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1. Symbolischer Interaktionismus

Wir geben Dingen und Situationen eine Bedeutung und handeln danach.

Beispiel:

Jemand winkt dir 👋

Du denkst:

„Die Person begrüßt mich.“

→ Du winkst zurück.

Das Winken ist also ein Symbol.

Ganz wichtig:

Symbol = etwas, das für uns eine bestimmte Bedeutung hat.

Zum Beispiel:

  • ❤ = Liebe

  • 👋 = Begrüßung

  • Geld 💶 = Zahlungsmittel

  • Lächeln 🙂 = kann Freundlichkeit bedeuten

Aber: Die Bedeutung entsteht durch Menschen.

Ein 20-Euro-Schein ist eigentlich nur Papier.
Wir haben gemeinsam gelernt:

„Dieses Papier bedeutet 20 Euro.“


🔄 2. Symbolische Interaktion = Interpretation

Wir bekommen einen Reiz und interpretieren ihn.

Beispiel:

Deine Freundin schaut dich an und sagt:

„Okay.“

Was bedeutet das?

Vielleicht:

  • sie ist sauer 😠

  • sie ist traurig 😢

  • sie meint es ganz normal

  • sie macht einen Witz

Du musst erst interpretieren, was sie meint.

👉 Deshalb:

Reiz → Interpretation → Bedeutung → Reaktion

Das ist symbolischer Interaktionismus.


🟢 Nicht-symbolisch vs. symbolisch

Nicht-symbolisch:

Du reagierst automatisch, ohne darüber nachzudenken.

Beispiel:

Jemand will dich schlagen → du hältst automatisch deinen Arm davor.

➡ Reflex

Symbolisch:

Du musst erst überlegen, was etwas bedeutet.

Beispiel:

👋 → „Die Person begrüßt mich.“

➡ Interpretation

Merksatz:

Nicht-symbolisch = automatisch.
Symbolisch = Bedeutung verstehen.


⭐ 3. Die 3 Grundannahmen von Blumer

Ganz einfach:

1⃣ Menschen handeln nach der Bedeutung

Wir handeln so, wie wir etwas verstehen.

Beispiel:

Ein alter Teddy 🧸

Für dich:

„Mein geliebter Teddy aus meiner Kindheit.“

Für jemand anderen:

„Alter Müll.“

➡ Gleicher Gegenstand, andere Bedeutung.


2⃣ Die Bedeutung steckt nicht im Gegenstand

Der Teddy hat nicht von selbst die Bedeutung „Kindheit“.

Menschen geben ihm diese Bedeutung.


3⃣ Bedeutungen können sich verändern

Die Bedeutung ist nicht für immer fest.

Beispiel:

Heute bedeutet dir ein Ort vielleicht nichts.

In 10 Jahren denkst du dort:

„Hier habe ich meinen schönsten Urlaub erlebt.“

➡ Die Bedeutung hat sich verändert.

🧠 Super-Merksatz:

Bedeutung → entsteht durch Interaktion → kann sich verändern.


👥 4. Identität – Mead

Jetzt kommt George Herbert Mead.

Seine zentrale Idee:

Unsere Identität entsteht nicht einfach von alleine. Sie entwickelt sich durch unsere Beziehungen zu anderen Menschen.

Also:

Andere Menschen beeinflussen, wie ich mich selbst sehe.


🪞 Perspektivübernahme

Perspektivübernahme bedeutet:

Ich versetze mich in die Lage eines anderen Menschen.

Beispiel:

Du sagst etwas zu deiner Freundin.

Dann überlegst du:

„Wie wird sie das wohl verstehen?“

Du versuchst also, ihre Perspektive einzunehmen.

Meads berühmter Gedanke:

„Wir müssen andere sein, um wir selbst sein zu können.“

Ganz einfach:

👉 Durch andere Menschen lernen wir, wer wir selbst sind.


🎭 5. „Play“ und „Game“

👶 PLAY = kleine Kinder

Kinder spielen verschiedene Rollen.

Zum Beispiel:

👧 Kind spielt „Mama“
👦 Kind spielt „Papa“
👧 Kind spielt „Lehrerin“

Das Kind versucht:

„Wie würde Mama handeln?“

oder

„Was würde die Lehrerin machen?“

Es lernt dadurch, andere Perspektiven einzunehmen.

Merke:

Play = einzelne wichtige Personen nachspielen.


⚽ GAME = späteres Kind / Jugend

Mead nimmt dafür ein Mannschaftsspiel als Beispiel.

Beim Fußball musst du nicht nur wissen:

„Was denkt Spielerin A über mich?“

Du musst ungefähr wissen:

„Was erwarten die anderen insgesamt von mir?“

Du kennst die Regeln des Spiels und weißt, welche Rolle du hast.

Das nennt Mead den:

„generalisierten Anderen“

Das bedeutet einfach:

Ich weiß ungefähr, was die Gesellschaft bzw. andere Menschen von mir erwarten.

Zum Beispiel:

Du bist Studentin.

Du weißt:

  • Du sollst lernen.

  • Du sollst zu Prüfungen gehen.

  • Du sollst dich an Regeln halten.

Du musst nicht jeden einzelnen Menschen fragen:

„Was erwartest du von einer Studentin?“

Du kennst die allgemeinen Erwartungen.

🧠 Merken:

PLAY → einzelne wichtige Personen

GAME → viele Menschen + allgemeine Erwartungen


🧍‍♀ 6. Self, I und Me

SELF

Self = mein Selbst / meine Identität

Das Self besteht aus:

I + Me = Self


🟣 ME

Das Me ist:

Was andere von mir erwarten und wie ich gelernt habe, mich selbst zu sehen.

Also alles, was ich durch andere Menschen gelernt habe.

Beispiel:

Du hast gelernt:

„Man soll höflich sein.“

Das gehört zum Me.

Oder:

„Als Studentin sollte ich meine Aufgaben machen.“

➡ Me

Ganz einfach:

ME = gesellschaftliche Erwartungen


🔵 I

Das I ist:

Mein spontaner, eigener Teil.

Also:

  • meine Wünsche

  • meine spontanen Reaktionen

  • meine eigenen Ideen

  • mein eigener Wille


Beispiel aus deinem Text:

Ein Junge verletzt sich.

Sein I sagt:

„Aua! Ich will weinen! 😭“

Aber sein Me sagt:

„Jungs sollen nicht weinen. Die anderen könnten mich für schwach halten.“

Also verändert er seine Reaktion.

Vielleicht steht er auf und spielt weiter.


🧠 SUPER-MERKSATZ:

I = Ich will.
Me = Andere erwarten.
Self = I + Me.

Das reicht erstmal völlig.


📱 7. Bastelidentität

Das bedeutet:

Heute können Menschen ihre Identität stärker selbst zusammenstellen.

Zum Beispiel Social Media:

Auf Instagram zeigst du vielleicht:

sportlich, schön, Urlaub

Auf LinkedIn:

Studentin, beruflich

Bei Freunden:

ganz anders

Man kann also verschiedene Seiten von sich zeigen.

➡ Deshalb „Bastelidentität“.

Man „bastelt“ sich sein eigenes Bild von sich selbst.

Nicht das Wichtigste der Lektion, aber die Grundidee solltest du verstehen.


👶 8. Sozialisation

Jetzt kommt ein SEHR wichtiger Begriff.

Sozialisation bedeutet:

Wir lernen im Laufe unseres Lebens, wie man in der Gesellschaft lebt.

Wir lernen:

  • Werte

  • Normen

  • Verhalten

  • Rollen

  • Einstellungen

Und das passiert unser ganzes Leben lang.


🧠 9. Internalisierung

Noch ein Wort, das kompliziert klingt.

Internalisierung = etwas so stark lernen, dass es in einem selbst verankert ist.

Beispiel:

Als Kind sagt deine Mutter:

„Sag bitte und danke.“

Am Anfang musst du vielleicht daran erinnert werden.

Später machst du es automatisch.

➡ Die Norm wurde internalisiert.

Sie ist jetzt Teil deines inneren Verhaltens.


👨‍👩‍👧 10. Sozialisationsinstanzen

Das sind einfach:

Menschen/Gruppen/Orte, durch die wir lernen, wie man sich in der Gesellschaft verhält.

Die wichtigsten aus deinem Text:

👶 Primäre Sozialisation

Familie

→ frühe Kindheit

Man lernt:

  • Sprache

  • grundlegende Regeln

  • Höflichkeit

  • Werte

  • Normen


🧑‍🤝‍🧑 Sekundäre Sozialisation

Peer Group + Schule

→ spätere Kindheit/Jugend

Peer Group = Gleichaltrige/Freunde.

Man lernt z. B.:

  • Mode

  • Musik

  • Verhalten unter Gleichaltrigen

  • neue Normen


👩‍💼 Tertiäre Sozialisation

Arbeitswelt

→ Erwachsenenalter

Man lernt z. B.:

  • berufliche Regeln

  • Fachwissen

  • Arbeitshaltung

  • Hierarchien


🧠 Zum Auswendiglernen:

Primär = Familie
Sekundär = Peers + Schule
Tertiär = Arbeitswelt

Zusätzlich nennt dein Text als Sozialisationsinstanzen:

Massenmedien / Social Media


🔄 11. Sozialisation ist wechselseitig

Das ist ebenfalls wichtig.

Es bedeutet:

Nicht nur die Gesellschaft beeinflusst mich – ich beeinflusse auch die Gesellschaft.

Also:

Gesellschaft ↔ Mensch

Beispiel:

Deine Familie beeinflusst, wie du dich verhältst.

Aber du kannst durch dein Verhalten auch deine Familie beeinflussen.


🧬 12. Innere und äußere Realität

Hurrelmann und Bauer.

Hier musst du eigentlich nur zwei Dinge unterscheiden:

🧠 Innere Realität

Alles, was du mitbringst:

  • körperliche Eigenschaften

  • psychische Eigenschaften

  • Veranlagungen

🌍 Äußere Realität

Alles, was um dich herum ist:

  • Familie

  • Freunde

  • Schule

  • Wohnort

  • Nachbarschaft

  • Gesellschaft

Und beide beeinflussen sich:

Innere Realität ↔ äußere Realität

Dadurch entwickelst du deine Identität.


🧍‍♀ 13. Individuation

Auch ein Wort zum Merken:

Individuation = Ich werde zu meinem eigenen Menschen.

Also:

Ich löse mich zunehmend von meinen Eltern und entwickle meine eigene Persönlichkeit.

Zum Beispiel:

Als Kind:

„Mama sagt, ich soll das machen.“

Später:

„Ich entscheide selbst, was ich möchte.“

➡ Individuation