Notizen zu den 11 Prinzipien zum gehirngerechten Lehren und Lernen

Vorwort

Lehrende sind auch lebenslange Lernende. Das Ziel dieser Broschüre ist es, Anregungen und Ideen für die Hochschullehre zu bieten, um gehirngerechtes Lehren und Lernen zu fördern. Die präsentierten 11 Prinzipien zielen darauf ab, Ergebnisse der Lehr-Lernforschung einfach in die Praxis zu übertragen. Ursprünglich in einem monatlichen Newsletter von 2013 bis 2014 veröffentlicht, sind die Prinzipien in dieser Broschüre zusammengefasst. Jedes Prinzip ist gleich strukturiert und beinhaltet Fragen zum Nachdenken, eine Beschreibung, praktische Umsetzungen und weiterführende Fragen.

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Prinzip 1: Interesse und Neugierde wecken

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  • Wie kann ich Neugier in meinen Veranstaltungen wecken?

  • Was begeistert meine Studierenden?

Interesse und Neugier sind entscheidend für die Lernleistung, da sie physiologische Prozesse im Gehirn stimulieren. Lehrende sollten vielfältige Methoden nutzen, um die unterschiedlichen Interessen der Studierenden zu berücksichtigen.

Umsetzung in die Lehre
  1. Interessen und Motivation thematisieren: Führen Sie Gespräche mit den Studierenden, um ihre Interessen zu erfassen und in die Lehrplanung zu integrieren.

  2. Aha-Erlebnisse schaffen: Regen Sie die Studierenden dazu an, gezielte Fragen zu entwickeln, um deren Interesse zu fördern.

  3. Aufmerksamkeitswecker einsetzen: Verwenden Sie provokante Fragen oder aktuelle Ereignisse, um das Interesse zu steigern.

Prinzip 2: Transparenz der Lehr- und Lernziele

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  • Was erwarte ich von meinen Studierenden?

  • Wie mache ich meine Erwartungen transparent?

Ein klarer Überblick über die Lehrziele erleichtert den Lernprozess. Zu Beginn der Veranstaltung sollte daher Transparenz geschaffen werden, um Orientierung zu bieten.

Umsetzung in die Lehre
  1. Lern- und Arbeitsvereinbarung: Klare Rahmenbedingungen und Erwartungen an die Studierenden formulieren.

  2. Psychologischen Arbeitsvertrag: Vereinbarungen zu Beginn der Veranstaltung schaffen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Prinzip 3: Der rote Faden

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  • Welche logische Struktur haben meine Veranstaltungen?

Ein roter Faden hilft, neue Inhalte mit bereits vorhandenem Wissen zu verknüpfen.

Umsetzung in die Lehre
  1. Didaktischer Dreischritt: Strukturieren Sie Ihre Veranstaltungen in Einstieg, Arbeitsphase und Abschluss, um die Studierenden zu aktivieren und zu orientieren.

  2. Visuelle Abläufe: Zeigen Sie den Studierenden den Ablauf der Sitzung visuell auf.

Prinzip 4: Inhalte vernetzen

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  • Wann gebe ich einen Überblick über das Thema?

Inhalte müssen verknüpft werden, um ein umfassendes Verständnis zu fördern.

Umsetzung in die Lehre
  1. Kognitive Landkarten: Verwenden Sie verschiedene Visualisierungsformen, um Inhalte zu strukturieren und Zusammenhänge darzustellen.

Prinzip 5: Auf den Grund gehen – Tiefenlernen ermöglichen

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  • Wie fördere ich ein bedeutsames Erfassen von Inhalten?

Oberflächliches Lernen führt nicht zu dauerhaften Ergebnissen. Tiefenlernen fördert relevante Verbindungen zwischen neuem und vorhandenem Wissen.

Umsetzung in die Lehre
  1. Didaktische Reduktion: Gliedern Sie die Lerninhalte in kurze Abschnitte, gefolgt von Denkpausen.

  2. Problemorientiertes Lernen: In Gruppenarbeit werden Fälle oder Probleme analysiert und bearbeitet.

Prinzip 6: Wichtiges wiederholen

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  • Welche Formen der Wiederholung nutze ich?

Wiederholungen sind essenziell für langfristiges Lernen.

Umsetzung in die Lehre
  1. Wiederholungen planen: Integrieren Sie regelmäßige Wiederholungsphasen durch Methoden wie Speed Dating oder Lernstopps.

Prinzip 7: Mehrere Sinne ansprechen

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  • Welche Sinne spreche ich an?

Das Ansprechen mehrerer Sinne verbessert das Lernen.

Umsetzung in die Lehre
  1. Visuelle, auditive und kinästhetische Elemente: Variieren Sie die Methoden, um allen Sinnen gerecht zu werden.

Prinzip 8: Emotionen beachten

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  • Wie schaffe ich ein angenehmes Lernklima?

Positive Emotionen fördern das Lernen.

Umsetzung in die Lehre
  1. Situationen empathisch gestalten: Kommunizieren Sie offen und schaffen Sie ein unterstützendes Umfeld.

Prinzip 9: Pausen einlegen

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  • Wann plane ich Pausen ein?

Pausen sind notwendig, um die Verarbeitung von Informationen zu fördern.

Umsetzung in die Lehre
  1. Aktive Pausen: Nutzen Sie Methoden wie "Das laufende Quiz" oder kurze Video-Inputs, um die Aufmerksamkeit hoch zu halten.

Prinzip 10: Individualität beachten

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  • Wie berücksichtige ich verschiedene Lernstile?

Das Lernen ist individuell und kann durch unterschiedliche Ansätze gefördert werden.

Umsetzung in die Lehre
  1. Lehren gemäß unterschiedlichen Lernstilen: Planen Sie Ihre Veranstaltungen so, dass sie optimal auf verschiedene Lernstile eingehen.

Prinzip 11: Feedback geben

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  • Wie gebe ich Rückmeldung an meine Studierenden?

Feedback ist entscheidend für den Lernfortschritt und sollte kontinuierlich gegeben werden.

Umsetzung in die Lehre
  1. Formative Rückmeldung: Nutzen Sie Methoden wie One-Minute-Paper oder Peer-Instruction um zeitnah Feedback zu geben.