Methoden zur Planung des quantitativen Personalbedarfs

  • Ziel: Realistische Schätzungen des Personalbedarfs insbesondere in klein- und mittelständischen Unternehmen.

  • Einflussfaktoren für Schätzungen:

    • Vorhandene Reservierungen

    • Befragungen von Abteilungsleitern und Experten

    • Vergleich mit Umsatzzahlen vergangener Perioden

    • Berücksichtigung saisonaler Schwankungen

    • Urlaubspläne und Krankheitsstatistiken

    • Leistungsfähigkeit und -bereitschaft der Mitarbeiter

Expertenbefragung

  • Beschreibung: Bildung eines Gesamturteils aus den Rückmeldungen kompetenter Mitarbeiter und Fachkräfte.

  • Vorteile:

    • Einfache Durchführung

    • Möglichkeit, subjektive Meinungen zu integrieren

  • Nachteile:

    • Subjektivität

    • Durchsetzungsfähigkeit starker Experten kann andere beeinflussen

Delphi-Methode

  • Ziel: Objektive Schätzung durch systematische Analyse schriftlicher Expertenurteile.

  • Ablauf:

    1. Schriftliche Befragung von Experten

    2. Analyse und Auswertung durch Personalplaner

    3. Vorstellung der Ergebnisse an Experten

    4. Erneute Einschätzung der Experten

  • Vorteile:

    • Schätzfehler werden ausgeglichen

    • Anonymität der Schätzurteile

    • Vermeidung von Beeinflussung durch starke Experten

Mathematische Methoden

  • Zweck: Nutzung vergangenheitsorientierter Daten zur Prognose der Personalbedarfe.

  • Wichtigstes Verfahren: Trendextrapolation

  • Nachteil: Vernachlässigung von Neuerungen.

Monetäre Verfahren

  • Wichtiges Kriterium: Ermittlung des Personalbedarfs basierend auf finanziellen Mitteln.

  • Nachteile:

    • Unterbesetzungen in finanziell schwierigen Zeiten

    • Kann zu Motivationsverlusten und Leistungsabfall führen.

    • Kürzungen des Budgets in Folgejahren bei ungenutzten Mitteln.

Arbeitswissenschaftliche Methode

  • Erkenntnis: Personalbedarf kann durch Vorgabezeiten exakt bestimmt werden.

  • Anwendung: Zerlegung von Arbeitsschritten in Module.

  • Beispiel: Reinigung eines Hotels mit 120 Zimmern und spezifischen Reinigungszeiten für Abreise- und Bleibezimmer.

  • Berechnung der Arbeitskräfte basierend auf durchschnittlicher Auslastung und Reinigungszeiten.

Qualitativer Personalbedarf

  • Frage: Welche Qualifikationen und Kenntnisse müssen Mitarbeiter haben?

  • Instrumente:

    • Stellenbeschreibung: Zusammenfassung von Zielen, Aufgaben, Kompetenzen und Beziehungen.

    • Anforderungsprofile: Ergänzen Stellenbeschreibungen mit geforderten Merkmalen.

Organisatorische Verfahren

  • Nachfolgeplanung: Klärung von Schlüsselpositionen und Zeitpunkten für die Nachfolge.

  • Schritte:

    • Identifikation von Schlüsselpositionen.

    • Risikoabschätzung zur Wahrscheinlichkeit von Vakanz.

    • Interne Talentidentifikation und gezielte Personalentwicklung.

  • Vorteil: Frühzeitige Erkennung von Lücken im Personalbestand.