Schwangerschaftspathologie – Kurznotizen
Seite 2 – Schwangerschaftsdauer und Terminologie
Dauer: bzw. volle SSW
Zyklusbeginn = 1. Tag letzter Menstruation
Begriffe: Embryo bis Ende SSW (pm); Fötus ab SSW
Nur aller SS. enden exakt am ET
Seite 7–10 – Implantationsanomalien im Uterus
Placenta praevia: tiefer Sitz → marginal, partial, total
Übermäßige Implantationstiefe:
• Placenta accreta (75–78 %) – an Deciduaschicht
• Placenta increta (17 %) – bis Myometrium
• Placenta percreta (5 %) – durch Myometrium/Serosa
Seite 11–15 – Extrauterine Gravidität
Def.: Implantation außerhalb Uterus, in Tube
Ursache: gestörter Tubentransport
Symptome ab SSW: einseitiger Schmerz, Blutung, Schock
Seite 16–19 – Früh- & Spätabort, Fetozid
Frühabort (<– SSW): Häufigkeit ; oft unbemerkt
Spontan- vs. medizinischer vs. krimineller Abort
Hauptursachen Spontanabort: genetisch (bis ), Hormone, Infektionen
Spätabort: – SSW, Fœtus <, keine Lebenszeichen
Fetozid: gezielte Tötung Fötus (Reduktion, Genanomalie)
Seite 20–29 – Pränataldiagnostik
Routinemäßige US-Screenings: – SSW, SSW, SSW
Ersttrimester-Screening: NT-Messung, Risiko Trisomie /Präeklampsie
Biochemie (– SSW): PAPP-A, f β-HCG → Hinweis T
• Nur Blut: Erkennung
• In Kombi mit US/Alter:NIPT (Harmony, PraenaTest): zellfreies fötales DNA-Screening
Invasiv: Chorionzottenbiopsie, Amniozentese, Plazentapunktion, Kordozentese
Seite 30 – Ursachen Spätabort
Aufsteigende Infektion (häufig)
Zervix- / Plazentainsuffizienz, Fehlbildungen, Mehrlinge
Systemische Infektionen (Masern, CMV, Röteln, Hepatitis, Toxoplasmose, Listeriose)
Hormone, Drogen, Stress, sozioökonomische Faktoren
Seite 31–34 – Plazenta: Aufbau & Funktion
Grenzorgan Mutter–Kind; kein direkter Blutaustausch
Funktionen: Atmung, Ernährung, Exkretion, Hormone, Immunbarriere
Zottenbaum: 1 Stamm-, 2 Zwischen-(zentral unreif / peripher reif), 3 Endzotten
Nabelschnur: Aa. umbilicales + V. umbilicalis
Seite 41 – Chronische Plazentainsuffizienz
Ursachen: Fehlentwicklung, maternale Hyper-/Hypotonie, Diabetes, Infektionen, Präeklampsie, Rauchen, Mangelernährung
Seite 45–48 – Zwillingsschwangerschaft
Zygosität: mono- () vs. di-zygot ()
Plazentation:
• Dichorial-diamniot
• Monochorial-diamniot
• Monochorial-monoamniotRisiko monochorialer SS: Twin-Twin-Transfusion Syndrom (TTTS)
Seite 48–55 – TTTS
Ursache: AA-/VV-Plazentaanastomosen → Volumenungleichgewicht
Prognose unbehandelt: Tod ≥1 Feten
Therapie: Laserkoagulation, selektiver Fetozid; Komplikationen (Wehen , PROM )
Outcome nach Laser: Überleben 1 Kind , beide ; Entwicklungsdefizite
Seite 56–59 – Fetale Chirurgie
Indikationen: Spina bifida, Zwerchfellhernie (FETO), TTTS u.a.
Prinzip: endoskopische/interventionelle Verfahren in utero zur Reduktion Morbidität/Mortalität
Wichtige Definitionen (Schnell-Check)
• Embryo: bis SSW • Fötus: ab SSW
• Frühabort: < SSW • Spätabort: – SSW • Totgeburt: ≥ SSW
• Placenta accreta/increta/percreta: zunehmende Invasionstiefe
• TTTS: volumetrischer Ungleichverteilungszustand monochorialer Zwillinge
Seite 2 – Schwangerschaftsdauer und Terminologie
Dauer: Die durchschnittliche Schwangerschaftsdauer beträgt etwa
Tage, gerechnet ab dem ersten Tag der letzten Menstruation (post menstruationem, pm),
was vollen Schwangerschaftswochen (SSW) entspricht. Alternativ wird die Dauer
auch vom Zeitpunkt der Empfängnis an berechnet (post conceptionem, pc),
was etwa Tagen entspricht.Zyklusbeginn: Der erste Tag der letzten Menstruation ist der offizielle
Referenzpunkt für die Berechnung der Schwangerschaftsdauer und des voraussichtlichen
Geburtstermins (ET).Begriffe: Der Begriff "Embryo" wird für den sich entwickelnden Organismus bis zum
Ende der Schwangerschaftswoche (pm) verwendet. Ab Beginn der SSW wird
der sich entwickelnde Organismus als "Fötus" bezeichnet, da alle großen Organsysteme
angelegt sind und die Reifungs- und Wachstumsphase beginnt.Geburtstermin: Nur etwa aller Schwangerschaften enden exakt am
berechneten Geburtstermin (ET). Die meisten Geburten treten innerhalb eines
Fensters von zwei Wochen vor oder nach dem ET auf.
Seite 7–10 – Implantationsanomalien im Uterus
Placenta praevia: Beschreibt eine gestörte Einnistung der Plazenta, bei der diese tief im Uterus sitzt und den inneren Muttermund ganz oder teilweise bedeckt. Dies kann zu schweren Blutungen führen.
Marginal: Die Plazenta reicht bis an den inneren Muttermund heran.
Partial (partiell): Die Plazenta bedeckt einen Teil des inneren Muttermunds.
Total (totalis): Die Plazenta bedeckt den gesamten inneren Muttermund.
Übermäßige Implantationstiefe (Placenta accreta spectrum): Hier wächst der Zottenbaum der Plazenta abnorm tief in die Gebärmutterwand ein, was die physiologische Lösung der Plazenta nach der Geburt erschwert oder unmöglich macht und zu starken Blutungen führen kann.
Placenta accreta (): Die Plazenta wächst fest mit der
Deciduaschicht (innere Uterusschleimhaut) zusammen, ohne die tieferen
Muskelschichten zu durchdringen. Die Haftung an der Decidua ist abnormal fest.Placenta increta (): Die Zotten reichen bis in oder durch das
Myometrium (die Muskelschicht der Gebärmutter) hinein.Placenta percreta (): Die Plazenta durchdringt das gesamte Myometrium
und erreicht oder durchbricht die Serosa (äußere Schicht der Gebärmutter),
möglicherweise auch benachbarte Organe wie die Harnblase oder den Darm. Dies ist
die schwerste Form und erfordert oft eine Hysterektomie.
Seite 11–15 – Extrauterine Gravidität
Definition: Eine extrauterine Gravidität (EUG) liegt vor, wenn sich die
befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutterhöhle einnistet. In etwa der
Fälle erfolgt die Implantation in der Tube (Eileiterschwangerschaft).Ursache: Die Hauptursache ist ein gestörter Transport der Eizelle durch den
Eileiter, oft bedingt durch Adhäsionen, Entzündungen (z.B. Chlamydien-Infektionen),
Endometriose, vorherige Operationen an Eileitern oder Becken oder Missbildungen der
Tube.Symptome: Treten typischerweise ab der SSW auf und umfassen einseitige,
stechende Unterleibsschmerzen, vaginale Schmierblutungen, und bei Ruptur des Eileiters
können Zeichen eines hypovolämischen Schocks auftreten (z.B. Kreislaufkollaps, starke
Schmerzen, Blässe).
Seite 16–19 – Früh- & Spätabort, Fetozid
Frühabort (< SSW): Ein Spontanabort vor der bis
Schwangerschaftswoche. Die Häufigkeit liegt bei bis zu aller klinisch
erkennbaren Schwangerschaften; viele frühe Aborte bleiben jedoch aufgrund ihrer
Symptome (ähnlich einer starken Menstruationsblutung) unbemerkt.Arten des Aborts:
Spontanabort: Unwillkürlicher Verlust der Schwangerschaft.
Medizinischer Abort: Gezielter Abbruch der Schwangerschaft aus medizinischen
Gründen (z.B. Gefahr für das Leben der Mutter oder schwere fetale Anomalien).Krimineller Abort: Illegal durchgeführter Schwangerschaftsabbruch.
Hauptursachen Spontanabort:
Genetisch (bis ): Chromosomenanomalien (z.B. Trisomien, Monosomien) sind
die häufigste Ursache, insbesondere bei frühen Aborten.Hormonell: Ungleichgewichte, z.B. Progesteronmangel.
Infektionen: Systemische Infektionen der Mutter, die den Fötus schädigen können.
Strukturelle Anomalien des Uterus: Uterusfehlbildungen oder Myome.
Spätabort: Tritt zwischen der und SSW auf. Definiert als der Verlust
eines Fötus mit einem Gewicht von weniger als
Gramm, der keine Lebenszeichen bei der Geburt aufweist.Fetozid: Die gezielte Beendigung des Lebens eines Fötus in utero.
Indikationen: Kann bei selektiver Reduktion in Mehrlingsschwangerschaften
(z.B. bei monochorialer Schwangerschaft und TTTS) oder bei schweren genetischen
Anomalien oder Fehlbildungen des Fötus durchgeführt werden, die mit dem Leben nicht
vereinbar sind oder eine schwere Morbidität bedeuten würden.
Seite 20–29 – Pränataldiagnostik
Routinemäßige Ultraschall-Screenings:
SSW (Ersttrimester-Screening): Beurteilung der Fruchthöhle,
Darstellung früher fetaler Strukturen, Messung der Nackentransparenz (NT).SSW (Zweittrimester-Screening/Fehlbildungsultraschall): Ausführliche
morphologische Untersuchung aller fetaler Organe zur Erkennung von Fehlbildungen,
Beurteilung des Wachstums und der Lage der Plazenta.SSW (Dritttrimester-Screening): Wachstumskontrolle, Beurteilung der
Lage des Fötus und der Plazenta, Messung der Fruchtwassermenge.
Ersttrimester-Screening (ETS): Eine Kombination aus Ultraschallmessungen
(Nackentransparenz, NT) und biochemischen Markern im mütterlichen Blut, kombiniert mit
dem mütterlichen Alter. Dient der Risikoberechnung für häufige Chromosomenstörungen wie
Trisomie (Down-Syndrom) und Trisomie (Edwards-Syndrom) sowie dem Risiko
für Präeklampsie.Biochemie ( SSW): Marker im mütterlichen Serum:
Erniedrigtes PAPP-A PAPP-A): "Pregnancy-Associated Plasma Protein A".
Erhöhtes f $\beta$-HCG f $\beta$-HCG): "freies Beta-humanes Choriongonadotropin".
Diese Kombination ist ein starker Hinweis auf Trisomie . Die Erkennungsrate
allein durch Bluttests liegt bei etwa . In Kombination mit der NT-Messung
und dem mütterlichen Alter steigt die Erkennungsrate auf etwa .
NIPT (Nicht-invasiver Pränataltest) (Harmony, PraenaTest): Analyse der zellfreien
fötalen DNA (cfDNA) aus dem mütterlichen Blut. Bietet eine hohe Sensitivität und
Spezifität für Trisomie , , und die Geschlechtschromosomen. Geringes
falsch-positives Ergebnis und keine Invasivität.Invasive Pränataldiagnostik: Diese Verfahren bergen ein geringes Fehlgeburtsrisiko, liefern aber eine definitive Diagnose.
Chorionzottenbiopsie (CVS): Entnahme einer Gewebeprobe aus der Plazenta (Chorionzotten),
meist zwischen der und SSW. Schnellere Ergebnisse.Amniozentese (AC): Entnahme von Fruchtwasser, meist ab der SSW.
Analyse fetaler Zellen im Fruchtwasser.Plazentapunktion: Eine seltenere Methode zur direkten Entnahme von Plazentagewebe.
Kordozentese: Entnahme von Blut aus der Nabelschnur, meist nach der SSW,
wenn schnellere Ergebnisse oder eine Blutanalyse des Fötus erforderlich sind.
Seite 30 – Ursachen Spätabort
Aufsteigende Infektion (häufig): Bakterielle Infektionen, die vom Vaginal- und
Zervixbereich aufsteigen und zu einer Entzündung der Eihäute und vorzeitigen Wehen
führen können.Zervixinsuffizienz: Eine vorzeitige Öffnung oder Verkürzung des Gebärmutterhalses
(Zervix), die den Fötus nicht mehr halten kann.Plazentainsuffizienz: Eine unzureichende Funktion der Plazenta, die die Versorgung
des Fötus beeinträchtigt.Fehlbildungen: Schwere fetale Fehlbildungen, die nicht mit dem Leben vereinbar sind.
Mehrlinge: Bei Mehrlingsschwangerschaften besteht ein erhöhtes Risiko für einen
Spätabort, insbesondere bei Komplikationen wie TTTS.Systemische Infektionen der Mutter:
Masern, CMV (Zytomegalievirus), Röteln, Hepatitis, Toxoplasmose, Listeriose.
Diese Infektionen können direkt den Fötus schädigen oder zu Plazentaentzündungen
und damit zum Abort führen.
Weitere Faktoren: Materielle Hormonstörungen, Drogenmissbrauch, starker Stress
und ungünstige sozioökonomische Bedingungen können ebenfalls das Risiko eines
Spätaborts erhöhen.
Seite 31–34 – Plazenta: Aufbau & Funktion
Grenzorgan Mutter–Kind: Die Plazenta ist ein temporäres Organ, das eine
lebenswichtige Verbindung zwischen der Mutter und dem Fötus herstellt. Es gibt
keinen direkten Blutaustausch zwischen Mutter und Fötus; stattdessen findet der
Austausch von Nährstoffen, Gasen und Abfallprodukten über die Plazentaschranke statt.Funktionen: Die Plazenta übernimmt eine Vielzahl entscheidender Aufgaben:
Atmung: Sauerstoffaufnahme aus dem mütterlichen Blut und Abgabe von Kohlenstoffdioxid
aus dem fetalen Blut.Ernährung: Transport von Nährstoffen (Glukose, Aminosäuren, Fettsäuren,
Vitamine) vom mütterlichen zum fetalen Kreislauf.Exkretion: Entfernung von Stoffwechselprodukten (Harnstoff, Kreatinin) aus
dem fetalen Blut in den mütterlichen Kreislauf zur Ausscheidung.Hormone: Produktion wichtiger Schwangerschaftshormone wie HCG (humanes
Choriongonadotropin), Progesteron und Östrogen, die für den Erhalt der Schwangerschaft
und die fetale Entwicklung essentiell sind.Immunbarriere: Schutz des Fötus vor mütterlichen Immunreaktionen und Transfer von
mütterlichen Antikörpern (IgG) zum Fötus für passiven Immunschutz.
Zottenbaum: Das funktionelle Element der Plazenta, bestehend aus einem verzweigten System von Zotten, die die Austauschfläche maximieren. Die Struktur umfasst:
1 Stammzotten: Bilden die Hauptachse und sind mit fetalen Gefäßen durchzogen.
2 Zwischenzotten: Entwickeln sich aus den Stammzotten und können unreife (zentral)
oder reife (peripher) Formen annehmen. Die reifen Zwischenzotten sind reich an
Austauschgefäßen.3 Endzotten: Die feinsten Verzweigungen, die den größten Teil des Austauschs
zwischen mütterlichem und fetalem Blut ermöglichen.
Nabelschnur: Verbindet den Fötus mit der Plazenta und enthält:
Aa. umbilicales (Nabelarterien): Transportieren sauerstoffarmes
und nährstoffarmes Blut vom Fötus zur Plazenta.V. umbilicalis (Nabelvene): Transportiert sauerstoffreiches und
nährstoffreiches Blut von der Plazenta zum Fötus.
Seite 41 – Chronische Plazentainsuffizienz
Ursachen: Eine anhaltende und unzureichende Funktion der Plazenta führt zu einer beeinträchtigten Versorgung des Fötus. Häufige Ursachen sind:
Fehlentwicklung der Plazenta: Eine unvollständige oder gestörte Ausbildung der
Plazenta in der Frühschwangerschaft.Maternale Hypertonie/Hypotonie: Extrem hoher oder niedriger Blutdruck der Mutter,
der die Durchblutung der Plazenta stören kann.Diabetes mellitus der Mutter: Unkontrollierter mütterlicher Diabetes kann zu
Gefäßveränderungen in der Plazenta führen.Infektionen: Chronische oder wiederkehrende Infektionen, die die Plazenta schädigen.
Präeklampsie: Eine Gestose, die mit hohem Blutdruck und Proteinurie einhergeht und
die Plazentafunktion stark beeinträchtigt.Rauchen und Drogenmissbrauch: Verengen die Gefäße und reduzieren den Blutfluss zur
Plazenta.Mangelernährung der Mutter: Führt zu einer unzureichenden Nährstoffversorgung
des Fötus.
Seite 45–48 – Zwillingsschwangerschaft
Zygosität: Beschreibt die Entstehung von Zwillingen:
Monozygot ($\%33$): "Eineiige" Zwillinge, die aus einer einzigen befruchteten
Eizelle entstehen, die sich früh teilt. Sie besitzen die gleiche genetische Ausstattung.Dizygot ($\%66$): "Zweieiige" Zwillinge, die aus zwei separat befruchteten
Eizellen entstehen. Sie sind genetisch so verschieden wie normale Geschwister.
Plazentation: Bezieht sich auf die Anzahl der entwickelten Plazenten (Chorion) und Fruchtblasen (Amnion). Dies ist entscheidend für die Risikobeurteilung von Zwillingsschwangerschaften:
Dichorial-diamniot ($\%72$): Jedes Kind hat eine eigene Plazenta (oder zwei
miteinander verschmolzene) und eine eigene Fruchtblase. Dies ist die häufigste und
risikoärmste Form, typisch für dizygote Zwillinge und etwa ein Drittel der monozygoten.Monochorial-diamniot ($\%26$): Die Zwillinge teilen sich eine Plazenta, haben
aber jeweils eine eigene Fruchtblase. Diese Form kommt nur bei monozygoten Zwillingen
vor und birgt spezifische Risiken aufgrund der geteilten Plazenta.Monochorial-monoamniot ($\%1$): Die seltenste und risikoreichste Form, bei
der monozygote Zwillinge eine gemeinsame Plazenta und eine gemeinsame Fruchtblase
teilen. Hohes Risiko für Nabelschnurkomplikationen.
Risiko monochorialer SS: Das Twin-Twin-Transfusion Syndrom (TTTS) ist die
schwerwiegendste Komplikation bei monochorialen Schwangerschaften, bei denen ein Kind
Blut an das andere abgibt.
Seite 48–55 – TTTS
Ursache: Das Twin-Twin-Transfusion Syndrom (TTTS) entsteht ausschließlich bei monochorialen Zwillingsschwangerschaften durch ungleichmäßige Blutgefäßverbindungen (Anastomosen) in der gemeinsamen Plazenta. Es kommt zu einer unbalancierten Blutübertragung von einem Zwilling (Donator, der hypovolämisch und anämisch wird) zum anderen (Rezipient, der hypervolämisch und polyzythämisch wird), was zu einem Volumenungleichgewicht führt.
AA- (Arterio-arteriell) / VV- (Venovenös) Plazentaanastomosen: Dies sind die
direkten Gefäßverbindungen zwischen den Kreisläufen der Zwillinge in der Plazenta.
Prognose unbehandelt: Ohne Behandlung ist die Prognose für monochoriale Zwillinge mit
TTTS sehr schlecht, mit einer Mortalität von etwa für mindestens einen Fötus.
Der Donator kann an Anämie und Hypovolämie sterben, der Rezipient an Herzversagen durch
Volumenüberlastung.Therapie:
Laserkoagulation (Fetoskopische Laserkoagulation der Anastomosen, FLOC): Ein
minimal-invasiver Eingriff, bei dem die verbindenden Blutgefäße auf der Plazenta mittels
Laserenergie verschlossen werden, um den ungleichen Blutaustausch zu unterbinden. Dies
ist die Therapie der Wahl.Selektiver Fetozid: Kann in schweren Fällen oder bei sehr fortgeschrittenem TTTS
in Erwägung gezogen werden, um das Überleben des gesünderen Zwillings zu ermöglichen.Komplikationen der Therapie: Trotz des Nutzens können Komplikationen auftreten,
darunter vorzeitige Wehen (etwa ) und vorzeitiger Blasensprung (PROM, etwa ).
Outcome nach Laserbehandlung:
Das Überleben von mindestens einem Kind liegt bei etwa .
Das Überleben beider Zwillinge liegt bei etwa .
Etwa der überlebenden Kinder können neurologische Entwicklungsdefizite
(z.B. Zerebralparese, kognitive Beeinträchtigungen) aufweisen.
Seite 56–59 – Fetale Chirurgie
Indikationen: Fetale Chirurgie (Eingriffe am ungeborenen Kind im Mutterleib) wird bei bestimmten schweren Fehlbildungen durchgeführt, um die Prognose zu verbessern oder das Leben des Kindes zu retten.
Spina bifida aperta: Offener Rückenmarkskanal, der zu neurologischen Defiziten
führt. Intrauterine Operationen können die neurologischen Ergebnisse verbessern.Zwerchfellhernie (konnatale Zwerchfellhernie, CDH): Ein Defekt im Zwerchfell,
der Organe des Bauchraums in den Brustraum verlagern lässt und die Lungenentwicklung
hemmt. Die fetale endoskopische Trachealokklusion (FETO) ist eine häufig angewendete
Methode, um die Lungenentwicklung zu fördern.TTTS: Bei schweren Formen des Twin-Twin-Transfusion Syndroms (siehe oben).
Urologische Obstruktionen: Blockaden im Harntrakt des Fötus, die die Nieren
schädigen können.
Prinzip: Die fetale Chirurgie umfasst spezialisierte endoskopische oder offene
interventionelle Verfahren, die in utero (im Mutterleib) durchgeführt werden, um die
Morbidität (Krankheitslast) und Mortalität (Sterblichkeit) des Fötus zu reduzieren.
Ziel ist es, die Entwicklung kritischer Organsysteme zu unterstützen oder zu korrigieren,
bevor irreversible Schäden entstehen.
Wichtige Definitionen (Schnell-Check)
Embryo: Der sich entwickelnde Organismus bis zum Ende der SSW (post menstruationem).
Fötus: Der sich entwickelnde Organismus ab Beginn der SSW.
Frühabort: Verlust der Schwangerschaft vor der Schwangerschaftswoche.
Spätabort: Verlust der Schwangerschaft zwischen der und SSW, bei
einem Fötus unter Gramm ohne Lebenszeichen.Totgeburt: Die Geburt eines Fötus ab einer SSW von
oder einem Geburtsgewicht von Gramm, der keine Lebenszeichen aufweist.Placenta accreta/increta/percreta: Beschreibt eine zunehmende Tiefe der Invasion
der Plazentazotten in die Gebärmutterwand (Decidua, Myometrium, Serosa).TTTS (Twin-Twin-Transfusion Syndrom): Ein volumetrischer Ungleichverteilungszustand
des Blutes in monochorialen Zwillingsschwangerschaften aufgrund unausgeglichener
Gefäßanastomosen in der gemeinsamen Plazenta.