3 Stunde - Pragmatik: Geschichte – Begriff - Einteilung

1.Einleitung (Folien 3–4)

  • Pragmatik-Einführung: Die Einleitung zeigt anhand von Beispielen wie „Wow!“, „Shit!“, „Feuer!“ die Vielfalt sprachlicher Handlungen in der Pragmatik. Die Beispiele zeigen verschiedene Kategorien:

    • Interjektionen: Kurzreaktionen, die Emotionen ausdrücken.

    • Sprechakte: Direkte Aussagen mit Handlungscharakter, wie „Ich verurteile Sie“.

    • Präsuppositionen: Hintergrundannahmen in Aussagen, z. B. „Wien muss wieder sicher werden.“

    • Deixis: Bezug auf Personen oder Orte, wie in „Hierher, Petra!“

    • Gesprächsorganisation: Strukturen wie Turn Taking (Wechsel von Sprecherrollen).

    • Adjazenzpaare: Frage-Antwort-Strukturen im Dialog.

    • Implikaturen: Indirekte Bedeutungen, die sich aus dem Kontext ergeben.

Zusammenfassung:

  • Pragmatik untersucht, wie Sprache als Handlungswerkzeug genutzt wird und welche Bedeutungen durch Kontext entstehen. Dabei sind zentrale Konzepte wie Interjektionen, Sprechakte und Deixis, die alle die Bedeutung über das gesagte Wort hinaus tragen.

Wichtigste Fakten:

  • Pragmatik ist die Lehre von sprachlichen Handlungen und Bedeutungen im Kontext.

  • Zentrale Konzepte: Interjektionen, Sprechakte, Präsuppositionen, Deixis, Gesprächsorganisation.

Geschichte der Pragmatik (Folien 5–18)

Gruppe: Folien 5–11
  • Charles Morris: Begründer der Pragmatik in der Semiotik, die den Gebrauch von Zeichen innerhalb menschlicher Handlungen untersucht.

  • Immanuel Kant und Charles Sanders Peirce: Kant definiert „pragmatisch“ als zweckorientiertes Wissen, Peirce entwickelte daraus den Pragmatismus, der die Bedeutung an den praktischen Konsequenzen von Gedanken misst.

  • Bronisław Malinowski: Als Ethnograph entwickelte er die Feldforschung und zeigte, wie wichtig kultureller Kontext für das Sprachverständnis ist.

  • Karl Bühler: Mit seinem „Organonmodell“ beschrieb Bühler drei sprachliche Funktionen: Darstellung (Symbol), Ausdruck (Sender) und Appell (Empfänger).

Zusammenfassung:

  • Die Pragmatik hat ihre Wurzeln in der Philosophie, Ethnographie und Psychologie. Zentrale Denker wie Morris, Peirce und Malinowski legten die Grundlage, indem sie Sprache als Handlung und Zeichen betrachteten, die ihre Bedeutung aus dem Kontext beziehen.

Wichtigste Fakten:

  • Charles Morris etablierte Pragmatik als Teil der Semiotik.

  • Malinowski betonte den kulturellen Kontext, Bühler führte das Organonmodell ein.

  • Kant und Peirce prägten den Begriff des Pragmatismus als zweckorientiertes Wissen.

Ludwig Wittgenstein (Folien 12–17)
  • Sprachspiel: Wittgenstein beschreibt Sprache als ein System von Regeln, die in bestimmten sozialen und kulturellen Kontexten verwendet werden.

  • Lebensform: Sprachgebrauch ist in das alltägliche Handeln eingebettet und bildet die „Lebensform“ einer Gesellschaft.

  • Regelmodell: Bedeutungen entstehen, wenn Sprecher

    bestimmte Regeln befolgen; Regelverstöße können Bedeutungswandel bewirken.

Zusammenfassung:

  • Wittgenstein zeigt, dass Sprache nicht nur ein System von Wörtern ist, sondern dass Bedeutung durch den kontextabhängigen Gebrauch entsteht. Seine Begriffe „Sprachspiel“ und „Lebensform“ betonen die soziale Natur von Sprache.

Wichtigste Fakten:

  • „Sprachspiel“ beschreibt Sprache als regelgeleitet und kontextgebunden.

  • „Lebensform“ verbindet Sprache mit dem alltäglichen Handeln.

  • Bedeutungen ergeben sich durch die Einhaltung von Regeln.

Zusammenfassung der Geschichte (Folie 18)
  • Die Pragmatik etablierte sich im 20. Jahrhundert als ein wichtiger Teilbereich der Linguistik, der sich auf den Gebrauch und den Handlungscharakter von Sprache konzentriert.

Zusammenfassung:

  • Pragmatik untersucht, wie Sprache im sozialen Kontext gehandhabt wird und welche Bedeutungen Handlungen und Aussagen haben, wenn sie situativ eingesetzt werden.

Wichtigste Fakten:

  • Pragmatik befasst sich mit der sozialen Dimension von Sprache und untersucht den Zusammenhang von Sprachgebrauch und Bedeutung.

Pragmatik: Begriffsbestimmungen (Folien 19–22)

  • Verschiedene Definitionen:

    • Charles Morris: Beziehung zwischen Zeichen und deren Interpret

      .

    • Mey: Studium des Sprachgebrauchs in Performanz.

    • Levinson: Analyse der Bedeutung, die sich durch den Kontext ergibt.

    • Grice: Untersuchung von impliziten Bedeutungen (Konversationsmaximen).

  • Weitere Definitionen betrachten Pragmatik als „Studium der kontextuellen Bedeutung“ und als „Funktionale Linguistik“.

Zusammenfassung:

  • Es gibt verschiedene Zugänge zur Pragmatik, die von der Interpretation von Zeichen bis zur kontextuellen Bedeutung reichen. Zentrale Konzepte sind die Sprecher

    und die Frage, wie Kommunikation über das Gesagte hinaus funktioniert.

Wichtigste Fakten:

  • Pragmatik untersucht Zeichen, Sprachgebrauch und implizite Bedeutungen.

  • Grice und Levinson beleuchten Pragmatik durch kontextuelle Bedeutung und Konversationsmaximen.

Verhältnis zur Semantik (Folie 23)

  • Komplementäre Perspektiven:

    • Semantik und Pragmatik sind eng miteinander verbunden. Während Semantik sich auf die wörtliche Bedeutung konzentriert, analysiert Pragmatik, was über den wörtlichen Sinn hinausgeht.

Zusammenfassung:

  • Pragmatik und Semantik ergänzen sich gegenseitig, indem Pragmatik die soziale und kontextuelle Dimension der Sprache abdeckt, die Semantik als Bedeutung des reinen Wortlauts ergänzt.

Wichtigste Fakten:

  • Pragmatik erweitert die Semantik durch die Analyse der Bedeutungen, die sich aus dem Kontext ergeben.

Forschungsgebiete: Mikro-, Makro-, und Metapragmatik (Folie 24)

  • Mikropragmatik: Beschäftigt sich mit Sprache im lokalen Kontext, z. B. Sprechakte und Gesprächsstrukturen.

  • Makropragmatik: Untersucht Sprache im größeren sozialen Rahmen, z. B. institutioneller Sprachgebrauch.

  • Metapragmatik: Analysiert Grundprinzipien wie das Kooperationsprinzip und die Regeln, die Kommunikation leiten.

Zusammenfassung:

  • Die Pragmatik lässt sich in Mikro-, Makro- und Metapragmatik unterteilen, die unterschiedliche Ebenen des Sprachgebrauchs analysieren, von einzelnen Sätzen bis zu gesellschaftlichen Strukturen.

Wichtigste Fakten:

  • Mikro-, Makro- und Metapragmatik analysieren Sprache auf verschiedenen Ebenen.

  • Makropragmatik analysiert institutionelle Sprache, während Mikropragmatik den lokalen Sprachgebrauch untersucht.

Pragmatik: Intensionale Definitionen (Folien 25–28)

  1. Interpret

    und Kontext: Analyse von Sprache im Hinblick auf Interpreten und den situativen Kontext.

  2. Sprecher

    : Definitionen wie „Pragmatik als die Wissenschaft des Ungesagten“ (Mey).

  3. Funktionale Perspektiven: Pragmatik als funktionsorientierte Betrachtung von Sprache und deren kulturellen Einbettung.

Zusammenfassung:

  • Unterschiedliche intensionale Definitionen der Pragmatik beleuchten die kontextuelle Bedeutung und die Verknüpfung von Sprache mit kulturellen und sozialen Faktoren.

Wichtigste Fakten:

  • Pragmatik untersucht über den Wortlaut hinausgehende Bedeutungen und deren Funktion im sozialen Kontext.

  • Verschiedene Ansätze betrachten Pragmatik als funktions- und kontextbezogene Analyse.

Kontexte in der Pragmatik (Folien 29–31)

  1. Textinterner Kontext: Sprachliche Elemente innerhalb eines Textes.

  2. Intertextueller Kontext: Beziehungen zwischen mehreren Texten.

  3. Medialer Kontext: Einfluss des Mediums auf den Sprachgebrauch.

  4. Psychologischer und sozialer Kontext: Psychologische und soziale Faktoren, die die Interpretation beeinflussen.

Zusammenfassung:

  • Pragmatik analysiert die Kontexte, in denen Sprache verwendet wird, und zeigt, dass Bedeutungen durch verschiedene Ebenen des Kontextes beeinflusst werden.

Wichtigste Fakten:

  • Kontexte sind entscheidend für die Interpretation von Sprache.

  • Verschiedene Kontextebenen beeinflussen, wie sprachliche Äußerungen verstanden werden.

Einteilung der Pragmatik in Forschungsgebiete (Folien 32–34)

  1. Forschungsfelder der Mikropragmatik: Untersuchung von Gesprächsstrukturen, Sprechakttheorie und Präsuppositionen.

  2. Makropragmatik: Analyse gesellschaftlicher Kontexte und der institutionellen Nutzung von Sprache.

  3. Metapragmatik: Ermittlung der Prinzipien erfolgreicher Kommunikation, wie das Kooperationsprinzip.

Zusammenfassung:

  • Mikro-, Makro- und Metapragmatik bieten eine differenzierte Sicht auf die verschiedenen Ebenen des Sprachgebrauchs und ermöglichen umfassende Analysen von konkreten Gesprächssituationen bis hin zu institutionellen Diskursen.

Wichtigste Fakten:

  • Die Einteilung in Mikro-, Makro- und Metapragmatik ermöglicht eine Untersuchung der Sprache auf lokalen und gesellschaftlichen Ebenen.

  • Metapragmatik befasst sich mit den grundlegenden Kommunikationsprinzipien.