Chemie: Bindungstypen und Elektronegativität am Beispiel der 3. Periode
Reaktion von Natrium mit Chlor
Reaktionsgleichung: Die chemische Umsetzung von Natrium mit Chlor wird durch folgende Gleichung beschrieben: .
Vorgänge auf Teilchenebene: - Während der Reaktion treffen Natriumatome auf Chlormoleküle. - Die Chlormoleküle () werden im ersten Schritt gespalten, sodass einzelne Chloratome vorliegen. - Die Natriumatome geben ihre Valenzelektren (Außenelektronen) an die Chloratome ab.
Entstehung von Ionen: - Durch die Abgabe eines Elektrons entstehen positiv geladene Natriumkationen (). - Durch die Aufnahme eines Elektrons entstehen negativ geladene Chloridanionen ().
Bindungstyp: Bei der Verbindung Natriumchlorid handelt es sich um eine Ionenbindung.
Chlorverbindungen der Elemente der dritten Periode
Im Folgenden wird der Zusammenhang zwischen der Summenformel, dem Bindungstyp und der Elektronegativitätsdifferenz () für die Chlorverbindungen der Elemente der dritten Periode dargestellt:
Natriumchlorid: - Formel: - Bindungstyp: Ionenbindung - :
Magnesiumchlorid: - Formel: - Bindungstyp: Ionenbindung - :
Aluminiumchlorid: - Formel: - Bindungstyp: Ionenbindung - :
Siliciumchlorid (Siliciumtetrachlorid): - Formel: - Bindungstyp: Atombindung - :
Phosphortrichlorid: - Formel: - Bindungstyp: Atombindung - :
Schwefeldichlorid: - Formel: - Bindungstyp: Atombindung - :
Chlor: - Formel: - Bindungstyp: Atombindung - :
Reaktion von Phosphor mit Chlor
Reaktionsgleichung: Phosphor reagiert mit Chlor zu Phosphortrichlorid gemäß der Gleichung: .
Vorgänge auf Teilchenebene: - Im Verlauf der chemischen Reaktion treffen Phosphoratome auf Chloratome. - Jedes Phosphoratom geht dabei mit jeweils drei Chloratomen eine Bindung ein. - Diese Bindung resultiert aus der Ausbildung gemeinsamer Elektronenpaare (Elektronenpaarbindung).
Bindungstyp: Phosphortrichlorid () ist eine Verbindung mit dem Bindungstyp Atombindung.
Zusammenhang zwischen Bindungstyp und Elektronegativität
Charakterisierung der Ionenbindung: Verbindungen mit einer Ionenbindung zeichnen sich durch eine hohe Elektronegativitätsdifferenz () aus.
Schwellenwert für Ionenbindungen: Ab einer Elektronegativitätsdifferenz von liegt eindeutig eine Verbindung mit Ionenbindung vor.
Unpolare Atombindung: - Ist die Elektronegativitätsdifferenz () nur sehr gering, ist die Polarität der Bindung in der Praxis nicht vorhanden. - Bei einem Wert im Bereich von 0 < \Delta EN \leq 0,5 spricht man von einer praktisch unpolaren Atombindung.
Räumliche Struktur: Der Bindungstyp und die Elektronegativität beeinflussen maßgeblich die räumliche Struktur der entstehenden Verbindungen.
Der Bindungstyp und die Elektronegativität beeinflussen maßgeblich die räumliche Struktur der entstehenden Verbindungen. Beispiele hierfür sind:
Wassermolekül (H₂O): Das Molekül hat eine gewinkelte Struktur mit einem Bindungswinkel von etwa 104,5°, aufgrund der Elektronenpaarabstoßung zwischen den zwei Wasserstoffatomen und den zwei freien Elektronenpaaren des Sauerstoffs.
Phosphortrichlorid (PCl₃): Dieses Molekül hat eine trigonal-pyramidale Struktur, da das Phosphoratom mit drei Chloratomen durch Elektronenpaarbindungen verbunden ist und ein freies Elektronenpaar hat, das die Struktur beeinflusst.