reli ka

Wie sehr glaube ich?

Aktiv / bewusst:

Religiös aus eigenem Antrieb.

Aktiv / unbewusst:

Religiös durch Einfluss von außen (z.B. Eltern)

Passiv / unbewusst:

Nicht religiös, aber in ein religiöses System geboren, dem man nicht ausweichen kann.

Passiv / bewusst:

Nicht religiös, aber Glaube an eine größere Macht durch Bildung und Erziehung.

Sind alle Menschen religiös?

→ alle Menschen sind religiös, aber unterschiedlich stark

  • sich die Welt / das Leben ohne Gott zu erklären ist seit ca. 300 Jahren möglich (beschränkt auf Europa, Nordamerika und kommunistische asiatische Gebiete)

→ Wir sind die Ausnahme, nicht die Regel

  • Menschen haben ihre Erfahrungen sehr lange selbstverständlich religiös gedeutet; gilt heute für einen großen Teil der Menschen immer noch

  • “Was ist religiös?” kann enger oder weiter gefasst werden → weit gefasst: einem kann viel zum Gott / Götzen werden (z.B. Gesundheit, Geld, Erfolg, …

  • Martin Luther: “Woran du dein Herz hängst ist dein Gott”

  • Heidelberger Katechismus: “Worauf vertraust du im Leben und im Sterben?”

Vergleich: Atheisten und Agnostiker

Atheisten

  • Jemand, der nicht an die Existenz eines Gottes / mehrerer Götter glaubt.

  • strenger Atheismus: Die Überzeugung, dass es keinen Gott gibt.

  • schwacher Atheismus: Die Haltung, dass man keinen Glauben an Gott hat, aber nicht aktiv behauptet, dass es keinen gibt.

Alltagsatheismus

  • empfinden Religion als irrelevant

  • zunehmende Anzahl durch Säkularisierung der Gesellschaft

  • Grund für viele Kirchenaustritte

Elaborierter Atheismus

  • begründet Ablehnung des Gottesglaubens philosophisch / wissenschaftlich

  • Vertreter: Ludwig Feuerbach, Karl Marx, Richard Dawkins

  • Argumente gegen Gottesglauben: Problem des Bösen, wissenschaftliche Erklärungen, Ockhams Rasiermesser

Agnostiker

  • Jemand, der der Meinung ist, dass die Existenz / Nichtexistenz eines Gottes nicht bewiesen oder widerlegt werden kann.

  • strenger Agnostizismus: Die Ansicht, dass es unmöglich ist zu wissen, ob es einen Gott gibt oder nicht.

  • pragmatischer Agnostizismus: Die Überzeugung, dass man es nicht weiß und sich deshalb nicht festlegen möchte.

Gemeinsamkeiten

  • fehlender religiöser Glaube

  • skeptische Haltung / Hinterfragen von religiösen Behauptungen

  • keine feste Religion

Unterschiede

Gottesbeweise

1. Ontologischer Gottesbeweis (Anselm von Canterbury, Descartes)

  • Dieser Beweis ist rein begrifflich und basiert auf der Definition Gottes als "das größte denkbare Wesen".

  • Anselm argumentiert, dass ein Wesen, das nur in Gedanken existiert, weniger vollkommen wäre als eines, das auch in der Realität existiert.

  • Da Gott per Definition das vollkommenste Wesen ist, muss er auch real existieren.

  • Kritiker wie Kant halten dagegen, dass Existenz keine Eigenschaft ist, sondern eine Voraussetzung für Eigenschaften.

2. Kosmologischer Gottesbeweis (Aristoteles, Thomas von Aquin, Leibniz)

  • Dieser Beweis basiert auf dem Prinzip der Kausalität: Alles, was existiert, hat eine Ursache.

  • Es kann keine unendliche Kette von Ursachen geben, also muss es eine "erste Ursache" oder einen "unbewegten Beweger" geben → Gott.

  • Thomas von Aquin formulierte diesen Beweis in fünf Wegen, darunter das Argument aus der Bewegung und das Argument aus der Notwendigkeit eines notwendigen Wesens.

  • Kritiker (z. B. David Hume) fragen, warum die Kausalitätsregel für das Universum gelten soll, aber nicht für Gott selbst.

3. Teleologischer Gottesbeweis (William Paley, Thomas von Aquin)

  • Dieser Beweis geht von der Ordnung und Zweckmäßigkeit der Welt aus.

  • Paley verwendet das berühmte Uhrenmacher-Argument: Wenn man eine Uhr findet, geht man davon aus, dass ein intelligenter Uhrmacher sie entworfen hat – ebenso muss die Welt einen Schöpfer haben.

  • Moderne Varianten beziehen sich auf die Feinabstimmung des Universums für Leben (z. B. die "Anthropische Prinzip" -Argumentation).

  • Kritik: Evolutionstheorie bietet eine natürliche Erklärung für Ordnung in der Natur (Darwin).

4. Moralischer Gottesbeweis (Immanuel Kant, C. S. Lewis)

  • Die Existenz objektiver moralischer Werte setzt eine absolute moralische Instanz voraus.

  • Kant argumentiert, dass die Moral den „höchsten Zweck“ (das höchste Gut) anstrebt, aber nur erfüllt werden kann, wenn Gott existiert, um Gerechtigkeit herzustellen.

  • C. S. Lewis argumentiert, dass unser Bewusstsein für Gut und Böse auf eine göttliche Quelle hindeutet.

  • Kritik: Moral könnte auch durch evolutionäre und gesellschaftliche Faktoren erklärbar sein.

5. Ethnologischer Gottesbeweis

  • Dieser Beweis geht von der weltweiten Verbreitung des Gottesglaubens in allen Kulturen aus.

  • Die Universalität religiöser Vorstellungen wird als Hinweis auf eine tief verankerte, möglicherweise göttlich gegebene Erkenntnis interpretiert.

  • Varianten verweisen auf die Idee eines ursprünglichen Monotheismus (Wilhelm Schmidt) oder auf die religiösen Erfahrungen von Menschen als Hinweise auf eine göttliche Realität.

  • Kritik: Religiöse Vorstellungen sind kulturell und historisch sehr unterschiedlich, was gegen eine gemeinsame göttliche Quelle sprechen könnte.

Trinität / Dreieinigkeit Gottes

  • Christentum ist streng monotheistisch, aber ein Gott in verschiedenen Aspekten / Wirkweisen (Dreieinigkeit).

  • Glaubensbekenntnis hilft, die Dreieinigkeit zu erklären.

1. Gott mit uns (Der Vater, der Allmächtige, der Schöpfer)

  • Gott ist transzendent („mehr“ als die Welt).

  • Religiöse Grunderfahrung: Gott als Lebensspender.

  • Alle Religionen erkennen, dass das Leben von Gott abhängt.

2. Gott für uns (Jesus Christus)

  • Gott kommt in die Welt, wird Mensch.

  • Er bringt Heil und ewiges Leben.

  • Durch seinen Tod und seine Auferstehung besiegt er den Tod („Hinabgestiegen in das Reich des Todes“).

3. Gott in uns (Der Heilige Geist)

  • Menschen spüren einen „göttlichen Funken“

  • Ahnungen von einer höheren Realität („mehr“ als das Messbare).

  • Heiliger Geist wirkt wie eine Brille, um die Tiefendimension des Lebens zu erkennen.

Relevanz des Christentums

  • Psychologische Deutung: „Wer einmal verstanden hat, dass er einzigartiges Geschöpf Gottes ist, der Gott sein Leben verdankt, der Kind Gottes ist, der lässt sich nie mehr klein machen / schlecht reden.”

  • Jesus Christus: Ihr seid teuer erkauft mit dem Blut Jesu Christi

→ Gott gab das teuerste, was er hatte (sich selber) hin für euch

→ wer einmal verstand hat, dass er / sie von Gott selbst teuer erkauft ist, der lässt sich nie mehr billig machen

  • wir tragen in uns das Vermögen, größer & weiter zu leben, als das was uns angeboten wird ( Geld / Gesundheit / … ist nicht alles)

  • wer verstanden hat, dass wir einen weiteren Horizont leben / denken / glauben können, der lässt sich nicht

  • mehr einengen / dumm machen / nicht einreden, dass er oder sie alleine ist (Heiliger Geist)