Zusammenfassung: Neue Sachlichkeit

Überblick

Die Neue Sachlichkeit war eine literarische Strömung in Deutschland von etwa 1924 bis 1932. Sie setzte einen sachlichen Typus anstelle des gefühlsbewegten Individuums. Kennzeichnend waren eine nüchterne Lebenseinstellung und eine objektive Haltung zur Wirklichkeit.

Wesentliche Aspekte der Neuen Sachlichkeit
Abgrenzung und Missverständnisse

Sachlichkeit bezieht sich primär auf die Form, nicht den Inhalt. Es bedeutet, sich an die Sachen zu halten und die Wirklichkeit der Dinge höher zu schätzen als menschliche Gedanken. Das Werk steht über dem Schöpfer.

Realitätsbezug und Ablehnung des Subjektiven

Die Neue Sachlichkeit betont die Bedeutung der Realität und die Ablehnung des Subjektiven oder Gefühlvollen. Das Erleben entzündet sich an den Sachen, nicht am Menschlichen.

Vergleich zum Naturalismus

Obwohl Unterschiede zum Naturalismus bestehen, gibt es eine gewisse Kontinuität des Realistischen. Im Naturalismus sollte die Wirklichkeit radikal abgebildet werden. Arno Holz drückte dies über das Kunstgesetz Kunst=NaturXKunst = Natur - X aus.

Künstlerische Reaktion auf veränderte Wirklichkeit

Die Neue Sachlichkeit thematisiert, wie Künstler auf eine veränderte Wirklichkeit reagieren und welche Aufgaben Kunst angesichts einer neuen Umwelt hat.

Einfache Wahrheit und Sachlichkeit

Egon Erwin Kisch betont, dass nichts verblüffender als die einfache Wahrheit, nichts fantasievoller als die Sachlichkeit ist.

Bedeutung des Inhalts und neue Prosaformen

Der Inhalt der Dichtung gewinnt wieder Bedeutung, wobei die Form vom Inhalt abhängig wird. Prosaformen und Gegenwartsreportagen der sozialen und wirtschaftlichen Probleme stehen im Vordergrund.