Die frühe Neuzeit, Humansimus und Renaisancce
Europa im Wandel
Kultureller Wandel
Renaissance & Humanismus
Wirtschaftlicher Wandel
Internationaler Handel und frühmoderner Kapitalismus
Agrarische Revolution: Verbesserungen in Landwirtschaft und neue Techniken, die die Produktivität erhöhen
Verstädterung und Bevölkerungswachstum
Gesellschaftlicher Wandel
Bildung und Alphabetisierung
Wissenschaftliche Revolutionen
Entdeckung und Erkundung der Welt
Kolonialisierung und Expansion, Warentausch, globaler Handel, inkl. Sklavenhandel (Atlantischer Dreieckshandel)
Reformation und Religionskriege
Martin Luther und die Spaltung der Kirche, Bildung von protestantischen Kirchen, 30-jähriger Krieg
Politische Veränderungen
z.B.: England: Magna Charta – Einschränkung der Macht des Monarchen
langsame Entwicklung von parlamentarischen Systemen
Idee des Nationalstaats: Zentralisierte Verwaltung, Grundlage für moderne Staaten
Kultureller Wandel ab dem 14. Jahrhundert
Ab diesem Zeitpunkt Veränderung der geistigen Grundlagen der europäischen Kultur
Auswirkungen durch:
Internationalen Handel
Neue Organisationsformen im Handwerk (Verlagswesen, Manufakturen)
Geld- und Bankwesen
→ Veränderung der Wirtschaft und Gesellschaft
Buchdruck
Revolution in der Wissensvermittlung und Kommunikation
Reformation
Glaubensveränderungen und politische und gesellschaftliche Auswirkungen
=> kriegerische Konflikte
Zeitliche Einordnung
Grenzziehung zwischen Mittelalter und Neuzeit
Bis heute nicht exakt definiert
Wichtige Ereignisse:
1453 – Eroberung Konstantinopels durch Osmanen
1492 – Entdeckung Amerikas
1517 – Luthers Thesen
Trennlinie zeigt sich durch neues Menschen- und Weltbild
→ neues Verständnis von Wissenschaft, Kunst und Kultur (griechisch - römische Antike)
Renaissance – „Wiedergeburt der Antike“
Kultur- und Kunstepoche im 15. / 16. Jh.
Begriff „Wiedergeburt“ ist irreführend → keine Wiedergeburt des antiken Geistes, sondern intensive Auseinandersetzung mit der Antike
→ neues Welt- und Menschenbild entsteht
Kunst und Architektur
Orientierung an antiken Formen (Kuppelbau, Säulen, Tempel und Bogengänge)→Renaissance Architektur
Neu im 15. Jh. : bildende Künstler forcierten ihre eigene Schaffenskraft und Originalität (Stil)
Mensch im Mittelpunkt, Verlust des religiösen Wertes (Verweigerung von Helden durch Skulpturen)
Mensch statt biblischer Metaerzählung
=> (Skandal: Bedeutungsverlust des Göttlichen/Religiösen, offene Darstellung der Genitalien)
Der Mensch und die Natur
Eigenwert beider, weil von Gott geschaffen
Zentralperspektive
(Dreidimensionaler Raum)
Filippo Brunelleschi: Einführung des dreidimensionalen Raumes
Realistische Größenverhältnisse, Schattenverhältnisse, Emotionen durch Mimik und Gestik und Körperdarstellungen
→ Anatomie (mit Wunden, Falten, Nacktheit)
Darstellung in realistischer Nacktheit und Interesse an Anatomie
→ Donatello “David” (1444-1446)
Darstellung der Sinnlichkeit und Sexualität
Anatomie und Idealmaß fallen in Natur und Kunst zusammen!
Michelangelo Buonarroti (1475-1564)
Deckenfresken der Sixtinischen Kapelle (1508-1512)
Eine Reihe von Fresken, darunter die berühmte "Erschaffung Adams", die für ihre detaillierten Figuren, dramatische Komposition und technische Brillanz bekannt sind
Weitere berühmte Bauwerke
Dom zu Florenz
Petersdom
Michelangelo Buonarroti „David“
“David” (1501-1504)
Eine Marmorskulptur des biblischen Helden David, die für ihre monumentale Größe, anatomische Präzision und Ausdruckskraft bewundert wird
Bedeutende Künstler (Maler/Bildhauer/Architekten)
Leonardo da Vinci (1452 – 1519)
Albrecht Dürer (1471 – 1528)
Michelangelo Buonarroti (1475 – 1564)
Filippo Brunelleschi (1377 – 1446)
Unterschiede der Kunst und Baustile
Kunst
Mittelalterliche Kunst: Botschaft wichtig, Bild als „Bilderbuch“
→ Menschen konnten nicht lesen = Bild vermittelt Inhalt
Renaissance: Realistische und leuchtende Farben, „3D-Effekt“ (Fluchtperspektive)
→ Realitätsbezug => Man wollte Wirklichkeit so abbilden wie sie ist
Baustile:
Mittelalter: Gotik: hohe, spitze Türme und Bögen
=> alles geht “nach oben” → Jenseitsbezug/ Bezug zu Gott
Renaissance: ebener, langgezogener Baustil => Diesseitsbezug
→ Rückbesinnung auf Antike (Kuppelbau, Säulen, Tempel und Bogengänge)
Humanismus/Humanisten
Mensch im Mittelpunkt der Wissenschaft und Kunst
Vorerst Gott im Mittelpunkt aller Vorstellungen
Ab 14 Jh. italienische Gelehrte und Künstler befassen sich mit antiker Kultur und Sprache
(z.B. Franceso Petrarca → Werke in Latein und Giovanni Boccaccio => “Il Decamerone”)
Literarisch ausgerichtete Bildungsbewegung (geistige Bewegung)
Neues Weltbild → Mittelpunkt das Diesseits und der Mensch
(streben nach menschlicher Vernunft und Freiheit)
Kritisches Hinterfragen von Religion und Herrschaft
→ der Mensch ist aus eigenem Antrieb fähig ist, sich und seine Welt zu begreifen, kritisch zu hinterfragen und weiterzuentwickeln
Pädagogische Grundhaltung: Bildung als Selbstzweck für die Formung des Menschen → (praktische Verwertungsinteressen sind von sekundärer Bedeutung) humanistische Studien in Philosophie, Literatur, Geschichte jenseits von Religion
Verbreitung des Humanismus
Untergang des oströmischen Reiches (1453): Gelehrte flohen in den Westen und die “Wiedergeburt der Antike” mit
→ Bücher, Schriften in griechischer Sprache
Humanistische Geisteshaltung verbreitete sich von Italien aus nach Europa!
In Akademien, Universitäten (private Schulen) und Klöster wurde Griechisch, Latein, Hebräisch, Philosophie, Rhetorik, Geschichte und Poesie gelehrt
Mehrheit der Bevölkerung keine sprachliche Bildung
Literatur der frühen Neuzeit
Giovanni Boccaccio: Dekameron
Sammlung von 100 Erzählungen, von einer Gruppe junger Menschen erzählt, welche während der Pestepidemie in Florenz in ein Landhaus sich zurück ziehten
→neue Erzähltradition
Niccolò Machiavelli: Der Fürst (Il Principe)
Analyse von Macht und Politik → als grundlegende politische Philosophie
gibt Ratschläge an Herrscher, wie sie Macht gewinnen und erhalten können
Naturwissenschaftlicher Fortschritt
Wissenschaften rücken in den Mittelpunkt
→Konflikte zwischen Kirche und Wissenschaft
Theologie stand nicht mehr ausschließlich im Mittelpunkt der Wissenschaften
Streitpunkt Astronomie [Neues Weltbild]:
Nikolaus Kopernikus (1473-1543) → (Kopernikanische Wende)
Postuliert heliozentrisches Weltbild statt geozentrischem Weltbild (Sonne steht im Zentrum unseres Universums)
Bewegung der Planeten auf Kreisbahnen um die Sonne
basiert auf antiken griechischen Quellen und eigenen Beobachtungen
→ Anhänger wurden bis ins 17. Jahrhundert verfolgt - (Ketzer); (Unglaubwürdigkeit der Kirche)
Verfolgung von Wissenschaftlern
Gelehrte, die diese Theorie vertraten wurden verfolgt
→ Galileo Galilei, Kepler und Kopernikus
Fortschritte in Wissenschaft und Technik
Meilensteine in Medizin und Anatomie des Menschen
Mathematik (“doppelte Buchführung” → Finanzwesen)
Mechanische Uhr 13. Jh.
→ Zeit bestimmt den Tagesablauf der arbeitenden Menschen außer am Land (Sonnenaufgang und -untergang)
Kompass
→ Weiterentwicklung - schon seit dem 13. Jahrhundert bekannt
Schießpulver
Buchdruck → Johannes Gutenberg
Um 1450, bewegliche Lettern aus Blei
1448: erste Druckwerkstatt und erstes Werk: die Bibel
hauptsächlich vorerst religiöse Schriften
Ausbreitung der Technologie in Handels- und Universitätsstädte
Gelehrte => Lesen und Schreiben
Druckerrein waren Manufakturen
→ erstes frühindustrielles und frühkapitalistisches Gewerbe
Güter für einen überregionalen Markt
Neue Industrie und neue Bildungsmöglichkeiten
Folgen des Buchdrucks
Unabhängige Informationsweitergabe
Bücher und Flugschriften
→ schnelle, billige und massenhafte Produktion
Schnelle Informationsweitergabe
politischer, religiös und kulturell
Flugschrift wird Massenmedium in der “frühen Neuzeit”
→ Kurze polemische Texte und Abbildungen auch für Analphabeten
→ Verbreitung von religiösen und politischen Forderungen
War die technische Voraussetzung für den Erfolg der Reformation
Diskussion unter katholischen Gelehrten
→ Massenbewegung unter Gläubigen
Neuzeitliche Wirtschaft und Gesellschaft in Europa
Wirtschaft im Spätmittelalter:
Städte im Aufschwung (Handelszentrum)
→ weil noch immer das Feudalsystem vorherrschend war
→ Menschen zogen in die Städte => neue Berufe
Handel nicht mehr ausschließlich auf Europa beschränkt
→ Fernhandel
Langsamer Wandel vom Tauschhandel zur Geldwirtschaft
Frühkapitalismus: Handel und Banken:
Von Italien ausgehend
neues Finanzinstrument
→ den Wechselbrief (=> schriftliche Zahlungsanweisungen → man muss kein Geld mit sich tragen) um Handel internationaler zu machen
Transatlantischer Dreieckshandel
→ weltweite Handelsströme
Wechsel als Zahlungsmittel → Kredite
Im Mittelalter: Nur Juden waren erlaubt Geld zu verleihen → später dann auch Christen
(Bank- und Handelshaus Fugger erlangt große Wirtschaftliche und politische Macht → Zölle, Münzen, diverse Rechte, etc. => Geldgeber des Kaisers)
Rentenzahlung statt Zins (Wucher)
Abgaben und Nutzungsrecht für Kredite
→ Bergbau, Münzprägung
Reiche Handelshäuser entstanden mit dem Zeil: Geld gewinnbringend anzulegen
das Kapital sollte “arbeiten”
Folge:
Frühkapitalismus und die Gründung von unterschiedlichen Verlagen und Manufakturen
Notwendigkeit: gut organisierte und auf große Mengen ausgerichtete Warenproduktion
→ neuer Unternehmenstypus/ form
Entwicklung des Bankwesens
Bargeldlose Zahlungsverkehr nahm enorm zu
Wichtigste Bankhäuser zuerst in Italien, dann Deutschland (Fugger, Welser)
→ (daher kommen die meisten Begriffe des Bankwesens aus dem Italienischen)
Die Händler (und zusehends auch Privatpersonen) zahlten mehr auf ihr „conto corrente“ (laufendes Konto) ein als sie abhoben
Da nun nicht mehr alle Einlagen abgehoben wurden, verweilte Geld beim Wechsler
→ Bankier hatte nun Kapital über, das er an andere verleihen konnte (=> Kreditwesen entsteht)
Kreditnehmer (Schuldner) waren Privatpersonen, Handwerker, Händler aber vor allem auch Fürsten und Könige
Protoindustrialisierung
Vorstufe der Industrialisierung
Verlagssystem entsteht
Neue Wirtschaftsanlage führte dazu, dass städtische Handwerker und Gewerbetreibende nicht mehr konkurrenzfähig waren
Im 15. Jh. waren kapitalkräftige Unternehmer (Großkaufleute und Handelshäuser) für den Absatz der Handelswaren zuständig
Kauften Rohstoffe und gaben diese an Handwerker (=Lohnarbeiter) weiter
Billige Produktion der Ware durch die Lohnarbeiter (Heimarbeit und in Großwerkstätten) für das Handelshaus/ gr0ßkaufleute
Verkauf der (teuren) Waren mit großem Gewinn
→ Händler wird zum “Verleger” der Ware
Neue soziale Schicht: rechtlich selbstständig, aber wirtschaftlich abhängige Lohnarbeiter
Manufakturen
Neue Arbeits- und Erwerbsmöglichkeiten
größere Betriebe mit teils zentraler, teils dezentraler Produktion
u.a. Beschäftigung von Arbeitskräften, die nicht in der Landwirtschaft unterkommen (Geldlohn)
die Waren werden in arbeitsteiligen Prozess erzeugt
→ schnelle Erzeugung
strikte Trennung von Wohnort und Arbeitsplatz
Sichtbarwerdung von Frauen- und Kinderarbeit
hohe Zeitdisziplin mit Ausbeutung der Arbeitskräfte
teilweise mit (Zwangs-) Arbeitshäusern verbunden
→ Druckerein
Geldwirtschaft und Kaufkraft steigt
→ wirtschaftlicher Aufschwung!
HRR → führende Wirtschaftsnation
Kein Aufschwung für die Masse der „Untertanen“
Steigende Preise
→ Lebensnotwendiges wird kaum erschwinglich für die Bevölkerung
e