahmung in Europa

  1. Wirtschaftsteuerung durch Konjunkturpolitik

   nach Weltwirtschaftskrise 1929: Gefahren des Kapitalismus präsent

   Lösung in Deutschland: Keynesianismus

  • Stabilisierung durch Stärkung der Nachfrage in Abschwungphasen und Überhitzung der Konjunktur in Boom-Phasen
  1. Boom
    • 1950-1973: Wirtschaftswachstum in ganz Europa, in der BRD besonders ausgeprägt

     → Industrieanlagen während des Krieges weniger beschädigt als gedacht

  • 1948: Einführung der D-Mark: entwickelt sich zu stabiler Währung, Konsum wird rentabel und steigt
  • Förderlich: Marshallplan, Weltmarkteinbindung und Koreakrieg
  • wenig Lohnforderungen der Gewerkschaften → hohe Unternehmensgewinne
  • viele motivierte und aufstiegsorientierte Einwanderer

     Veränderungen in der Arbeitswelt:

  • die meisten Menschen in der Industrie und viele im Dienstleistungssektor
  • Reallöhne steigen, Arbeitszeit sinkt
  • Vollbeschäftigung: sehr geringe Arbeitslosenquote

     Entwicklung zur Konsumgesellschaft

  • viel Wohlstand, Materialismus, politisches Desinteresse
  1. “Nivellierte Mittelstandsgesellschaft”?
    • Mittelschicht wächst, weniger soziale Ungleichheiten
    • weitgehend homogene Masse