Botanik: Zusammenfassung
Botanik: Stoffwechsel und Anatomie der Pflanzen
Einführung
Botanik ist die Wissenschaft der Pflanzen.
Alle Landpflanzen stammen von den Grünalgen ab.
Es gibt etwa 280.000 Landpflanzenarten.
Sie stammen von Armleuchteralgen (Charophycae) ab.
Gemeinsamkeiten mit Grünalgen: Chlorophyll und Zellwand aus Zellulose.
Videos:
Pflanzen – die wahren Herrscher dieser Welt (1:53 min)
Die Tricks der Blumen (3:03 min)
Der schwierige Start als Samen (1:25)
Pflanzenrekorde (3:01 min)
Fragen zur Entstehung der Landpflanzen
Von welcher Pflanzengruppe stammen die Landpflanzen ab?
Warum sind Tiere und Menschen von Pflanzen abhängig?
Welche Herausforderungen gab es bei der Besiedelung des Festlandes?
Welche Vorteile bot das Verlassen des Wassers?
Wann erfolgte die erste Besiedelung des Festlandes durch Pflanzen?
Welchen Zweck hat die Cuticula?
Nenne weitere Neuerungen im Pflanzenkörper!
Wie ging die Entwicklung der Landpflanzen weiter? Welche Gruppen entstanden wann?
Wie viele Arten von Blütenpflanzen gibt es heute?
Wie schaffen es Blütenpflanzen, sexuelle Fortpflanzung mit genetischem Austausch zu praktizieren?
Wie steht es um die Artenvielfalt der Pflanzen? Wo schwinden Arten, wo gibt es Zunahme?
Vorteile und Nachteile der Besiedelung des Festlandes
Vorteile:
Mehr Licht
Mehr
Viele Mineralstoffe im Boden
Anfangs wenig Pflanzenfresser, Mikroben und Schädlinge
Nachteile:
Wenig Wasser
Schwerkraft
Bald Konkurrenz um Licht!
Anpassungen der Pflanzen an das Leben an Land
Cuticula auf der Epidermis:
Verhindert Verdunstung
Schützt vor zu viel UV-Licht
Bildung von Leitgeweben:
Ermöglicht Wassertransport in der Pflanze
Bietet Stütze und Stabilität
Spaltöffnungen:
Zur gezielten Kontrolle von Aufnahme und Abgabe von Gasen
Stützgewebe (Holz):
Ermöglicht Wachstum zum Licht
Stammbaum der Landpflanzen
Erste Landpflanzen: vor 475 Mio. Jahren
Erste Gefäßpflanzen: vor 420 Mio. Jahren
Erste Samenpflanzen: vor 300 Mio. Jahren
Samenpflanzen
Samen = Pflanzenembryo + Nährstoffvorrat + Hülle
Einteilung:
Nacktsamer:
Samenanlagen liegen frei, nicht in einem Fruchtknoten eingeschlossen
Bilden keine Früchte, sondern nur Samen
Beispiele: Nadelbäume
Bedecktsamer:
Haben Blüten mit Fruchtknoten, darin sind die Samenanlagen eingeschlossen
Nach der Befruchtung bilden sich Früchte zur Samenverbreitung
Beispiele: alle Blumen, Laubbäume
Bedecktsamer werden in Einkeimblättrige und Zweikeimblättrige unterteilt.
Wuchsformen von Pflanzen
Bäume:
Können sehr hoch werden
Bilden als Stütze Holz
Sträucher:
Kleiner als Bäume, kein richtiger Stamm
Sind auch verholzt
Zwergsträucher:
Besonders niedrige, polsterartige Sträucher
Sind auch verholzt
Krautige Pflanzen:
Kein Holz, nur Zellulose als Festigung
Einjährig: Kräuter
Mehrjährig: Stauden
Bauplan einer Blütenpflanze
Blüten:
Dienen der Fortpflanzung
Sind meist sehr auffällig
Blätter:
Haben eine große Blattspreite
Sollen möglichst viel Sonnenlicht auffangen, um Nährstoffe zu erzeugen (Fotosynthese).
Wurzeln:
Bilden die unterirdischen Organe der Pflanzen
Können Knollen oder Zwiebeln ausbilden, in denen Nährstoffe gespeichert werden
Dienen der Verankerung im Boden
Saugen Wasser und Mineralstoffe aus dem Boden und leiten diese durch die Sprossachse
Sprossachse (Stängel, Stamm):
Leitet Nährstoffe und Wasser in die ganze Pflanze
Stützt und festigt die Pflanze
Blüten - Fortpflanzungsorgane
Alle Blüten bestehen aus den gleichen Bauteilen.
Männlicher Teil: Staubblatt
Erzeugt in den Pollensäcken den Blütenstaub (Pollen).
Weiblicher Teil: Stempel
Besteht aus Fruchtknoten, Griffel und Narbe.
Im Fruchtknoten befindet sich die Samenanlage.
Zwittrig oder getrenntgeschlechtlich:
Zwittrig: Männliche und weibliche Geschlechtsorgane direkt nebeneinander
Getrenntgeschlechtlich: Nur männliche oder nur weibliche Geschlechtsorgane
Bestäubung:
Pollen muss von einer Pflanze auf die Narbe einer anderen Pflanze gebracht werden
Erfolgt durch Insekten/Tiere (durch bunte Blüten und Nektar angelockt) oder durch Wind.
Befruchtung:
Aus dem Pollenkorn wächst ein Pollenschlauch durch den Griffel bis zur Samenanlage.
Dort wird die Eizelle befruchtet, und aus der Samenanlage entsteht ein Same.
Früchte und Samen
Aus Blüten werden Früchte:
Nach der Befruchtung vertrocknen die Blütenblätter.
Der Fruchtknoten beginnt zu wachsen und wird zur Frucht.
In seinem Inneren reift der Same.
Aufgaben der Früchte und Samen:
Samenverbreitung (oft durch Tiere, die von der Farbe der Früchte angelockt werden; oder durch Wind).
Aus Samen werden Pflanzen:
Reife Samen enthalten einen Embryo (Keimling) und Nahrung (Stärke, Öle, Fette, Eiweiß) für die Keimung.
Pflanzen wachsen immer zum Licht.
Zweikeimblättrige: Nahrung ist in den fleischigen Keimblättern gespeichert.
Einkeimblättrige: Nahrung ist im Nährgewebe gespeichert.
Um die Samen befindet sich eine Schale als Austrocknungsschutz.
Pflanzenanatomie
Pflanzliche Gewebe:
Bildungsgewebe (Meristeme):
Bleiben lebenslang teilungsfähig
Für das Wachstum der Pflanze zuständig
Dauergewebe:
Zellen verlieren Teilungsfähigkeit und bilden den Pflanzenkörper
Bestehen aus differenzierten Zellen mit unterschiedlichen Aufgaben
Dauergewebetypen bei Pflanzen
Abschlussgewebe:
Zellen schließen lückenlos aneinander und bilden die Außenhaut (Epidermis).
Oft ist eine Cuticula aufgelagert (Verdunstungsschutz, Lotus-Effekt).
Oft sind Stomata (Spaltöffnungen) eingelagert, die den Gasaustausch und die Transpiration regulieren.
Haare (Wurzelhaare, Baumwolle, Brennnessel) sind Bildungen der Epidermis.
Emergenzen (Rosenstachel) enthalten auch Gewebeanteile der weiter unten liegenden Schichten.
Stranggewebe:
Langgestreckte, aneinandergereihte Zellen und Zellstränge (teilweise Auflösung der Zellwände).
Dienen der Festigung und dem Stofftransport.
Xylem (Holzteil): Wasser- und Ionentransport
Phloem (Bastteil): Transport der Assimilate
Grundgewebe (Parenchym):
Wird von Abschlussgewebe umgrenzt und von Stranggewebe durchzogen.
Hat verschiedene Aufgaben (Speicherung, Fotosynthese).
Festigungsgewebe:
Größere Pflanzen brauchen festigende Schichten zusätzlich zum Turgordruck.
Zellen mit verdickten Zellwänden, oft wird Lignin eingelagert (Verholzung).
Wurzel
Aufgaben:
Verankerung im Boden
Aufnahme von Wasser und Nährsalzen
Speicherung von Reservestoffen
Aussehen:
Unterschiedlich je nach Pflanzenart, Standort und Untergrund
Zweikeimblättrige Pflanzen: Hauptwurzel und Nebenwurzeln
Einkeimblättrige Pflanzen: Primärwurzel geht bald zugrunde, es entstehen sprossbürtige Wurzeln
Trockene Standorte: Gut entwickeltes Wurzelsystem
Feuchte Standorte: Schwach entwickeltes Wurzelsystem
Tiefgründige Böden: Pfahlwurzel (z.B. Tanne, Föhre)
Flachgründige Böden: Flachwurzler (Fichte)
Oft als Speicherorgane verwendet (Rüben, Knollen)
Pflanzenwurzel im Längsschnitt
Vegetationskegel an Spitze:
Besteht aus teilungsfähigem Teilungsgewebe (Meristem).
Dort findet das Wurzelwachstum durch Zellteilungen statt.
Die empfindlichen Zellen sind von einer Wurzelhaube schützend umgeben.
Streckungszone:
Zellen strecken sich bis zum Zehnfachen ihrer ursprünglichen Länge und schieben die Wurzel im Boden vorwärts.
Beginnen mit der Differenzierung von Dauergeweben.
Wurzelhaarzone:
Zone der Wasser- und Ionenaufnahme (Oberflächenvergrößerung!)
Im Querschnitt findet man hier bereits den typischen Wurzelaufbau.
Wurzelhaare werden von der Wurzelhaut (Rhizodermis) gebildet, sie werden nur wenige Tage alt!
Nach ihrem Absterben werden sie ersetzt durch darunterliegende Zellen, die verkorken und ein festes Abschlussgewebe (Exodermis) bilden. Dadurch werden sie wasserundurchlässig.
Bau einer Wurzel im Querschnitt
Gewebstypen von innen nach außen:
Epidermis (Rhizodermis) ohne Cuticula! Eventuell später Einlagerung von Kork.
Wurzelrinde: Bei Speicherwurzeln besonders dick (Rüben, Knollen).
Endodermis: Grenzt den Zentralzylinder ab.
Leitgefäße (Zentralzylinder).
Aufnahme von Wasser:
Erfolgt über viele, feine, dünnwandige Wurzelhaare (große Oberfläche!)
Wasser gelangt osmotisch durch die Wurzelrinde (besteht aus undifferenzierten Parenchymzellen, hier wird oft Stärke gespeichert) und die Endodermis in die Wasserleitgefäße des Zentralzylinders im Inneren der Wurzel.
Die Endodermis wirkt wie ein Rohr, das dafür sorgt, dass Wasser und Ionen nicht unkontrolliert in das Zentrum der Wurzel gelangen. Sie lässt das Wasser dann in der Folge nicht mehr nach außen, es baut sich ein Wurzeldruck auf, der das Wasser nach oben drückt.
Der Wurzeldruck führt auch zum Phänomen der Guttation: Dabei werden kleine Wassertröpfchen am Rand der Blätter herausgepresst, z.B. beim Frauenmantel. Der Wurzeldruck entspricht dem Luftdruck eines Fahrradschlauches!
Wassertransport:
Die Wasserleitgewebe der Pflanze werden aus toten, übereinanderliegenden Einzelzellen gebildet.
Tracheiden findet man schon bei Nacktsamern. Die Zellwände zwischen den Einzelzellen sind intakt, jedoch von Tüpfeln durchbrochen, damit das Wasser durchkann.
Bei Bedecktsamern gibt es die Perfektionierung in Form der Tracheen. Hier sind die Querwände zwischen den Zellen oft komplett aufgelöst oder zumindest von vielen Poren durchbrochen.
Die Wände von Tracheiden und Tracheen sind durch Zellulosefasern und Lignin verstärkt. Sie tragen so zur Stabilität bei.
Die Gesamtheit der wasserleitenden Strukturen in einer Pflanze nennt man Xylem. Es reicht von den Wurzeln bis in die Blattadern.
Ein zweites Röhrensystem, das Phloem, dient dem Transport der Fotosyntheseprodukte. Dieses besteht aus lebenden Zellen, den Siebröhren.
Wurzelmetamorphosen - Sonderaufgaben
Speicherorgane: Knollen, Rüben (Dahlien, Maniok, Karotten)
Haftwurzeln oder Wurzelranken zum Klettern (Efeu)
Saugwurzeln: Pflanzenparasiten wie Kleeseide oder Mistel
Stelzwurzeln, Atemwurzeln: Verhindern ein Umkippen der Pflanzen (z.B. Mais, Monstera, Mangroven)
Sprossachse
Wächst auch an der Spitze (Vegetationskegel / Apikalmeristem) in die Länge.
Aufgaben:
Stützt die Pflanze
Stofftransport nach oben und unten
Querschnitt der Sprossachse
Gewebsschichten:
Epidermis
Rindenschicht
Leitbündel mit Markstrahlen (dazwischen)
Mark oder Markhöhle
Leitbündel (Gefäßbündel)
Xylem:
Besteht aus langen Röhren (Tracheen, Tracheiden).
Jede Röhre ist aus übereinanderliegenden, abgestorbenen Zellen entstanden.
Die Rohre sind durch Verholzung unterschiedlich verstärkt.
Phloem:
Leitgefäße sind Siebröhren.
Sind langgestreckte, lebende Zellen, die durch löchrige Querwände miteinander verbunden sind.
Liegt im Querschnitt immer außen bzw. bei Blättern unten!
Kambiumschicht:
Bildet durch Zellteilung neue Zellen,
Aus denen sich nach innen Leitgefäße des Xylems und nach außen Leitgefäße des Phloems bilden
Sklerenchymzellen:
Dickwandige, verholzte Zellen,
Die die Leitbündel umgeben und stützen
Die Leitgefäße des Xylems und Phloems bilden ein Gefäßbündel.
Dickenwachstum
Das Kambium sorgt für Dickenwachstum.
Bei den Leitbündeln der Zweikeimblättrigen liegt zwischen Xylem und Phloem das Kambium, eine Teilungsschicht.
Dieses wächst im Lauf der Zeit zu einem geschlossenen Ring zusammen.
Der Kambiumring bildet nach innen Holz (Xylem) und nach außen Bast (Phloem) aus.
Der Holzteil überwiegt bei Weitem (Baumstamm!).
Das sekundäre Dickenwachstum zerstört die Epidermis.
Durch Dickenwachstum wird die Epidermis gesprengt.
Die Zellen der Rinde werden daraufhin wieder teilungsfähig, bilden ein neues Abschlussgewebe (Periderm).
Baum wächst weiter in die Dicke.
Kork reißt auf, neue Schichten entstehen (Borke).
Sprossmetamorphosen
Sprossknollen zur Speicherung: Kartoffel, Kohlrabi, Radieschen.
Zwiebelbildungen zur Speicherung: Tulpen.
Ausläuferbildung zur Vermehrung: Erdbeeren.
Sprossdornen zur Abwehr: Weißdorn.
Sprossranken zum Klettern: Weinrebe.
Sprosssukkulenten zur Wasserspeicherung: Säulenkaktus (Blätter sind reduziert, der Stamm betreibt Fotosynthese und speichert Wasser).
Blatt
Blätter sind unterschiedlich geformt.
Die Fotosynthese ist eine Spezialität der Pflanzen.
Leitbündel des Blattes sind vorhanden.
Arbeitsaufträge
Buch S. 99-106 durchlesen und folgende Fragen schriftlich ausführlich beantworten (nächste Stunde abgeben):
Wie stehen Stoffproduktion und Wasserhaushalt der Pflanze in Verbindung?
Was bedeutet selektiv permeabel?
Was versteht man unter dem Turgordruck?
Was versteht man unter Transpiration?
Was versteht man unter Plasmolyse?
Zähle die Aufgaben der Pflanzenwurzel auf!
Welche Funktion haben die Wurzelhaare? Warum kann die Pflanze nur in diesem Bereich Wasser aufnehmen?
Sieh dir die Grafik 74.1 noch einmal ganz genau an!!
Was versteht man unter dem Wurzeldruck?
Wie kann Wasser über kurze Distanzen in Pflanzen transportiert werden?
Was sind Tracheen? Was sind Leitbündel? Beschreibe ihren Aufbau!
Woraus bestehen Hanf-und Jutefasern?
Erkläre den Unterschied zwischen dem Stängelquerschnitt von Einkeimblättrigen und Zweikeimblättrigen!
Wie wird der Wassertransport von der Wurzel bis in die Blätter von der Pflanze bewerkstelligt?
Was ist in Bezug auf Dickenwachstum der Unterschied zwischen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Pflanzen? Beschreibe die Wirkung des Kambiums!
Unterlagen für den Arbeitsauftrag von moodle (Thema Botanik) laden und folgende Fragen schriftlich beantworten (abgeben):
Was brauchen Pflanzen um zu wachsen und wo nehmen sie die Stoffe jeweils her?
Was versteht man unter dem „Gesetz des Minimums“?
Was sind Stark-, Mittel- oder Schwachzehrer?
Erkläre das Prinzip des Ionenaustauschs!
Warum muss man düngen? Erkläre die Begriffe Mineraldünger, Organischer Dünger und Gründünger
Was sind Mykorrhiza und was bringen sie einem Baum?
Welche besondere Fähigkeit haben die Saubohnengewächse?
Erkläre, was eine Flechte ist. Warum nennt man sie auch Pionierpflanzen?
Welche Abstufungen gibt es bei pflanzlichen Schmarotzern?
Warum gibt es tierfangende Pflanzen vor allem in Mooren? Nenne einige Beispiele!
Stofftransport in der Pflanze
Pflanzen sind von der Wurzel bis zum Blatt von Leitungsbahnen durchzogen.
Wassertransport in der Pflanze
Der Wassertransport im Stamm erfolgt gegen die Schwerkraft.
Für den Transport über längere Strecken reicht Diffusion alleine nicht mehr aus.
Wasser fließt mit etwa 15m/h nach oben.
Ursachen:
Transpirationssog: Durch Wasserdampfabgabe aus den Spaltöffnungen entsteht ein Unterdruck (Sogwirkung).
Kohäsionskräfte: Anziehung von Wassermolekül zu Wassermolekül (zusammenhängender Wasserfaden).
Adhäsionskräfte: Anhaften der Wassermoleküle an den Zellwänden der Leitgefäße.
Kapillarkräfte: Leitgefäße sind mikroskopisch dünn (Flüssigkeiten werden nach oben gesaugt!).
Wurzeldruck: v.a. bei krautigen Pflanzen
Transport von Wasser und Zuckersaft
Pflanzen haben daher zwei Röhrensysteme zur Verteilung von Zuckersaft und Wasser, weil sich deren Transportrichtung unterscheidet!
Wasser mit Mineralstoffen wird in den Leitgefäßen des Xylem nach oben befördert
Zuckersaft wird in den Leitgefäßen des Phloem in der Pflanze bis in die Wurzeln verteilt.
Die Gefäße des Xylem und Phloem liegen nebeneinander und bilden die Leitbündel (auch Stranggewebe oder Gefäßbündel genannt, in Blättern als Blattadern sichtbar!)
Transport im Phloem
Kann in verschiedene Richtungen fließen.
Während Fotosynthese: vom Blatt in gesamte Pflanze.
Frühjahr: von Knollen, Zwiebeln in Spross.
Der Weg des Wassers in der Pflanze
Transpiration
Transpiration = Wasserdampfabgabe an den Spaltöffnungen. Kleine Menge geht auch über Epidermis verloren.
Hängt ab von:
Trockenheit
Blattfläche
Temperatur
Bewirkt Kühlung, Überhitzungsschutz.
Ein Baum verdunstet etwa 300-400l Wasser pro Tag!
Pflanze ist im Konflikt: Braucht große Fläche und offene Spaltöffnungen für Fotosynthese, verliert dort aber auch viel Wasser!
Begriffe
*Vakuole: enthält den Zellsaft, darin sind viele Stoffe gelöst
Selektiv permeable Membran: Lässt kleine Teilchen durch, größere jedoch nicht ohne weiteres
Osmose: Diffusion durch eine semipermeable Membran
Turgordruck: Druck der Vakuole gegen die Zellwand. Hält krautige Pflanzen aufrecht!
Wanddruck: Wirkt dem Turgordruck entgegen
Saugspannung: Solange der Wanddruck kleiner ist als der osmotische Druck wird Wasser eingesogen
Osmose
Zelle in destilliertem Wasser -> hypotonisch
Zelle in iso-osmotischer Lösung -> isotonisch
Zelle in konzentrierter Salzlösung -> hypertonisch
Pflanzenphysiologie
Ernährung der Pflanzen
Pflanzen brauchen 17 Elemente in unterschiedlicher Menge.
Je nach Bedarf werden diese in Haupt- oder Mikronährstoffe eingeteilt.
Diese liegen im Boden als Mineralstoffe vor und werden mit dem Wasser als Ionen gelöst aufgenommen.
Für die Bildung von Fetten, Kohlenhydraten und Eiweißen braucht die Pflanze außerdem C, H und O; diese stammen aus dem Wasser und dem Kohlendioxid.
Fehlen Nährelemente, wachsen Pflanzen schlecht oder sterben.
Das Gesetz des Minimums (Justus von Liebig)
Mangelerscheinungen
Ist auch nur ein Element nicht ausreichend vorhanden, so wächst die Pflanze schlecht oder wird geschädigt.
Nährstoffmangel erzeugt typische Symptome an Pflanzen.
Stark-, Mittel- und Schwachzehrer
Der Mineralstoffbedarf unterscheidet sich je nach Pflanzenart.
Muss man bei der Düngung berücksichtigen.
Starkzehrer: Kohl, Broccoli, Lauch, Tomaten, Gurken, Kürbis, Zucchini,…
Schwachzehrer: Erbsen, Bohnen, Radieschen, Kräuter,..
Fruchtwechsel verhindert, dass der Boden einseitig ausgelaugt wird bzw. dass sich Schädlinge ungehemmt vermehren!
Nährstoffaufnahme
Kationenaustausch
Die Tonteilchen im Boden sind negativ geladen, daher halten sie in einem sie umgebenden Wasserfilm positiv geladene Mineralstoffe fest.
Somit wird das Auswaschen von Mineralstoffen aus dem Boden verhindert.
Damit die Pflanzen an die Ionen gelangen, wenden sie einen Trick an: Sie geben Säuren ab und setzen dadurch - Ionen frei.
Diese verdrängen die Mineralstoffe von ihren Plätzen am Tonmineral.
Die Ionen können jetzt mit dem Wasser von der Wurzel aufgenommen werden!
Negativ geladene Ionen (Nitrat, Phosphat,..) sind nicht an Tonminerale gebunden und werden daher leichter aus dem Boden in das Grundwasser ausgewaschen!
Düngung
Düngung versorgt den Boden mit Mineralstoffen.
Nährstoffe, die durch die Ernte am Feld entfernt werden, müssen durch Düngen ersetzt werden. So bleibt die Fruchtbarkeit des Bodens erhalten.
Arten:
Mineraldünger
Wirtschaftsdünger
Gründünger
Mykorrhiza
Pilze hüllen die feinen Pflanzenwurzeln ein, und das Mycel dringt auch in die Wurzeln ein.
Vorteile für den Baum:
Größere Wurzeloberfläche für Wasseraufnahme.
Pilze geben Säuren ab (Nährstoffe leichter verfügbar).
Pilze schützen vor Krankheitserregern (antibiotische Wirkung).
Vorteil für Pilz: Pflanze liefert Kohlenhydrate.
Über 90% der Landpflanzen haben Mykorrhiza!
Wurzelknöllchenbakterien
Symbiosen von Knöllchenbakterien und Pflanzen aus der Familie der Saubohnengewächse (Fabaceae): Erbsen, Bohnen, Lupinen, Linsen, Luzerne, Erdnuss, Sojabohne, Klee,…
Speichern Eiweiße (wichtige Eiweißlieferanten für Mensch und Tier!)
Bakterien können Luftstickstoff binden und in Ammoniumionen umwandeln (Nährstoff für Pflanze).
Es wird sogar mehr N gebunden, als die Pflanze selbst wieder verbraucht, der Boden wird also furchtbarer!
Oft Gründüngung nach einer Maiskultur!
Bakterien werden im Gegenzug mit Kohlenhydraten versorgt.
Flechten
Symbiose aus Pilzen und Algen oder Cyanobakterien.
Pilz ist Gerüst, liefert Kohlendioxid und Wasser.
Kugelige Algen eingelagert, erzeugen Kohlenhydrate für den Pilz.
Leben dort, wo Pilz oder Alge alleine nicht lebensfähig wären.
Extreme Kälte.
Trockene Standorte.
Hochgebirge, Arktis,..
Sind sehr empfindlich für Luftschadstoffe, können zum Anzeigen der Luftgüte verwendet werden (Bioindikatoren).
Pflanzen als Schmarotzer (Parasiten)
Halbparasiten:
Grün
Beziehen Wasser mit Mineralstoffen vom Wirt (z.B. Mistel)
Vollparasiten:
Nicht grün
Beziehen alles, was sie brauchen von ihrem Wirt (Klee – Seide, Schuppenwurz, Sommerwurz)
Tierfangende Pflanzen
In stickstoffarmen Lebensräumen wie z.B. Mooren.
Nehmen Stickstoff durch Verdauen von Tieren auf.
Sonnentau, Venusfliegenfalle, Kannenpflanzen,…