Syntax Notes
SYNTAX I.
Satzglieder
Linguistische Beschreibungsebenen
- Phonologie, Morphologie, Syntax
- Graphemik
- Lexik/Semantik
- Text
- Pragmatik
- auẞersprachliche Wirklichkeit
- Kultur, Sprachkontakt- und Politik, Gesellschaft
Syntax
- Syntax befasst sich mit dem Satzaufbau und den Konstituenten, die den Satz ausmachen.
- Morphologie
- Syntax
- Satz
- Syntagma
- Phrase
- Wort
- Morphem
- Morph
- Abb. 1: Syntax und Morphologie als grammatische Ebenen und deren Einheiten.
Satzglieder
- Eine Ebene, die zwischen Wort und Satz liegt.
- Wortklasse ≠ Satzglied
- Primäre vs. sekundäre Satzglieder
- Konstituententest
- Umstellprobe
- Ersatzprobe (Pronominalisierungstest)
- Beispiel:
- Der Hund liegt gemütlich auf dem Sofa.
- Auf dem Sofa liegt der Hund gemütlich.
- Gemütlich liegt der Hund auf dem Sofa.
- *Dem Sofa liegt der Hund Gemütlich.
- Der Hund liegt gemütlich auf dem Sofa.
- Er liegt gemütlich auf dem Sofa.
- Gemütlich liegt er dort.
Fragetest
- Der Hund (wer?) liegt (was tut er?) gemütlich (wie liegt er?) auf dem Sofa (wo liegt er?).
Satzglieder
- Konstituenten mit einer syntaktischen Funktion, die erfragbar, pronominalisierbar (außer dem Prädikat), verschiebbar und vorfeldfähig sind.
- Prädikat
- Subjekt
- Objekt
- Adverbialbestimmung
- Beispiel: Die Eltern schenken dem Kind ein Geschenk zum Geburtstag.
Prädikat
- Das zentrale Element eines Satzes.
- Nicht verschiebbar (V1, V2, VL).
- Nicht pronominalisierbar.
- Nicht weglassbar (Ausnahme: Feuer! – Hilfe!)
- Beispiel: Der Hund liegt gemütlich auf dem Sofa.
- Grammatischer Prädikatsteil: Er hat das Buch gelesen. / Er wird eine Frage stellen.
- Lexikalischer Prädikatsteil: Sie fährt Auto. Diese Krankheit kommt oft bei Kindern vor.
Subjekt
- Erfragt mit wer? was?
- Kongruiert mit dem finiten Verb in Person und Numerus (Hans schläft).
- I.d.R. durch ein Substantiv repräsentiert – Der Student liest ein Buch. (kongruiert mit dem finiten Verb in Numeruns und Person).
- Durch eine Passivtransformation wird das substantivische Subjekt zum Präpositionalobjekt – Das Buch wird vom Studenten gelesen.
Objekt
- Direktes Objekt (NP im Akkusativ – wen? was?) - Passivtransformation
- Er liest ein Buch. / Das Buch wird gelesen.
- Indirektes Objekt (NP im Dativ – wem?)
- Er hilft seinem Freund. /Seinem Freund wird geholfen.
- Genitivobjekt (NP im Genitiv – wessen?)
- Er bedient sich eines Kompasses.
- Präpositionalobjekt (PP) – Verb regiert die Präposition und nicht den Kasus
- Ich warte auf den Zug.
Adverbialbestimmung TE-KA-MO-LO (Semantische Klassen)
- Temporalbestimmung (wann? seit wann? wie lange?) – Den ganzen Tag hat es geregnet. Heute arbeite ich nicht.
- Lokalbestimmung (wo? wohin? woher? wie weit?) – Gehen Sie den kürzesten Weg! Ich wohne dort.
- Modalbestimmung (wie? wie viel? womit/wodurch?) – Helga singt sehr schön. Ich freue mich sehr darauf.
- Kausalbestimmung – Infolge des schlechten Wetters kommen wir nicht.
Kausalbestimmung
- Reine Kausalbestimmung (warum? aus welchem Grunde) – Sie hat vor Freude geweint.
- Konditionalbestimmung (in welchem Falle? unter welcher Bedingung?) – Mit etwas Fleiß könnte er seine Leistung verbessern.
- Konzessivbestimmung (trotz welchem Umstand?) – Er kam trotz seiner Erkältung.
- Konsekutivbestimmung (mit welcher Folge? – Das Unwetter war zum Fürchten.
- Finalbestimmung (zu welchem Zweck? wozu?) – Die Familie fährt zur Erholung ins Gebirge.
Objekt vs. Adverbialbestimmung
- Er wartet auf den Zug auf dem Bahnsteig.
- OBJEKT
- Präposition regiert vom Verb
- Er wartet an/unter
- Präposition semantisch leer?
- ja
- Austauschprobe – Präp bleibt
- Er wartet darauf.
- Präposition regiert vom Verb
- ADVERBIALBESTIMMUNG
- Präposition nicht vom Verb regiert
- Er wartet neben/hinter/vor dem Bahnsteig.
- Präposition semantisch leer?
- nein
- Austauschprobe – Präp wird durch Adverb ersetzt
- Er wartet dort.
- Präposition nicht vom Verb regiert
Prädikativ
- Subjektsprädikativ
- Objektsprädikativ
Subjektsprädikativ
- Bezieht sich auf das Subjekt des Satzes und bestimmt es näher.
- Es tritt in Verbindung mit Kopulaverben auf – sein, werden, bleiben, vorkommen, aussehen, scheinen, usw.
- Formen:
- NP im Nominativ
- Er ist Student. Sie wurde Lehrerin.
- Adjektivphrase
- Seine Tochter ist begabt. Wir bleiben gesund.
- PP/Adverbien
- Das Brot ist von gestern. Die Studenten sind dort.
- NP im Nominativ
Objektsprädikativ
- Bezieht sich auf das Objekt des Satzes und bestimmt es näher.
- Nach Kopulaverben nennen, finden, schelten, halten für, betrachten als usw.
- Formen:
- Nomen im Akkusativ
- Wir nennen ihn einen Polyhistor.
- (Präposition) + Adjektiv
- Ich halte seine Worte für wichtig. Ich finde es wichtig.
- Präposition + Nomen
- Alles finden Sie in Ordnung.
- Präposition + Adjektiv
- Sie betrachten die Maßnahmen als geeignet.
- Nomen im Akkusativ
Attribut
- Kein Satzglied, sondern Satzgliedteil
- Durch verschiedene Wortklassen repräsentiert
- Alle Wörter, die vor oder nach einem Satzglied stehen und mit diesem verschoben werden
- Vorderstellung
- der interessante Vortrag = der Vortrag ist interessant.
- der Fehler = *Fehler ist der
- Nachstellung
- das Haus meines Vaters = mein Vater hat ein Haus.
- Vorderstellung
Die Wortklassen als Attribut
- Adjektive
- die goldene Tür das rechte Gebäude
- Adverbien
- das Buch hier das Wetter gestern
- Partizipien I/II
- das schlafende Kind die bezahlte Rechnung
- Substantive
- der Besuch am Sonntag das Buch des Dozenten die Flasche Sekt
- Infinitive
- die Hoffnung zu gewinnen der Plan, einen Roman zu schreiben
SYNTAX II.
Valenz, Angaben & Ergänzungen
geben
wer
was
wem
Die Eltern geben mir ein Buch.
- Sn + V + Sd + Sa
Die Pflanze geht ein.
- Sn + V
Aktanten = Mitspieler
Valenz
- Jedes Verb, als zentrales Satzelement, hat die Fähigkeit, Leerstellen (1 bis n- Stellen) zu erzeugen, d. h. Aktanten zu erfordern.
- Demnach verlangt das Verb geben 3 Partner/Aktanten.
- Valenztheorie (1959) – Lucien TESNIÈRE
Gliederung der Verben nach der Zahl der Leerstellen
- Nullwertige (avalente) Verben
- Komm!
- Es regnet! Es blitzt! Es schneit!
- Einwertige (monovalente) Verben
- Ich schlafe. Mich friert. Die Pflanze geht ein.
- Zweiwertige (bivalente) Verben
- Der Direktor erwartet seine Gäste. Die Ärztin wohnt in Leipzig.
- Dreiwertige (trivalente) Verben
- Der Lehrer bezeichnet die Schüler als fleißig. Sie gibt mir ein Buch.
- Höherwertige Verben
- Peter schreibt seinen Eltern einen Brief über die Geldnot.
Ergänzungen = Komplemente, Aktanten
- Obligatorisch = notwendig
- Nicht weglassbar (S, O, ..)
- Ohne sie wäre der Satz unvollständig und ungrammatisch.
- Vom Verb regiert (Rektion)
- Der Apfel kostet mich einen Euro.
- Ich mache dich zur Schnecke.
Angaben
- Immer fakultativ = nicht notwendig
- Weglassbar (Advb.)
- Morphosyntaktisch unabhängig.
- Er wohnt jetzt in Berlin.
- Im ersten Weltkrieg war er ein Offizier.
- Er stimmte freudig zu.
Ergänzungen vs. Angaben
- Die Mutter kauft Milch ein.
- Die Mutter verteilt den Kuchen an die Kinder.
- Der Schüler entgegnete dem Lehrer auf dessen Frage, dass er aufgepasst habe.
- Der Mann gibt dem Kind jetzt den Ball.
- Der Mann wartet mit seinem Geschenk auf seine Tochter.