Metazoa

Wichtige Lagebezeichnungen

  • Fachbegriffe zur Beschreibung der Lage im Tierkörper:

    • anterior (rostral; oral): vorne

    • posterior (caudal; aboral): hinten

    • lateral: seitlich

    • medial: mittig

    • dorsal: Rückenseite

    • ventral: Bauchseite

    • proximal: körpernah

    • distal: körperfern

Zell- und Gewebestrukturen

Definitionen und Funktionen

  • Organismus:

    • Einzelliges oder vielzelliges System, das Energie, Substanz und Information für den Fortbestand und die Reproduktion aufnimmt, speichert und nutzt.

  • Organsystem:

    • Gruppe von Organen mit spezifischer Funktion.

  • Organ:

    • Strukturelle Einheit bestehend aus mehreren Gewebetypen, die einer oder mehreren Funktionen dient.

  • Gewebe:

    • Gruppe gleichartiger Zellen, die zu einer strukturellen Einheit zusammengeschlossen sind.

  • Zelle, Organelle, Molekül, Atom

Gewebe des Tierkörpers

Zelltypen und Grundgewebe

  • Tierischer Körper:

    • Ca. 200 Zelltypen.

    • Vier Grundgewebe:

    1. Epithelgewebe (Deckgewebe)

    2. Binde- und Stützgewebe (Fettgewebe, Knochen, Knorpel)

    3. Muskelgewebe

    4. Nervengewebe

Epithelgewebe

  • Definition:

    • Flächig angeordnete Zellverbände, die Körperoberflächen bilden oder innere Hohlräume auskleiden.

    • Sehr wenig Interzellularsubstanz zwischen Epithelzellen.

  • Bedeutung:

    • Epithelien ermöglichen eine Kompartimentierung und Bildung funktioneller Einheiten.

    • Phylogenetisch und ontogenetisch älteste Gewebe.

Aufbau der Epithelzelle

  • Besteht aus:

    • Basallamina

    • Bindegewebe

    • Zellkontakt:

    • Apikal

    • Basal

    • Mikrovilli (enthalten Aktin)

    • Cilien (enthalten Mikrotubuli)

Zellkontakte: Tight Junctions

  • Verschlusskontakte:

    • Transmembranproteine verbinden Zellmembranen benachbarter Epithelzellen.

    • Essenziell für die Kompartimentierung.

    • Ultrastruktur: Strangförmige Anordnung der „Verschlussleisten".

Evolution und Systematik

Zentrale Thesen der Evolutionstheorie

  • Natürliche Selektion als treibende Kraft.

  • Entwicklung der modernen Arten durch graduelle Veränderungen.

Biologische Systematik (Taxonomie)

  • Ziel: Begründung eines natürlichen Systems der Arten.

  • C. Linne (1707-1778):

    • Vergabe eines lateinischen Doppelnamens (z.B. Homo sapiens).

  • Biologischer Artbegriff - Biospecies:

    • Gruppe, die sich tatsächlich oder potenziell kreuzt und von anderen Gruppen reproduktiv isoliert ist.

  • Biologischer Artbegriff – Morphospecies:

    • Gesamtheit aller Individuen, die in wesentlichen Merkmalen übereinstimmen.

Systematische Einordnung

  • Beispiel: Canis lupus

    • Genus: Canis (Wolf- und Schakalartige)

    • Familie: Canidae (Hundeartige)

    • Ordnung: Carnivora (Raubtiere)

    • Klasse: Mammalia (Säugetiere)

    • Unterstamm: Vertebrata (Wirbeltiere)

    • Stamm (Phylum): Chordata (Chordatiere)

Homologie und Analogie

  • Homologie:

    • Merkmale, die auf gemeinsame Vorfahren zurückführbar sind.

    • Beispiel: Vorderextremitäten der Wirbeltiere.

  • Analogie (Konvergenz):

    • Merkmale mit gleicher Funktion, aber nicht auf gemeinsamen Vorfahren zurückgeführt.

    • Beispiel: Linsenaugen von Tintenfisch und Wirbeltier.

Kriterien der Homologie

  1. Kriterium der Lage:

    • Organe homolog, wenn ihre Lage identisch ist.

    • Beispiel: Extremitätenknochen von Wirbeltieren.

  2. Kriterium der Kontinuität:

    • Organe verschiedener Gestaltung sind homolog, wenn sie durch Zwischenformen verbunden sind.

    • Beispiel: Halsschlagader von Säugern und Kiemenbogenarterien von Fischen.

  3. Kriterium der spezifischen Qualität:

    • Ähnliche Strukturen ohne Rücksicht auf die Lage können homologisiert werden, wenn besondere Merkmale übereinstimmen.

    • Beispiel: Menschliches und primaten Schädel.

Großgliederung des Tierreichs

  • Unterreich: Protozoa (Einzellige Tiere) - 7 Stämme

  • Unterreich: Metazoa (Vielzellige Tiere) - 23 Stämme

  • Mobilität und Ernährungsweise:

    • Tiere: überwiegend mobil und heterotroph.

    • Pflanzen: überwiegend sessil und autotroph.

Stammesliste beispielhaft

  • Cnidaria (Nesseltiere):

    • Polypen, Quallen, Korallen.

  • Mollusca (Weichtiere).

  • Echinodermata (Stachelhäuter).

  • Plathelminthes (Plattwürmer).

  • Nematoda (Fadenwürmer).

  • Annelida (Ringelwürmer).

  • Arthropoda (Gliederfüßer).

  • Chordata (Chordatiere).

Tierreich in Zahlen

Wissenschaftlicher Name

Deutscher Name

Zahl der Arten

Porifera

Schwämme

10.348

Cnidaria

Nesseltiere

24.730

Plathelminthes

Plattwürmer

29.106

Mollusca

Weichtiere

175.458

Annelida

Ringelwürmer

25.161

Arthropoda

Gliederfüßer

1.349.709

Nematoda

Fadenwürmer

23.891

Tentaculata

Tentakeltiere

4.850

Echinodermata

Stachelhäuter

12.383

Chordata

Chordatiere (Säugetiere)

93.565 (9.005)

Gesamtzahl

ca. 1.750.000